ÖGB versilbert seine letzten Touristikbetriebe

03. September 2010 17:35

Hotel & Palais Strudlhof sowie Sotour wurden an Hotelgesellschaft mit russischen Investoren verkauft

Wien - Der ÖGB trennt sich von Tourismustöchtern. Er hat das Wiener Hotel & Palais Strudlhof sowie die Sotour Austria Hotel Betriebs GmbH verkauft - an die Hotel Maximilan GmbH, die zwei Hotels im Tiroler Serfaus betreibt.

Die Gesellschaft gehört zu 51 Prozent Geschäftsführer Robert Szauter, 49 Prozent hält die russische Investorin Eldibitta Metelskaya. Sie ist die Mutter des Unternehmers und Vize-Sprechers der Moskauer Stadt-Duma, Andrej Metelsky. Er hat die Verhandlungen mit dem ÖGB geführt.

Im Palais Strudlhof hat der ÖGB seine Seminare und Veranstaltungen abgehalten, er (konkret seine Enkelgesellschaft Sotour) war bis vor sehr kurzem aber nur Mieter. Hausherrin des geschichtsträchtigen Palais in Wien-Alsergrund (1914 wurde dort das Ultimatum an Serbien unterschrieben, 1970 fanden die Abrüstungsgespräche zwischen der UdSSR und den USA statt) war bis Ende Juni die Bawag Leasing. Sie soll dem ÖGB, der teure Aus- und Umbauten vornahm, viel Geld für die Miete abgeknöpft haben, Faktum ist, dass der mit dem Strudlhof Verluste eingefahren hat.

Erworben und weiterverkauft

Am 30. Juni erwarb der ÖGB das Hotel um 22,6 Mio. Euro von der Bawag - um es wenige Wochen später profitabel und samt Sotour an die russischen und Tiroler Hoteliers weiterzuverkaufen. Die Sotour betreibt ein Reisebüro und hat bis März 2012 die Gewerkschaftshotels am Kärntner Hafner-, Ossiacher- und Maltschacher See gepachtet. Eigentümer dieser Hotels und Seegrundstücke ist ja seit 2007 das Land Kärnten, an das der klamme ÖGB 2007 verkauft hat.

Laut dessen Finanzchef Clemens Schneider wird der neue Eigentümer der Touristikbetriebe für selbige "die Zukunft garantieren, für die der ÖGB nicht mehr garantieren konnte". Und der neue Eigentümer erhofft sich eine "Symbiose aus Hotels und Reisebüro" (Szauter), alles andere bleibe "beim Alten". Nicht ganz, hoffentlich, denn die Sotour schreibt Verluste (2008: fast 700.000 Euro bei einem Umsatz von vier Mio.), und der ÖGB musste zuletzt 1,4 Mio. Euro (2007: fünf Mio. Euro) Eigenkapital einschießen. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4./5.9.2010)

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12 Postings
hed
06.09.2010 11:23
schön wie sich

die russische oligarchie ungehindert einkaufen kann.

Peter_23
05.09.2010 17:36
Die Notverkäufe werden also als "Versilbern" bezeichnet

Man lernt bei den fragilen Sprachregelungen des Neusprech (Schönsprech) nie aus.

habe beschlossen: nicht mehr stricherln
04.09.2010 17:58

Bekomm ich das auch was ab von den Erösen, denn irgendwie muss mir ja auch ein Teil gehören, auch wenn ich noch nichts davon wusste bis jetzt, ...

locken
04.09.2010 17:44
Verzetnitsch un Weninger haben den Streikfond auch verzockt und noch immer auf freien Fuss !!

Section Control
08.09.2010 07:46
A geh

Da waren sicherlich noch mehr beteiligt, nur kann sich keiner mehr erinnern. Siehe Hypo-Alpe-Adria.

locken
04.09.2010 17:42
Haben die Druckerei Elbemühl auch verscherbelt !

DirtyHarry
04.09.2010 07:03

Am 30. Juni erwarb der ÖGB das Hotel um 22,6 Mio. Euro von der Bawag - um es wenige Wochen später profitabel weiterzuverkaufen.

Frage dazu: Funktioniert der Geldtransfer - von der Bawag zum ÖGB und dann zur SPÖ - noch immer?

Karl Heiden1
03.09.2010 22:24
Verkauf an russische Oligarchen:

Ein guter Grund, dass ich bei meinen Wien-Besuchen im Hotel Strudlhof kein Zimmer mehr nehme!

Mein Name ist Nobody
03.09.2010 19:21
S k a n d a l

Was soll das heißen, der "ÖGB versilbert ...". Das ist ein Ausverkauf ins Ausland, eine Privatisierung, eine neuoliberale Politik, das ist alles ideologisch auf schärfste abzulehnen!

DirtyHarry
04.09.2010 08:40

solche verkäufe sind nur dann schlecht, wenn sie von anderen gemacht werden, wenn das der ögb himself macht, dann ist alles ganz anders

verzetnitsch im penthouse passt da auch ganz gut dazu

derhammerer
03.09.2010 19:56
sagt wer

aberpram
03.09.2010 20:06
Niemand!

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