Die große Michi-Häupl-Motivations-Show

Anita Zielina, 04. September 2010 12:25
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    Foto: apa/neubauer

    Häupl in Action. Schlagworte des roten Wahlkampfs: Bildung, Arbeitsplätze, Lebensqualität, Sicherheit, Zusammenleben.

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    Die Blasmusik sorgte schon vor Beginn der Veranstaltung für gute Stimmung.

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    7.000 GenossInnen in der Stadthalle.

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    Im Eingangsbereich wurde die Zeitschrift "Der Funke" verteilt.

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    Die "Red Biker" unterstützen Häupl.

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    Jeder Gast bekam ein blinkendes Herz.

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    "Wir sind die rot-schwarze Koalition", lachten die beiden Damen.

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    SportlerInnen posierten für die Wiener SPÖ.

In der Stadthalle schwor die Wiener SPÖ rund 7.000 SympathisantInnen auf den Wahlkampf ein - Viel Zeit war der Warnung vor Strache gewidmet

Das Blasmusikorchester spielt engagiert, als wäre es abends auf einem Zeltfest und nicht 9.30 Uhr morgens. Vor der Wiener Stadthalle, in der die Wiener SPÖ ihren Wahlkampfauftakt begeht, tummelt sich eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung bereits die rote Basis, geschmückt mit blinkenden roten Herzen, die später in der abgedunkelten Halle für ein blinkendes Lichtermeer sorgen sollten. Etwa 7.000 sind gekommen, um mit der SP in den Wahlkampf zu starten.

Die rote Landesprominenz mischt sich unter die Gäste, die auf Einlass in die Halle warten, das Ganze hat etwas von einem Klassentreffen, "Hiiiier drüben, Erna!", "Jo griaß di, lang nimma gsehn!", tönt es von allen Seiten. Die Wiener SPÖ startet in ihren vielleicht wichtigsten Wahlkampf und hat dafür das volle Aufgebot mobilisiert - von Männergesangverein zur stimmlichen Unterstützung bis zu den Jugendorganisationen, die den Altersschnitt ein bisschen senken. Denn wie bei vielen Parteiveranstaltungen sind es vor allem die Älteren, die treu zu jedem Termin erscheinen.

"Jetzt geht's um Wien"

Nach diesem Samstag sollen die Funktionäre wissen: "Jetzt geht's um Wien", wie das offizielle Motto der Auftaktveranstaltung lautet. Und das Motto in der Stadthalle ist: Klotzen, nicht kleckern. Ein Indoorfeuerwerk mit Riesensprühkerzen, Arabella Kiesbauer als Moderatorin, Sportlerästhtetik mit lebenden Sportlerstatuen, einleitende Grußworte des Pariser Bürgermeisters Bertrand Delanoe und ein eigener Motivationssong namens "Ich bin Wien" sollen die Funktionäre auf die kommenden fünf Wochen einstimmen.

Aber eigentlich dreht sich die Inszenierung vor Allem um den „lieben Michel", wie ihn der Bürgermeister von Paris begrüßt: Michael Häupl, der von den Genossen mit Jubel wie ein Popstar begrüßt wird, als er den Saal betritt. Zwei Stunden lang ist die Kernaussage: "Denkt daran, was auf dem Spiel steht".

Vor ihm durfte aber noch Bundeskanzler Werner Faymann ans Mikrofon. "Antifaschist zu sein hat noch lange nicht aufgehört, wir werden weiter den Anfängen wehren", meinte der in Richtung FPÖ. Den ersten Applaus gab es für die folgenden Worte: "Wir müssen dafür sorgen dass in der Wirtschaftskrise nicht die Arbeitnehmer zur Kasse gebeten werden, sondern die, die sie verursacht haben". 

Schmähs am laufenden Band

Und dann begann sie, die große und Schmäh-gespickte Michael-Häupl-Motivations-Show, die man guten Gewissens auch die "Wählt mir ja nicht den Strache"-Show oder die "Bleibt mir am 10. Oktober ja nicht zuhause"-Show hätte nennen können.

"Dass ihr heute hier seid - man könnte ja an einem Samstagvormittag auch was anderes tun - spiegelt wieder, dass Ihr mit hohem emotionalen Engagement in diesen Wahlkampf geht", lobte der Bürgermeister die Anwesenden. "Es stellt sich die Frage, was wollen wir? No na, wir wollen die absolute Mehrheit", stellte Häupl klar. Und warnte in seiner Rede davor, sich gemütlich zurückzulehnen - wohl auch um das von Spindoktor Greenberg prognostizierte mögliche rote Mobilisierungsproblem einzudämmen. Es gebe immer noch viel zu tun in der Krise, so Häupl. "Erst wenn die Menschen wieder Brot und Arbeit und die jungen Menschen wieder Ausbildungs- und Zukunftschancen haben, dann erst ist die Krise für uns vorbei". Und: "Was wir wollen ist diese Stadt aus der Krise herausinvestieren und sie nicht in eine neue hineinsparen".

"Absenz oder Frühamnesie?"

