Bankenbelastungen

Ausgeblendete Folgen

3. September 2010, 18:34

Die Politik hinkt globalen Entwicklungen weiter hinterher - Von Günther Oswald

Auf dem ganzen Globus tüfteln die Experten seit Ausbruch der Finanzkrise an der Lösung eines zentralen Problems: Wie kann man künftig verhindern, dass global agierende Banken durch fehlende globale Regeln nationale Ökonomien in die Krise stürzen?

Viele Vorschläge wurden bereits ventiliert und sind zum Teil auch schon konkret ausgearbeitet. Der Baseler Ausschuss, dem Bankenaufseher und Notenbanker aus 27 Ländern angehören, plädiert dafür, die Banken mit deutlich mehr Eigenkapital auszustatten. In der öffentlichen Wahrnehmung spielt das Gremium zwar keine große Rolle, in Sachen Stabilität der Finanzmärkte ist es aber von entscheidender Bedeutung. Müssen die Institute mehr Eigenkapital halten, können sie im Krisenfall länger durchhalten.

Eine viel größere Rolle spielen in der öffentlichen Debatte die in zahlreichen Länder diskutierten Bankenabgaben und die Finanztransaktionssteuer. Sie tragen zwar weniger zur Stabilität der Märkte bei, wecken aber Hoffnungen auf große Einnahmen für die maroden Staatshaushalte. Das ist zwar legitim. Niemand wird Einspruch dagegen erheben, dass auch die Finanzwirtschaft ihren Beitrag zur Budgetsanierung leisten soll. Was bisher aber zu wenig beachtet wurde: Niemand hat sich genauer angeschaut, welche Wechselwirkungen die diversen Einzelvorschläge haben, wie die Kunden davon betroffen wären, wie die Kreditvergabe beeinflusst würde.

Die Politik hinkt also globalen Entwicklungen weiter hinterher. Das wird sich auch nicht ändern, weil es sowohl von den Politikern als auch von der Bevölkerung so gewünscht ist. Kompetenzen sollen möglichst national bleiben. Eines ist aber auch klar: Solange das so bleibt, wird man beim Schließen von Regulierungslücken immer langsamer sein als jene, die die Lücken suchen und darauf ihr Geschäftsmodell aufgebaut haben. (Günther Oswald, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4./5.9.2010)

also dann ...
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die regeln ... für "ethisches/nachhaltiges wirtschaften" sind ganz einfach :

verbot + strafrechtl.konsequenzen...für alle banken,
- die geschäfte ausserhalb der bilanz...tätigen
- die tochtergesellschaften in steueroasen (von dellaware bis macao und caymann, OIE, LUX, CH) gründen
- für alle boni, die binnen 4-jahresfrist ausbezahlt werden und über 1/3 des jahresgehaltes hinausgehen.
- für alle "spekulationen" wie z.b. derivate (insbes. auf währungen/zinsen) sowie des eigenhandels mit allen rohstoffen.

weiters :
- spekulationen + eigenhandel NUR dann,
wenn die geschäfte mit 100 % eigenkapital ...
unterlegt sind !
- einbehaltung des gewinnes solange, bis 8 % der assets (summe aller kredite) erreicht sind,
- keine anrechnung von hybrid-kapital auf das eigenkapital !

tja...

her wig
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Regulierungslücken...

Man hat den Eindruck Banken legen es nur darauf an Schwachstellen im Finanzsystem auszunutzen - und wenn sie es schaffen ist die Politik schuld.

Das kann doch nicht sein.

Es braucht schlicht und einfach die Erkenntnis von guten und bösen Taten. Die guten werden gelassen, die bösen werden bestraft. So wie das in allen anderen Branchen auch üblich ist.

Plinius
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ach, die armen armen...

...Banken! Ein Tränlein schleicht sich ins Auge, hoffentlich werden diese Kraken nicht zu hart angefasst. Denn dann können sie sich wieder rauswinden und wir alle dürfen wieder glücklich sein...

Außerirdischer
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Basel II war und ist besonders für Selbständige und KMU´s ein ziemliches Problem!

Wen juckt´s, wen kümmert´s?

p.S: zum Thema ''Hinterherhinken'': bei Ausgrabungen aus der Römerzeit wurden österreichische Funde automatisch 10 Jahre später datiert, weil man davon ausging, dass in Ö alles später passiert. Da haben wir eine Tradition ; 0 )

bingobongodongo
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woher will der journalist wissen dass dies von der bevölkerung und den politikern so gewollt wird? hat er umfragen durchführen lassen?

ich habe gar nicht gewußt, was ich so als bürger alles will

Kritiker1A
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Viele dieser Lücken wurden ja durch den Gesetzgeber erst wieder geschaffen, und zwar bewußt und wissentlich. Das Problem ist, dass die Politiker ganz offensichtlich die Gier und die damit verbundene Kriminelle Energie bei weitem unterschätzen.

Alleine schon die Lockerung der Balanzierungsregelung, um den Banken nach der Krise überhaupt Bilanzen zu ermöglichen zeigt ja, wie willig die Politik die "Lücken" darbietet.

Warum Bad-Banks. Man hätte ja durchaus mit dem gleichem Geld Good-Banks machen können, die man dann zu einem späteren Zeitpunkt an die Börse hätte bringen können.
Jetzt liegt der Anlage-Giftmüll immer noch herum, und jeder hofft das die Giftmüllablagen dicht bleiben.

Offiziell verteufelt man die Spekulanten und trotzdem hat man den Müll für diese zwischengelagert.

her wig
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Good Banks

Super Idee! Die guten Teile -- zum Schutz der Bevölkerung und der gesunden Unternehmen -- herausnehmen, und die Bankeigentümer auf dem Rest sitzen lassen.

bingobongodongo
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na logo, man (banken, politiker) will auch mist verhökern. oder war das schon irgendwann mal anders?

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