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Nach zähem Einstieg wird das E-Book endlich spannend

03. September 2010 16:04
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    Foto: apa

    Verlage haben bei E-Books Angst vor Raubkopien.

Eigene "eLibrary" auf der Funkausstellung in Berlin

Musik und Video haben es vorgemacht. Jetzt kommt auch das Online-Geschäft mit Büchern in Schwung. Die IFA präsentiert viele neue Lesegeräte für das E-Book. Das allein reicht aber noch nicht aus.

Seit zehn Jahren gibt es spezielle Lesegeräte für digitale Bücher. Aber bisher haben sie kaum Käufer gefunden. Bücherfreunde wollen ihre Werke auch angreifen, die Seiten beim Umblättern spüren und sich am Geruch von bedrucktem Papier erfreuen. Inzwischen aber sind die E-Book-Reader technisch so ausgereift, dass Marktforscher in den kommenden Jahren den Durchbruch für das digitale Lesen erwarten. Die am Freitag gestartete IFA in Berlin trägt dem Trend mit einer eigenen "eLibrary" Rechnung.

Dort stellte der Geschäftsführer der Buchhandelsplattform libri.de, Per Dalheimer, am Freitag einen E-Book-Reader von Acer vor, der sich auch über Mobilfunk mit dem Online-Shop für Bücher verbinden lässt. Wenn es mehr Geräte gebe, wachse die Bereitschaft der Verlage, digitale Ausgaben ihrer Titel bereitzustellen, erklärt der Manager. "Ab 2012 wird es auch in Deutschland ein exponentielles Wachstum geben", erwartet Dalheimer.

Angst vor Raubkopien

Die Beratungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers rechnet damit, dass in Deutschland bis 2015 rund 2,5 Mio. E-Book-Reader verkauft werden - bisher sind es gerade mal 50.000 bis 80.000. In den USA ist das digitale Lesen in der Gesellschaft schon jetzt angekommen. Dort wurden bisher etwa zehn Mio. Lesegeräte verkauft - zumeist ein Kindle des Online-Händlers Amazon. Die enge Verbindung von E-Book-Angebot mit Lesegerät macht die Nutzung besonders einfach. Allerdings wird dieses Modell von Verlagen kritisiert, die eine einseitige Abhängigkeit von einer dominierenden E-Book-Plattform vermeiden möchten.

Noch mehr aber fürchten die Verlage die Entwertung ihrer Werke durch das massenhafte illegale Kopieren von digitalen Büchern. Dies soll durch eine Verschlüsselung der Dateien verhindert werden, was aber viele E-Book-Leser nervt. Das "Digital Rights Management" (DRM) führt dazu, dass es bei gekauften E-Books größere Einschränkungen gibt als beim Umgang mit gedruckten Büchern.

"Ich würde es als Händler begrüßen, wenn ich DRM-freie Bücher anbieten könnte", sagt Dalheimer. Derzeit gebe es aber noch keine Chance dafür. Längerfristig erwarten Branchen-Insider wie Bernd Sommerfeld von der Buchhandlung Lehmanns, dass es ähnlich wie im Online-Musikgeschäft wieder eine Abkehr vom restriktiven DRM geben wird. Als Alternative bietet sich ein digitales Wasserzeichen an, das wie das einstige "Ex libris" lediglich den Besitzer eines E-Books anzeigt, ohne das Kopieren einzuschränken.

"Wie auch im Musikgeschäft werden Raubkopien im digitalen Buchmarkt eine Rolle spielen", erwartet Dieter Gerdemann von der Beratungsgesellschaft A.T.Kearney. "Ein probates Gegenmittel sind Geschäftsmodelle, die den Verbrauchern einen attraktiven Preis und eine einfache Nutzung bieten."

Die Verbraucher stehen vor der Wahl zwischen einem speziell für E-Books entwickelten Lesegerät und einem Tablet-PC mit vielen weiteren Fähigkeiten. Auf der IFA drängen neue Geräte aus beiden Kategorien ins Scheinwerferlicht.

