Vize-Präsident Neumann tritt zurück - Laufende Meisterschaft wird sicher fertig gespielt
Wiener Neustadt - Trainer Peter Schöttel ist überrascht, seine Spieler
sind konsterniert. Bundesligist Magna Wr. Neustadt, nach sechs Runden an
siebenter Stelle, steht seit Freitagnacht ohne echte Führung da. Der
geschäftsführende Vizepräsident Ernst Neumann, schon bei der Wiener
Austria Statthalter von Geldgeber Frank Stronach, gab per SMS seinen
Rücktritt bekannt - wegen "Auffassungsunterschieden".
Worüber und mit wem soll zu Wochenbeginn geklärt und von Manager Alex
Gruber sowie dem zweiten Vize Manfred Rottensteiner kommuniziert werden.
Allerdings liegt der Schluss nahe, dass sich das Gerücht, Frank Stronach
könnte den Verein fallenlassen und endgültig aus dem Fußball aussteigen,
bewahrheitet. Der Bau des Stadions in Wr. Neustadt kam über Vorarbeiten
nicht hinaus. Das Land Niederösterreich unterstützt lieber einen Neubau
in St. Pölten und also einen starken Landeshauptstadt-Klub.
Stronach kann mit Saisonende sein im Sommer 2008 mit dem Erwerb der
Lizenz von Zweitliga-Absteiger Schwanenstadt begonnenes Engagement in
Wr. Neustadt beenden. Die laufende Meisterschaft spielen die
Niederösterreicher also in jedem Fall fertig, die Kicker sind zum Teil
mit langfristigen Verträgen ausgestattet. Sie können mit ihren
Leistungen neue Sponsoren locken. Allerdings ist der Spitzenfußball in
Wr. Neustadt nicht unbedingt ein Heuler. Selbst zum Schlager gegen die
Wiener Austria kamen weniger als 6000 Zuseher. Der Besucherschnitt der
Vorsaison, die der starke Aufsteiger als Fünfter abschloss, lag bei
etwas mehr als 3600 Zusehern. (red, DER STANDARD Printausgabe, 6.9.2010)