Basel III

Notenbank hinterfragt Bankensteuer

03. September 2010 18:42

Das geplante Regelwerk Basel III hat für die Notenbank Priorität gegenüber einer Bankenabgabe. Wegen mehrerer Belastungen würden die Gewinne des Sektors um rund ein Drittel sinken

Alpbach - Was sich da alles an Abgaben und Regulatorien über den österreichischen Geldinstituten zusammenbraut, droht den Sektor zu überfordern. Diese von der Finanzwirtschaft schon lange vehement vorgetragene Auffassung wird nun auch von der Oesterreichischen Nationalbank geteilt. Ihr am Rande des Europäischen Forum Alpbach ausgegebenes Credo: Es sollen nicht alle in der Pipeline befindliche Aktionen zeitgleich kommen.

"Wir warnen vor einer kumulierten Inkraftsetzung", betonte der für die Bankenaufsicht zuständige Notenbank-Direktor Andreas Ittner vor Journalisten. Und: Priorität hat für die OeNB das geplante Regelwerk zur Verbesserung der Eigenkapitalausstattung der Banken, das unter dem Stichwort Basel III läuft. Zeitgleich mit der von der Regierung vorgesehenen Bankenabgabe, die 500 Mio. Euro bringen soll, würde der Sektor überfordert. Auch wenn Ittner nicht mehr zu dem Thema sagen wollte, liegt folgende Spekulation nahe: Die Einführung von Basel III ist 2013 geplant, die Bankenabgabe könnte somit 2011 und 2012 zur Budgetsanierung herangezogen werden und dann auslaufen.

Diese Version ist auch aus Bankenkreisen zu hören. Von der Politik werden derartige Planspiele zurückgewiesen. Sowohl Bundeskanzler Werner Faymann als auch Finanzminister Josef Pröll pochen auf dauerhafte Mehreinnahmen. Auch die Vorschläge, mit den Erlösen einen Krisentopf zu speisen, weisen sie zurück.

Nowotny: Kein Rückfall in die Rezession

Die Notenbank hat jedenfalls folgende Belastungen errechnet. Für die von EU-Ebene geplante Einlagensicherung müssen bis 2021 3,5 bis 4,5 Mrd. Euro angesammelt werden. Das entspricht 17 Prozent des durchschnittlichen Jahresgewinns, den die heimischen Banken im Schnitt der letzten fünf Jahre jedes Jahr eingefahren haben. Zählt man die 500 Mio. Euro aus der Bankensteuer dazu, wäre ein Drittel des Profits perdu, erklärte Ittner. Damit werde der von Basel III vorgegebene Eigenkapitalaufbau gefährdet.

OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny hat bekräftigt, dass er nicht mit einem Rückfall Europas oder der USA in die Rezession rechne. Zuvor hat die Notenbank die Prognosen für Österreichs Wachstum in diesem Jahr auf 1,8 Prozent angehoben, wobei Nowotny auch eine Zwei für möglich hält. Der EZB sei bewusst, dass die gegenwärtige Situation eine außergewöhnliche und nicht langfristig aufrechtzuerhalten sei. "Ein Zinsniveau von einem Prozent ist keine dauerhafte Perspektive." (as, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4./5.9.2010)

Kommentar

Ausgeblendete Folgen - Von Günther Oswald

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x man
08.09.2010 13:51
Dann lassen wir eben mit 5% tier capital...

die Einleger weiter ausnehmen. Wie schon Treichl in der Kleinen Zeitung sagte, "Man will uns haengen sehen!" Kein Wunder wen Ihr Banker das recht habt bei 2% Einlage oder sagen wir Euro 2,000 Kontoeinlage daraus Neues Geld im Umfang von mal 50 macht. Sozusagen aus Heisser Luft die 2000 in 100,000 Euro Kredite verwandelt! Nun muesst eben mit 5000 und "nur" 20 mal soviel Neuem Geld leben. Es ist ja eben sowieso nur mehr eine Frage der Zeit wann die Geldmenge dieses System erdrueckt!

system1
06.09.2010 10:59
würden die Gewinne des Sektors um rund ein Drittel sinken...

frage: na und? oder andere frage: was kümmerts mich? oder noch besser: tangiert mich das auch nur in irgendeiner weise? antwort auf alle fragen: NIX und NEIN! ganz im gegenteil: ja ich will dass diese verräter weniger gewinn haben. dies ist mein ausdrücklicher und gleichzeitig einziger wunsch!!!!