Geräte

Bei den klassischen E-Book-Readern mit der bisher auf Graustufen beschränkten Display-Technik E-Ink aktualisiert Sony seine bisherigen Modelle mit den Bezeichnungen Pocket Edition (Bildschirmdiagonale von 5 Zoll) und Touch Edition (6 Zoll). Beide haben einen Touchscreen, werden also mit dem Finger auf dem Bildschirm bedient, und versprechen eine besonders kontrastreiche Darstellung. Die Markteinführung in Deutschland ist im Oktober geplant, zu Preisen von 179 und 229 Euro.

Der von libri.de präsentierte Acer LumiRead (6 Zoll) mit Unterstützung für WLAN und UMTS soll ab November 249 Euro kosten. Der koreanische Hersteller Iriver, bisher vor allem mit MP3-Playern bekanntgeworden, zeigt auf der IFA ebenfalls einen E-Book-Reader, der seine Schmöker nach Kindle-Vorbild über Mobilfunk beziehen kann. Weitere neue Anbieter sind Medion und auch der Buchhändler Thalia mit einem eigenen Gerät.

Gleich fünf E-Reader hat am Freitag der ukrainische Hersteller PocketBook vorgestellt, mit Bildschirmgrößen von 6 bis 10 Zoll. Verkaufsstart ist für Ende September geplant, Preise stehen noch nicht fest. PocketBook-Manager Oleg Naumenko sagt, er erwarte längerfristig, dass die Geräte vom Verkauf der E-Books subventioniert und somit deutlich billiger würden. PocketBook hat daher auch einen eigenen E-Book-Shop eingerichtet, bookland.net.

Neben Büchern drängen auch Zeitungen und Zeitschriften auf elektronische Lesegeräte, vor allem auf die neuen Tablet-Computer. Bei diesen Geräten sei die Fähigkeit zur interaktiven Nutzung besonders interessant, sagt Experte Gerdemann. "Dies wird auch zu neuen Formaten führen, wie etwa interaktiven elektronischen Magazinen. Da ist die Kreativität der Redakteure und Verleger gefordert." (Von Peter Zschunke/dpa)

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16 Postings
Wollmammut
13.09.2010 09:35

Großartig... Bücher werden mit sinnlosen Kopierschutzvarianten versehen, die dem Leser das Vergnügen beim Lesen nehmen...

Vor allem wenn man bedenkt, dass es wohl 5minuten dauern wird, bis dieser großartige Kopierschutz ausgehebelt ist, und die illegalen Downloads im Internet florieren. Was davon übrig bleibt sind Einschränkungen für ehrliche Käufer, und niemand zieht einen Nutzen daraus.

Wenn mir jemand erzählen will, dass es einen einzigen funktionierenden Kopierschutz gäbe, sollte sich vorher nochmal informieren...

Stefan Lindemann
06.09.2010 11:24
Wasserzeichen?

Sorry, bevor ich mir ein Wasserzeichen andrehen lasse gehe ich lieber das Risiko der Piratkopie ein.

Beispiel:
Jemand klaut mein Handy und bietet dann dessen Inhalt auf Tauschboersen an, und dann kriege *ich* dafuer auch noch Aerger und muss eventuell vor Gericht meine Unschuld beweisen? Nein Danke.

Zugegeben, dass so etwas passiert ist relativ unwahrscheinlich aber auch nicht unwahrscheinlicher als wenn ich gleich selber die Piratkopien auf Handy geladen haette und dann erwischt werde.

Im Zweiten Fall kann ich aber das Risiko selber steuern und der Schaden haelt sich in Grenzen.

system1
06.09.2010 11:13
sinnlos!

solange es nicht möglich ist farbige PDFs darzustellen ist das sinnlos. wie soll ich meine schbücher und comics lesen? in steinzeit-schwarzweiß? väter der klamotte?

KTHXBYE
05.09.2010 10:02

Bildschirm in A4-Format mit Volltextsuche für PDF-Manuals. Voher ist das Zeug uninteressant.

Agronimus
06.09.2010 11:21

Warum braucht man einen Bildschirm im A4-Format?

KTHXBYE
06.09.2010 13:29

Weil bei Manuals meist Grafiken oder Code zwischen Fließtext sind, die zerrissen werden, wenn man wegen der Lesbarkeit den eBook-Reader im Querformat nimmt. Da ist eine ganze Seite am Stück sinnvoll, was bei reiner Prosa kaum ins Gewicht fällt.

