"Jerusalem-Tag" macht das Regime nervös

N. N. aus Teheran*, 03. September 2010 17:49

Iranischen Zeitungen ist es fortan verboten, die politischen Leitfiguren der Proteste nach den Wahlen vor einem Jahr zu nennen.

Der Brief mit dem Stempel "Geheim" war direkt an die Chefredakteure aller Zeitungen gerichtet und kurz und eindeutig: Man wünsche nicht, dass die Namen Mirhossein Mussavi, Mehdi Karrubi und Mohammed Khatami auf den Nachrichten- oder Kommentarseiten Erwähnung finden. Ein gutes Jahr nach der umstrittenen Präsidentenwahl versucht das Regime mit allen Mitteln, den Schein zu erwecken, als wären die Unruhen nur eine Episode gewesen. Also darf auch nicht an die politischen Leitfiguren - die zwei Präsidentschaftskandidaten und den Expräsidenten - erinnert werden.

Der Alltag im Iran spricht aber eine andere Sprache, besonders gestern, am sogenannten Ghods-Tag (Jerusalem-Tag). Vor 29 Jahren rief Ayatollah Khomeini alle Muslime auf, am letzten Freitag im Ramadan für die "Befreiung Palästinas" zu demonstrieren. Also muss man das auch heute noch tun. Und da die Regierungsgegner keine Genehmigung zur Demonstration erhalten, nutzen sie diese offiziellen Anlässe, um aufzumarschieren - gegen die Regierung.

Auch Mussavi, Karrubi und Khatami gaben bekannt, sie würden an den Demonstrationen teilnehmen. Deshalb glich Teheran am Freitag einer Festung, an allen Kreuzungen im Stadtzentrum standen bewaffnete Sicherheitsorgane, überall sah man patrouillierende Motorradfahrer. Wie üblich wurden auch die Internet- und Handyverbindungen gestört.

Angriff auf Karrubis Haus

Karrubi rückten die Regierungsschergen am Donnerstag - nicht zum ersten Mal - dicht auf die Pelle. Seit Donnerstagabend wird das Haus des früheren Parlamentspräsidenten und Geistlichen umstellt. Seine Leibwächter wurden angegriffen, und man hinderte ihn daran, sein Haus zu verlassen.

Mussavi seinerseits hat am Donnerstag in einem offenen Brief die Umstände im Iran als unzumutbar bezeichnet: "Die Militarisierung von Gesellschaft und Wirtschaft hat das Land an den Rand einer Katastrophe manövriert und aller im Grundgesetz vorgesehener Freiheiten beraubt", schreibt er.

Diese Radikalisierung wurde auch in der Wahl der Redner am Freitag deutlich. Ahmad Khatami ein radikaler, konservativer Geistlicher hielt das Freitagsgebet an diesem Ghods-Tag, als Vorredner sprach Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad und rief die Palästinenser zum Kampf auf. Voriges Jahr hatte der frühere Präsident Irans, Ali Akbar Hashemi Rafsanjani, als Freitagsprediger eine Aufklärung der offenen Fragen zur Präsidentenwahl verlangt. Seitdem wird er nicht mehr als Redner für die Freitagsgebete nominiert. (DER STANDARD Printausgabe, 4.9.2010)

*Aus Sicherheitgründen kann der Name des in Teheran ansässigen Autors nicht genannt werden.

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khakifarbener Kurt
09.09.2010 15:49
Wo bleiben eigentlich ....

... die kritischen Kommentare zu solchen Vorkommnissen?
Ich vermisse die Stimmen kritischer Muslime zu diesem Thema? Besonders die der Österreichischen Muslimischen Gemeinden. Kann man das irgendwo nachlesen?

Kurtl

Quousque tandem
05.09.2010 15:21
Soweit ich mit der Historie vertraut bin ...

...hat der Iran NOCH NIE ein fremdes Land angegriffen oder überfallen, geschweige denn ausgeplündert und dann im Chaos zurückgelassen.

Was man vom selbsternannten Weltpolizisten und A-Bomben-Schmeisser nicht behaupten kann!

