Über ein sehr kompliziertes Spiel

05. September 2010 17:49

Christian Fuchs ist gegen Kasach­stan fraglich. Als Fußballer und Stütze des Nationalteams denkt der Legionär aber langfristig

Flachau - Von Mattersburg nach Madrid, sagt der Neunkirchner Christian Fuchs, "geht natürlich nicht" . Von Mattersburg nach Bochum, die Reise fand 2008 statt, ist quasi ein Katzensprung gewesen. Der Weg von Bochum nach Gelsenkirchen wiederum wäre geografisch gesehen zwar "ein kurzer" gewesen, aber fußballerisch doch ein weiter. "Der Transfer zu Schalke war nicht einmal Schall und Rauch." Von Bochum nach Mainz im Sommer 2010, das passte allerdings. "Von der ersten Minute an fühlte ich mich hier wohl. Die sind stolz, ein Karnevalsverein zu sei. Bei all der Professionalität."

Das österreichische Nationalteam kickt am Dienstag anlässlich der EM-Quali in Salzburg gegen Kasachstan. Der 24-jährige Fuchs hofft, dass sein Rücken bis dahin aufgehört hat, beleidigt zu sein, und sie, also Fuchs samt Rücken, zum 33. Mal an der linken Seite verteidigen und sogar stürmen können. "Wir müssen professionell auftreten. Bei allem Respekt vor Kasachstan, wir sind der Favorit und sollen das auch sagen. Das gilt ebenso gegen Aserbaidschan. Gewinnen wir diese Heimspiele nicht, braucht man angesichts Deutschlands, der Türkei und Belgiens über eine EM-Endrunde nicht mehr weiterreden."

Die Strickmuster

Fußball ist für Fuchs "ein kompliziertes Spiel. Die Kunst besteht darin, es so zu gestalten, dass es einfach ausschaut." Dem österreichischen Team gelingt das nicht. Noch nicht. "Lange wurden im ÖFB zu wenige Muster entwickelt. Der deutsche Fußballbund gibt den Nachwuchsauswahlen den Weg vor, an den man sich halten muss. Die Jungen lernen das System der Alten. Wir Spieler sind ja nur die ausführenden Organe. Aber wir brauchen Vorgaben. Vielleicht müsste unser Team ein bisserl weiter sein, denn von den Namen her ist es nicht schlecht bestückt." Als Seitenhieb gegen Teamchef Dietmar Constantini sei das nicht zu verstehen. Blöd wäre der Fuchs, den Chef zu kritisieren. "Im Gegenteil. In dieser Woche in Flachau wurde gut gearbeitet, Strickmuster wurden entworfen."

In Mainz wurden sie bereits umgesetzt, Vereine tun sich diesbezüglich leichter. "Man weiß genau, was in welcher Situation wie zu erledigen ist. Automatismen sind verinnerlicht." Zum Auftakt der Bundesliga gab es ein 2:0 gegen Stuttgart, Fuchs wurde vom Kicker in die Elf des Tages gewählt, das ist in Deutschland fast eine Heiligsprechung, eine kurzfristige. Es folgte ein 4:3 in Wolfsburg. Nach einem 0:3-Rückstand. Karneval pur. Andreas Ivanschitz hat es als unlustig empfunden, er saß zweimal auf der Bank. Fuchs ist mit Ivanschitz mittlerweile gut befreundet, man geht essen, spricht nicht nur über Fußball. "Für ihn ist es schwierig. Trainer Tuchel lobt ihn, allerdings wurde das System geändert, in dieser Raute ist momentan kein Platz für ihn."

Fuchs hat seine Karriere geplant. "Ich glaube nicht an den Zufall. Aber alles, was passiert, hat seinen Grund." Insofern ist Bochum nicht grundlos abgestiegen. Bei der Klubwahl hat ihn sein Manager Thomas Böhm hervorragend beraten. "Es geht nicht ums Abkassieren. Ich will 90 Minuten auf dem Platz stehen. Ich möchte Fußballspielen, nicht Fußballschauen. Ist der Fuchs gut, kommt der Trainer an ihm nicht vorbei."