Hab's ausprobiert, ein 6"-Display ist zu klein, um etwa O'Reilly-Bücher ganzseitig gut lesen zu können. Der Kindle DX wäre ja ideal, soll aber gerade mit PDF lausig funktionieren. Und seitdem Amazon mal gekaufte Bücher "zurückgerufen" hat, wäre das sowieso keine Lösung.

Hoffentlich liest das keiner.
04.09.2010 13:23

Kann ich mir höchstens zum Lesen von kurzfristig relevanten Sachen vorstellen, wie Zeitungen, Magazine, Urlaubsromane etc.

Wenn ich mir aber vorstelle, da meine beruflichen, langfristig relevanten Bücher drauf zu haben, und das Ding geht dann ein, na danke. Die Papierln stehen auch in 30 Jahren noch im Regal, so ein Trum hält vielleicht 5,7 Jahre mit Glück.

Ganz abgesehen von der Herborgen-und-Teilen-Problematik, die durch das DRM unmöglich gemacht wird.

Fleischsack, größtenteils aus Wasser
04.09.2010 11:43

Ich glaube, das liegt weniger am Angreifenkönnen. Bei manchen Büchern ist das wichtig, ja, aber gerade bei Dinge, die man zB am Strand liest und dann nie wieder, ist das ziemlich egal.

Der Punkt bisher war einfach, dass 300 Euro für ein Lesegerät obszön viel ist. Da kriege ich schon viele Bücher darum. Dazu kommt, dass die eBooks auch nicht wirklich billiger sind.

wilcox
04.09.2010 10:25

wie mein vorposter schon erwaehnt hab ich auch zwei grosse kritikpunkte.

1) drm
es ist unglaublich laestig das zeug zu verifizieren. sony software installieren, hardware registrieren. in baelde wird das notebook ausgetauscht, was das fuer auswirkungen auf das drm zeugs hat, weiss ich noch nicht.
desweiteren ist es nicht ohne weiteres moeglich meine mankells von meinen reader auf den meiner frau zu kopieren. total schwachsinnig.

2) verfuegbarkeit
urlaubs popcorn-lesekino ist leider fast nicht verfuegbar. ich hoffe das kommt noch, sonst seh ich schwarz fuer die branche.

Bastian Balthasar Bux
03.09.2010 20:13

Fazit: Derzeit gibt es kaum deutschsprachigen Content, und das was man kriegt ist DRM verseucht.

und dafür soll ich mir einen e-reader kaufen?

vor dem letzten urlaub im juli war es wieder mal soweit: ich wollte keine bücher mitschleppen (bei zwei wochen urlaub sind das je nach laune 5-8 schmöker) ich möchte einen e-reader. meine wunschliste auf verfügbarkeit abgeklopft: nicht eines der bücher elektronisch erhältlich! daher hab ich mir den e-reader dann gespart.

DieFizinuss
03.09.2010 22:59

...und wie gelesen? doch geschleppt?
eine gute alternative wäre endlich englisch zu lernen und die bücher im original zu lesen ;)

lihume
06.09.2010 07:28

Ein selten dämlicher Kommentar. Als wären alle Bücher im Original Englisch.

Ich gehe konform mit "Bastian Balthasar Bux", ich benutze im Alltag schon so viel Englisch, da lese ich einfach mal gerne in Deutsch, vor allem wenn es das Original ist ;)

Bastian Balthasar Bux
04.09.2010 13:32

Richtig, doch geschleppt.
Und stellen sie sich vor: da ich beruflich ausgesprochen viel Englisch lesen, schreiben und sprechen muss, bin ich im Urlaub oft ganz froh, deutsche Bücher lesen zu können.
Und stellen Sie sich noch was vor: Einige der Bücher lese ich lieber im DEUTSCHEN Original!
Für's Hirn hab ich dann immer noch meine auf neu-griechisch (d?µ?t???) verfassten Bücher.

Und abgesehen davon: viele der von mir gewünschten Bücher gibt es auch in keiner anderen Sprache als E-Book.

lev _2551
04.09.2010 11:08

Wozu das - sind die englischen Bücher leichter als die deutschsprachigen?

wilcox
04.09.2010 10:17

ad "lern englisch"
das kann aber auch nicht der weisheit letzter schluss sein...

96%
04.09.2010 11:46

... besonders dann, wenn man deutsche literatur lesen will :)

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