Neuseeland

Südinsel von starkem Erdbeben erschüttert

04. September 2010 15:11

Gebäude, Brücken, Straßen und Autos zerstört - Stärke 7,4 - Offenbar kaum Schwerverletzte, kein Tsunami - Mit Video

Wellington - Ein heftiges Erdbeben der Stärke 7,1 ist am Samstag in Neuseeland offenbar noch glimpflich verlaufen. Es gab auf der Südinsel zwar schwere Schäden, aber zunächst war nur von etlichen Verletzten die Rede, von denen zwei schwerere Blessuren davontrugen. In der Stadt Christchurch, der mit 400.000 Einwohnern größten der Südinsel, stürzten Häuser ein, das Mobilfunknetz brach zusammen, Straßen waren blockiert, die Gas- und Wasserversorgung war unterbrochen. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht herausgegeben.

Nach dem Hauptbeben kam es noch zu zwölf stärkeren Nachbeben mit Stärken zwischen 3,9 und 5,3, wie der staatliche neuseeländische Geologische Dienst GNS Sciences berichtete. Das Zentrum des Bebens lag den Angaben zufolge rund 30 Kilometer westlich von Christchurch in zehn Kilometern Tiefe. Zuerst war von einem Beben der Stärke 7,4 die Rede, das wurde aber nach einer genaueren Analyse der Daten nach unten korrigiert. Die US-Erdbebenwarte sprach von einem Beben der Stärke 7.

14.000 Beben pro Jahr

Neuseeland liegt in einem Gebiet, wo zwei Erdplatten zusammenstoßen. Deshalb kommt es hier zu mehr als 14.000 Beben pro Jahr, von denen rund 150 zu spüren sind. Bei weniger als zehn im Jahr kommt es Schäden. Das letzte große Beben erreichte sogar eine Stärke von 7,8. Es ereignete sich am 16. Juli 2009 in der Region Fiordland auf der Südinsel. Das Beben führte dazu, dass die Südspitze Neuseelands 30 Zentimeter näher an Australien herangeschoben wurde, wie der Seismologe Ken Gledhill damals berichtete.

Die Menschen wurden von dem Erdstoß am frühen Samstagmorgen (04.35 Uhr Ortszeit, 18.35 Uhr MESZ) aus dem Schlaf gerissen. Eine Augenzeugin sagte der Nachrichtenagentur AP, mindestens fünf Gebäude in der Innenstadt seien eingestürzt, viele Straßen seien mit Trümmern übersät. Etliche Menschen hätten sich aus Angst vor einem Tsunami in Sicherheit gebracht, sagte Angela Morgan. Berichten zufolge waren Menschen in beschädigten Häusern eingeschlossen.

Notstand ausgerufen

Der Bürgermeister von Christchurch, Bob Parker, rief vier Stunden nach dem Beben den Notstand aus. Er warnte, Nachbeben könnten dazu führen, dass Teile von beschädigten Gebäuden einstürzten. Einige Gebäude der 400.000 Einwohner zählenden Stadt wurden auch gesperrt, weil ihr Betreten zu unsicher erschien. Soldaten wurden in Alarmbereitschaft versetzt, um im Notfall helfen zu können. Ministerpräsident John Key Carter und Energieminister Gerry Brownlee wollten nach Christchurch fliegen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Bürgermeister Bob Parker sprach von erheblichen Schäden in verschiedenen Teilen der Stadt. Der Internationale Flughafen von Christchurch wurde sicherheitshalber geschlossen. Sechs Brücken in der Region wurden nach Angaben der Feuerwehr beschädigt. Die Bahngesellschaft Kiwirail erklärte, 13 Züge, die meisten davon Güterzüge, seien wegen des Bebens gestoppt worden. Einige Gleise seien offenbar beschädigt worden.

Die Polizei berichtete von Plünderungen. Es habe mehrere Festnahmen gegeben. Es sei nicht sicher, in der Stadt unterwegs zu sein, sagte der Polizist Mike Coleman im Rundfunk. (APA/apn)

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David Stroganoff
05.09.2010 14:17

Blöde frage @Bild 2: Können Brände ausbrechen, oder macht das nur Feuer? Klingt für mich komisch!

