Nacht-U-Bahn Party

Zug fährt durch

Bianca Blei, 05. September 2010 13:51
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    Foto: derStandard.at/Bianca Blei

    Diese Partygruppe aus Baden-Württemberg ist von der ersten Nacht-U-Bahn-Nacht begeistert: „Das ist ja wie Weihnachten, geil!"

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    Auch diese Mädchen-Clique am Schwedenplatz freut sich über die Neuerungen. Sie fühlen sich einfach sicherer vor „grindigen Typen, die einen anbraten" .

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    Dunja ist mit ihrem Alkomaten im Bermudadreieck unterwegs und bemerkt, dass viel mehr los sei als sonst. Die Nacht-U-Bahn hält sie aber nur für einen Wahlgag der SPÖ.

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    Diesen zwei Schweizern ist die Premiere des Nightride scheißegal. In Dunjas Alkomaten hinterließen sie tiefe Spuren jenseits der 1,3 Promille.

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    Für den Praterdome hat sich diese Gruppe aus Mödling entschieden. Ihnen gefällt an der Nacht-U-Bahn, dass sie nun günstiger und schneller nach Hause kommen.

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    Auch im Kultclub U4 wurde der erste Nightride gebührend zelebriert.

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    Dominik und Michi haben nach dem Besuch des U4 noch nicht genug und nutzen die Nacht-U-Bahn, um noch in anderen Locations zu schauen, was los ist.

Wiens Partyvolk zelebrierte den ersten 24-Stunden-Betrieb der U-Bahn - derStandard.at war dabei und hat sich unter die Feierwilligen gemischt

Das Handy der jungen Frau klingelt. Als sie abhebt, muss sie sich sichtlich bemühen, den Satz fehlerfrei in das Telefon zu sagen: „Ich bin in der U-Bahn" - und ihr Begleiter fügt lautstark hinzu: „Nein, in der Nacht-U-Bahn." Die jungen Leute in der Nähe beginnen zu grölen und zu klatschen.

Am Freitag war es also soweit. Zum ersten Mal blieben die Gatter bei den Wiener U-Bahn-Stationen auch nach 0.30 Uhr geöffnet. Ein historisches Ereignis? Zoomen wir einmal näher heran.

Nur ein kleiner „Zwischenfall" am Karlsplatz erinnert an die frühere Zeitplanung: zu oben genannter Zeit gehen für etwa eine halbe Minute die Lichter aus. Eine Gruppe deutscher Jugendlicher scheint das nicht zu stören: „Weißt du, wie wir zum Schwedenplatz kommen?", fragt Jonas, 20, die wartenden Gäste.

Auch Deutsche feiern „Kabinenparty"

Dass heute zum ersten Mal die U-Bahn die ganze Nacht durchfährt, haben er und seine Freunde nicht gewusst. Der Gratis-Fahrschein sei ihnen einfach in die Hand gedrückt worden. Gratis Eintritte in 36 Lokale? „Das ist ja wie Weihnachten, geil!", ruft der junge Mann aus.

Die Gruppe aus Baden-Württemberg hat gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert und wollte den Abschluss gebührend feiern: „Deshalb sind wir nach Wien gefahren - 13 Stunden mit dem Zug", erzählt der 21-jährige Sebastian und springt in die U-Bahn. Lauthals stimmen sich die Jugendlichen auf die Nacht ein und grölen „Kabinenparty" im Waggon.

Mädchen fühlen sich sicherer

Am Schwedenplatz strömen um eins in der Früh noch immer mehr Nachtschwärmer aus der U-Bahn-Station hinaus als hinein. So auch vier Mädchen auf dem Weg ins „Bermudadreieck", wo sie den Abschied einer Freundin nach Paris feiern wollen. „Die U-Bahn sollte ab jetzt die ganze Woche durchfahren", fordert die 18-jährige Iris und ihre Freundin Alexandra setzt nach: „Die Nachtbusse sind nämlich nicht überallhin gefahren. Jetzt hat man keinen Stress mehr, wenn man nach Hause will." Außerdem würden sie sich jetzt in der U-Bahn auch sicherer vor „grindigen Typen, die einen anbraten" fühlen - immerhin fahren pro Zug mindestens zwei Polizisten mit.

Einmal „blasen" bitte!

