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PR-Profi Wolfgang Rosam erklärt Eva Glawischnig im Lokal "Österreicher im MAK" , das Rosam einst besaß, wie sich die Grünen besser verkaufen ließen. Glawischnig goutierte nicht jeden Vorschlag.

"So wie die Basisdemokratie derzeit ist, führt sie in eine Sackgasse."

"Wollen Sie die Welt retten oder die Situation im Kindergarten ums Eck verbessern?"

Als Reaktion auf die Querelen innerhalb der Wiener Landesparteigruppe kündigt die Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, im Standard-Sommergespräch an, die autonome Erstellung der Kandidatenlisten durch die Bezirksgruppen diskutieren zu wollen: „Wir werden uns neue Modelle überlegen. So wie die Basisdemokratie derzeit ist, führt sie in eine Sackgasse.“ Glawischnig verteidigt im Gespräch mit dem Lobbyisten Wolfgang Rosam die Wiener Grünen-Chefin Maria Vassilakou. Diese sei eine „extrem begabte Politikerin“.
Rosam moniert, die Grünen müssten „mehr Leadership zeigen“ und sich „überhaupt neu definieren“. Momentan glaube der Wähler, die Grünen wollten „die Welt retten und dann erst Ottakring“. Das sei jedoch die falsche Reihenfolge.
Über den Wechsel Stefan Schennachs von den Grünen zur Wiener SPÖ zeigt sich Glawischnig „verwundert“. Sie sei zwar nicht zornig, wie das Vassilakou formuliert hatte, habe dafür aber „überhaupt kein Verständnis“.
Schennach selbst bezeichnet seinen Gefühlszustand als „traurig und leer“. Die Grünen zu verlassen sei ihm nicht leicht gefallen. Er werde aber sicher keine Wahlkampf-Geheimnisse der Grünen weitergeben, das habe er „der SPÖ klar gesagt“.
***
Standard: Maria Vassilakou hat gesagt, ihr Zorn aufgrund des Wechsels von Stefan Schennach zur SPÖ ist groß. Wie groß ist Ihrer?
Glawischnig: Zorn ist das falsche Wort, aber der Abgang war unsauber. Es gibt leider Menschen, denen eine Position oder ein Mandat wichtiger ist als ihre inhaltliche Überzeugung.
Standard: Herr Rosam, Sie haben zur Zeit der EU-Sanktionen gegen Schwarz-Blau die ÖVP beraten. Was ist Ihr Tipp für die Grünen?
Rosam: Das basisdemokratische Modell der Grünen gehört überdacht. Es ist tot. Außerdem interessiert es die Wähler überhaupt nicht, wie ihr eure Mandatare aufstellt. Die Österreicher wollen eine Partei mit Leadership. Wir sind ein an Autoritäten orientiertes Land. Es fehlen mir die Visionen bei den Grünen. Wie den Traum, für jeden Wiener suchen wir einen Quadratmeter Wiese.
Glawischnig: Für jedes Kind.
Rosam: Auch eine Idee. Das wäre ein Traum! Ihr träumt zu wenig.
Glawischnig: Dieser Sommer war alarmierend: die Katastrophe im Golf von Mexiko, in Pakistan, in Russland, all die Auswirkungen des Klimawandels, die auf einmal real werden. Die passende Grüne Vision gibt es.
Rosam: Ja, aber was macht ihr daraus? Die BP-Katastrophe hat dem dümmsten Ignoranten vor Augen geführt: So geht es nicht weiter. So ein Momentum darf sich ein Grün-Politiker nicht entgehen lassen.
Glawischnig: Bei diesem Ohnmachtsgefühl anzusetzen ist unsere Aufgabe. Der zweite Schritt, die Verhaltensänderung, ist schwieriger. Auch Österreich hängt am internationalen Öltropf. Wir haben den Schlachtruf "Raus aus Öl", um zu zeigen: Man muss die Energieversorgung umbauen.
Rosam: Das überfordert das Publikum aber. "Raus aus Öl" ist vielleicht plakativ, aber die Nachvollziehbarkeit endet da auch schon beim Hausmeister.
Glawischnig: Sie wollten doch mehr Träume!
Rosam: Zum Traum muss man aber auch die Machbarkeit liefern.
Glawischnig: "Raus aus Öl" kann man jeden Tag leben. Man muss sich nur ein Fahrrad kaufen oder mit den Öffis fahren.
