Autonomiebehörde: "Ahmadinejad fälscht Wahlen und hat nicht das Recht, über Palästina zu reden"
Ramallah - Die palästinensische Autonomiebehörde hat die Kritik von
Irans Staatschef Mahmoud Ahmadinejad an der Wiederaufnahme direkter
Friedensgespräche mit Israel scharf zurückgewiesen. Ahmadinejad, "der nicht das
iranische Volk vertritt, der Wahlen gefälscht und die Macht durch Betrug
übernommen hat, hat nicht das Recht, über Palästina, seinen Präsidenten oder
seine Vertreter zu reden", schrieb der Sprecher der palästinensischen
Autonomiebehörde in Ramallah, Nabil Abu Rudeina, nach Angaben der amtlichen
palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA am Samstag in einer Erklärung. Damit
bezog er sich auf Ahmadinejads umstrittene Wiederwahl vor gut einem Jahr.
Die von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) angeführte
Autonomiebehörde vertrete "unsere nationalen Rechte und Interessen", hob Rudeina
hervor. Sie werde es niemandem erlauben, "uns zu bedrohen oder die Legitimität
der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) in Frage zu stellen".
Ahmadinejad: Friedensverhandlungen sind
"Totgeburt"
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und der im Westjordanland
regierende Palästinenserpräsident Abbas hatten am Donnerstag die ersten direkten
Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern seit fast zwei Jahren
geführt. Ahmadinejad bezeichnete die Friedensverhandlungen am Freitag als
"Totgeburt". Zugleich sprach er Abbas das Recht ab, für die Palästinenser zu
sprechen. "Wer hat ihnen das Recht gegeben, ein Stück des palästinensischen
Landes zu verkaufen", sagte der iranische Präsident über die palästinensische
Verhandlungsdelegation.
Der Iran unterstützt die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas
in ihrem Widerstand gegen die Nahost-Friedensgespräche. Im Vorfeld der direkten
Friedensverhandlungen hatte der bewaffnete Arm der Hamas, die
Ezzedin-al-Kassam-Brigaden, nach eigenem Bekunden zwei Anschläge im
Westjordanland verübt, bei denen vier jüdische Siedler getötet und zwei weitere
Israelis verletzt worden. (APA)