Drucker-Toner: 200 Millionen-Euro-Markt in Österreich

05. September 2010 10:07

Markenhersteller klagen über illegale "Billig-Kopien"

Das "papierlose Büro" bleibt weiter eine Chimäre. Der Markt für Tonerkartuschen in Österreich ist alleine 200 Mio. Euro schwer, rechnet der Tonerkartuschen-Recycler Embatex vor. Von den 200 Mio. entfallen zehn Prozent auf wiederbefüllte Kartuschen.

Refill und Rebuild

Unterschieden wird hier zwischen "Refill" und "Rebuild". Im ersten Fall wird in eine leere Original-Kartusche ein Loch gebohrt und der Toner nachgefüllt. Bei Rebuild-Recycling werden die gebrauchten Original-Tonerkartuschen zerlegt, gereinigt, Verschleißteile erneuert und mit Toner wiederbefüllt, quasi werkserneuert. Diese Form von Recycling wird von den Original-Herstellern insofern akzeptiert, als sie deren gesetzeswidrige Monopolstellung verhindert.

Allerdings gäbe es auch eine erhebliche Konkurrenz durch illegale Produkt-Nachbauten. Diese Kartuschen würden dem österreichischen Kunden entweder als Recycling- oder als Original-Kartusche untergeschoben, warnt Embatex-CEO Christian Wernhart.

Täuschend echte Fälschungen

Die Fälschungen seien dabei täuschend echt, der Konsument bzw. Einkäufer könne den Unterschied jedoch an zwei Merkmalen erkennen. Sowohl wiederbefüllte als auch werkserneuerte Kartuschen seien frühestens rund ein Jahr nach Markteinführung des dazugehörigen Druckers und in relativ geringen Quantitäten im Handel erhältlich, da die leeren Original-Kartuschen erst gesammelt und verarbeitet werden müssten.

Das zweite Erkennungszeichen sei der Preis: Recycling-Kartuschen sind zwar grundsätzlich um 30 bis 50 Prozent billiger als Original-Produkte, der Preis könne jedoch aufgrund der Kosten für das Leergut, welches der Recycler kaufen muss, unter Miteinbeziehung der Handelsspanne kaum unter 25 Euro liegen. Nachbauer können diesen Preis unterbieten, da sie kein Leergut einkaufen, sondern neu bauen und sich zusätzlich Lohnstückkosten von 40 bis 70 Prozent durch Wegfall der Prüfung, Zerlegung und Reinigung sparen. (APA)

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14 Postings
mainto
07.09.2010 10:33
Alternative zum Original...

ist ja nichts schlimmes..
im Beitrag gehts ja darum, das der Chinese "Nachbaut" und kein Recycleprodukt herstellt. Nachbauen ist illegal. Eine Originalkartusche recyclen, nicht.
Nachbau ist immer billiger weil der Chinese ja kein Leergut einkaufen muss, sondern das Produkt neu herstellt. Das macht den heimischen Markt der gesunden Alternative zum Original kaputt...

Grünwähler
07.09.2010 09:22
Wären die Preise für Originaltoner halbwegs angemessen

würden wohl wesentlich weniger Leute auf Nachbauten ausweichen.

Wenn ich aber für eine halbvolle Originalkartusche das dreifache zahle wie für eine randvolle eines anderen Anbieters, dann überlege ich mir das ganze sehr gut.

DieWahrheitistdenMenschenzumutbar
06.09.2010 00:14
Tonerdilemma bei HP

Mein HP 1312er verbraucht beim Reinigen und Kalibrieren Toner, und das nicht nur nachgemachten- sowas muss man sich erst mal einfallen lassen - tolles Geschäftsmodell!
Zu den Rebuilt Tonern muss ich sagen dass ich sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe, tw. wurden die Teile mit Tixo repariert und waren sehr mitgenommen, Toner trat aus und die Druckqualität war indiskutabel, Fotos wegen der Probleme gar nicht anzusehen.
Es wäre sinnvoll den Chip nicht auszubauen, sondern einen Zähler zu haben, der anzeigt wie oft die Kartusche bereits benutzt wurde. Vielleicht lassen sich die OEMs was einfallen, vielleicht eingegossene RFID Chips.

repent
 
05.09.2010 19:50
Auch Tinte kann billig sein

Ich hatte vorher einen HP* Tintenpisser in dessen Patronen HP* höchstens reingespuckt hat. ab 25€ für eine Patrone mit der ich einige wenige Ausdrucke gemacht habe. Der Großteil ging wohl beim reinigen verloren. Der Rekord war vier (!) A4 Farbseiten auf Fotopapier mit einer Patrone!