Rosam: Aber ihr kommuniziert nicht, was der Einzelne davon hat. Die Argumentation bisher ist: Kauf eine Pelletsheizung, dann tust du was für den Umweltschutz. Besser wäre: Kauf dir eine Pelletsheizung und du wirst unabhängiger in der Energieversorgung. Das würde dem Bedürfnis nach Sicherheit voll entsprechen.
Glawischnig: Und es ist billiger. Vielleicht sollten wir den Kundennutzen weiter nach vorne stellen. Daran denken wir erst an zweiter Stelle. Wir reihen zuerst den Umweltschutz, das ...
Rosam: Sie wollen die ganze Welt verändern und dann erst Ottakring. Ich sage: Verändere zuerst Ottakring, dann ist es leichter die Welt zu ändern.
Glawischnig: Ich bin ja sehr zufrieden mit Ottakring. Da fällt mir ein schönes Beispiel für Integration ein: In dem Haus, in dem meine Wohnung ist, gibt es unten einen türkischen Greißler. Einer seiner Söhne hat eine Frau bedient, die Serbin war und mit ihr serbisch gesprochen. Sie hat gesagt:"Warum sprechen Sie meine Sprache?" Und er hat gesagt: "Gnä' Frau, wir sind in Wien." Übrigens hatten wir noch einen Slogan: "Pellets statt Putin".
Rosam: Ich unterstelle ja nicht, dass euch nichts einfällt, aber eure Kommunikation ist meistens viel zu soft oder zu intellektuell. "Pellets statt Putin" könnte durchaus eine tolle Kampagne sein.
Standard: Wie wäre es denn weniger soft?
Rosam: Um wahrgenommen zu werden, muss man auf einem Thema wochenlang und kampagnenmäßig draufbleiben. Die Grünen glauben, mit ein bisschen Pressearbeit hört sie schon jeder. Das funktioniert aber in unserer informationsüberfluteten Welt nicht.
Glawischnig: Breite Werbekampagnen können wir uns neben Wahlen nicht leisten. Aber es müssen uns geschicktere Werbemethoden einfallen. Da bin ich selbstkritisch. Nur weil ich etwas dreimal sage, merkt sich das keiner.
Rosam: Ihr sitzt auf den emotionalen Themen, die mehrheitsfähig sind, und macht nichts draus. Den Menschen ist nicht egal, was mit ihren Kindern oder der Umwelt passiert. Aber ihr gelangt mit eurem Kommunikationsstil nicht in das Herz der Leute. Manchmal habe ich den Eindruck, ihr seid zu hochmütig, um in diese Niederungen hinabzusteigen.
Glawischnig: Ich kann mir gut vorstellen, für bestimmte Kampagnen, wo es um den Inhalt geht, Geld zu sammeln.
Rosam: Etwa Fundraising für Themen. Eine Partei wie Ihre sollte viel aktionistischer auftreten.
Standard: Agieren die Grünen zu abgehoben, zu hochmütig?
Glawischnig: Ich glaube, bei den meisten der politischen Fragen haben wir die Mehrheit der Bevölkerung hinter uns. Wenn wir zum Beispiel sagen, bei den Kindern, bei Bildung zu sparen ist falsch.
Rosam: Ihr Politiker müsst von diesen Allgemeinsätzen wegkommen. Egal ob hier ein Roter, Schwarzer, Blauer oder Grüner sitzt, er wird immer sagen: Wir brauchen mehr Geld für Bildung, mehr Geld für Soziales. Diese Plattitüden können die Leute nicht mehr hören. Ihr müsst viel konkreter und nachvollziehbarer werden. Dazu braucht es in der Grünen-Dialektik eine andere Sprache. Ihr sprecht mittlerweile dieselbe Sprache wie die Politiker der anderen Parteien.
Glawischnig: Was heißt eine andere Sprache? Wir reden alle Deutsch (lacht).
Rosam: Sie wissen, wie ich das meine.
Glawischnig: Gut, also alles konkret machen? Mein Kind soll im Kindergarten nicht mit 25, sondern mit zehn Kindern in der Gruppe sein.
Rosam: Zum Beispiel. Mit so einem konkreten Ziel wäre der Druck der Öffentlichkeit ein anderer. Man muss eine persönliche Betroffenheit schaffen. Ihr müsst einen Weg finden, eure Ziele und Ideale mit den Befindlichkeiten der Bevölkerung in Einklang zu bringen. Viele erwarten von den Grünen mehr als von anderen Politikern.