Diana Rigg
05.09.2010 08:00
das beben ereignete sich

laut zamg freitag, 3. Sept., um 16:35 Weltzeit bzw. 18:35 MESZ.

der artikel wurde ca.21 stunden nach dem beben geschrieben.

Buffalo Bill
04.09.2010 15:17

das sieht man wieder, dass auch naturkatastrophen ein soziales gefälle haben.
geld für stabile bauten -> kaum verletzte

Thomas Jandl
04.09.2010 21:23

Das ist nichts Neues. Auch nicht erstaunlich.
Aber hier ist etwas, was vielleicht nicht viele wissen: Beim Hurricane Katrina sind in New Orleans mehrere Deiche gebrochen und haben die Stadt ueberflutet. Alle die, die gerbrochen sind, wurden in den Reagen Jahren gebaut, als "der Staat" ein dreckiges Wort war. Also wurde gespart -- der Markt wird es schon richten.
Alle die Deiche die aus der Great Depression Aere stammen -- also ein halbes Jahrhundert aelter sind, haben gehalten. Etwas was man sich vor Augen halten soll wenn man den Staat als unfaehig wegrationalisieren will.

mbmbmbm
 
04.09.2010 21:19
Hat nichts mit Geld zu tun

Nein, sondern: Niedrige Bauten - die meisten Häuser in Christchurch sind Bungalows - daher weniger Verletzte.

Neuseeland ist entgegen der Meinung vieler Unwissender hier kein reiches Land. (Es gibt ein Paar Reiche, ja - aber auch viele Arme/Sozialhilfeempfänger und eine schwindende Mittelschicht.)

Viele Häuser bei uns sind sehr dünn gebaut und würden in Ö wahrscheinlich keine Baugenehmigung bekommen. Aber wenn die Häuser alle ebenerdig sind, dann können keine oberen Stockwerke hinunterfallen - und das spart unzählige Verletzte.

FlauschBär
 
04.09.2010 22:35

Stimmt. Die meisten dieser Bungalows sind auch einfach mit Wellblechdächern ausgestattet und die meisten Neuseeländer (vor allem die Südinsulaner) werden kleinere Schäden am Haus vermutlich selbst beheben mit den Mitteln die sie haben. Sehr empfehlenswert ist der Film "The World’s Fastest Indian" mit Anthony Hopkins eine geniale und 100% gelungene Portraitierung eines typischen Süd-Neuseeländers.

Hugo Fuchs
04.09.2010 17:31
Irrtum

@ Buffalo Bill
Ich möchte Sie informieren das das gerade bei einem Erbeben nicht der Fall ist. Meist gibt es in massiven Häusern mehr Tote als in Hütten. (Wer nichts hat dem fällt nichts auf den Kopf) War im Internationalen Hilfseinsatz und weiß es daher aus erster Hand.

Thomas Jandl
04.09.2010 21:25

Todesopfer gibt's immer in armen Gegenden mehr. Natuerlich werden Lehmhuttenbewohner selten von Daechern erschlagen, aber sie sterben dann eben nachher an Hunger, Typhus oder anderen opportunistic diseases.

der - die - oder das?
04.09.2010 18:32
Irrtum ihrerseits!

vgl.:

http://www.spiegel.de/wissensch... 98,00.html

Ein guter Vergleich zwischen den Beben in Haiti und Neuseeland.
Eigentlich müsste man noch das Horrorbeben von Chile hinzunehmen, bei dem auch kaum Menschen zu Schaden kamen.

Hugo Fuchs
05.09.2010 20:53
Dann lassen wir das mit dem Recht haben aber

Ich war 2003 nach dem Erdbeben in Bam im Iran und da war es offensichtlich je massiver das Gebäude war um so mehr wurde es beschädigt. Man baut dort wegen der hohen Temperaturen am Tag sehr massive dicke Wände die die Wärme in den sehr kalten Nächten wieder abgeben. Und die armen konnten sich ebne keinen massiven Häuser leisten und und wurden und überlebten daher. Habe also die Auswirkungen in einem Gebiet und nicht zwischen reichen und armen Gebieten verglichen.

