"profil": Prüfbericht sieht "mögliche verdeckte Gewinnausschüttungen"
Wien - Eine Bilanzprüfung bei der Bawag ergibt für den ehemaligen Eigner ÖGB ein ungünstiges Bild. Gefunden wurden bei der ehemaligen Gewerkschaftsbank laut "profil"-Vorabmeldung zwei ÖGB-Konten, auf denen zum 31. Dezember 2003 insgesamt 54,6 Millionen Euro lagen. Beide Konten lauteten auf "Österreichische Gewerkschaftliche Solidarität Privatstiftung", hatten Bindungsfristen von sechs Monaten und waren jeweils mit marktunüblich hohen sieben Prozent verzinst.
Wie aus einem internen Bericht der Finanzverwaltung vom 28. Juni 2010 hervorgeht, soll der ÖGB bei seiner ehemaligen Gewerkschaftsbank über Jahre hinweg systematisch überdurchschnittlich hohe Konditionen auf Spareinlagen erhalten und gleichzeitig auffallend niedrige Zinsen für Kredite bezahlt haben. In dem Dossier ist wörtlich von "möglichen verdeckten Gewinnausschüttungen" zu Gunsten des Gewerkschaftsbundes die Rede.
ÖGB-Finanzreferent Clemens Schneider bestätigte gegenüber "profil", dass die Bawag dem ÖGB in der Vergangenheit Vorteile eingeräumt habe. Diese wären aber im Zuge des Verkaufs der Bank an den US-Fonds Cerberus 2007 bereinigt worden. Damals habe der ÖGB der Bank "mit einem Betrag von 20 bis 30 Millionen Euro" alle Vorteile aus attraktiven Zinsen, Kontoführungs- und Überweisungsgebühren sowie sonstige Spesen abgegolten. (APA)