Kinder & Gesundheit

Mysteriöses Sterben im Schlaf

Maria Kapeller, 07. September 2010 16:48
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    Wolfgang Sperl ist Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am Universitätsklinikum in Salzburg. Er beschäftigt sich seit zwei Jahrzehnten mit dem Thema plötzlicher Säuglingstod.

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    Der plötzliche Kindstod tritt in den meisten Fällen im Schlaf ein.

Der plötzliche Säuglingstod ist nach wie vor ein ungeklärtes Phänomen - Möglichkeiten Risikofaktoren zu minimieren gibt es

Rund 40 Mal pro Jahr endet in Österreich der morgendliche Gang der Eltern ins Baby-Schlafzimmer mit blankem Entsetzen: Das Kind liegt tot im Gitterbett. Der plötzliche Säuglingstod oder "Sudden Infant Death Syndrome" (SIDS) zählt zu den häufigsten Todesursachen im ersten Lebensjahr eines Kindes und tritt so gut wie immer während des Schlafens ein.

Mehrere mögliche Ursachen

Die Ursache dafür ist nach wie vor ungeklärt, der Säugling scheint bis dahin gesund zu sein, stirbt unerwartet, auch die Obduktion bringt keine Erklärung. "Das ist nach wie vor das große Geheimnis, daher hat der plötzliche Säuglingstod über die Jahrhunderte ein mysteriöses Erscheinungsbild", weiß Wolfgang Sperl, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am Universitätsklinikum in Salzburg. In den vergangenen Jahrhunderten seien Eltern immer wieder beschuldigt worden, ihr Kind erdrückt oder erstickt zu haben, weil die Babys oft im Elternbett lagen. "Jetzt weiß man aber, dass Krankheiten polyätiologisch vorkommen können, dass heißt, es gibt mehrere mögliche Ursachen", sagt Sperl.

Dreifaches Risiko-Modell

Heute geht man von einem dreifachen Risiko-Modell als Erklärung für den plötzlichen Säuglingstod aus. "Dieses Modell macht das Phänomen verständlicher und hebt das Phänomen aus der mysteriösen Ebene heraus", so der Experte. Erstens ist nicht jedes Kind gefährdet, sondern es bedarf einer gewissen genetischen Prädisposition, einer Anfälligkeit. Frühgeborene haben ein leicht erhöhtes Risiko, außerdem Kinder die sehr heftig im Schlaf schwitzen, in der Nacht besonders schrill und anhaltend schreien, auffallend tief schlafen oder Unsicherheiten beim Schlucken, Trinken oder Atmen haben.

In Salzburg hat man die Forschung darauf konzentriert herauszufinden, in welchem Stoffwechselbereich ein Kind prädisponiert sein könnte. "Wir schauen auf Andersartigkeiten im Gen, die zwar ein normales Leben ermöglichen, bei Belastungssituationen aber unter Umständen eine Schwäche im Energiesystem hervorrufen können", erklärt Sperl. Man gehe davon aus, dass es beim plötzlichen Säuglingstod zu einem Erschöpfungszustand kommt, weil sehr viel Energie gebraucht wird.

Kritisches Lebensalter

Der zweite Faktor des Risiko-Modells ist ein vulnerables und kritisches Lebensalter. "Gerade im ersten Lebensjahr, besonders zwischen dem zweiten und vierten Monat, passieren bei gesunden Kinder sehr viele Umstellungsprozesse im Verborgenen", so Sperl. Der rote Blutfarbstoff stellt sich von einen hohen auf einen niedrigeren Wert um, die Motorik, das immunologische System und die Gehirnentwicklung verändern sich. "In dieser Phase braucht das Kind sehr viel Energie. Es ist, als marschiere man auf einem zugefrorenen Teich. Wenn man auf einer Stelle mit dünner Eisdecke marschiert, ist das vergleichbar mit der kritischen Lebenszeit, dann ist die Gefahr deutlich erhöht", weiß Sperl.

