Unkontrollierbare Veränderungen bei den Grünen

3. September 2010, 18:29

Handfestes Krisenmanagement sieht anders aus

Wien - Freitagvormittag, im grünen Büro in der Löwelstraße. Die Parteichefin lädt zur Pressekonferenz. Titel: "Katastrophen-Jahr 2010".

Eva Glawischnig referiert mit ernster Miene. Über irreversible wie unkontrollierbare Klimaveränderungen - sie meint allerdings nicht die Stimmung bei den Wiener Grünen, sondern schlicht die Umweltprobleme. Fast dreißig Minuten lang spricht Glawischnig mit Oberösterreichs Landesrat Rudi Anschober und einem Klimaforscher von der Boku über den Anstieg des Meeresspiegels. Die Erderwärmung. Das Öl-Schlamassel im Golf von Mexiko.

Erst dann werden Fragen zu den dramatischen Parteiabspaltungen in Mariahilf und in der Josefstadt sowie zum fliegenden Wechsel des Bundesrates und Wahlkampfberaters Stefan Schennach zu den Rathaus-Roten zugelassen. Im Gegensatz zur Wiener Ober-Grünen Maria Vassilakou, die aus ihrem "Zorn" über das Desaster fünf Wochen vor der Landtagswahl kein Geheimnis macht, versucht Glawischnig Contenance zu wahren.

Ist Schennachs Absprung zu diesem Zeitpunkt eine Katastrophe? "Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis. Dieser Schritt ist nicht in Ordnung gegenüber der Spitzenkandidatin." Selbst ebenso zornig? "Nein, ich bin verwundert." Ob sie als Parteichefin einen Appell an die Wiener Basis richten wolle? Glawischnig regt die Landesgruppe an, über die Autonomie bei der Listenerstellung in den Bezirken zu diskutieren. Basisdemokratie hält sie für "eine Sackgasse" (siehe Seite 6). Anders als Vassilakou, die sich mittlerweile dafür starkmacht, dass alle Ökos, die sich für einen Bezirksvorsteher-Posten bewerben, ihr Ansinnen bis zur Halbzeit der Legislaturperiode bekanntgeben, lässt Glawischnig aber offen, wie man den Bocksprüngen der grünen Basis besser beikommt. Ob sie selbst zu wenig Leadership zeige? "Es kann niemand ernsthaft verlangen, als Parteichefin in 23 Bezirksversammlungen zu gehen, um dort Mediation zu betreiben."

Der Abtrünnige Schennach fühlt sich jedenfalls "traurig und leer", denn: Es sei ihm nicht leicht gefallen, die Grünen zu verlassen, sagt er zum Standard. Grüne Wahlkampf-Tricks werde er nun ganz sicher nicht preisgeben: "Ich habe das der SPÖ klar gesagt." Und im Übrigen auch den Grünen. In seinem drei Seiten langen Abschieds-Mail. (Petra Stuiber, Nina Weißensteiner, DER STANDARD, Printausgabe, 4./5.9.2010)

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Quasselmodo
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In der Josefstadt

habe ich kein Problem mit der Bezirkswahl, da wird Hr. Radjan ein ordentliches Ergebnis einfahren (ich vermute vor den Grünen). Auf der Landesebene weiss ich noch nicht so recht, ob mich die machtgeilen Vorgangsweise in den Bezirk 6+8 abschrecken soll oder nicht, da mangelt es auch bei bescheidener Performance der Grünen an Alternativen.

Wolfram Glühdraht
07
ORKAN "MARIA" ERREICHT WIEN

Das Orkan "Maria" hat die Wiener Grünen leider unvorbereitet getroffen. Lediglich 3 Bezirke haben geschafft durch Flucht, die notwendigen Krisenmanagement-Massnahmen umzusetzen. Laut vorhersagen wird das Orkan am 10.10.2010 die Parteizentrale erreichen. Es werden verheerende Folgen prognostiziert.

Pol e Mike
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Kleiner Einwand: Bitte OrkanIn Maria

soviel Zeit muss schon sein!

Wolfram Glühdraht
00
Mea culpa!

