Pharmabranche

Personalchef: "Wir suchen Multi-Interessierte"

3. September 2010, 17:00
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    foto: novartis

    Die Pharmabranche sucht Talente, die neben ihrem fachlichen Wissen und der technischen Kompetenz bereit für Mobilität sind

Ein internationales Umfeld und die neuesten Arbeitsmittel machen die Pharmaindustrie für junge Wissenschafter attraktiv, sagt der Personalchef des Pharma-Riesen Novartis, Jürgen Brokatzky-Geier - Ein Gespräch

STANDARD: GlaxoSmithKline erwartet harte Zeiten, bei Roche steht offenbar Stellenabbau bevor. Ist die Glanzzeit in der Pharma vorbei?

Brokatzky-Geier: Die Zeiten sind schwieriger geworden, keine Frage. Dennoch war die Wirtschaftskrise für Novartis nicht sehr intensiv zu spüren. Novartis hat von allen Pharmakonzernen in den letzten zwei Jahren die meisten neuen Produkte am Markt eingeführt. Und dadurch konnten wir auch den Umsatz halten. Abläufe zu optimieren, gehört immer zu unseren Aufgaben.

STANDARD: Der Druck wird nicht geringer. Was bedeutet das für die Mitarbeiter?

Brokatzky-Geier: Wie sicher ein Arbeitsplatz in einem Pharma-Unternehmen ist, hängt von den Produkten in der Pipeline ab. Ein Rat für künftige Mitarbeiter: Bevor sich jemand bewirbt - einen Blick in den jährlichen Geschäftsbericht der Unternehmen werfen. Darin wird genau aufgelistet, welche Produkte sich in welchem Entwicklungsstatus befinden. Und wer da eine volle Pipeline hat, bringt auch gute Voraussetzungen für einen sicheren Arbeitsplatz mit.

STANDARD: Die Pharma hat auch ein negatives Image. Was macht sie für Wissenschafter attraktiv?

Brokatzky-Geier: Für Wissenschafter geht es auch darum, wo jeder für sich den größten Einfluss mit dem, was er gelernt hat, haben kann. In der Pharmaindustrie haben Wissenschafter die Chance, ein neues Medikament zu entwickeln und so die Gesundheit anderer zu verbessern. In Bewerbungsgesprächen ist das auch der häufigste Beweggrund. Und wer bei uns arbeitet, kann sehen, wie viel Wissenschaft in unserem Unternehmen betrieben wird. Junge Forscher finden hier eine internationale Arbeitsumgebung, wo angewandte Forschung mit den neuesten Mitteln betrieben wird.

STANDARD: Was sollen Mitarbeiter mitbringen?

Brokatzky-Geier: Es braucht mehr Leute, die mobil sind. Wer sich bei uns weiterentwickeln will, soll auch an verschiedenen Standorten arbeiten. Und da ist die Bereitschaft nicht immer gegeben. Grundsätzlich suchen wir Talente, die neben ihrem fachlichen Wissen und der technischen Kompetenz in einer globalen Umgebung bestehen und über die Grenzen ihrer Wissenschaft schauen können. Studienrichtungen vermischen sich immer mehr, in den USA ist das sehr flexibel. Daher hat Novartis die Leitung der Forschung auch nach Cambridge verlegt, um näher am Massachusetts Institute of Technology zu sein. Wir suchen Multi-Interessierte. (Gudrun Ostermann, DER STANDARD, Printausgabe, 4./5.9.2010)

JÜRGEN BROKATZKY-GEIER ist Leiter Human Resources und Mitglied der Geschäftsführung. 2009 erwirtschaftete Novartis mit 100.000 Mitarbeitern einen Nettoumsatz von 44,267 Milliarden Dollar, der Reingewinn betrug 8,454 Milliarden

captain__ingwer
00
15.10.2010, 09:22

übersetzt heißt das wohl "Wir suchen leute, die karriere machen wollen, und dabei auf jegliches Familien- und privatleben verzichten wollen" Hab ich auch im erweiterten bekanntenkreis, arme menschen, die glauben, daß twitter und facebook echte menschliche beziehungen aufrecht erhalten können. Aber bitte, wer damit glücklich ist....

ashley u.
00

diese leute gibt es..die aussagen sind blabla...und lustige datenbanken für karteileichen sind nicht förderlich sondern abschreckend

Herr Plumm
10

nomadenjob. nein danke

pretty1
04
Was Herr Brokatzky unter "Flexibilität" versteht, ist kostenlos in Wien 23, Brunnerstrasse 59 zu besichtigen !

Dort hat Novartis ein Forschungs-Institut mit ursprünglich 400 Mitarbeitern einfach zugesperrt."Um näher am MIT zu sein",vermutlich !

Roter Baron
05
kein problem

die 20-jährigen
mit 40 jahren beruferfahrung,
mindesten 3 doktor-titeln,
die zu einem praktikantengehalt
mindestens 50 stunden die woche hackeln,
stehen ja an jeder straßenecke rum.

roter baron

beos
00

Man braucht da mMn gar nicht so überspitzen...

Aber bei Firmen die sogenannte High-Performer suchen frag ich mich schon wo es die, zumindest in Österreich gibt. Die erwarteten Lebensläufe sind ja selbst für sehr talentierte und fleißige ohne dem nötigen familiären Background und die nötige frühe Förderung nicht zu schaffen...

Dinge wie:
-Ausgezeichneter Hochschulabschluss (damit ist idR gemeint Schnitt unter 1,5 ohne Ausreißer und Regelstudiendauer) mit spezifischen Spezialisierungen
-Englisch plus 2 weitere Fremdsprachen (oft Ostsprachen) perfekt in Wort und Schrift!
-Mindestens ein Jahr Auslandserfahrung bei renommierten Unternehmen
-Außeruniversitäres Engagement

und das als Hochschulabsolvent! und unter 25

taufrisch
22
Stimmt nur teilweise: Hochqualifizierte gibts genug, gezahlt wird großzügig und die Arbeitszeit ist selbstbestimmt!

Tullner Liebe
00
Stimme in 2 Punkten zu:

Hochqualifizierte gibt es und teilweise werden die auch gut bezahlt.

Die selbstbestimmte Arbeitszeit ist ein Schmäh: es wird gearbeitet bis zum Umfallen, jeder konkurriert mit jedem und wer bei dem Wettrennen nicht mithalten kann, fliegt raus!

Ja, so ist das halt mit der Karriere.....

gärtner
02

funktioniert sicher super mit der internationalen familie immer wieder umzuziehen, um an der xten neuauflage des selben medikaments zu arbeiten,
obwohl man mithilfe des internets fast gratis mit jedem amerikaner den ganzen tag lang quatschen könnte.

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