"Skylink": RH-Bericht fertig

03. September 2010 18:47

Der Rohbericht des Rechnungshofs zum Terminal-Debakel wurde den Flughafen-Vorständen zugestellt

Wien - Der mit Spannung erwartete Rechnungshof-Rohbericht zum Skylink-Debakel beim Flughafen Wien wurde am Freitag, zugestellt, bestätigte Flughafen-Sprecher Peter Kleemann. Der 300-seitige Bericht wurde an den Flughafen-Vorstand sowie an die Länder Niederösterreich und Wien, die mit je 20 Prozent die beiden größten Aktionäre sind, übermittelt.

Der Flughafen-Vorstand hat ab heute ein Monat für seine Stellungnahme gegenüber dem Rechnungshof (RH) Zeit, die Länder Niederösterreich und Wien drei Monate. "Wir prüfen nun die Inhalte und werden unsere Stellungnahme fristgerecht abliefern", so Kleemann.

"Unkoordinierte Planung"

Seit 23. Oktober 2009 durchkämmen die Prüfer des Rechnungshofs die Unterlagen zum Skylink und nehmen die Kostenexplosion beim Bau des Terminals unter die Lupe. Der Inhalt des Rohberichts ist noch nicht bekannt. Über die wichtigsten Kritikpunkte ist trotzdem schon einiges zu hören, schreibt der "Kurier" (Samstagsausgabe). Die Großbaustelle soll völlig unzureichend vorbereitet worden sein. Anstatt einen Generalunternehmer zu engagieren, wurde die Bauabteilung des Flughafens beauftragt. Eines der größten Probleme, wenn nicht das Hauptproblem, war die unkoordinierte Planung, die so gut wie nie dem aktuellen Stand der Arbeiten auf der Baustelle entsprach und in ein Chaos ausartete. Die begleitende Kontrolle von Kosten und Zeitplan soll versagt haben. Auf Warnungen, die im Lauf der Bauzeit dann auch schon von den ausführenden Firmen selbst kamen, wurde offenbar nicht entsprechend reagiert.

Um die offiziellen Baukosten in der Öffentlichkeit niedrig zu halten, wurden mit Genehmigung des Aufsichtsrates Teilprojekte nicht dem Skylink zugeordnet, was der Flughafen jedoch bereits mehrfach dementiert hatte.

Wie zu hören ist, soll der Rechnungshof auch die Gehälter samt Erfolgsprämien der Vorstände (je rund 400.000 Euro) und deren Pensionsregelung kritisieren. Ob die Boni auch für 2010 ausbezahlt werden, ist an den Rechnungshofbericht geknüpft.  (APA)

Beobachter76
08.09.2010 14:18
Wie kommen solchen inkompetenter EntscheiderInnen in Macht?

Ein Projekt mit 400 millionen Euro gestartet, nach einem Jahr stellen wir fest, das 900 millionen Euro brauchen werden.

Es ist unverständlich. Warum haben wir rechtzeitig reagiert? Wer hat die Personal ausgesucht?

docw
04.09.2010 15:40

durch die dreimonatige frist wird der RH-bericht erst nach den wiener wahlen veröffentlicht werden. ganz im sinne häupls.

Wolperdinger
04.09.2010 12:41
Ein Sittenbild in der Korruptionsoase Österreich !

Ja Frau B.O, die Arbeit reisst nicht ab.
Das währ doch gleich mal was für die von B.O. mit großen Popanz etablierte Antikorruptions Akademie !
Oder passiert wieder nix ?
Der Sumpf wird immer tiefer.

DirtyHarry
04.09.2010 11:55
SP-VP-Filz

Typischer großkoalitionärer Filz.

flint stone
04.09.2010 01:28
ein Schelm, der Böses....

Ich finde es nur "köstlich", dass die ÖVP Wien vom Bürgermeister die Veröffentlichung des Berichts verlangt....

Kann denn niemand "Onkel Erwin" kontaktieren, dass er eine Kopie der Wiener ÖVP zukommen lässt? Oder hängen doch beide Großparteien am selben Seil ;-)

Purplevienna
04.09.2010 11:26

... das wirklich Interessante dabei ist jedenfalls die Tatsache, daß sich Flughafenvorstand und BM Häupl vor knapp einem Jahr mit Händen und Füssen gegen die Untersuchung durch den Rechnungshof gewehrt haben, wogegen interessanterweise Onkel Erwin nichts dagegen hatte!!?? Ein gewisses Übergewicht der SPÖ ist im Vorstand des Flughafens nicht zu übersehen:
Schließlich 1999 der Büroleiter von Helmut Zilk Gerhard Schmid im Flughafenvorstand installiert worden. Zusätzlich installierte Häupl 2003 seinen Pressesprecher Wolfgang Trimmel ebenso dort ......
Also das Seil muss eine enorme Tragfähigkeit haben - mal sehen, wo oder bei wem es als Erstes reißt!
Mit Sicherheit wird es bis nach den Wiener Wahlen noch durchhalten!

Franz Schwingenschrot
03.09.2010 18:38
So nebenbei

Nich nur Misswirtschaft und Überforderung haben die Kosten mehr oder weniger verdoppelt. Da wird vielleicht das eine oder andere Einfamilienhaus so nebenbei und gratis auch gebaut worden sein. Nein? Alles schon dagewesen beim Flughafen.
http://gedaunknsplitta.blog.de

Nashwin_Fuller
 
03.09.2010 20:50

...und erst die teuren Wahlkämpfe der ÖVP Niederösterreich und der SPÖ Wien.

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