Im übrigen ist die Mär, diese A-Bomben-Abwürfe auf Zivilisten hätten den 2. Weltkrieg nur um einen Tag verkürzt, längst widerlegt. Weder in Hiroshima noch in Nagasaki wurden nennenswerte militärische Ziele bekämpft, daher auch NULL Auswirkung auf die jap. Wehrfähigkeit.

Übrigens kann ich den Amis jetzt schon prophezeien, was sie im Irak nach Abzug der letzten 50.000 "Befreier" kriegen werden:

ein Mullahregime! So schaut's aus!

sfoglio
08.09.2010 15:17
ah ja

was hat die wehrfähigkeit japans mit der beendigung des 2. weltkrieges zu tun?

xx Hour1
04.09.2010 12:55

Propgda Artikel kein Wort glauben

Iran war über Internet ganze Zeit erreichbar, keine Störungen

HomoFaber
04.09.2010 21:07

Propaganda-Poster. Kein Wort glauben!

joe1969
04.09.2010 16:14
ich bin in teheran und internet war tot....

Ceteris paribus
 
05.09.2010 13:15

und wer samma den heit ? " 007 "

Auf der Baumartner Höhe gibt es natürlich auch stundenweise Internetzugang, ganz recht und jetzt gehen wir wieder schlafen.

xx Hour1
04.09.2010 19:06

Blödsinn,
Nein Das kann nicht glauben.

Wie können Sie dann Posten ?
Internet Sperre dauert meheren Tage im Iran,
geht nicht Heute auf Morgen.

Quods Tag war gestern, alle Iranische Seiten IRAN, IRIBNews, Fasnews, ISNA leicht zu erreichen.

joe1969
05.09.2010 05:34
von Donnerstag bis Samstag früh war keine internet Verbindung....

xx Hour1
05.09.2010 20:39

Überaus interessant

dann wie hat der Joe Troll geschafft ch Freitag und Samstag von (angeblich) Tehran Posten zu können ?

Es gibt 2 Posting in dieser Zeit von Ihm.

joe1969
06.09.2010 06:09
hab erst am samstag gepostet....

und wenn sie es ganz genau wissen wollen: am DO konnte man zwar ins internet aber nur beschränk - emails aus dem ausland konnten empfangen werden aber nicht gesendet - ausser man begab sich direkt auf den emailaccountserver, falls dieser erreichbar war, meiner war es nicht, der meiner kollegen schon. Und am freitag ging garnichts mehr. die kollegen erzählten, dass sie ab freitag abend wieder internet hatten. ich, hier im hotel erst ab SA früh. so und aus! sie müssen mir ja nicht glauben!

a grünes stricherl
 
04.09.2010 19:59
Es gibt keine panzer in bagdad!

rrrrrrrrrrrr

xx Hour1
04.09.2010 20:10

aber sehr DSL Internet im Iran und leider
so viele Trolls, die nichts wissen aber dazu viel
blöd posten.

Beweise mir, dann gestige Internet sperre im Iran.
Ich habe nichts bermerkt

a grünes stricherl
 
04.09.2010 23:34
sie als regierungsangestellter haben schliesslich eine eigene verbindung.

:-)

schon vergessen?

xx Hour1
05.09.2010 00:28

wie ich immer gedacht habe, im Politische Foren, tumnmeln sich die große Geister von Österreich

Sie bekommen Extra Troll Preis für Kentnisse von Internet

Es gibt sicher in Österreich ein Spezielle ISP Für
Iranische Regierungsanbgestellte die internet Zuschaltet, die Verbindungsversuche alle anderen ISP wird von Tehrean Server abgelehnt.

Mein ISP ist Telekom austria , Sie arbeitet für Regierung im Teheran.

a grünes stricherl
 
05.09.2010 13:44
sie sind wirklich ein lustiges kerlchen :-)

dafa
04.09.2010 11:59
wieso lässt man die nicht einfach in frieden...