Glawischnig: Es ist ja auch schön, dass an uns höhere Erwartungen gerichtet werden.
Rosam: Die Enttäuschung der Menschen kann bei Nicht-Erfüllung aber umso größer sein.
Glawischnig: Wir strengen uns ja an. Auf der anderen Seite ist uns nichts Menschliches fremd.
Rosam: Es braucht in der aktuellen Lage trotzdem ein Machtwort.
Glawischnig: Maria Vassilakou macht das gut. Ich hoffe, dass die Wiener Landesgruppe das hinkriegt.
Rosam: Die Vassilakou ist nett, aber reicht das?
Glawischnig: Sie ist eine extrem begabte Politikerin.
Standard: Nur sind Sie die Chefin. Der Satz "Nichts Menschliches ist uns fremd" ist verständlich, dennoch sind Sie verantwortlich für eine der fünf Parlamentsparteien.
Glawischnig: Die Partei möchte ich gerne sehen, wo, wenn jemand von einer anderen Partei gekauft wird, der Chef kommt und sagt, du bleibst jetzt da. Die steirische SPÖ hat sich gespalten, die in Kärnten ist mit drei Listen angetreten: Ist Werner Faymann jetzt ein schlechter Parteichef?
Rosam: Das Floriani-Prinzip nutzt Ihnen aber nichts.
Glawischnig: Eh nicht. Aber gewisse Dinge kann man nicht im Nachhinein ändern. Über die Listenproblematik werden wir diskutieren und uns neue Modelle überlegen. So wie die Basisdemokratie derzeit ist, führt sie in eine Sackgasse.
Rosam: Ihr müsst euch überhaupt neu definieren, und zwar spätestens nach der Wien-Wahl.
Glawischnig: Das ist jetzt Berater-Sprech. Was soll denn das konkret heißen? Ich seh schon: Glawischnig muss sich neu erfinden?
Rosam: Sie müssen die Positionierung, die Eigendefinition und vor allem die Wahrnehmung der Grünen ändern. Wenn das, was euch ausmacht, beim Wähler nicht ankommt, muss man es ändern. Man muss Sympathisanten sammeln.
Glawischnig: Wir haben Konzepte, die uns ausmachen. Wir sind auf jeden Fall ein Bollwerk gegen Rechts, jede Grenzüberschreitung wird von uns kompromisslos geahndet. Kernanliegen ist natürlich die Umwelt- und Klimaschutz-Thematik. Das ist eine positive Vision, sie verlangt aber auch viel ab. Menschen müssen hier ihren Lebensstil infrage stellen. Wenn alle so leben würden wie die Europäer oder die Amerikaner, braucht man mindestens einen zweiten Globus.
Rosam: Wollen Sie die Welt retten oder die Situation im Kindergarten ums Eck verbessern?
Glawischnig: Beides.
Rosam: Okay. Derzeit werdet ihr primär so wahrgenommen, dass ihr die Welt retten wollt. Das wird wohl positiv anerkannt, aber man glaubt nicht, dass ihr das, als Österreichs Grün-Partei, schaffen werdet. Also neigt der Wähler dazu zu sagen, ihr träumt vom Klimawandel, aber die unmittelbare Politik fehlt. Dabei könntet ihr, wie die zwei Wiener Bezirke gezeigt haben, durchaus abräumen.
Standard: Momentan stehen die Grünen dort nicht so positiv da.
Rosam: Ja, weil das basisdemokratische Prinzip die erfolgreiche Politik zerstört.
Glawischnig: Wir machen es uns nicht immer leicht. Wo wir regieren und arbeiten, wie in Oberösterreich, Graz oder Bregenz, bringen wir viel weiter.
Standard: Egal ob richtig oder falsch, die Bezeichnung "Chaostruppe" begleitet die Grünen seit Beginn. Wie könnte man diesen Stempel loswerden, Herr Rosam?
Rosam: Die Grünen müssen - wie jede andere Partei auch - Leadership zeigen. Die Menschen wollen Politiker, die ihre Partei im Griff haben und damit ihre Interessen vertreten können. Wenn man euch Chaos unterstellt, so müsst ihr das Positive daran herausstreichen und es als Stärke darstellen.