Liebe LeserInnen, bitte um Verzeihung.
Es war mein(e) FehlerIn.

W.Glühdraht

schwadronowski
04
Grüne Wahlkampf-Tricks

ist das der trick, wie man eine eu wahl dadurch verliert, indem man den höchst erfolgreichen kandidaten durch eine höchst erfolglose frauersetzt?

weil der trick so toll funktioniert hat, wurde der erfolgreiche josefstadter bezirksvorsteher nicht aufgestellt.

bitte mehr solche super tricks aus der vassilakou trickkiste

re flexion
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Seit wann

haben Mails Seiten?

Oder hat er ein .pdf geschickt damit niemand dran rumfummeln kann?

Der strenge Meister Johann
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Um auch pingelig zu sein:

Vielleicht ausgedruckt?

Saddams Onkel
 
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Diese Wiener Grünen erinnern doch sehr an die französische Fußball-Mannschaft bei der WM!!!

Ein inkompetenter Trainer, die Mannschaft entzwei, Disziplinarmaßnahmen, Rauswürfe. Ein Ergebnis ist bei diesem Vergleich schon bekannt: Die Franzosen wurden Gruppenletzter und mussten nach Hause fliegen!

fredi 1990
00
da ist aber der "präsi" auch ohne ahnung!

Saddams Onkel
 
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bei den Grünen gibt´s aber keinen "Präsi" und falls doch einmal, bleibt er es nicht lange

Fußball-Präsis haben diesen Job im Allgemeinen aber eher länger, das wäre also ein wesentlicher Unterschied zw. der Fußballmannschaft und den Grünen.

Marilynn E.
010

Wieso durfte Schennach nicht auf der Liste sich eienr Wahl stellen? Dieser Puzzlestein fehlt einfach in diesen Artikeln. Gab es dafür einen grund? Das wäre doch interessant zu wissen.

Abgesehen davon verstehe ich die Abtrünnigen schon: Rahdijan zB wußte ganz genau, daß die Grünen nur wegen ihm Erster in der Josefstadt geworden sind. Die Clique um Doris Müller holt doch keine bürgerlichen Josefstädter hinter dem Ofen hervor. Trotzdem hat die linke Basis im 8. - wo die grünen Wähler zu mehr als 70% Bürgerliche sind - ihn weggeputscht. Naja, dann tritt er halt mit einer anderen Liste an - ich würde ja herzlich lachen, wenn er damit auf mehr Stimmen als die Grünen käme...

schallimar
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schennach durfte meines wissens nach...

...nicht wieder zur wahl antreten, weil er die vertrauensabstimmung nicht geschafft hat. ist so ein seltsames relikt, an dem manche festhalten um sich gewisse leute vom hals zu halten (kann ich sagen, wenn ich böse wäre :-))
sprich: 2 legeslaturperioden (bitte mich zu korrigieren, wenn ich das falsch im kopf habe) geht alles gut, wenn du aber wieder in einer dritten periode für etwas kanditieren willst, dann musst dich einer grundsatzabstimmung stellen, ob du überhaupt antreten darfst. seltsam gell...

Kamptner
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Zulassungsabstimmung

Wieso seltsam? Wenn jemand gute Arbeit leistet, wird er auch die Zulassungsabstimmung schaffen. Ich halte das für eine sinnvolle Regelung.

der_Troubadour
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gar nicht seltsam. die grundidee dahinter ist einfach, dass damit "sesselkleber" verhindert werden sollen. passiert das einmal, wie jetzt bei schennach, isses aber auch nicht recht

Dr. Seltsam
 
00

Ist das nicht doppelt gemoppelt?
Schennach wollte zur Listenwahl antreten. Dort hätte ihn die grüne Basis sowieso abwählen können.

durazell
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Er bekommt mit Sicherheit mehr Stimmen als die Grünen, die offensichtlich von allen guten Geistern verlassen sind

Helmut Schmidt2
24
Glawischnig ist wohl in der falschen Partei.