Chris Quast
05.09.2010 02:07

wurde dazumals schön erklärt, beim chilebeben.

diese werte der magnitutenskalen, setzen sich irgendwie zusammen aus beschleunigung der erde (wie stark wird gerüttelt) und dem gebiet das durchgeschüttelt wurde.

deshalb ging chile nicht total "unter" obwohl das beben, ich glaub hunderte mal mehr energie freisetzte als das in haiti. dazumal konzentrierte es sich auf einem viel kleineren gebiet, und natürlich war auch die bausubstanz schlechter.

und in nz, dürfte halt auch einiges zusammengespielt haben, uhrzeit, bausubstanz, art des bebens, entfernung zum epizentrum

mbmbmbm
 
05.09.2010 13:39
Ja die Uhrzeit...

spielt auch eine große Rolle. Am Tag wären mehr Menschen/Autos auf der Straße gewesen, in Geschäften und Bürogebäuden - und gerade Letztere haben stärkere Schäden angenommen als die Wohnhäuser selbst.

In der Innenstadt von Christchurch gab es (lt. meiner Mutter, sie wohnt 80km südlich von dort) aufgrund der älteren Bauten (gebaut vor den neuen Baubestimmungen) mehr Schäden.

Lagom
04.09.2010 16:54
so soll es auch sein...

Norrin Radd
04.09.2010 15:03
Wurde dieses Erdbeben

auch durch die Amis verursacht?

Thomas Jandl
04.09.2010 21:27

Ich habe in frueheren Naturkatastrophen schon Theorien gesehen, wie US Oelbohrungen (nur US, nicht russische, natuerlich) oder Atomwaffentests Erdbeben oder Orkane hervorgerufen haben.
Also ist Ihre Ironie gar nicht so weit hergeholt.

Norrin Radd
05.09.2010 01:38
Das mit den Atomwaffentests ist Humbug

Weil: Die Amis haben ja bekanntermaßen die Erdbeebenmaschine schon längst in Betrieb:
http://diestandard.at/126585213... ngsprojekt

Wobei ich auch schon gehört habe, dass die Chinesen auch so eine Maschine besitzen. Wir sollten die Schuld an dem Erdbeben am besten zwischen diesen zwei Ländern hin- und herschieben.

Wednesday
 
04.09.2010 19:07

Bischof Laun wird uns sicher bald Antwort darauf geben, was das Beben verursacht hat.

Knochenmann
04.09.2010 17:52

Ne, von neuseeländischen Voodoo Priestern (das sind die schlimmsten).

Slarti Bartfass
 
04.09.2010 16:26

Nein, von den 4 Mistküblanzündern

Der Tyroler
04.09.2010 14:15
schön das die Redaktion

"Gebäude, Brücken, Straßen und Autos demoliert" - - - in Gebäude, Brücken, Straßen und Autos zerstört - - - geändert wurde - - - weil, dass Erdebeben war der Auslöser und nicht die Bewohner

crowdsalad
04.09.2010 14:35
einmal hätte auch genügt ...

NoahJoan
04.09.2010 14:07

Weil im Artikel nur die Rede von Christchurch selbst ist:

Das Epizentrum des Bebens war 55 km von Christchurch entfernt. Das is soweit wie von Wien nach Podersdorf am See.

Da ist es klar, dass Christchurch selbst nicht in Schutt und Asche liegt.

Aber die kleineren Regionen, Vororte und Farmen vor Christchurch werden wohl erheblich schlimmer betroffen sein.
Von den Orten ist allerdings nichts zu hören...

mbmbmbm
 
07.09.2010 01:33
Haben Sie denn keine Bilder gesehen?

http://www.nzherald.co.nz/nz/news/v... _id=113705

Schauen Sie sich ein bißchen durch, und erzählen Sie uns nochmal, dass Ihrer Meinung nach ChCh "nicht in Schutt und Asche liegt"!

Funk1
04.09.2010 13:15
Von welchem Hersteller ist das Polizeiauto auf dem Bild?

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