Zehntausende protestieren gegen Roma-Abschiebungen

4. September 2010, 19:24

Demonstrationen in ganz Frankreich - Sit-In vor französischer Botschaft in Rom

Paris - In Frankreich haben am Samstag Zehntausende Menschen gegen das Vorgehen der Regierung gegen Roma protestiert. Sie warfen Präsident Nicolas Sarkozy vor, aus politischem Kalkül Vorurteile gegen Minderheiten zu schüren. Menschenrechtsaktivisten, Gewerkschaften und linke Parteien beteiligten sich an den Protestaktionen. Laut Polizei gingen allein in Paris 12.000 Menschen auf die Straße. Die Organisatoren sprachen von 50.000, landesweit beteiligten sich demnach schätzungsweise 100.000 Menschen.

In mindestens 135 Städten in Frankreich wurde demonstriert, auch in anderen europäischen Ländern waren Proteste vor den französischen Botschaften geplant. In Belgrad forderten Roma auf Transparenten ein Ende der Massenabschiebung aus Frankreich. In Rom forderte Roma-Führer Marcello Zuinisi, die Franzosen müssten sich wieder an ihr Motto "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" erinnern. "Wir wollen, dass diese Werte heute respektiert werden", sagte Zuinisi.

Reaktion auf Massenabschiebung von 1.000 Roma

Sarkozy hatte im Juli neue Maßnahmen in der Verbrechensbekämpfung angekündigt. Dazu gehört die Massenabschiebung von rund 1.000 Roma nach Osteuropa in den vergangenen Wochen. Ihre Lager würden "systematisch evakuiert", hatte Sarkozy angekündigt.

Der Staatschef solle die französische Verfassung repräsentieren, nicht "auf ihr herumtrampeln", sagte Jean-Paul Dubois von der französischen Menschenrechtsliga. "Wir betrachten diese Situation als extrem gefährlich." Der 24-jährige David Anghel aus Rumänien, der seit acht Jahren in Frankreich lebt, sagte, er habe inzwischen Angst. Seine Frau sei vor zehn Tagen aufgefordert worden, ein Roma-Lager südlich von Paris zu verlassen. Das Paar fürchte nun, dass es in den nächsten Tagen von der Polizei vertrieben werde.

Sarkozy verordnete den harten Kurs, nachdem Angehörige der ethnischen Minderheit Mitte Juli ein Polizeirevier im Loire-Tal verwüstet hatten. Zuvor war ein junger Roma nach einer Verkehrskontrolle von Polizisten auf der Flucht erschossen worden. Kritiker warfen Sarkozy damals vor, mit der Vermischung von Sicherheits- und Einwanderungspolitik von einer Steuer- und Parteispendenaffäre ablenken zu wollen, die die Öffentlichkeit wochenlang in Atem hielt.

Protest gegen Ausweisungen vor französischer Botschaft in Rom

Einige hundert Menschen haben am Samstag an einem Sit-In vor der französischen Botschaft in Rom teilgenommen, um gegen die Abschiebung von Roma-Familien aus Frankreich zu protestieren. "Gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung", war auf den Plakaten der Demonstranten zu lesen. "Schluss mit den neuen Formen der Abschleppung. Roma und Sinti werden zu politischen Zwecken als Sündenböcke missbraucht", erklärten die Demonstranten. Sie skandierten auch Slogans gegen den italienischen Innenminister Roberto Maroni, der vor zwei Jahren eine Zählung der in Italien lebenden Roma durchgeführt hatte.

Nach Angaben italienischer Medien sind mehrere aus Frankreich abgeschobene Roma-Gruppen in Rom eingetroffen. Mehrere Familien suchten Unterkunft in illegalen Behelfssiedlungen unweit der italienischen Hauptstadt. Mehrere voll beladene Autos mit französischer Nummer seien in den Behausungen bemerkt worden, meldeten italienische Medien.

Roms rechtsorientierter Bürgermeister Gianni Alemanno, der im vergangenen Februar die größten Roma-Siedlungen in Europa schleifen ließ, in der seit Jahrzehnten über 600 Menschen lebten, rief die EU auf, eine gesamteuropäische Strategie zur Behandlung der Roma-Frage zu ergreifen. Die EU müsse auf europäischer Basis überprüfen, wohin die aus Frankreich abgeschobene Roma strömen. Am Montag wird Alemanno in Paris den französischen Einwanderungsminister Eric Besson treffen, um mit ihm über die Roma-Frage zu diskutieren. Am Treffen beteiligt sich auch Italiens Innenminister Maroni. (APA/apn)

