Linzer Klangwolke 2010

Thriller mit Tunnelzug

03. September 2010 18:38
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    Foto: magdalena lepka

    Von Wien nach Linz in neun Minuten.

Das Kollektiv Lawine Torrèn entwirft Szenarien für die Reisenden der Zukunft: Der "Baby Jet" fährt mit 1200 Stundenkilometern

Linz - Angenommen, die Bahnfahrt von Wien nach Linz würde nicht länger als neun Minuten dauern, eine Verspätung fiele gleich ganz anders ins Gewicht. Eher kein Wunschszenario für die ÖBB, wohl aber für die Reisenden der Zukunft.

Die Künstlergruppe Lawine Torrèn rund um Hubert Lepka hat sich mit dieser Fiktion beschäftigt, genauer gesagt mit einem Magnetzug, der dies möglich machen soll. Er verkehrt in einem unterirdischen Vakuumtunnel mit March 1, ist also mit etwa 1200 km/h unterwegs. In Röhren von drei Metern Durchmesser schießt man in Minutenschnelle quer durch Europa, Berlin läge 26 Minuten von Wien entfernt. In der Schweiz hat man sich schon an einer solchen Idee versucht, jedoch ohne Erfolg.

Der flotte Zug, "Baby Jet" getauft, wird von Lawine Torrèn zum Hauptdarsteller der heurigen visualisierten Klangwolke gemacht. Das Kollektiv, erfahren mit Großinszenierungen des Maschinellen (unter anderem bei der Klangwolke 2005), hat sich ein Storyboard einfallen lassen, das die Entstehungsgeschichte des Wunderzugs und eine Testfahrt beinhaltet. Konzipiert ist die Geschichte als Wirtschaftsspionage-Thriller.

Dafür spielt man Videosequenzen ein, veranstaltet Verfolgungsjagden auf der Donau und lässt die Erfinder (in einer der Titelrollen: Silke Grabinger) von Bösewichten drangsalieren - zur Zukunftsmusik gehören eben auch zeitgenössische Feindbilder, "Mythen von heute", so Hubert Lepka.

Die Musik stammt von Peter Valentin, als Erzählerin fungiert Birgit Minichmayr. Zwei Darsteller steuert die ÖBB bei: eine Diesellok und einen Railjet. (Wolfgang Schmutz/ DER STANDARD, Printausgabe, 4./5.9.2010)

 

Linz, Innenstadt und Donaulände, Sa 19.45

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10 Postings
hilde werter
05.09.2010 18:00

War eine feine Sache! Freut mich, dass es sowas in Linz gibt!

a_k
 
05.09.2010 16:35
Bilder

Fotos von der Klangwolke 2010 gibts unter

http://subtext.at/index.php... tival-2010

a_k
 
06.09.2010 09:40
uncle sam3
05.09.2010 11:58
war früher erfrischend neu

und gut besetzt - ist jetzt nur noch peinlich.

vuvuela
 
05.09.2010 18:00

:-) samma leicht alt und gsetzt woan?

Cavaliere Huscher
05.09.2010 11:44
gianni speranza
05.09.2010 11:35

tolle geschichte!

erwaehnenswert scheint die notwendigkeit zu ergaenzen, dass es zum erreichen von mach1 sowie stillstand (am zielort) auch zeit fuer beschleunigung u verzoegerung braucht, gesamt nocheinmal 10 min (ca).
gespannt waer ich wie man die trasse ausreichend grad kriegen will, schliesslich wird bei 343m/s leicht etwas zur kurve. will man 2m/s2 als maximale querbeschleunigung zulassen so duerfen keine kruemmungen kleiner als 60km vorkommen. trassenfuehrung?? entsprechend der abzustuezenden kraefte gibs auch eine laermentwicklung.
spannend ist auch, wie soetwas nach dem kommerziellen scheitern des transrapids finanziell schaffbar sein wird - und billiger wirds sicher nicht.

gianni speranza
05.09.2010 12:01

spannend waer auch zu sehen was so ein transportmittel (ich nehme an es soll billig sein) auf die wahl von wohn- und arbeitsort hat. da koennte doch fast jeder in der EU in bspw Frankfurt oder Wien arbeiten, aber in minsk, oder sonstwo wohnen; da koennte also (ueberraschenderweise!) richtig viel verkehr zusammen kommen, mit ungeahnten auswirkungen fuer europa (staedteplanung..).

vermutlich wird eh aber alles nicht soo heiss gegessen wie gekocht werden :0))

Cavaliere Huscher
05.09.2010 11:45

Darob erscheint das auch unter "Kultur > Bühne" und nicht unter "Wissenschaft" oder "Verkehr". ^^

gianni speranza
05.09.2010 12:11

vielleicht macht Elisabeth T Spira eine Folge mit "Kuenstler ohne Heimvorteil" und interviewt noch ein paar 8 bis 10 jaehrige als Kontrollgruppe. das waer dann aber Satire.

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