... "Basisdemokratie hält sie für "eine Sackgasse"" - das ist schon ein starkes Stück. Basisdemokratie ist neben Umweltschutz und ökosozioaler Verantwortung Kern der Grünen. Sie sollte nach Kärnten zurück. Ihre Gesinnung ist anscheinend bereits dort angekommen. Bei ihren Wurzeln.

antis
 
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süss, wie basisdemokratisch die grünen sich immer selbst empfinden

Marilynn E.
14
sehe ich nicht so. DIESE Basisdemokratie bringt die Grünen noch um.

Das Riesenproblem der Grünen: die Basis ist links bis sehr links - die Wähler aber nicht. Die sind zu 50% bürgerlich. Die einzigen Kandidaten, die die Grünen nach vorne gebracht haben und sie zu einer Partei gemacht haben, die mehr als 10% der Wähler ansprechen kann, sind zu 90% Bürgerliche gewesen. Die passen aber der Basis nicht.

Und diese Basisdemokratie ist selbst sehr undemokratisch. Voggenhuber zB durfte nicht einmal auf dem letzten Listenplatz antreten, weil - man höre und staune - er es mit Vorzugsstimmen schaffen könnte, Lunacek zu überholen. Und das ist nicht gewünscht gewesen. Hallo ?? Wenn der österreichische Grünwähler Voggi vorreihen will, darf er nicht antreten, weil der Basis das nicht recht ist wie Österreich wählt?

Dr. Seltsam
 
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Zum 1. Absatz. Könnte Stimmen. Es ist aber ein ganz klares Versäumnis der Grünen, aus der eignen Wählerschaft eine Parteibasis aufzubauen. Das geht voll auf die Kappe von VdB und Glawi.

Zum 2. Absatz: Voggi durfte keine Solidaritätskandidatur machen, weil das Glawi nicht wollte. Das hatte nichts mit irgendwelchen Basisabstimmungen zu tun. Diese massive Wählerbevormundung ist für mich auch ein Grund, nicht mehr grün zu wählen, so lange Glawi im Amt ist.

echtzeit2
01
Der Voggi wurde von der Nomenklatur einfach weggeputscht ...

und das geht bei den Grünen so: Bei KandidatInnen welche für eine Dritte Wahlperiode antreten, geht der ganze Vorstand nacheinander ans Rednerpult und erklärt wie wichtig die betreffende Person für die Grünen im Parlament, im Bundesrat, im Landtag, im Bezirksrat, usw, allso für alles wofür man ein politisches Einkommen lukrieren kann, sei. Im Falle Voggenhuber haben die "Damen" des Grünen Vorstandes das politische Ausnahmetalent einfach in der Luft verhungern lassen. Sie haben sich einfach nicht zu Wort gemeldet. Und die Parteiangestelten wählten einfach nicht oder ungültig. So schaffte es Frau Lunacek ins Europaparlament. Seither hat man von ihr nichts mehr gehört ... Da geht einfach die Grüne WählerInnenschaft nicht mehr mit.

zkk
 
01
"So schaffte es Frau Lunacek ins Europaparlament. Seither hat man von ihr nichts mehr gehört ... "

das stimmt nicht, bei einer gay-parade in bratislava (? im ehemaligen osten jedenfalls, kann auch ungarn oder im baltikum gewesen sein) wurde sie mit paradeisern beworfen.

aber ansonsten hat man von ihr nichts mehr wahrgenommen.

in der sendung "hohes haus" habe ich sich einmal noch gesehen, der inhalt des interviews bzw. ihre aussage war aber nicht so spannend, als dass ich mir dies gemerkt hätte ... ;o)

onlooker
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glaube nicht, dass voggi ein bürgelicher per se war

Christian Apl1
Christian Apl
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tja, und was hat sie jetzt in der halben Stunde zur Klimakatastrophe gesagt? Einen derart tendenziösen Artikel hab ich auch noch selten gelesen.

x aeins
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ist ihnen das basisdemokratische Schlamassel immer noch nicht groß genug?
erinnert an die Ideologie Fidel Castros: das halbe Land liegt brach, und er drischt unverdrossen seine alten revolutionären Phrasen

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