Glawischnig: Warum wird die ÖVP nicht als Chaostruppe bezeichnet, wo sich der Finanzminister noch nie gegen einen Landeshauptmann durchgesetzt hat? Die zeigen ihm die Nase. Von mir wird erwartet, dass ich in jeder Sitzung bei jeder Bezirksgruppe dabei bin und die Leute zu Ordnung ruf.
Rosam: Das Floriani-Prinzip haben Sie schon gern, oder?
Glawischnig: Nein, aber ich wünsche mir gleiche Maßstäbe. (Saskia Jungnikl, DER STANDARD, Printausgabe, 4./5.9.2010)
EVA GLAWISCHNIG (41) ist seit 17. Jänner 2009 Bundessprecherin der Grünen. Sie löste damit Alexander Van der Bellen ab, der diese Funktion elf Jahre lang innehatte. Glawischnig wurde in Kärnten geboren, sie studierte in Graz Rechtswissenschaften. Vor ihrem Einstieg in die Wiener Gemeindepolitik 1996 arbeitete sie als juristische Beraterin der Umweltschutzorganisation Global 2000. Glawischnig wurde 2002 Klubobmann-Stellvertreterin im Nationalrat, 2006 bis 2008 war sie zudem Dritte Nationalratspräsidentin.
WOLFGANG ROSAM (53) ist PR-Profi, Lobbyist und Kommunikationsberater in führenden Unternehmen. Er kommt wie Glawischnig aus Spittal an der Drau. 1987 kaufte er von Georg Mautner Markhof die PR-Agentur Publico, machte sie zum Marktführer und etablierte den Geschäftszweig Lobbying. 2003 verkaufte er die Publico, fünf Jahre später gründete er die "Wolfgang Rosam Change Communications" -Agentur. Er war unter anderem Berater von Wolfgang Schüssel während der EU-Sanktionen gegen die ÖVP-FPÖ-Regierung.
und sollange es "nicht darum geht" werden die grünen stets und immer bei ihren unbedeutenden ~10% herum grundeln und *keinerlei* bedeutung für die realpolitik spielen.
ein paar bobos mag man via pseudo-intelektuellem gehabe erreichen + ansprechen; aber gaaaanz sicher nicht die majorität. die spricht man nämlich *tada* (überraschung!) tatsächlich vie emotionen an.
und wenn "ich" eine partei bin, welche regierungsverantwortung übernehmen will (was die grünen ja *angeblich* möchten) dann darf ich mich nunmal nicht mit einer völlig unbedeutenden minorität zufrieden geben.
die fpö hat das längst erkennt (ausweitung der wählerschicht vom harten kern der rechs-rechts-rechts-aussen hin zu den zitat "c-wähler-schichten", also dem pöbel).
witzig , schon im sog. orf-sommerinterview wurden ihr vom andren elitären lackaffen ratschläge zur abkehr von basisdemokratie erteilt und mehrmals "leadership" ins spiel gebracht bzw. eingefordert , klingt ja gleich viel schnittiger als führerschaft .
klar ist basisdemokratie ein dorn im aug´ für die unzähligen selbsternannten wirtschaftsleader - können die interessen vieler einzelner nicht so einfach übergangen werden.
ist eine schnappsidee sondergleichen; kann vielleicht in einer studenten-wg funktionieren aber das wars auch schon.
nur so zur überzeichnung:
möchten sie eine feuerwehr, welche basisdemokratisch agiert? wo jeder einzelne man das tut, wonach im gerade der sinn steht? 10 mann löschen an ein+derselben stelle, überall anders brennts munter weiter? denken sie, dass solcherarts ein großbrand effizient bekämpft werden kann? ohne jemanden der das gesamt-lagebild überblickt + entsprechend einteilt?
träumerlein!
bei einem brand in favoriten würden die grünen als feuerwehr in döbling zusammensitzen und diskutieren, ob das feuer eigentlich eine gute erfindung ist oder nicht. pro: seinerzeit licht- und wärmequelle aus erneuerbaren rohstoffen, gebratene jakobsmuscheln sind ohne feuer undenkbar; contra: abgase, bücherverbrennung.
Jeder macht was er will ist nicht grad die Definition von Basisdemokratie.
Die größte Gefahr bei Basisdemokratie sehe ich eher darin, dass das Haus abgebrannt ist, bis entschieden ist wer was löscht. Aber auch das setzt voraus, dass die Basisdemokratie erst am Einsatzort beginnt - was wiederum auch keine grundlegende Eigenschaft der Basisdemokratie ist.