Ein paar Meter weiter, mitten im Vergnügungsviertel des ersten Bezirks, geht Biologiestudentin Dunja mit Kapitänsmütze und Alkomaten „bewaffnet" ihre Runden. Jeder, der möchte, darf bei ihr gegen ein kleines Entgelt seinen Alkoholspiegel testen lassen. „Heute ist schon viel mehr los, als die vergangenen Wochenenden - ich glaube, dass das an der Nacht-U-Bahn liegt", erzählt die 22-Jährige. „Ich denke aber, dass das ganze Projekt ein Wahlgag der SPÖ ist, denn auf der einen Seit jammert man über das Budget und auf der anderen Seite investiert man so viel Geld. Die Nachtbusse hätten meiner Meinung nach auch gereicht. Also ich habe persönlich gegen den 24-Stunden-Betrieb gestimmt."

Zwei Schweizern „scheißegal"

Zwei Männern, die gerade bei Dunja in das Gerät „geblasen" haben, ist die Nacht-U-Bahn „ehrlich gesagt scheißegal". Die beiden kommen aus der Schweiz, heißen Rafael und Jens und sind in Wien, um „Party" zu machen. Ihr angezeigter Alkoholspiegel: 1,35 bzw. 1,53 Promille. „Zu Hause, in Einsiedeln bei Zürich, haben wir auch nur die S-Bahn und es funktioniert", erzählt Rafael. „Aber wenn man in Wien auf die U-Bahn angewiesen ist, dann ist das sicher eine gute Sache", legt Jens nach und konzentriert sich dabei, die Balance seines Körpers zu halten.

Erleichterung für Mödlinger

Auch vor dem Tanztempel „Praterdome" steigen Stimmung und Alkoholpegel. Um zwei Uhr in der Früh wartet noch immer eine lange Menschenschlange auf den Einlass. Zwei Fahnen kennzeichnen vor dem Eingang, dass es heute mit dem Nacht-U-Bahn-Ticket gratis Eintritt gibt. Davon macht auch eine Partytruppe aus dem Bezirk Mödling Gebrauch: „Jetzt können wir endlich länger fortgehen, weil die U-Bahn auch ständig in die Randbezirke fährt und von dort kann man sich dann ein Taxi nehmen", erzählt die 20-jährige Monika. „Ja das stimmt, weil die Nachtbusse sind immer irgendwo herumgegurkt", weiß ihr Freund Peter. Prinzipiell würden sie gerne in der Nacht fahren, weil da „immer die ärgsten Leute unterwegs sind".

Stimmung vor dem U4

Ein Blick auf die Uhr verrät: drei Uhr in der Früh und die ersten Gäste verlassen die Kultdiskothek U4. Für Dominik und seinen Freund Michi ist die Partynacht aber noch lange nicht vorbei: „Jetzt fahren wir mal weiter, schauen noch, was sich ergibt. Jetzt mit der Nacht-U-Bahn ist das ja kein Problem mehr." Dominik, der in Hütteldorf zu Hause ist, braucht „jetzt nicht mehr ewig", dass er „heim kommt".

Außerdem würde er lieber mit der U-Bahn fahren, weil er dann immer hoffe, dass Raimund Korner, Wiens legendärer U-Bahn-Fahrer, vorne im Zug sitzt: „Der hat immer so leiwande Durchsagen und es ist einfach genial mit dem zu fahren."

Aus Gewohnheit nach Taxi gepfiffen

Neben den beiden Burschen bewegt sich eine weitere Partygruppe aus dem Lokal, die sich „aber jetzt auf den Heimweg machen". Alle sind sie von dem 24-Stunden-Betrieb begeistert und der 26-jährige Peter meint sogar, dass das Projekt „überfällig" war: „Wenn man bedenkt, wie viel die Befragung der Wiener zur U-Bahn gekostet hat, da hätte man schon dreimal das gesamte Projekt finanzieren können", sagt er und pfeift nach einem Taxi, als ihm die 22-jährige Caro dazwischen springt: „Bist du deppert? Heut´ fahren wir doch mit der Nach-U-Bahn!" (Bianca Blei, derStandard.at, 5.9.2010)

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emil sacklinger7
14.09.2010 11:29
Dominik und Michi

Und wegen denen wurde um viel Geld der 24-Stundenbetrieb der U-Bahn eingeführt ?

Die kommen ohnehin erst am Vormittag nach Hause

Hosh Bert
09.09.2010 16:19
Dominik und Michi..

....schauen ja mal so richtig intelligent aus! ^^

Emil Sacklinger
 
13.09.2010 10:43

... die dürften schon einiges intus haben ...