... ich wüsste nicht wos der iran jetzt irgendwas böses gemacht hätte... und was menschenrechte etc. angeht, da gibt's weitaus schlimmeres... aber lustig anzusehn wie sich so mancher seine meinung bilden lässt...

restless33
04.09.2010 22:55

because western imperialists are the new nazis

Michael Bakunin
04.09.2010 13:40

"ich wüsste nicht wos der iran jetzt irgendwas böses gemacht hätte"
meinst du das ernst?
natürlich nicht "der iran" als solches, sondern das jetzige regime ist gemeint.

77 88
04.09.2010 12:56
Keiner ...

... tut dem Iran was, so lange er nicht eine Gefahr für andere ist. Das ist er aber: Er unterstützt weltweit Terroristen und baut an seiner A-Bombe. Droht Israel mit der Zerstörung und verfolgt seine Opposition auf das Schlimmste

Zwei Und Vierzig
04.09.2010 18:31
Also - wenn's nur das ist ...

Atombomben ... andere Länder bauen auch Atombomben. Aber der Iran behauptet keine zu bauen - und bis jetzt hat man auch nicht gegenteiliges beweisen können.

Die Drohung Israel zu zerstören ... informieren sie sich genauer ... sie werden drauf kommen, dass das gar nicht Wahr ist.

Unterstützung von Terroristen ... auch da hat man seit dreißig Jahren nichts konkretes Beweisen können. Außerdem war die Unterstützung von Terroristen durch die USA für die Welt bis jetzt um einiges Fataler als die angebliche Unterstützung von Terroristen durch den Iran.

Das einzige was man dem Iran vorwerfen kann, ist die Menschenrechtsverletzungen und die Unterdrückung der Opposition ...

Mark_Anton
05.09.2010 14:33

Er hat es grade gestren wieder glasklar gesagt und es steht auch auf English nachzulesen auf seiner Homepage:
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http://www.president.ir/en/?ArtID=23590

>>President Ahmadinejad said: “Zionists and their masters would not dare attacking the Islamic Republic of Iran.” He added: “They can not invade even an inch of Iranian soil.
He said regional nations can wipe Israel off the world map.<<
Saturday 04 September 2010 - 12:35

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http://www.president.ir/en/?ArtID=10114

http://www.president.ir/en/?ArtID=16028

http://www.president.ir/en/?ArtID=20369

http://web.archive.org/web/20070... _id=200247

Zwei Und Vierzig
05.09.2010 22:12

Wo lesen Sie, dass Ahmadinejad sagt, dass der Iran Israel angreifen werde - oder dass Iran erwägt, oder in Begriff ist, oder plant, Israel anzugreifen?

Das was er sagt - ist weder eine konkrete Drohung, noch das iranische Militärdoktrin, noch ein militärischer Plan ...

Mark_Anton
06.09.2010 23:00

die Hetze von Ahmadinedschad ist so klar wie sie nur sein kann. Man stelle sich vor ein Staatschef diskutiert ganz offen die Beseitigung eines anderen Landes. Es geht nicht um eine einzige Formulierung sondern um die Flut des eliminatorischen Hasses.

Man sollte sich über die Intentionen der Dschihadisten und ihrer Freunde keine Illusionen machen; sie werden nicht aufhören bis man sie stoppt. Ob die USA dazu noch rechtzeitig die Kraft haben wird man sehen.

Zwei Und Vierzig
06.09.2010 23:33
Ahmadinejad tut genauso viel oder wenig "hetzen" und provozieren wie israelische Politiker oder US Politiker.

Nur wenn Israel oder die USA darüber philosophiert wie man den Iran bombardieren könnte - wird es als legitime Selbstverteidigung gerechtfertigt - aber wenn Ahmadinejad irgendwelches Zeugs dahin plappert, dann ist die Aufregung groß ...

Wobei - man kann es nun drehen und wenden wie man will - alleine in den letzten dreißig Jahren, hat Israel weit mehr militärische Konflikte begonnen und provoziert als der Iran.

... wobei ... Ahmadinejad wird in drei Jahren iranische Geschichte sein ... für eine dritte Amtszeit kann er nicht kandidieren.

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