Risikofaktoren Rauchen und Drogen

Wenn drittens, so das Risiko-Modell, auch noch Belastungsfaktoren oder Auslöser hinzukommen, kann das zum unvorhergesehenen Tod führen. Ein hohes Risiko geht ein, wer während der Schwangerschaft oder in der Umgebung des Neugeborenen raucht oder Drogen nimmt. Die Bauchlage des Babys während des Schlafens wurde in den vergangenen 20 Jahren als der massivste Belastungsfaktor evaluiert. "Warum das so ist, ist noch nicht ganz geklärt, es könnte mit der verminderten Wärmeabgabe oder dem Energiehaushalt des Kindes zu tun haben", so Sperl. Er warnt aber vor Hysterie: Babys können durchaus am Bauch liegen, vor allem nach der Geburt oder tagsüber. Zur Lieblingsschlafposition sollte die Bauchlage allerdings nicht werden, Ärzte raten heute zur Rückenlage als ideale Schlaflage.

Warum der Säuglingstod gerade während des Schlafphase eintritt, ist nach wie vor ungeklärt. "Das hat wahrscheinlich mit der Umstellung vom vegetativen Nervensystem zu tun", vermutet der Salzburger Kinderarzt. Es wird empfohlen, das Kind im elterlichen Schlafzimmer schlafen zu lassen, auch Babyschlafsäcke und Schnuller sollen protektiv wirken, dazu gibt es aber unterschiedliche Aussagen. Fest steht, dass kein oder kein hoher Kopfpolster verwendet werden soll, weil das Kind sonst darin "versinken" und die Mundöffnung verlegen könne.

Zimmertemperatur beim Schlafen

Auch Überwärmung oder Unterkühlung können Auslöser sein, beim Schlafen sollte es im Zimmer zwischen 18 und 20 Grad Celsius haben. Hat das Kind Fieber oder Schnupfen, braucht es nur eine leichte Bekleidung und keine zu warme Decke. "In so einer Situation sollte man während der kritischen Zeit sorgfältiger darauf achten, eher zum Arzt gehen", empfiehlt der Arzt. "Wenn man diese Zusammenhänge versteht, kann man auch zum Schutz beitragen."

Todesfälle wurden verringert

In Österreich versucht man seit den 90er Jahren, die plötzlichen Todesfälle durch gezielte Aufklärung zu reduzieren - mit Erfolg: "Die Häufigkeit wurde von einem Promille auf 0,2 bis 0,4 Promille gesenkt, und zwar ohne Medikamente, sondern nur durch Information", so Sperl. Es gehe darum, sein Kind zu verstehen, dessen Schwächen zu kennen, es zu schützen und schonend durch die kritische Zeit "durchzutragen". Dabei spiele auch die psychosoziale Geborgenheit des Babys eine Rolle: Stress vermeiden, Dampf herausnehmen und entschleunigen könne helfen. Auch eine gute Interaktion zwischen Mutter und Kind und das Stillen fördern die psychosoziale Nähe.

Man kann den plötzlichen Kindstod also nicht vermeiden, es gibt aber Möglichkeiten, bereits erforschte Risiken zu minimieren. Eltern, die trotz aller Bemühungen vom Schicksal getroffen werden, dürfen keine Schuldzuweisungen bekommen. "In so einem Fall ist es wichtig, rasch darüber zu informieren, dass das Ereignis nicht vorhersehbar und nicht vermeidbar war", sagt Sperl. Gute Beratung helfe auch, sich vom Kind zu verabschieden, loszulassen und ein Folgekind nicht als Ersatzkind zu betrachten. (derStandard.at, 07.09.2010)

Kommentar posten
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Aracni Santini
14.09.2010 19:12
Manche Säuglingsbettchen sind rundum geschlossen

Man könnte sich also vorstellen, dass da ohne Ventilator keine frische Luft rein kommt. Ist die Nase unten, könnte sich durch das Ausatmen Kohlendioxid ein See bilden. Die Nase ist in der Bauchlage weiter unten, also eher in einem eventuellen See. Wie haben die Bettchen dieser Kinder ausgesehen? Gibt es Schadstoffe? Kunststoffe, die abgeben? etc...

wolfgang maurer
10.09.2010 12:56

Passiv rauchen ist eine von mehreren Ursachen an SIDS zu sterben- sagt das CDC

Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR)

Vital Signs: Nonsmokers' Exposure to Secondhand Smoke --- United States, 1999--2008
Weekly
September 10, 2010 / 59(35);1141-1146
Background: Secondhand exposure to tobacco smoke causes heart disease and lung cancer in nonsmoking adults and sudden infant death syndrome, acute respiratory infections, middle ear disease, exacerbated asthma, respiratory symptoms, and decreased lung function in children.