Chocoholic
09.09.2010 12:26
"Wie Weihnachten" ... ja eh. Wir habenS ja!

Rosa Stahl
08.09.2010 01:39

wofür so alles Geld da ist.....

unterwegs in Österreich
07.09.2010 00:24
Ich hab mir jetzt eine von mir immer wieder benutzte Strecke angeschaut

Maurer Hauptplatz (Heurigenbesuche mit Freunden) in den 19. Bezirk:

Wochentags: N60 - N38
Fahrzeit 1:15

Wochenende: 30 Minuten vor Abfahrt Anrufsammeltaxi bestellen
AST - N66 - U6 - N38
Fahrzeit: 1 Stunde, mit Vorbereitungszeit: 1:30

Unter der Woche habe ich 15 Minuten Umsteigezeit, d.h. der Anschluss klappt.
Umsteigezeiten am Wochenende:
AST - N66 (Liesing) 2 Minuten
N66 - U6: (Alterlaa) 3 Minuten
U6 - N38: 8 Minuten (das ist wahrscheinlich der einzige Anschluss, der hält, d.h. in Liesing verliere ich schon eine halbe Stunde, in Alterlaa noch einmal 15 Minuten und weil der N38 nur alle 30 Minuten fährt, verliere ich insgesamt 1 Stunde.

Modjo
12.09.2010 18:04
Bin gestern vom Rathaus zum Maurer Hauptplatz gefahren,

inklusive 2x statt 0x umsteigen.

Die U2 war in 1 Minute da, beim Karlsplatz 7 Minuten Wartezeit auf die U4.

und jetzt kommts:
in Hietzing 27 Minuten (!!!!) Wartezeit auf den N60, weil der Bus 3 min. vor Ankunft der U-Bahn die Station verlassen hat. Ob in diesem Fall die U-Bahn verspätet war oder ob das planmäßig war, war leider nicht zu eruieren, da bei der U-Bahn weder Fahrpläne aushängen, noch die üblichen Countdownanzeigen in Betrieb sind.

Fahrzeit vom Rathaus nach Mauer war jedenfalls mehr als 1 Stunde, früher mit dem N60 ging das in 45 Minuten.

Mangels Fahrplanaushang bei der U-Bahn, ist es auch nicht möglich, die Fahrt genau zu timen, dass man den Bus sicher erreicht.

Fazit: Nacht-U-Bahn Nicht Genügend!

BraS
13.09.2010 13:09
Fahrplanaushänge

hm, in allen mir bekannten Stationen hängen sehr wohl die neuen Fahrpläne inklusive der Fahrzeiten der Nacht-U-Bahn. Dass das ausgerechnet in Hietzing anders wäre, würde mich wundern.

Modjo
14.09.2010 00:38
Wo hängen die?

Hab interessehalber in mehreren Stationen geschaut! In den Glaskästen am Bahnsteig hängen nur Fahrpläne, die gegen 0:30 enden. Und zwar nicht in Pimperlstationen, sondern z.B. in U4 Karlsplatz, U1 Reumannplatz und U6 Philadelphiabrücke.

BraS
14.09.2010 13:17
das Geheimnis liegt im genauen Lesen:

die Fahrpläne enden zwar um ca. 0:30, fangen aber auch um ca. 0:30 an.
die Fahrten der Nacht-U-Bahn sind, so wie es ja eigentlich auch chronologisch richtig ist, VOR dem normalen Fahrplan zu finden, in den Zeilen 1,2,3,4 h.

Die Angabe der Zeile mit 0 h ist zugegebenermaßn nicht gerade glücklich gewählt für die Übersichtlichkeit.

Modjo
14.09.2010 16:06
Und warum gehen in der Nacht die Countdownanzeigen bei der U-Bahn nicht?

Grad bei den dünneren Intervallen, wären diese von großem Nutzen.

In Hietzing hat meine U-Bahn jedenfalls den Anschlussbus um ca. 3 Minuten verpasst, sie dürfte verspätet gewesen sein. Soetwas sollte eigentlich nicht sein, bei Verspätung hat der N60-Anschlussbus, der ohnehin ein Witz ist, weil er im Gegensatz zur U4 nur alle 30 min. fährt, gefälligst die 3 Minuten länger zu warten, in Mauer hat er sowieso wieder genug Stehzeit um Verspätungen aufzuholen.

