"Tatort": Am Ende des Tages ohne Charlotte Sänger

03. September 2010 19:08
  • Artikelbild
    Foto: ard/rbb

    Sehnt sich nach Komödien: Andrea Sawatzki ermittelt nach acht Jahren im letzten "Tatort".

Andrea Sawatzki ermittelt zum letzten Mal - Es bräuchte mehr dieser Figuren, die dermaßen polarisieren

Zu Charlotte Sänger sind zwei Positionen möglich: bedingungslose Verehrung oder Verachtung, ebenso ohne Kompromiss. Das war von Anfang an so, und es war gut. Es bräuchte mehr dieser Figuren im glattgebügelten Fernsehen, die dermaßen polarisieren wie die Tatort-Kommissarin.

Andrea Sawatzki legt in ihrem 18. Fall nach acht Jahren ihre Rolle als ernste Frankfurter Ermittlerin ab. Am Ende des Tages ist ein dichtes Fallstudium, das noch vor der Tat Beziehungsgeflechte sieht. Ihr früherer Chef gerät unter Mordverdacht. Sänger und Kollege Dellwo (Jörg Schüttauf) tauchen in Familienmysterien ein.

Zu ihrer Ermittlergeschichte darf sie jedenfalls den besten Tatort der jüngeren Geschichte zählen. 2008 schrieb Autorin Judith Angerbauer Der frühe Abschied, ein schockierendes Krimidrama um eine mögliche Kindsmörderin, das unvergessen bleibt.

Sawatzki hörte auf, weil sie sich nach Komödien sehnte. In Doris Dörries plumpem Frauenklamauk Klimawechsel überzeugte sie nicht. Mit Uwe Ochsenknecht scherzt sie bald im Schlagermilieu. Möge die Formkurve steigen. (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 4./5.9.2010)

Sonntag, 20.15, ORF 2

Kommentar posten
11 Postings
Fleischsack, größtenteils aus Wasser
06.09.2010 12:50

Als Nicht-Krimischauer muss ich jetzt mal in die Runde fragen: Müssen TV-Kommissarinnen eigentlich immer diesen leidend-wissenden Blick draufhaben?

hed
06.09.2010 10:53
Am Ende des Tages ist ein dichtes Fallstudium, das noch vor der Tat Beziehungsgeflechte sieht.

gibt es dafür eine übersetzung?

Je pense que
06.09.2010 09:47
Bedingungslose Verehrung!!

Und sie wird sehr bald zu ernsten Themen zurückkehren.

peter schmidt
 
05.09.2010 14:39
Ah wieder ein schöner Ausdruck

"Am Ende des Tages"

Läuft die Sendung immer um 23-0 Uhr oder wie ist das zu verstehen?

spoiled ballot
06.09.2010 08:59
war der titel der letzten folge

peter schmidt
 
06.09.2010 16:07
Alle Achtung dann muss ich mich entschuldigen

und hatte die Phrase "am Ende des Tages" das erstemal tatsächlich einen erkennbaren (zumindest wortspielerischen) Sinn.

Ingrid Goeschl1
04.09.2010 16:21
Das waren die Tatorte, die ich mir überhaupt nie angeschaut haben.

Ich habe nicht mal den Namen dieser Kommissarin gewusst, sondern sie nur am Bild erkannt, ich fand sie eigentlich schlicht sehr schlecht.

Def. Izit
04.09.2010 09:02
Adieu - finds nicht polarisierend, eher bereichernd

dass Tatort von klamaukig (Börne & Co) über "sozialreal" (Ehrlicher, Sawatzki) bis konventionell (Blum) variiert(e) (exemplarisch nicht komlett).

Ein österreichischer Europäer
04.09.2010 04:40
Das Problem mit ihr ist: Sie ist sehr attraktiv, aber spielt seltsam völlig übertrieben.

Einmal sah ich diese herrliche Rothaarige als Charlotte Sänger: total verhuscht, geradezu lächerlich und unglaubwürdig.
Vor allem war unverständlich, warum ausgerechnet sie diese Figur darstellte. Warum ließ man sie nicht auf den Spuren einer Isabelle Huppert (Geheime Staatsaffären) oder Helen Mirren (Heißer Verdacht) wandeln? Alles schöne Ermittlerinnen.
Aber das ist nur eines der Rätsel der Tatort-Reihe. Weitere ungelöste Rätsel: Warum diese vorhersehbaren, hanebüchenen Plots? Warum die banalen Dialoge? Warum praktisch nie professionelle Spannungsdramaturgie?
Leute, seht euch The Shield, Mad Men (herrlich rothaarig: Christina Hendricks!) oder Life on Mars (BBC!) an, so schauen hervorragende TV-Filme heute aus. Tatort wirkt vorgestrig.

-Lucien-
05.09.2010 14:25

attraktiv????? Hahaha!

Terence Lennox
03.09.2010 19:23
Der frühe Abschied..

..war unfassbar gut. Ebenso die Magarethe-von-Trotta-Folge mit der Verwahrlosung und dem Verhör nach der Aufklärung des Falles. Großes Fernsehen..

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.