DagmarRehak
 
10.09.2010 14:15

Sterben die Kinder jetzt an Lungenkrebs oder Herzinfarkt? Das müsste man doch wirklich feststellen können, oder?

KimPossible
06.10.2010 18:07

habe jetzt schon mehrere ihrer beiträge gelesen und frage mich ernsthaft warum ausgerechnet SIE sich immer wieder zu medizinischen themen äußern. sie haben offensichtlich nicht die geringste medizinische (aus)bildung und beziehen ihr wissen anscheinend aus dubiosen esoterik-foren. posten sie ihre absurden theorien und ansichten doch in zukunft bitte dort! danke!

schlechter Gutmensch
22.09.2010 09:11
SIDS und Passivrauchen

SIDS dürfte eng mit dem Serotoninspiegel zusammenhängen (und Nikotinkonsum beeinflußt diesen sehr stark).

Quellen (für ersteres) z.B.:
http://www.sciencedaily.com/releases/... 171811.htm
oder
http://www.aerzteblatt.de/nachricht... rsache.htm

wolfgang maurer
10.09.2010 15:22

wie sollen denn 3-4 Mo alte Kinder an Lungenkrebs versterben oder Herzinfarkt- das wäre dann ja auch eine bekannte Todesursache. Der Mechanismus ist noch nicht geklärt, vermuten kann man Sauerstoff- Sättigungsabfall , dann hören sie auf zu atmen. Ganz einfach

DagmarRehak
 
12.09.2010 13:13
Hallooo! Herr Dr. Maurer!!!!!!!!!!!!

Wie ist das jetzt mit dem Sauerstoff? Was hat man da bei den SIDS-Kindern gemessen? Hat man tatsächlich eine Art kampfloses Ersticken festgestellt? Sind die Babys, die an SIDS sterben, blau? Wenn ja, warum behaupten dann alle, dass man keine Todesursache feststellen kann? Und wie unterscheidet man das kampflose Ersticken von vorsätzlichem Ersticken?
Und was konkret ist der Zusammenhang zwischen Rauchen und SIDS?
U.A.w.g.

wolfgang maurer
13.09.2010 09:28

Dagmar Rehak schreibt "Und was konkret ist der Zusammenhang zwischen Rauchen und SIDS?
U.A.w.g."

Ist denn das so schwer zu kapieren? Passiv Rauch kann Säuglinge so weit schädigen, dass sie an SIDS sterben. Dieser Zusammenhang ist so eng, dass das CDC diesen als ursächlich bezeichnet.- was Austria Tabak dazu sagt ist mir allerdings nicht bekannt. Pathophysiologisch findet man offenbar nichts.
Und Sauerstoffsättigung im Blut eines an SIDS verstorbenen Kindes zu messen- wie soll denn das gehen? Bitte etwas mitdenken.

DagmarRehak
 
13.09.2010 10:59
Schwer zu kapieren ist, dass das Kind tot ist, obwohl es keine durch den Rauch verursachte Schädigung hat, die so schwer ist, dass man daran sterben kann, und auch schon vorher keine schwere gesundheitliche Beeinträchtigung hatte, zumindest nicht vom

Rauch allein. Wenn man nichts findet, dann ist da wohl nichts.

Weiters kann man feststellen, ob jemand erstickt ist. Die Anzeichen sind sicher unabhängig davon, ob es ein kampfloses Ersticken war, wie Sie hier http://derstandard.at/plink/128... 6/18085919 behaupten, oder ein vorsätzliches Ersticken durch Fremdeinwirkung. Die Haut ist graublau, das Blut sauer und flüssig, die blutigen Einsprenkelungen hat ein kampflos ersticktes Kind (das es Ihrer Meinung nach gibt, meiner Meinung nach nicht) wahrscheinlich nicht, den erhöhten Blutzucker wahrscheinlich auch nicht, aber ein Tod durch Sauerstoffmangel lässt sich auf jeden Fall irgendwie feststellen. Oder werden denn die Kinder überhaupt nicht untersucht?