Kein Stillstand

Fuchs sagt, dass er gewisse Tugenden verinnerlicht haben muss. Disziplin, Kampfgeist, Ehrgeiz, Selbstbewusstsein, die Fähigkeit zur Selbstkritik. "Ich lehne Stillstand ab." Schon in Mattersburg hat er so gedacht. "Ewig her, dass ich dort gewesen bin." Nun ist er in Flachau. Das Training am Samstag hat er ausgelassen, jenes am Freitag abgebrochen. Der Rücken bockt. Über seinen Einsatz wird kurzfristig entschieden. Manchmal fragt er sich, "ob ich eigentlich jung oder bereits ein Routinier bin. Ich bin jedenfalls einer, der Verantwortung übernimmt, Dinge ausspricht." Dass sich irgendwann Real Madrid bei ihm meldet, ist äußerst unwahrscheinlich. "Aber ich bin nicht der Typ, der Dinge ausschließt." (Christian Hackl, DER STANDARD Printausgabe 06.09.2010)

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ich bin rapid-fan
06.09.2010 13:15

Wenn der mal ein Angebot von Real Madrid bekommt, poste ich nie wieder auf derStandard.at/sport

Atterl
 
06.09.2010 15:48

Bitte Real, rufts schnell den Fuchs an!

unordnungswache
06.09.2010 11:30
unordnungswache
06.09.2010 11:19

zum thema nationalteam findet sich hier ein schöner klartext:
http://www.sturm12.at/2010/09/0... -das-land/

miles a head
06.09.2010 12:16
gut so

vom ewigen polarisierer blumenau ausgehend findet die streckenweise wortidente (und berechtigte) kritik ihren weg in die mainstreamtauglicheren nischenmedien. langsam sollten presse und standard nachsetzen. und vielleicht fordert ja auch die krone mal so etwas wie ein 'konzept' (wobei, solange der lingen dort werkt, ist hopfen aber auch malz verloren).

multivitamin saft
 
06.09.2010 18:49

und blumenau ist bei einem undergroundmedium?

jerrycantrell
06.09.2010 10:59

burschn. de kasacher kumman lautm zsak ziemlich vü über de flügel.links und rechts. oder durch die mittn. bei standards de oide regel: jeder suacht si an!ihr sats schließlich oid gnuag. und kan stress: ergebnis zöht net, es geht um de entwicklung.mehr brauch i net sogn. ihr sats bärig, i bin bärig, ois packmas

Happels Erben
06.09.2010 10:10
Hausbauen mit DC

DC kommt etwas später als vereinbart, nicht gerade gut gelaunt und weist erstmal daraufhin das alle anderen Baumeister sowieso Trottel wären. Unterlagen gibts keine, brauchen nur Blender sowas, er wisse sowieso wie der Hase läuft. Über sein letzes Projekt will er nicht allzuviel Auskunft geben, aber das Haus könne er sicher umbauen, nur ein muß klar sein, "Palast wird des kana mit der Bausubstanz", außerdem kann er net zaubern und das würd dauern. Er wird sich aber melden. Nach 14 Tagen Wartezeit ereicht man nur die Mobilbox...

NoUse4AName
06.09.2010 11:01

Die fachliche Kompetenz seiner Mitarbeiter sollte teilweise ebenfalls in frage gestellt werden. Ebenfalls deren Umgang mit dem Alkohol...

da dillinger
06.09.2010 11:15

Ach, der Alkoholkonsum passt schon, schlimm wäre es nur, wenn sie abstinent wären.

NoUse4AName
06.09.2010 12:28

Naja, es müsste doch möglich sein, ein Mittelding zwischen Abstinent und Zsak zu finden...

der am bass steht
07.09.2010 00:55

ergibt immer noch 1,8 ‰

da dillinger
06.09.2010 13:20

...Constantini?

Ist ja leider auch keine Lösung, wie man sieht.

TRockenmilch
06.09.2010 10:18

sie haben vergessen, dass alle hilfsarbeiter krank sind und er deswegen nix dafür kann dass aufs klo vergessen wurde.

Happels Erben
06.09.2010 10:07
Hausbauen mit Löw

Ich möcht mal den Vergleich heranziehen zwischen DC und Löw am Beispiel eines Hausumbaus wobei die beiden die Baumeister spielen.

Der erste kommt mit gewohnter deutscher Püntlichkeit, weist auf seine jahrelange Erfahrung in der Branche hin, hat Präsentationsunterlagen mit, meint das er schon Vorstellungen hat wie man das Optimum aus dem bestehenden herausholen kann, er hat auch schon den einen oder anderen Einfall und wird sich in Kürze mit Entwurf und Kostenvoranschlag melden. Außerdem meint er das die Grundsubstanz sehr gut sei.