Dann ging es gegen die politischen Gegner FPÖ und ÖVP - die Grünen erwähnte Häupl mit keinem Wort. Ad Strache: "Der Schlaue rennt immer herum und sagt er ist eine soziale Heimatpartei. Einen Schmarrn ist er: Weder Heimat noch sozial." Ad Mareks Wunsch, dass in Vorschulklassen Deutsch gelernt wird: "War da eine gewisse Absenz oder gar Frühamnesie?" In Wien gebe es das bereits.

Und dann ging es noch gegen die "Oberschlauen mit der Flattax", gegen gierige Banker, für die "Hackler". Applaus brandet dafür auf, dass Häupl sagte, er werde das "Pensionsraubsystem" des Bundes in Wien nicht anwenden. Und immer wieder, fast die Hälfte der Redezeit, die Warnung vor dem "Angstmacher" Strache, dessen Programm "rassistisch, fremdenfeindlich, aufhetzerisch, die Gesellschaft spaltend, den Wohlstand senkend" sei. Häupl meinte gar angesichts der aktuellen Aussagen und Plakate sehne er sich "langsam nach der Intellektualität des Herrn Dr. Haider zurück".

Wahltag ist Hochzeitstag

Und Strache sind dann auch Häupls Abschlussworte gewidmet - am 10. Oktober gehe es darum, ob man weiterhin Häupl als Bürgermeister wolle oder eben Strache. Minutenlange Standing Ovations sprechen - zumindest für die Anwesenden SP-Funktionäre - eine klare Sprache. Die Michael-Häupl-Show zeigte Wirkung. Ein Pensionistenehepaar war begeistert, nur die Musik "war ein bisschen zu laut". Die beiden feiern am Tag der Wahl ihren 57. Hochzeitstag. "Hoffentlich geht es so gut aus wie bei uns". (Anita Zielina, derStandard.at, 4.9.2010)

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Alexander Patjomkin
22.09.2010 21:58
Der Hr. Häuptl plakatiert:

"Mir geht es um die sichertste Stadt der Welt"
Ich sage Euch, es wäre besser, wenn er um Wien kümmern würde.

Alina Zak
21.09.2010 21:24
effizient wie Castro

gutmütig, heroisch wie Stalin +
innovativ wie Mao (Kulturrevolution)

die Diktatur des Proletariats wurde verwirklicht :-)

aber wer interessiert sich schon für geschichte nach 1945 .-)

SchlussBasta
20.09.2010 14:23
immofuchs
10.09.2010 12:49
Nichts gegen die ältere Generation,

aber Zukunftsbild, Inhalte und Programme - null!
Es geht um Wien! - stimmt, und deshalb bitte keine Absolute für diese SPÖ.
Der Hr. Bürgermeister war jetzt 5 Jahre nicht wahrnehmbar, einen Monat ist ihm der Kampf um die Pfründe wert. Einfluss ein paar Posten...., das ist das einzige was diese roten Bonzen interessiert. (nicht verwechseln mit Sozialdemokraten, die würde ich sofort wählen)

mulitrox
07.09.2010 11:25
Grauslich

Schon allein der Umstand, dass die SPÖ beinahe ununterbrochen seit 1919 in Wien regiert, zeugt von der Machtbesessenheit dieser Partei. Da werden Pfründe seit Jahrzehnten an nahestehende Firmen zugeschanzt, illegale Parteienfinazierung betrieben und die ansich wirtschaftlich leistungsfähige Stadt am Gängelband einer Partei gehalten, die mit "Wirtschaft" nur das Komtetenzchaos in der Stadtverwaltung assoziieren kann.

Es wird Zeit, dass diese unsägliche absolute Mehrheit, die nur zum hemmungslosen Ausnützen von Macht verleitet, in Wien endlich fällt und demokratische Verhältnisse hergestellt werden.

Briefmarkenkleber
07.09.2010 19:21
Ei-Henne oder Henne-Ei?

Das Argument "Abwählen weil erfolgreich" ist neu. Ich mein, ich bin auch für eine gute Abwahl-Argumentation, aber das reicht nicht, um Menschen zu einer der drei "Gscheiterl"-Parteien zu treiben.

duke box
06.09.2010 20:59
Applaus brandet dafür auf, dass Häupl sagte, er werde das "Pensionsraubsystem" des Bundes in Wien nicht anwenden.

die pensionsprivilegien der landesbeamten sind ja wirklich ein tolles argument für die mehrheit der wähler, die asvg-versichert sind.

sternderl1
06.09.2010 18:37
Häupl wird Bürgemeister

Die freiheitlichen kampfposter die hier offensichtlich in der heissen fase des wahlkampes eingefallen sind werden offensichtlich von jedem user der einen hausverstand hat ignoriert! das deutet darauf hin dass die spö mit häupl wieder den bürgermeister stellt. es gibt also noch genügend menschen die auf die hasstiraden nicht reinfallen und der menschenhatz eine abfuhr erteilen werden. Wenn ich mir die restlichen kandidaten so ansehe die eine reale chance hätten dann ist das für Wien auch gut so.