...wow, einmal ein angenehmer Artikel mit/über die Grünen. Herr Rosam bringt´s auf den Punkt und spricht mir aus dem Herzen - ich hoffe, Fr. Glawischnig kann aus dem Gespräch ein paar Anregungen mitnehmen.
Irgendeine Partei sollte ich doch wieder ein Kreuzerl geben können - die Grünen haben es sich seit 2009 nicht mehr verdient. Mal schaun, ob sie mich wieder Überzeugen können.
"Glawischnig: Ich glaube, bei den meisten der politischen Fragen haben wir die Mehrheit der Bevölkerung hinter uns."
Hier ist ein, nein d a s gesellschaftliche Problem der Gegenwart und vor allem der Zukunft:
Die fehlende Integrationsbereitschaft all jener Moslems, die sich von ihren Verbänden, Muftis und Imamen missbrauchen lassen!
Und die werden seit Jahren stetig mehr!
Die grüne Antwort dazu?
Dumm, lächerlich, abgehoben, selbstzerstörerisch, blind, taub, und vor allem:
an der weit überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung nicht nur vorbei, sondern der diametral entgegensetzt.
So befriedigen die Grünen halt ein paar Prozente der Wählerschaft, die abgehoben in realen oder geistigen Elfenbeintürmen sich abschotten.
an der Öffnung in alle Richtungen, der Auslagerung der Produktionen in Billiglohnländer u.s.w. Der ehemalige Nationalstaat von dem alle phantasieren existiert schon lange nicht mehr und es wird ihn auch nie wieder geben. Diese globalisierte Welt und die negativen Auswirkungen kann man nicht durch Ausländerhass und Hasspolitik verändern, das funktioniert nur durch Integration, Intellekt, Humanität, soziale und wissenschaftliche Errungenschaften, Kultur.
Man kann das nur ändern indem man dem Neoliberalismus in seiner menschenfeindlichen Dimenson erkennt und die politischen Vertreter ÖVP-FPÖ und SPÖ in die Schranken weist, in die sie gehören. Also dass sie nicht nur ihre privaten Wirtschaftsinteressen im Ausland vertreten, sondern auch uns.
dass ich mich noch nie durch Ausländer und Moslems bedroht, hintergangen, beleidigt oder wasimmer gefühlt hätte, sehr wohl aber von der unfairen, unsozialen familienfeindlichen, kinderfeindlichen und frauenfeindlichen Manner-und Lobby-Eliten-Politik von SPÖ, ÖVP, FBÖ/BZÖ? Von diesen eiskalten, schwarzrotbraunen Jägern.
Was nun kommen wird, wenn man dem faschistoiden Trend nichts mit GRÜN entgegensetzt, und lieber seiner Frauenfeindlichkeit huldigt, sind gravierende Einsparungen durch Sozialabbau!
Regt euch aber nicht darüber auf, wenn eurer Familie der Kopf weggespart wird, wenn die Reichsten immer noch reicher werden, weil ihr euch die Lebensmittel, Miete und Heizung mehr leisten könnt und im Spital keine Behandlung bekommt!
Wenn gewisse Männer sich für den Islam erwärmen, kann ich da noch eine Art Logik erkennen. Er kann dann seinen Machismo hinter Allah und dem Propheten verstecken.
Wenn´s Frauen aus einer westlichen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts tun, vor allem noch solche, die ansonsten ständig die Emanze heraushängen lassen und dem Gender-Wahn frönen, dann kann nach meinem Dafürhalten eigentlich nur eine Störung beim Zugang zum Logikzentrum vorliegen.
Vielleicht sind die deshalb so rundum grün.
Wenn Sie glauben, dass Integration von Moslems DAS gesellschaftliche Problem der Gegenwart und der Zukunft ist, dann muss ich Ihnen unterstellen, dass Sie unter schwerer Wahrnehmungsstörung leiden.
Wir haben die explodierenden Staatsverschildungen, die in den nächsten Jahren zwangsläufig zum Crash führen werden. Daran schließt ein ganzes Bündel von sozialen Problemen an.
Wir haben die gesamte Energieproblematik. Wenn wir jetzt nicht aus der fossilen Energie aussteigen, wird unsere Wirtschaft unglaublich verwundbar!
Wir haben die Überalterung der Gesellschaft!
Vielleicht haben wir demnächst ein echtes Klimaproblem.
Gerade bahnt sich ein Problem mit superresistenten Erregern an.
