Die Agenturmeldung vom 5.9. 1970
Aus dem historischen Archiv der APA:
"vorerst war es schwer, über den unfall und seine ursachen
einzelheiten zu erfahren, teilweise schien der hergang der
katastrophe völlig schleierhaft, eine meldung besagte allerdings,
dass der lotus-ford des österreichers das rechte vorderrad
verloren hätte.
schauplatz des drama's war die sogenannte "parabol-kurve".
es ist dies eine der kritischesten passagen dieses im wahrsten
sinn des wort es mörderischen hochgeschwindigkeitskurses. sie
befindet sich am ende zweier langer geraden, auf denen von den
assen bis zu 300 kmh erreicht werden und erfordert auf dem
"inneren rundkurs" die schärfste richtungsänderung. rindt's
fahrzeug kam in dieser kurve von der piste ab, rammte die
sicherheitsschiene und überschlug sich im anschluss daran. der
österreicher wurde aus dem fahrzeug geborgen, vorerst zur ambulanz
gebracht und danach in ein krankenhaus in der nähe von mailand
übergeführt, aber es war alles
vergeblich.
rindt dürfte bereits unmittelbar nach dem unfall gestorben sein.
grauenhafte duplizität der fälle: am 10.september 1961 -
also fast auf den tag genau vor neun jahren, erteilte in jener
"parabel-kurve" den deutschen graf berghe von trips ("auf mich
wirkt dieser park beklemmend düster") das gleiche schicksal. von
trips stand damals, so wie Jochen rindt, unmittelbar vor erreichen
des grössten zieles seiner karriere: dem
weltmeistertitel.
ein weiteres opfer der "parabol" wurde der schweizer tommy
spychiger. er musste 1964 in dieser passage sein leben lassen.
schon im freitagtraining war der brasilianer,
- emerson fittipaldi, ein markengefährte rindt's, an dieser kritischen stelle knapp an einer katastrophe vorübergegangen, auch er war mit seinem lotus
von der piste geschleudert worden, doch abgesehen von einem grösseren
schaden an seinem boliden war nichts passiert." (5.9. 1970)