Sabrine Grünbaum
05.09.2010 14:56
was ist das problem? ittner lobbyist der banke statt aufsichtsorgan!

was ist das problem, wenn baselIII-vorsorgen für mehr eigenkapital und bankenabgabe ein drittel der gewinne ausmachen, herr ittner? die restlichen 2 drittel werden den aktionären wohl für die dividende reichen, nachdem die banken ohnehin keine körperschaftsteuer mehr zahlen!

den sarazin löst die deutsche bundesbank schon wegen eines buches ab, dass mit dem betrieb der bank gar nichts zu tun hat; sollte man nicht bei uns einen oenb-vorstand, der für die bankenaufsicht zuständig ist, aber nur deren interessen öffentlich vertritt, ablösen?

Macht, Medien und meine Meinung!
05.09.2010 06:59
im auftrag der övp

wird jetzt von allen seiten gelästert, damit die bankensteuer doch noch kippt, damit die reichen u. elite nicht in die tasche greifen müssen, sondern nur der mittelstand, diesen staat finanziert
der mittelstand, der nichts kappiert, aber fleißig geld ins staatsloch pumpt, damit die övp-elite lustig ist.

Agnostiker1
04.09.2010 14:00
Bankensteuer und Basel III sind unvergleichbar.

Bei der Bankensteuer handelt es sich um einen Erguß des unerträglichen Fiskalstaates. Die Steuererlöse werden in den Staatshaushalt fließen und dient nur zur Sanierung des desolaten Staatshaushaltes.

Basel III dient dagegen der Sicherstellung der Kapitalversorung der Wirtschaft.

Die Alternative Bankensteuer versus Basel III ist Unfug.

jesus mohamed von wien
04.09.2010 13:04
es würde schon genügen, wenn das bankensystem

durchschaubar wäre. transparenz auch für die banken. au8f der einen seite die bank geschäfte wo ich alle meine überweisungen bis zu einer gewissen höhe vornehmen kann. diese wäre bis zu den üblichen gehaltsgrenzen. dort kann man ein sparbuch machen und auch normale kredite für anschaffungen bekommen. davon kann eine bank ganz gut leben und es dürfte davon kein geld für investments herausgenommen werde. diese geschäft gehören unter einen schutzschirm. wenn jetzt jemand mit geld geld verdienen will kommt er in eine andere, nämlich in die glückspielabteilung. dieses geld darf nie von der ersten abteilung stammen und kann dort auch keine verluste bringen.

xEurocent
04.09.2010 11:47
Nein zur Bankensteuer!

Ich bin gerne dazu bereit, mithilfe von Massensteuern das Defizit zu reduzieren und für zukünftige Finanzspritzen für die Banken vorzusorgen. Von mir aus können sie gerne die Mehrwertssteuer verdoppeln.

Ich zahle nämlich lieber 30 Cent mehr für die Milch, anstatt dass ich jeden Tag mit dem Gedanken einschlafen müsste, dass wegen meinem Egoismus die Gewinne der Banken etwas geringer sind oder die Managerboni nur noch um 40% statt um 80% steigen. Solidarität ist keine Einbahnstraße, wir alle müssen etwas dazu beitragen!

system1
06.09.2010 11:02
denn: frage nicht was die bonzen für dich tun können,

frage was du für die bonzen tun kannst. und frage auch: wieviel mehr wollen die mir noch von meinem gehalt abziehen? jetzt sinds derzeit 50%. gerne gehe ich aber auch für nur verbleibende 20% tagtäglich hackeln! da ist also noch viel luft, ihr könnt alles haben, ich brauchs nicht.

Sack-Gasse
04.09.2010 12:24

ja
schon alleine die Schneider in London hätten extreme Einbussen zu verbuchen, wenn weniger Nadelstreif gekauft wird

Das jetzige Chaostheorem muss unbedingt beibehalten werden

----
Apropo Theorie
Ich zerreiss diese Theorie in der Luft und wische mir damit den Hintern aus

Agnostiker1
04.09.2010 14:04
An Ihrer Stelle sollten Sie Ihr Post zerreissen und sich damit....

...Ihr Gehirn reinigen. Vielleicht wird dann der Unsinn, den Sie von sich geben, weniger.

eleazar
04.09.2010 16:02

Mein lieber Agnostiker

Kannst du rechnen ?

Rechne mal
0,3 % Wirtschaftswachstum
welche
1 Milliarde hungernde speisen soll
=======================

es geht sich nicht aus, oder, einfach nur BLÖD

mistvieh666
05.09.2010 12:56

ja, eigentlich duerfen wir die hungernden ja eh nicht speisen, weil - "we feed the world" - wir dann die dortige landwirtschaft demolieren.