120 Jahre Karl Schranz
06.09.2010 11:22
allerdings ist die grundsubstanz in diesem fall tatsächlich besser

was aber nicht heißt, dass man nicht aus jeder substanz das beste herausholen könnte

Happels Erben
06.09.2010 10:03
Auch wenn man nette eloquente

Kurzsätze formuliert wird die Aussagekraft des Artikels nicht besser Herr Hackl. Warum analysieren Sie nicht wie es sich für den Sportreporter einer sogenannten Qualitätszeitung gehören würde die vorhandenen Schwächen des Teams anstatt nur blabla abzuliefern.

Und die Aussage Christian Fuchs wird nie bei Real spielen stärkt ja nur den wahnsinnigen DC der immer wieder darauf hinweisen muß das wir ja "leider" keine Topnation sind.

Honduras, Neuseeland, Slowenien, Slowakei und Algerien stehen aber auch nicht gerade in dem Verdacht....und auch Griechenland nicht vor der EURO 2004.

Nicki Santoro
06.09.2010 09:48
Interessant war gestern,

als in dem Sport am Sonntag Bericht über das Nationalteam, 7 oder 8 Spieler zu DiCos-Spielsystem befragt wurden. Da hatte jeder andere Vorstellungen. Die einen sprachen nur von defensiv gut stehen und kontern, die anderen von 4-4-2 und Spiel über die Flanken, Janko von 4-5-1?!?

Ich denke der Nachwuchs kann nicht nach dem Plan der A-Mannschaft spielen, wenn die A-Mannschaft selber kein System hat...

Elend Øye
06.09.2010 10:45
hab ich mir auch gedacht

ja das war wirklich lustig:

stefan-ich weiss was ich drauf hab-maierhofer sagt:
"wir spielen ein klassisches 4-4-2 mit dem langen janko und mir als spitzen"

und der janko redet doch wirklich vom 4-5-1

alle anderen schwafeln irgendwas von gesicherter abwehr und geraden passes..

ich kann mir nicht vorstellen, dass die spieler selbst schon wissen was sie für ein system spielen sollen. am ehesten wird es kurz vorm spiel ausgelost.

Happels Erben
06.09.2010 10:04
Das beste wahr

als DC zum Gegner befragt wurde kam eine 0815 Ansage von Janko (der Gegner wird tief defensiv stehen, na ernsthaft, dachte die werden mit 5 Stürmern antreten.....) daran sieht man wie da gearbeitet wird...

estragon001
06.09.2010 06:56
Sollen auf Schifahren umschulen...

spoiled ballot
06.09.2010 05:15
ausgefuchst

kritisiert dico so, dass er es nicht vestehen wird.

duke box
06.09.2010 09:04

wahrscheinlich hat er keine angst vorm dico, weil der seine telefonnummer nicht hat.

James Cole
 
06.09.2010 01:51
im pogatetz und im fuchs-interview

ist aber eine zienlich latente kritik herauszuhören!

das gute daran ist: beide wirken nicht aufgebracht oder hilflos, sondern sind sich ihrer rolle bewusst und auch der rolle des vereins und des teams!

soll heißen dass sich dadruch auch im kehrschluß verein und trainerstab ihrer rolle bewusst werden, sonst könnten sie nicht so locker darüber sprechen!

ich bin auf die em-quali gespannt. vielleicht läufts ja besser als wir alle erwarten...

und wenn doch nicht dann seh ich das erste mal eine chance dass bei einer neubesetzung des teamchefs auch wirklich ein langfristiger zielführender plan zu tragen kommt.

die fussballer haben wir langsam, die nachwuchsarbeit funktioniert meist schon ganz gut, jetzt müssen wir nur das beste daraus machen!

tiqui taca
06.09.2010 10:25
ja. nur das problem ist, dass weder fuchs noch pogerl die richtigen sind um das team zu führen

keine frage beide sind gute defensivspieler, aber manchmal sollten sie bei ihren stärken bleiben und nicht mit zuviel selbstvertrauen ran gehen und dann z.b. ala fuchs 11er schiessen wollen. wir brauchen einen führungsspieler, der auch im match die führungsposition übernehmen kann

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