Favoriten Samstagnacht ungefährdet - Nadal und Murray überzeugten ebenso wie Clijsters und Williams - Italienerin glänzte mit Kunstschlag
New York - Nur wenig Gegenwind für die Top-Favoriten am fünften Tag der mit 22,668 Mio. Dollar dotierten US Open in Flushing Meadows: Weder der weit geringer als erwartet ausgefallene Einfluss von Hurricane "Earl", noch die Gegner haben den Favoriten viel abverlangt. Es war nicht der Tag der Underdogs.
Lediglich ein paar Regentropfen, die zu einer kurzen Unterbrechung zwangen, haben den Spielbetrieb nicht wirklich gestört. Trotz einer guten Leistung war in der Night Session letztlich auch Denis Istomin gegen einen erneut furios aufspielenden Rafael Nadal chancenlos. Der topgesetzte Spanier, der schon die dritte von sieben nötigen Hürden auf dem Weg zum ersehnten ersten US-Open-Titel nahm, bezwang den Usbeken 6:2,7:6(5),7:5.
"Er hat wirklich sehr gut gespielt, ich hatte etwas Glück im Tiebreak des zweiten Satzes", meinte Nadal sportlich, der die Nightsession auf dem ausverkauften Center Court einmal mehr genoss. Er trifft nun auf den wieder erstarkten Franzosen Gilles Simon.
Auch ein weiterer Titelanwärter, der als Nummer 4 gesetzte Schotte Andy Murray, hatte mit dem ihm unbekannten Jamaikaner Dustin Brown wenig Mühe. Nach dem 7:5,6:3,6:0 bekommt er es nun im Kampf um das Achtelfinale mit dem Schweizer Stanislas Wawrinka zu tun. Murray hatte sich alle Mühe gegeben, das Match so schnell wie möglich noch vor dem angekündigten schlechten Wetter zu beenden. Doch dann sah er sich auf den Trainingsplätzen wieder, weil ihm das Match nicht genug war. "Da waren vielleicht zwei Ballwechsel in dem Match, die mehr als acht, neun Schläge lang waren. Ich bin einfach rausgegangen und habe 45 Minuten lang geschlagen, um etwas Rhythmus zu bekommen", erklärte er.
Ein interessantes Drittrundenmatch wurde nach klaren Siegen des nun wieder stark spielenden David Nalbandian (ARG-31) und dem als Nummer 8 gesetzten Spanier Fernando Verdasco Realität. Beide entledigten sich mit Drei-Satz-Siegen ihrer jeweiligen Zweitrunden-Gegner.
Venus Williams, die letzte Lokalmatadorin im Feld, ließ im glitzernden schwarzen Abendkleid der Luxemburger Qualifikantin Mandy Minella beim 6:1,6:2 keine Chance. Beobachtet übrigens von Serena, die in einem auffälligen roten Kleid als Zuschauerin zu den US Open gekommen war.
Titelverteidigerin Kim Clijsters zeigte gegen die Tschechin Petra Kvitova ihre Entschlossenheit, ihren Vorjahreserfolg zu wiederholen. Die Belgierin geriet im ersten Satz 0:3 in Rückstand, doch dann machte ihre Gegnerin überhaupt kein Game mehr. Ihr nächstes Match wird wohl eines der interessantesten im Damen-Achtelfinale: Clijsters trifft auf die offenbar wieder zu ihrer Bestform findende Serbin Ana Ivanovic. Zumindest gab auch die French-Open-Siegerin 2008 bisher keinen Satz ab.
Die Szene des Tages lieferte French-Open-Siegerin Francesca Schiavone: Beim 6:1,7:5 über Alona Bondarenko aus der Ukraine (hatte zuvor US-Hoffnung Melanie Oudin entfernt) zeigte die Nummer 6 des Turniers, dass auch Damen den Schlag rücklings zum Netz durch die Beine beherrschen. Und wie Federer vor einigen Tagen punktete auch sie damit. Schiavone war selbst so davon begeistert, dass sie nach dem Match um eine DVD mit ihrem Kunstschlag anfragte. (APA/red)