Binnenmarktkommissar Michel Barnier droht mit neuen Gesetzen
Brüssel - Die EU-Kommission will gegen hohe Kontogebühren vorgehen. Binnenmarktkommissar Michel Barnier droht mit neuen Gesetzen, wenn die Banken nicht selbst für eine bessere Vergleichbarkeit ihrer Angebote sorgen, zitiert die Financial Times Deutschland aus einem vertraulichen Brief an die europäischen Bankenverbände. Barnier wolle den Banken abgewöhnen, mit Superangeboten zu werben und hintenherum beim Kunden abzukassieren.
Laut einer EU-Erhebung langten die Banken in Italien und Spanien besonders heftig zu: Hier würden für Leistungen wie Konto- und Kartengebühren, Überziehungszinsen und Telefonbanking für durchschnittliche Nutzer jährlich mehr als 300 Euro fällig. Es folgen Lettland, Frankreich und Österreich mit rund 150 Euro.
Nun müssten Europas Banken alle "Gebühren, Kosten und Provisionen, die für die Kontoeröffnung, -führung und -schließung anfallen, sowie Kosten für Produkte und Dienste, die an das Konto gebunden sind", offenlegen. Wenn sie sich nicht "in einem angemessenen Zeitraum" auf ein einheitliches Informationsblatt für die Kunden einigen, werde Brüssel gesetzgeberisch tätig, warnt der Franzose. (Reuters, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4./5.9.2010)