Früher hat das Abwarten von Anschlüssen dank RBL meist funktioniert, es war ein jahrelang eingespieltes System. Zwischen U-Bahn und Bus funktioniert es aber nicht, weil die U-Bahn bekanntlich ein anderes System ist, und nicht mit dem RBL im Bus "komunizieren" kann.

BraS
16.09.2010 10:51

das wissen nur die Götter der Erdberger Tintenburg.

Genauso, wie nur diese wissen, warum in Wien Anschlüsse nie abgewartet werden, und die ÖV-Verkehrsmittel in den Schwachlastzeiten oftmals früher dran sind, als sie laut Fahrplan sein sollten.

ama2deus
 
14.09.2010 12:58
U4 karlsplatz

der erste schaukasten, wenn man von der hauptpassage zu den linien U1 und U2 kommt.

am karlsplatz hängt, wie in vielen anderen stationen, sogar ein stadtplan, in dem die ganzen nightlines eingezeichnet sind.

in sehr vielen u-bahnen hängt auf der glasscheibe neben der tür auch ein netzplan, der dem früheren "schnellverbindungsplan" ähnelt, der dort früher bei sehr vielen zügen geklebt ist.
vielleicht haben sie die pläne deshalb übersehen...

außerdem wurden in allen ubahnstationen die fahrpläne neu angebracht, da die fahrzüge ja länger fahren als bisher.

Modjo
14.09.2010 16:18
Scheinbar hab ich mich wirklich verschaut!

Hab immer unten im Plan nach den Zeiten gesucht und gesehen, dass die Fahrpläne nach 0 Uhr enden, wie früher.

Üblicherweise wäre ein Blick in den Fahrplan eh nicht wichtig, wären die Countdownanzeigen in den Stationen aktiviert.

ama2deus
 
22.09.2010 02:52

sie enden nach 0 uhr, montag bis donnerstags. es gibt ja nur an bestimmten tagen durchgehenden verkehr ;)

Modjo
22.09.2010 14:33
Die Pläne enden auch am Wochenende immer nach 0 Uhr!

Die Nachtzeiten sind am Beginn des darauffolgenden Tages (also Samstag, Sonntag) ausgewiesen. Es gibt also im Wochenendplan zwei getrennte 0 Uhr. Am Anfang ist das leicht verwirrend, wenn es auch bei genauerer Betrachtung logisch ist.

Hier ein Beispiel:
http://www.wienerlinien.at/media/dow... _22651.pdf

Nachtsonne
08.09.2010 03:16
1:11

maurer hauptpl. n60 hietzing u4 längenfeldg u6 nussdorfer str n38 grinzing

entweder in hietzing oder bei der nussdorfer str 15 minuten wartezeit ist dabei. bisher war bei der oper.

ama2deus
 
09.09.2010 21:42

die wahrscheinlichkeit, dass es länger dauert, ist aber bei variante zwei wesentlich höher.

statt, wie bisher 1x, steigt man nun 3x (!) um! wenn man, nur bei einem umsteigen das verkehrsmittel nicht rechtzeitig erreicht dauert die fahrt schon 15 minuten länger. diese verzögerung kann - und wird - aber dazu führen, dass man beim zweiten umsteigen wieder ein verkehrsmittel nicht rechtzeitig erwischt.

Ignaz gartengschirrl
06.09.2010 18:51

werden die 2 polizisten pro ubahn nach der wahl eigentlich beibehalten?

kleinerpinguin
08.09.2010 16:11

Das ist eine rhetorische Frage, oder?

Mario Semo
 
06.09.2010 19:54
nach der Wahl ist wohl alles anders...

Wird die Nacht UBahn nach der Wahl beibehalten?
Wird der Gratis Kindergarten nach der Wahl beibehalten?

Christ Kind
06.09.2010 17:21
Nacht-Ubahn, geh bitte,

Nackt-Ubahn, des waer was.

DschiEm
08.09.2010 17:20

und die Jazz Gitti eröffnet !!!

graviton
06.09.2010 17:45

Mit Dominik und Michi?! Nein danke.

ziegenhals
 
06.09.2010 16:05

nacht-u ist hinausgeschmissenes geld, die busse sind eh super vernetzt und kosten weit billiger. viel vernünftiger wäre um das geld der nacht-u im sommer badewascheln oder rettungsschwimmer auf der donauinsel einzusetzen, die ein aug auf die leute werfen, bei all den unfällen un ertrunkenen, die heuer wieder passiert sind.

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