.......
Aufwachen! Die echten Probleme erkennen!
Recht so. Immer die vom Parteiideologen vorhergesagten Probleme mit Priorität behandeln, vielleicht treten die ja doch irgendwann mal ein.
Das, was die Leute hier und jetzt tatsächlich betrifft und belastet, sind ja nur reaktionäre rechte Rülpser. Da hauen wir sicherheitshalber auch noch mit der PC-Keule drauf.
Natürlich ist Integration auch ein Thema, aber bei weitem nicht das wichtigste!
Interessanter Weise wählen ja die Leute v.a. dort rechts, wo es die Probleme gar nicht gibt (z.B. Kärnten). Dort sind die Politiker besonders erfolgreich, das Ausländerthema für den Wählerfang zu nutzen.
Bei der ehemaligen Kollegin Weinzinger findet sich sicher ein Halbtagsjob: http://www.denktier.at/
Ja, das hätte der Herr Rosam gerne, daß "die ÖsterreicherInnen" ein autoritätsgläubiges Volk bleiben. Entsprechend widersprüchlich sein "guter Ratschlag" an die Grünen, "Leadership" zu zeigen, und den letzten Rest zu beseitigen, der die Grünen von den vorherrschenden Altparteien unterscheidet. Das Problem der Grünen ist ja, dass sie schon zu sehr wie eine normale Partei auftreten.
Mehr Bewegung weniger Partei wäre das wohl besser. Eine Weiterentwicklung statt Beseitigung der Basisdemokratie täte not!
witzig , schon im sog. orf-sommerinterview wurden ihr vom andren elitären lackaffen ratschläge zur abkehr von basisdemokratie erteilt und mehrmals "leadership" ins spiel gebracht bzw. eingefordert , klingt ja gleich viel schnittiger als führerschaft .
klar ist basisdemokratie ein dorn im aug´ für die unzähligen selbsternannten wirtschaftsleader - können die interessen vieler einzelner nicht so einfach übergangen werden.
...hat sich Glawischnig ihr Grab selbst geschaufelt. Zumindest ihr politisches.
Die Basis hört nämlich nicht so gerne, dass sie die Sackgasse ist.
Und weil sie sich nicht einfach von selbst abschaffen läßt, die Basis, wird sie wohl zuvor eher die Glawischnig abschaffen.
Nur weil es zu Streitereien gekommen ist - eine (Mariahilf) davon von den Rathausgrünen selber verursacht - wird man jetzt plötzlich Prinzipien abschaffen, die davor 25 Jahre lang die Grünen erhalten haben.
Den Blödmenschen, die sich bis jetzt für lau auf die Straße gestellt haben, sagen, dass ihr Stimmrecht jetzt leider, leider abgeschafft ist?
Viel Spass!
so gross kann ein fettnäpfchen gar nicht sein, dass glawischnig drumherum gehen kann...
wenn man mit der demokratie nichts am hut hat ist man bei den grünen gaaaanz falsch....
http://derstandard.at/122477661... en-jeweils
2008
VP: 700000
SP: 300000
FP: 40000
BZ: 10000 (vor FPK abspaltung?)
Gr: 4600
Wähler pro Mitglied NR2008:
VP: 1,8
SP: 4,8
FP: 21,4
BZ: 52,3
GR: 110,9
Es bedeutet einen enormen Aufwand eine hohe Zahl an zahlenden Mitgliedern dauerhaft zu halten. Die Grünen Funktionäre waren bisher nicht bereit diesen Aufwand auf sich zu nehmen, weil es sehr einfach ist, durch Organisation weniger Freunde Basisdemokratische Mehrheiten für sich zu erobern. Hohe Mitgliederzahlen würden diesen Funktionären direkt schaden.
Der Fehler der Grünen ist nicht die Basisdemokratie, sondern der fehldene Wille der Funktionäre eine Basis aufzubauen und zu pflegen.
Es ist tatsächlich verrückt: In der derzeitigen westlichen Welt hat sich in den letzten Jahren eine neue religös- / ideelle Wertestruktur gebildet, nämlich der Ökologismus, der mittlerweile mehr Anhäger hat, als die katholische Kirche.
Und die Grünen, die von ähnlichen Visionen ausgehen, sind nicht in der Lage auch nur ein Stückchen dieses Momentums zu nutzen.
Einem H.C. Strache gelingt es, auf einem wesentlich unfruchtbareren Boden mehr Wähler einzufahren, als den Grünen.
