DFB-Team braucht in Belgien trotz gutem Gegner keine Höchstform für einen 1:0-Sieg - Programmgemäßer Türkei-Start bei 3:0-Sieg in Kasachstan
Wien/Brüssel - In der österreichischen EM-Qualifikationsgruppe A fand am Freitag das Spitzenspiel zwischen Belgien und Deutschland statt. Die Partie in Brüssel endete mit 0:1 für die Gäste. Belgien präsentierte sich dabei gut, konnte aus dem Spiel aber zu wenige Chancen kreieren, während Deutschland auch ohne die starke WM-Form Klasse zeigte.
In Brüssel präsentierten die Hausherren sich in starker Form und machten den WM-Dritten von Beginn weg zu schaffen. Abgesehen von einer Chance für Spielmacher Marouane Fellani (6.) und einem Schuss von Stürmer-Hoffnung Romelu Lukaku (9.) konnten sie sich aber keine zwingenden Möglichkeiten erarbeiten. Bei den Gästen blieben insbesonders die Real-Neulinge Mesut Özil und Sami Khedira blass, was einen merklichen Aderlass bezüglich dem Kreativpotential nach sich zog.
Trotzdem kamen die Deutschen nach rund 20 Minuten besser ins Spiel, bekamen etwas mehr Spielanteile. Nach einer schnellen Aktion über Lukas Podolski und Miroslav Klose verzog Mesut Özil (20.). Kurz darauf vergab Marcell Jansen nach einem Corner per Kopfball. Nach einem Podolski-Weitschuss (32.) meldeten sich die Belgier wieder zurück. Lukaku stand in der 36. nur Zentimeter im Abseits, Eden Hazard wurde von Jansen in letzter Sekunde gestoppt (40.) und einen hervorragenden Weitschuss von Moussa Dembelé kratzte Manuel Neuer mit einer Glanztat aus dem Eck (43.).
In der zweiten Hälfte begannen die Deutschen konzentrierter, die Belgier wurden in der Defensive festgenagelt. Und prompt unterlief den "Roten Teufeln" beim Herausspielen ein Fehler. Der ansonsten sehr starke Fellaini spielte quer auf Daniel van Buyten und der Münchner vertändelte prompt gegen den Klubkollegen Schweinsteiger. Die DFB- Offensivabteilung spielte dann ihre Klasse aus: Blitzschnell wurde via Müller Miroslav Klose freigespielt, der allein vor dem Tor die Nerven behielt (51.).
Die Belgier - trotz Neuaufbau überraschend geordnet und voll Selbstvertrauen auftretend - erarbeiteten sich eine Feldüberlegenheit, die großen Chancen ließ die deutsche Defensive aber nicht zu. Ein Fellaini-Weitschuss verfehlte allerdings knapp (62.). Die Gäste wollten sich allerdings nicht allzu stark zurückdrängen lassen, starteten selbst immer wieder die Initiative. Eine Großchance nach einem beeindruckenden Philipp Lahm-Antritt vergab Müller, der in ungefähr zehn Meter Entfernung zum Tor den Ball nicht richtig traf (70.).
Obwohl die Belgier nun alles nach vorne waren, gelang es Deutschland in einer szenenarmen Schlussviertelstunde das eigene Tor gut abzuschotten. Klose vergab in der 88. Minute aus einem Konter kläglich den endgültigen Matchball, wäre vom Schiedsrichter aber ohnehin fälschlich wegen Abseits zurückgepfiffen worden.
"Immer das gleiche Lied"
"Ich habe die Belgier so gut erwartet. Der Sieg war wichtig, die Mannschaft hat guten Spirit bewiesen. In der ersten Halbzeit haben wir etwas gebraucht, in Schwung zu kommen. Die Kombinationen waren nicht so sicher wie bei der WM. In der zweiten Halbzeit ist das besser geworden, da haben wir das Spiel gut im Griff gehabt", sagte Deutschlands Bundestrainer Joachim Löw.
Und Torschütze Klose ergänzte: "In der ersten Halbzeit haben wir uns schwer getan und viele unnötige Ballverluste gehabt. Danach haben wir zunächst cleverer agiert und auch unser Tor gemacht, aber am Ende müssen wir die Sache ruhiger runterspielen."
Die belgische Presse einigte sich auf Van Buyten als Sündenbock. La Libre Belgique seufzte: "Es ist immer das gleiche Lied. Die Teufel machen eine gute Figur und unterliegen dennoch. Es ist keine Schande, gegen Deutschland zu verlieren. Doch wie so oft in den letzten acht Jahren macht ein individueller Fehler die Arbeit zunichte." Und De Standaard meinte knapp: "Klose bedankt sich bei van Buyten."
Türkei startet nach Plan
Das Eröffnungsspiel der Gruppe zwischen Kasachstan und der Türkei endete zuvor in Astana mit 0:3 (0:2) für die favorisierten Gäste. Die überlegenen Türken gingen unter dem Kommando von Neo-Trainer Guus Hiddink durch einen vorentscheidenden Doppelschag von Arda Turan (24.) und Hamit Altintop (26.) kurz nach einer Großchance für die Gastgeber in Führung.
Kasachstan, der Gegner im ersten Spiel des ÖFB-Teams am kommenden Dienstag in Salzburg, erwies sich in der Folge als bemüht aber zu harmlos. In der 76. Minute setzte Nihat Kahveci den Schlusspunkt auf dem Kunstrasen in der neuen Astana Arena, in der ein Großteil der 30.000 Plätze allerdings leer blieb. (tsc, rob derStandard.at, 3.9.2010)
ERGEBNISSE Gruppe A:
- Belgien - Deutschland 0:1 (0:0)
Brüssel, 42.000, SR Hauge (NOR), Tor: Klose (51.)
Belgien: Bailly - Alderweireld, van Buyten, Kompany, Vermaelen - Simons (83. Vossen) - Hazard (73. Defour), Fellaini, Vertonghen, Dembele - Lukaku (73. Benteke)
Deutschland: Neuer - Lahm, Mertesacker, Badstuber, Jansen (46. Westermann) - Khedira, Schweinsteiger - Müller, Özil (88. Cacau), Podolski (70. Kroos) - Klose
- Kasachstan - Türkei 0:3 (0:2)
Astana, 25.000, SR Vad (HUN), Tore: Arda Turan (24.), Hamit Altintop (26.), Nihat Kahveci (76.)
Kasachstan: Sidelnikow - Kirow, Abdulin, Kislicyn (85. Rozkow), Popow - Karpowicz (64. Radionow), Ostapienko (72. Malcew), Zumaskalijew, Nurgalijew - Szmidtgal, Azowski
Türkei: Onur Kivrak - Servet Cetin, Hakan Balta, Omer Erdogan, Sabri Sarioglu - Emre Belozoglu, Hamit Altintop, Arda Turan, Mehmet Aurelio (89. Kazim Kazim) - Nihat Kahveci (82. Selcuk Inan), Tuncay Sanli (80. Halil Altintop)