Jelena Jankovic verpasst das Achtelfinale nach Niederlage gegen die Estin Kanepi - Kaum Probleme für Söderling
New York - Teilweise heftiger Wind hat am sechsten Tag der
US-Open die Drittrunden-Matches begleitet, fast alle Favoriten haben
sich auf dem Weg in die vierte Runde des mit 22,668 Mio. Dollar
dotierten Grand-Slam-Turniers dadurch aber nicht irritieren lassen.
Einziges "Opfer" war die als Nummer vier gesetzte Serbin Jelena
Jankovic, die Kaia Kanepi (EST) mit 2:6,6:7 unterlag und dafür
vornehmlich dem Wind die Schuld gab.
Die Nummern zwei und drei der Herren, Titelverteidiger Roger
Federer und Novak Djokovic, erreichten hingegen mühelos das
Achtelfinale, der Schweizer geht ohne Satzverlust ins Achtelfinale am
Montag gegen Jürgen Melzer. Djokovic bekommt es nach seinem
Dreisatz-Sieg über James Blake erneut mit einem US-Amerikaner zu tun.
Mardy Fish rang den Franzosen Arnaud Clement in fünf Sets nieder.
Ähnlich wie Djokovic hatte auch der als Nummer fünf gesetzte Robin
Söderling in der ersten Runde (gegen Andreas Haider-Maurer/AUT) über
fünf Sätze gehen müssen, doch auch er kommt immer besser in Schuss
und wird wohl von Albert Montanes (ESP) kaum gefährdet werden.
Das vierte am Samstag ermittelte Achtelfinal-Duell ist ein rein
französisches: Dawydenko-Bezwinger Richard Gasquet ließ dem
Südafrikaner Kevin Anderson keinen Satzgewinn und trifft nun auf Gael
Monfils (FRA-17), der wiederum Roddick-Eliminator Janko Tipsarevic
aus Serbien in vier Durchgängen ausschaltete.
Damen
Bei den Damen ging alles noch weit schneller, nicht nur weil sie
nur auf zwei Gewinnsätze spielen. Der dritte Satz war in nur einem
von acht Spielen nötig. Patty Schnyder und Yanina Wickmayer hatten
Jürgen Melzer auf dem Grandstand lange auf seinen Einsatz warten
lassen, ehe sich doch nicht die Schweizerin, sondern die Belgierin
mit 7:6,3:6,7:6 durchsetzte. Sie trifft nun auf Kanepi, die eben mit
dem Sieg über Jankovic, die Finalistin 2008, für die einzige
Überraschung gesorgt hatte.
Das Wichtigste war aber wohl die Fixierung des erhofften
Traum-Achtelfinales zwischen der topgesetzten Caroline Wozniacki und
der Russin Maria Scharapowa. Die beiden Blondinen haben sich ihren
Bewunderern aber nicht lange gezeigt, beide exakt jeweils 73 Minuten.
Wozniacki ließ Chan Yung-jan aus Taipeh, die Tamira Paszek in Runde
zwei aus dem Turnier befördert hatte, nur ein einziges Game und hat
bis ins Achtelfinale überhaupt nur drei Games (!) abgegeben. Einen
derartigen Durchmarsch hat es bei einem Grand Slam seit 1994 (Mary
Pierce/2 Games) nicht gegeben, bei den US Open gar schon seit 1981
nicht.
Und Scharapowa beendete den Run von Beatrice Capra (USA), die
davor Aravane Rezai (FRA-18) geschlagen hatte, fürchterlich: Capra
war kein Game gegönnt - dies wird bei den Amerikanern "double bagel"
genannt. Ein Bagel ist ein Semmel-ähnliches Produkt mit einem Loch in
der Mitte, also einer Null sehr ähnlich.
"An einem Tag wie diesem wollte ich nur konstant sein. Ich bin
nicht so an die Linien gegangen wie sonst und habe smartes Tennis
gespielt", lautete Scharapowas Rezept gegen den Wind. Nach den vielen
einseitigen Partien bei den Damen sollte der Hit der dreifachen
Grand-Slam-Siegerin mit Vorjahresfinalistin Wozniacki Spannung
bringen. Scharapowa führt im Head-to-Head mit der Dänin 2:0. Doch
Wozniacki ist jetzt 20, war bei der bisher letzten Begegnung 2008
noch nicht in den Top 30.
"Caroline kann den ganzen Tag laufen und dich Tonnen von Bällen
schlagen lassen", sagte Scharapowa. Mit gutem Tempowechsel gelinge es
ihr, ihre Gegnerinnen aus der Balance zu bringen. "Darum steht sie
jetzt auch ganz oben." Wozniacki weiß auch, dass die nächste Runde
kein Kinderspiel mehr wird. "Das wird ganz anders. Wenn wir da
rausgehen, haben wir beide eine 50-Prozent-Chance auf den Sieg",
sagte die topgesetzte Wozniacki. (APA)