Ich kann nur sagen: Glawischnig, hör zu, was der Rosam
da sagt!
"wir sind besser" einstellung führt zu einem soften "wir schreien nicht, sondern flüstern" was beim wähler zu einem "die nehme ich nicht wahr" führt.
aber "da wir ja besser sind, werden wir uns nicht auf das niveu herablassen, welches uns regierungsbeteiligung ermöglichen würde".
muss schon ein schönes gefühl sein, "besser" zu sein. auch wenn man dadurch implizit seine eigene ausgrenzung aus der politischen bedeutungsfähigkeit in kauf nimmt...
Ein Politiker, der die Sprache seines Volkes nicht sprechen kann (so dass er auch verstanden wird) hat als Politiker nichts verloren. Was macht eine Glawischnig besser als eine Bäurin? Eine Bäurin muss sich er schlauer denken und mit mehr Selbstdisziplin arbeiten um einen Hof zu halten bzw. gewinnbringend zu führen. Abgehobene Sprache ist kein Anspruch auf Intelligenz sondern Dummheit und Ausgrenzung.
Die Grünen mögen nicht optimal sein, ja nichtmal die erste Wahl. Aber wenn ich mir unsere Parteienlandschaft so anschaue sind sie noch immer bei weitem das geringste Übel.
Also Grün wählen. Was soll man sonst machen? Alternativen gibt es ja keine. Die SPÖVFPÖ zu wählen kommt einem Schuss ins eigene Knie gleich.
Sorry, aber der Satz ist doch ein totaler Schmarrn...
Wenn ich eine inhaltliche Überzeugung habe, dann strebe ich eine Position oder ein Mandat an, das mir die Möglichkeit gibt, diese Überzeugung durchzusetzen. Sonst kann ich mich nämlich mit der inhaltlichen Überzeugung brausen gehen.
Aber vielleicht meinte sie ja eigentlich "Es gibt leider Menschen, denen ihre inhaltliche Überzeugung wichtiger als die Partei ist."
Das ließe tief blicken....
der natürliche weg zur macht führt duch einen langen, tiefen sumpf, in dem alle überzeugungen ertrinken.
wenn man ihn durchwatet hat, steht man an der spitze, wo man die inhaltlichen überzeugungen nicht mehr umsetzen kann, weil sie ja ertrinken mussten.
beweis: die leute an der spitze. erzählen sie mir doch ein wenig von den "inhaltlichen überzeugungen" eines herrn pröll, faymann oder strache (also die grössenordnung, wo man die grünen sehen möchte)...
oder geben sie mir ein internationales beispiel für politiker an der macht, deren inhaltliche überzeugungen sie glaubwürdig finden.
am gipfel herrscht eine moralische, demokratische wüste. so sieht das ende des weges aus. da ist mir eine 3% partei eindeutig lieber.
Ich glaub eher, dass man irgendwann merkt, dass alles doch nicht ganz so einfach ist wie es sich der kleine Maxl so vorstellt.
Beispiel: Die Forderung nach dem Ausstieg aus Öl und Gas. Klingt aufm Plakat ja recht nett. Aber wenn man in der Position ist, das umzusetzen, sieht man, dass da auch viele Arbeitsplätze daran hängen, nicht nur von der ölverarbeiteten Industrie, sondern auch von solchen zweigen, die viel Energie benötigen (einen Hochofen befeuerst net so einfach mit Pellets).
Vor allem aber kannst du nicht einfach alles radikal umwerfen, sondern musst Kompromisse eingehen, musst behutsam vorgehen, um Unternehmen, aber auch Menschen die Zeit zu geben, sich an neue Umstände anzupassen. Das lässt sich der Basis aber schwer verkaufen.
von radikal umwerfen kann keine rede sein. wohin radikale umwürfe führen, sehen wir momentan an der abstrusen ökonomischen entwicklung seit drei jahrzehnten, die die soziale marktwirtschat radikal zugunsten des unkontrollierbaren kapitalismus über bord geworfen hat. politische veränderung führt besser über evolutionäre prozesse, aber es ist nicht der geringste ansatz zu einer solchen veränderung zu sehen. im gegenteil. alles wird dafür getan, ein system, das wenige reich und mächtig macht und für das viele bezahlen müssen, mit aller macht am leben zu halten. der kleine maxl will wenigstens ansätze sehen. wo sind sie?
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