Alina Zak
21.09.2010 21:03
stimmt

alle migranten haben angst vor Häupl + seiner hetze gegen die blauen, deswegen müssen wir aus empathie strache wählen

billcompton
07.09.2010 09:38

Die sozialistische Bildungspolitik hat bei ihnen offenbar nur bis zur "Fase" gereicht.

Eine abgeschrägte Fläche, die an einer Werkstückkante erzeugt wird, werden sie damit wohl nicht gemeint haben..

stoned crocodile
06.09.2010 16:56
Schon irgendwie lustig, das es hier einige SPÖ Poster gibt,

die wahrhaftig glauben, wer nicht die SPÖ wählt, ist automatisch für Strache.
So viel Angst habts ihr vor dem Kasperl???

Hmmm, na ja, euer Michi fürchtet sich ja auch so vor ihm.
Ihr seits mir eine Truppe, aber eine traurige.
Und die Kampfposter sind noch trauriger, weil sie wissen, wies mit ihrer Baddei ausschaut.
Gell, Genossen?

Alina Zak
21.09.2010 21:06
Häupl hat eben sonst nichts zu bieten

und ohne HC wär das noch offensichtlicher. aber mit Hetze(ob rot, ob blau) kommt man eben weiter

sunwalker2010
06.09.2010 15:53

Sind ja mittlerweile amerikanische Zustände im Wiener Wahlkampf - Nur Show, keine klaren Aussagen.

stoned crocodile
06.09.2010 17:00
Mit dem einen Unterschied:

Die Amikandidaten haben in der Regel viel EIGENES Geld, das der Michi nur aus UNSER ALLER Kasse nimmt.
Immerhin 5 offizielle Millionen werden da verpulvert für absolut NICHTS.

Briefmarkenkleber
08.09.2010 10:35

Sie sind naiv.

aaaa.
06.09.2010 15:19
der michi ist mit seinem glatzerten kumpel

der schmied in den rücken gefallen. pfui michi.

billcompton
06.09.2010 14:42

vielleicht sollte man die seite in die spö domain einbinden, weil das hier offenbar ein reiner spö bereich zu sein scheint..

Vögelchen
06.09.2010 09:28

Ich bin stolz darauf, daß Wiener mit Hilfe der SPö zu dem geworden ist, wie diese Stadt heute von allen geliebt und geschätzt wird. Von den Schlechterwissern lassen wir uns nicht auseinander dividieren. Wenn sie schon so klug sind sollten sie die Errungenschaften der Sozialdemokratie in wien mit anderen Städten in europa vergleichen. In dem sinne wird auch weiter für wien gearbeitet. die SPö hat ein Programm, sie schaut auf ihre Bürger und macht keine Hetz und Angstkampgne

Alina Zak
21.09.2010 21:10
sie hetzt nur gegen HC, aber das ist ok,

der ist ja kein richtiger Mensch.

wie gut die stadt funktioniert: man frage nur Arbeitssuchende + wie effizient sie das AMS-System finden :-)
faschistische Beamte dürfen Hilfsbedürftige schikanieren. kein wunder daß man gegen HC hetzt, er erinnert zu sehr an die eigenen schwächen. also: ablenken! ablenken, das es keiner merkt!!!

beim Heurigen
06.09.2010 11:22

vielleicht solltens versuchen zu fliegen !!

Bundesrat
06.09.2010 09:51
die SPö hat ein Programm, sie schaut auf ihre Bürger und

nimmt das Geld vom Bürger.
Das wollten sie doch schreiben, oder?

priority
06.09.2010 09:46
Oja, klar

das haben alles die Sozis gemacht. Ist München also weniger lebenswert?
Aber schon klar: sie sind ein bezahlter SPÖ Poster und schon lange in Rente, so wie sie schreiben.

marspig
08.09.2010 19:51

Eher schlechtes Beispiel!

"Seit dem Zweiten Weltkrieg wird München mit wenigen Ausnahmen von einer SPD-geführten Stadtratsmehrheit regiert."

http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3... r_Stadtrat

Frizzl
06.09.2010 05:18
Unsitten.

Bezüglich der nächsten Gemeinderatswahl bekommt man das Gefühl, dass es kaum mehr um Inhalte, sondern nur noch um die Größe und Verhältnismäßigkeit der zahlreichen Skandale geht. Egal ob ÖOC, Buwog, Grasser im allgemeinen, Parteienfinanzierung, Skylink, Hypo Alpe Adria, Agrarsubventionen,etc., etc. - man hat das Gefühl, dass nur noch korrupte Geister das Sagen haben. "Wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es allen gut"??? Lächerlich, allein die Gier Einzelner wird nur noch gefrönt. Abscheulich.

Prof. Alois
 
06.09.2010 10:48
Da ist aber die Wiener SP führend

Unschlagbar an der Spitze, weil systematisch. Da ist nicht mehr die rede von Verfehlungen einzelner. Und ohne auch nur einen ansatzweisen Willen, etwas an dem ärgerlichem Umstand zu ändern, dass die Firmen der Stadt in die SP-Parteikasse arbeiten:

http://tinyurl.com/24wgaf7

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