Ein Mensch hört nicht einfach so zu leben auf. Vielleicht gibt es ein im Menschen innewohnendes Tabu, den Tod eines Babys genauer zu untersuchen. Vielleicht ist das eine Art angeborener Kindstötungsduldungsreflex. Das finde ich aber nicht in Ordnung. Ich wäre sehr dafür, dass man da einmal ein bisschen forscht. Ich habe nicht den Eindruck, dass das bis jetzt passiert ist.
Gerade Sie als Kinderarzt sollten sich nicht mit "hört einfach zu atmen auf" und "Passivrauch allein kann tödlich sein" zufrieden geben. Das ist unwissenschaftlich. Da gibt es noch eine Menge ungeklärte Fragen, zB warum sich das Risiko vervielfacht, wenn das Kind nach längerer Zeit am Rücken einmal wieder am Bauch schläft.

wolfgang maurer
13.09.2010 11:20

Dagmar Rehak
schreibt
"Ein Mensch hört nicht einfach so zu leben auf. Vielleicht gibt es ein im Menschen innewohnendes Tabu, den Tod eines Babys genauer zu untersuchen. Vielleicht ist das eine Art angeborener Kindstötungsduldungsreflex. Das finde ich aber nicht in Ordnung. Ich wäre sehr dafür, dass man da einmal ein bisschen forscht. Ich habe nicht den Eindruck, dass das bis jetzt passiert ist. "

Es gibt internationale Obduktionsprotokolle, es sollte maximal untersucht werden. Und die Forschung an SIDS ist durchaus intensiv. Sonst hätte man ja nicht diverse Risikofaktoren wie Passivrauchen, Bauchlage, Nicht-impfen bereits identifiziert und damit einen erheblichen Rückgang der SIDS Fälle erzielt.

DagmarRehak
 
13.09.2010 11:35
Ich wiederhole: Ein Mensch hört nicht einfach so zu leben auf.

Und ich finde auch, dass die herausgefundenen Risikofaktoren nicht grad viel sind, im Vergleich zu dem, wie wichtig man sich damit macht. Es fehlt nach wie vor eine eindeutige Todesursache. Nicht einmal ansatzweise hat man was. Nein, die Atmung ist es nicht. Das war das allererste, was man herausgefunden hat.
Bis jetzt verhindert man Tiefschlaf, weil man festgestellt hat, dass SIDS im Tiefschlaf passiert. Das halte ich aber für äußerst ungesund. Man kann zuverlässig alle SIDS-Fälle verhindern, ohne den armen Babys den für die Gehirnentwicklung notwendigen Tiefschlaf wegzunehmen.

wolfgang maurer
13.09.2010 11:54

Nein durch Vermeidung/Reduktion von Risikoverhalten ist die Zahl der SIDS Toten von ca 140-150 in den späten 80ern auf unter 30 gesunken.

Und wenn man eine eindeutige Todesursache finden würde wärs ja nicht SIDS.

Wenn man SIDS zuverlässig verhindern könnte, dann brächte es ja den Standard Artikel in dieser Form nicht.

DagmarRehak
 
13.09.2010 12:26

Das mit den gesunkenen Zahlen glaube ich nicht, sondern dass es immer noch eine Zufallsdiagnose ist. Ich halte es zB für durchaus möglich, dass ein Kind, das am Rücken liegend gestorben ist, nicht als SIDS-Fall angesehen wird, weil es ja am Rücken liegt, also kann es kein SIDS sein. Und ebenso halte ich für möglich, dass das Kind gar nicht genauer untersucht wird, wenn die Mutter besonders Herz zerreißend weint, und umgekehrt, dass das Kind ganz, ganz genau untersucht wird, wenn die Eltern irgendwie unsympathisch sind, und dann doch was gefunden wird.
So wie es auch unter Ärzten die unterschiedlichsten Meinungen gibt, werden auch die offiziellen Todesursachen auf höchst unterschiedlichem Weg zu Stande kommen. Denn wenn man tatsächlich so wissenschaftlich orientiert wäre, wie man da tut, hätte man schon längst eine klar definierte Todesursache, nicht einfach "keine".
Aber ich halte es auch für möglich, dass tatsächlich durch die Rückenlage SIDS verhindert wird, weil so auch Tiefschlaf verhindert wird. Aber ich halte das wie gesagt für schlecht, weil Tiefschlaf wichtig ist. Besser wäre es, die UNMITTELBARE Todesursache herauszufinden und auszuschalten.