Agnostiker1
05.09.2010 11:06
Noch ein Beispiel, das Ihren Denkfehler belegt:

Wenn der Staat die Steuern erhöht, steigert er die Masse der zu verteilenden Steuern. Und die kann er bevorzugt zur "Armenspeisung" verwenden. Ergo: das Beispiel belegt, dass zwischen Wachstum und den Armen kein direkter Zusammenhang bestehen muss. Nur bei zu hohen Steuern greift das "Laffer-Theorem" - uns das wäre kontraproduktiv.

one man can make a difference
04.09.2010 15:51
puh ...

Agnostiker ruft zur Lobotomie auf.

Agnostiker1
05.09.2010 10:34
Dr. Mabuse ist wieder im Land.

Peter Lustig2
04.09.2010 11:41

Schön, wie überfürsorglich die Banken hier immer behandelt werden. Kaum soll der Finanzsektor das erste Mal seit Jahrzehnten tatsächlich Steuern zahlen, schon geht das Gejammer los. Die Mrd.-Gewinne der letzten Jahre hingegen waren selbstverständlich (Steuern darauf mussten so gut wie keine gezahlt werden...).

bingobongodongo
04.09.2010 11:26

wenn die banken täglich $4,1bio herumverschieben, können sie aber locker eine St darauf verkraften.

http://www.ftd.de/finanzen/... 49248.html

einfach einführen.

bingobongodongo
04.09.2010 11:07

jetzt jammert grad eine notenbank. ja ja, is ja grad so, als ob einer der grad einen massenunfall verursacht hat, keine vollkasko geschweige denn haftpflicht hat, und nun auf dem standpunkt steht zahlen sollen alle anderen verkehrsteilnehmer nur der verursacher ist nicht schuld.

der ungarische premier hat's vollkommen richtig gemacht. einfach die St eingeführt, ohne sich beirren zu lassen.

wenn die politiker diesmal auch versagen, können sie sich den kapitalismus und vllt noch viel mehr in die haare schmieren. um bei hölzl zu bleiben 'brillantine brutal'

Flann O'Brien
04.09.2010 11:06
Arbeitnehmer hinterfragen Lohnsteuer.

Eine Schlagzeile wert?

Bergdolm
04.09.2010 10:37
Super diese drei Clowns am Foto - unsere "Größen"

Bankensteuer, Erbschafts- und Vermögenssteuer (wenn sie überhaupt kommt) wird nur einen Bruchteil einbringen, was Österreich und deren Steuerzahler für das Hypo Alpe Adria Desaster wird zahlen müssen.

Ob das die drei Vögel am Bild wissen oder wissen wollen, ist eine andere Geschichte.

Der einzige Ausweg:
Mittels eines Sondergesetzes alle HAA-Profiteure bis aufs Existenzminimum Pfänden und dieses Geld der Staatskassa zuführen.

Dass so Typen wie Veit Sorger das ablehnen, ist schon klar. Aber warum soll der "einfache Steuerzahler" dafür aufkommen, dass sich Spekulanten "g'sundstoßen" haben?

Das gilt gleichermaßen für die "Privatprofiteure" der Privatisierungen (BUWUG u.a.) aus der Zeit ÖVP-FPÖ-BZÖ.

Aber mit diesen Clowns ...

Albert Wittwer
04.09.2010 10:14
Jammern gehört zum Handwerk

was Banken alles bedroht, etwa die dringend notwendigen Regulierungen. Oder die globale Transaktionssteuer. Aber obwohl es zuviel innovation & creativity im Sektor gibt, man denke an die Investmentbanken, die so tolle Erfindungen gemacht haben, die nur die Fachabteilungen verstehen konnten, werden sie geschützt, als stürben sie morgen aus. Da streichen wir doch lieber die vierzehnte Familienbeihilfe oder die Pflegestufe eins.

one man can make a difference
04.09.2010 10:52
ja, diese 100.000en finanzprodukte werden nicht gebraucht.

... das ist schädlich für die liquidität der einzelnen instrumente und sind somit zu mind. 90% abzockerinstrumente der bankindustrie.

DirtyHarry
04.09.2010 09:36

Nowotny hat noch 2008 gesagt, dass die Krise nicht nach Österreich kommt, daher glaube ich eher folgender Aussage:

http://www.daf.fm/video/cla... 69008.html

Curd Hombre
04.09.2010 12:35
Nowotny...

..hat schon viel gesagt bzw die ÖnB....ua zur Hypo....

Wenn man die Sager dieses Superhirns länger verfolgt kommt (leider) nur eines zu Tage:

Wo Nowotny drinn ist, kommt nur Mist raus....

ist leider so - ich kenne keine Aussage dieses Herrn, die letztendlich gehalten hat!

Bergdolm
04.09.2010 11:48

Ja der Nowotny ...
Entweder stellt er sich nur so blöd, oder er ist wirklich so blöd, fragen sich viele.
Wahrscheinlich beides.

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