Da mich Tintenstrahl in der Preisklasse qualitativ einfach mehr überzeugt hab ich mir einen besseren Lexmark gekauft. 1 Cent pro S/W-Seite und der druckt und druckt und druckt. Eine Patrone kostet 4€

Farbe ist leider mit ca. 50 Cent sehr teuer aber dafür auch qualitativ sehr gut.

* Ich denke aber, dass die besseren HP-Drucker auch mehr Ausdauer haben.

Kurt Erle1
 
26.09.2010 22:04
Qualität von Nachfüllungen

Ich teile die Meinung der meisten User, aber man kann hier auch auf Qualität achten. Ich bin Händler für Recycling-Toner und -Tinten. Ein ordentlicher Händler gibt 24 Monate Gewährleistung und wenns Probleme gibt kostenlosen Austausch, ebenso einen Einblick in seine Produktion. Die Füllung muss zu 100% dem Original entsprechen (oder mehr bei einigen Cartridges), weiters prüft der Recycler jede fertige Patrone auf deren Funktionalität, es werden defekte Teile der Cartridges ausgetauscht. Ersparnis gegenüber den Originales 50% und mehr. Schade dass die Erzeuger von Originalen Milliarden Euros aufwenden um für jeden Drucker der neu auf den Markt eine neue Patrone zu schaffen, die sofort wieder als Recycling-Produkt auf den Markt kommt, aber de

sirnicha
05.09.2010 18:12
wenn ein neuer drucker

weniger kostet als eine óriginale gesamtnachfüllung, dann ist da etwas nicht in ordnung. ich sehe da ein kartell, das noch nicht einmal angemahnt wurde.

sie kaufen ein neues auto, der tank wird üblicherweise vom verkäufer gefüllt und bei der ersten nachfüllung zahlen sie den autopreis...

mainto
05.09.2010 15:40
arg..

normalerweise sollten wir Österreicher ein österreichisches Produkt kaufen. Ein Recycleprodukt ist gut für die Umwelt bei günstigeren Preis als das Original und legal.
Der Originalhersteller sieht den Recycler nicht als Konkurrent sondern den Chinesen. Bringt ein Originalhersteller ein neues Produkt am Markt dauert es mal ein Jahr bis es vernünftig Leergut im Umlauf ist. Dann kann erst der Recycler ein Produkt am Markt bringen. Der Chinese baut gleich von Anfang an nach und hat sofort alles verfügbar. Das tut dem Originalhersteller sehr weh..
ich persönlich kaufe Recyclekartuschen wenn möglich... Qualität stimmt, Preis ist günstiger als Original und die Heimatwirtschaft wird gestützt...

broncoo
05.09.2010 10:13
die Lösung wär einfach: Faire Preise für Nachfüllkartuschen, ...

... und schon wär das "Problem" erheblich kleiner - od. ganz verschwunden.

Wenn sich der Nachbau nicht mehr rechnet, verschwindet er von selbst.

Beispiel HP1015: Original-Kartusche EUR 65,- beim Blödmarkt, im Internet um EUR 15,- und die druckt mind. genauso gut, wie die Originale ...

mainto
05.09.2010 15:33
so läuft das nicht...

der Chinese stellt das Produkt komplett neu her und verletzt somit jegliche Patente vom Originalhersteller. Das wiederum bedeutet das sich die Händler die Billigtoner verkaufen sich strafbar machen, da dies Plagiate sind. Sollte die Händler einmal abgemahnt werden vom Originalhersteller, dann wird er kräftig zur Kasse gebeten und ist weg vom Fenster.

Es gibt jedoch Recycler welche das Leergut vom Originalhersteller verwenden und Innteneile erneuern und mit Toner befüllen. Das ist legal nur der Arbeits und Materialaufwand ist grösser beim Recycler als der Chinese hat. deswegen auch teurer als der chinese aber legal und viel günstiger als das Original

broncoo
05.09.2010 19:05

ja, das hab ich eh kapiert - was ändert das daran, daß halbwegs realistische Originalkartuschen das "Problem" verringern bzw. beseitigen würden?

Al Borland
05.09.2010 15:46

Der Entwicklungsaufwand für eine Tonerkartusche ist ja auch wirklich beträchtlich...

Pingu407
05.09.2010 11:28

Klar, Tintenstrahldrucker kosten in der Herstellung wirklich nur 30 Euro.

Bedank dich bei der "Geiz ist Geil"-Meute, dass Druckertinte Tausende Euro pro Liter "kostet".

Al Borland
05.09.2010 15:30

Wie sich dieses Modell lohnt wundert mich sowieso schon lange. Der durchschnittliche Privatnutzer aus der Geiz ist geil-Meute kauft sich doch nur alle paar Jahre neue Druckertinte.

broncoo
05.09.2010 11:32

dieses hirnrissige Geschäftsmodell hat den ganzen Druckerherstellern aber keiner aufgezwungen oder?

Alles hat Vor- und Nachteile ...

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