Es kann mMn auch keine Todesursache "keine" geben. Man kann nicht einfach jeden Tod, wo man keine Ursache findet, SIDS nennen, erst recht nicht, wenn das in der "Ersten Welt" schon die häufigste Todesursache bei Babys ist.

Neineinein, ich habe den Eindruck, dass hier noch viel zu wenig geforscht wurde.

DagmarRehak
 
10.09.2010 18:50

Eben. Deswegen frag ich ja.
Dann führt der Rauch also vielleicht zu einem Sauerstoffsättigungsabfall. Kann man das messen? Wenn ja, hat man und mit welchem Ergebnis?
So "ganz einfach" finde ich das nicht, denn wenn der Sauerstoff ausgeht, holt man reflexartig Luft, auch ein Baby. Ich glaube nicht, dass es das gibt, dass bei Sauerstoffnot einfach aufs Einatmen vergessen wird. Aber selbst wenn, müsste sich das nachweisen lassen.
Oder gibt es irgendeinen anderen Zusammenhang zwischen Rauchen und SIDS, außer dem gehäuften Auftreten?

Dozent für neue Runen
12.09.2010 13:08
Rauchen

Wie schon weiter unten geschrieben:

Wegen Passivrauch entzünden sich die Atemwege der Babys leichter, und können bei weiterer Rauchbelastung nur schwer ausheilen.
Das Atmungssystem ist deshalb geschwächt, was das Kind anfälliger macht für weitere Einflussfaktoren.
Das Rauchen der Mütter in der Schwangerschaft senkt das Geburtsgewicht (Frühgeburt) des Babys. Dadurch ist das Baby überhaupt schwächer.

DagmarRehak
 
12.09.2010 15:25

Ok, die Atemwege entzünden sich. Aber sind sie bei SIDS-Kindern tatsächlich so schwer entzündet, dass die Atemwegserkrankung zu Tod führt? Oder sind zumindest die Folgen weiterer Einflussfaktoren so schwerwiegend, dass das Kind daran stirbt? Wenn ja, ist es kein SIDS, denn dann hat man ja eine genau benennbare Todesursache.

Das Rauchen hat übrigens nur einen minimalen Einfluss auf Frühgeburten.

Vergib ihnen
10.09.2010 16:23
ist ja schon gut, meine lb poster, ich bin zurück für herrn maurer

die verringerte sauerstoffzunahme liegt nach meiner These daran: wenn ein Kind am Bauch liegt und aber ein sogenanntes "Einatmer-Kind" ist und damit bei langem Liegen besser am Rücken liegen sollte, kann es sein, dass die Atmung immer flacher und flacher wird. Der Brustkorb ist noch schwach. In einer normalen Position (wenn es beim Arzt auf Lungenkraft getestet wird, zeigt sich das nicht) Sollten Sie selber ein Einatmer-typ sein, können Sie sich auch als Erwachsener hineinspüren. Probieren Sie es in der Familie aus. Schluchzen Sie vielleicht noch, wenn Sie improvisieren können. Sie würden sich dann lieber auf den Rücken drehen. Ausatmer-typen nicht. Das liegt an der Typenspezifischen Anatomie. Lesen Sie bei Interesse frühere Postings.

Vergib ihnen
09.09.2010 00:04
No more

ich werde hier nichts mehr posten
mir graut vor dieser Atmosphäre hier im Postingsumpf, da speibst dich ja an. Ich empfehle allen wohlmeinenden Interessierten, sich das Material zur Terlussollogie bzw. zur den Lunaren und Solaren Atemtypen (Typ Einatmer u Ausatmer) per amazon/Google zu holen u die Personen zu kontatieren, die sich damit befassen. Wie im 1. Posting bereits erwähnt, hab ich die Praxis inkl. Körperarbeit am eigenen Leib in einem dreiwöchigen Workshop erlebt, auch Opernsänger waren anwesend, die zb. durch d typengerechte Haltung höher raufsingen konnten, uam. Aus der Kenntnis ergab sich mir persönlich die Assoziation zu dieser Problematik. Ich bin keine Missionarin. Wens net interessiert, der lasse es bleiben. So simpel! adé

Harry Dresden
09.09.2010 09:30
ausgezeichnet

wiederschauen...