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salzwasser
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gegen die naivität

http://www.adz.ro/m090109.htm
Denn längst sei das (kriminelle) Verhalten der rumänischen Zigeuner in Europa in mafiöse Strukturen integriert: In Venedig müssen bettelnde Greise und Kinder der rumänischen Zigeuner, die es auf Jahreseinkommen von 70.000-100.000 Euro bringen, der Mafia „tägliche Standortgebühren“ von 50 Euro „abgeben“, erzählt Remmel. In London erbringen bettelnde Romakinder ihren „Pflegern“ ein Jahreseinkommen von 100.000 Pfund. Doch weder die EU noch das Mutterland Rumänien haben bislang eine vernünftige Integrationsstrategie für die Roma vorgelegt. Rumänien hat das wenigstens öffentlich zugegeben. Gerade in der Schilderung der durch mafiöse Strukturen und Mafiaführer ..

mali jan
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Aufstand der Menschlichkeit für Roma

So lautet die Titelzeile des KURIER vom 5.9. zur Berichterstattung über die Protestkundgebungen gegen Abschiebungen von Romas aus Frankreich. Zitiert wird dabei auch der Bürgermeister von Paris anläßlich seines Wien-Besuchs: "Paris ist eine kosmopolitische Stadt. Wäre sie das nicht, wäre sie in vieler Hinsicht weiniger interessant. Egal welcher Hautfarbe, Religion oder Kultur: sie fühlen sich alle als Pariser."
Der STANDARD hingegen zitiert den rechtsorientierten Bürgermeister Gianni Alemanno, der Roma-Siedlungen schleifen ließ.
Und in den Postings wird Beifall gespendet dem Chauvinismus und der Menschenverachtung.
Eine Schande ist diese Art der Berichterstattung und eine ebensolche die Reaktionen eines großen Teils der p.t. Leserschaft.

Jürgen Rembremerding
00
"Sit-In vor französischer Botschaft in Rom"

Man sollte den Römern erklären, dass es nicht um sie geht, auch wenn von "Roma" die Rede ist.

also dann ...
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G U T SO ! die ösi`s ...gehen erst demonstrieren, wenn der bierpreis

im schweizerhaus...steigt !

Uemit 75
01

praktisch das gleiche wie in österreich.

7.000 bei der arigona-bleib-da demo

zwei tage später

250.000 tanzen, feiern bei der regenbogen-parade.

spaßgesellschaft halt.

Wir sind die Guten !
00
Die Leute wollen im eigenen Land Spass haben

außer ein paar Bobos aus den Achten interessiert doch niemanden ein kosovarisches Mädchen!

Peter Rauschebart
13
Ji-Sung
40

was willst du?

Wir sind die Guten !
01
Die Capos

sind welche vom fahrenden Volk - soweit begriffen?

das ist fix
015
"in Paris 12.000 Menschen"

so etwas nennt man schwache Beteiligung

skip it
00
ist so nicht richtig:...

...da demonstrieren die leute gegen etwas, das sie eigentlich ueberhaupt net beruehrt.

erinnern sie sich noch an die krone/fpoe demo gegen den lissabonnvertrag? das ging alle an und in wien und NUR in wien waren da grad einmal 100 hansln auf der straße.

DAS ist der unterschied.

das ist fix
00
12.9.2010, 15:50

gegen den lissabonnvertrag hätten 8.000.000 demonstrieren sollen

skip it
00
13.9.2010, 07:28
thema verfehlt...

Leinen
02

Stimmt. Die Gegner der Abschiebeaktion scheinen in Frankreich eine kleine Minderheit zu sein.

Halbmond
31

Das finde ich auch,ziemlich schwach.....traurig.

Halbmond
32

Na endlich bewegt sich etwas in Mitteleuropa,das dieser schandfleck von abschiebungen der Roma minderheit protestiert wird und nicht geschwiegen wird.

www.weicheier.com
312
Frankreich ist doch nur mehr eine Kolonie

seiner ehemaligen Kolonien! Die Demonstranten werden kaum aus einem anderen Umfeld kommen!

Halbmond
01

Die haben auch das recht zu demonstrieren in einer Demokratie!

ravenna
11

Völlig richtig. Und man hat das Recht, die Meinung von 12.000 Menschen in einem Land mit 65 Mio Einwohner zu ignorieren.

www.weicheier.com
28
Haben sie, solange nicht der "Halbmond" weht...

Denn dann ist es den Franzosen verboten zu demonstrieren...

Halbmond
00

:)

www.weicheier.com
00
nette Antwort :-)

Halbmond
00
Danke

alla riscossa
35
gott schütze uns vor den politzwergen!

schüssel (zu spät), sarkozy, berlusconi....

ravenna
00

Gott schützt bekanntlich vor überhaupt nichts.

Wirklich gut ist aber, dass man sich vor den unfähigsten Politikern, die nicht einmal die eigene Partei unter Kontrolle haben, erst überhaupt nicht schützen muss.

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