DagmarRehak
 
09.09.2010 01:14
Wieso sind Sie denn jetzt beleidigt?

Das kann ja alles seine Berechtigung haben mit den Atemtypen, nur passt es ganz einfach nicht zum Thema. Es hat hier nichts verloren. Völlige Themenverfehlung. Hier geht es um mysteriöses Sterben im Schlaf, nicht um Atemtechniken.

Der_Klingone
09.09.2010 11:12

Bin da auch Ihrer Meinung ... zumal es sehr sehr spekulativ ist, den Atmungstyp eines Menschen an drei Himmelskörper zu koppeln.

supersheriff10
08.09.2010 18:00
Ursachen für SIDS können sein:

Bauchlage: das Baby liegt mit dem Gesicht auf Falten, weicher Matratze, Polster und kann den Kopf nicht gut genug heben und erstickt.

Mutter (oder Vater) drücken ein Kissen auf das Gesicht des Babys und Ersticken es absichtlich. Gar nicht soo selten. In Wuppertal wurde auf eine Mutter mit 2 oder 3fachem SIDS ein V-Mann angesetzt, der sich ihre Freundschaft erschlichen hat, und dem sie die Taten nach über einem Jahr gestanden hat.

Zu hohe Temperatur im Schlafzimmer.

Vernachlässigung, emotionale Kälte. Möglicherweise ertragen manche Babys eine eklatante Nichtbefriedigung ihrer Bedürfnisse nicht.

Passivrauchen.

etc., etc., siehe Literatur

(meine Kinder haben übrigens auch am Bauch am besten geschlafen)

DagmarRehak
 
08.09.2010 19:46

Ursache 1 stimmt nicht. Ersticken kann man zweifelsfrei feststellen. Ist es mit 100%iger Sicherheit nicht.

Ursache 2 stimmt auch nicht, aus dem gleichen Grund. Wer einen V-Mann ansetzen kann, kann auch eine Babyleiche einmal kurz anschauen. Die Wuppertalgeschichte ist erfunden.

Wenn es 30°C hat, müssten demnach alle sterben? WARUM ist Wärme tödlich? Hitzschlag, Verdursten? Das allein kann's nicht sein.

Die Vernachlässigungsgeschichte ist Projektion. Ich glaube sogar, dass der "sozioökonomische Hintergrund", von dem immer die Schreibe ist, auch nur Projektion ist. Die mit gutem sozioökonomischen Hintergrund werden eher mit der Diagnose SIDS verschont, sondern da macht man sich vielleicht eher auf die Suche und findet was weniger Banales.

Wie Passivrauchen? Bevor man an Passivrauchen stirbt, müsste man doch Lungenkrebs kriegen oder zumindest husten.

Dozent für neue Runen
10.09.2010 00:16
Luft

SIDS ist höchstwahrscheinlich die Folge davon, dass das Kind zuwenig Luft bekommt.

1. wegen Bauchlage - der Mund ist näher bei der Matratze
2. durch Passivrauchen entzünden sich die Atemwege und das Atmen fällt schwerer (natürlich kann das Baby deswegen auch schon vorher Husten)
3. Rauchen oder Konsum von Heroin durch die Mutter während der Schwangerschaft steigert das Risiko einer Frühgeburt - Frühgeborene Babys sind schwächer, was auch auf ihr Atmungssystem zutrifft.

Wenn man das Sozioökonomische Umfeld miteinbezieht, dann wäre meine Hypothese:
* Höher Gebildete rauchen weniger. Während der Schwangerschaft (weniger Frühgeburten), und in der Nähe des Babys (weniger Passivrauch).

DagmarRehak
 
10.09.2010 14:54
Nein, Luft nicht.

Keines der jemals untersuchten SIDS-Kinder hatte je Anzeichen, dass es nicht genug Luft bekommen hat. Das ist das, was man in der Sache mittlerweile am Sichersten weiß.

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