Angetestet

Hands On: Galaxy Tab mit Android 2.2

Zsolt Wilhelm, 5. September 2010, 14:04
  • Artikelbild
    vergrößern 800x533
    zsolt wilhelm

    Samsungs Galaxy Tab misst in der Bilddiagonale nur 7 Zoll, eignet sich aber dennoch gut zum Lesen.

  • Artikelbild
    vergrößern 800x1200
    zsolt wilhelm

    Im Vergleich zum iPad ist es wesentlich handlicher und fast halb so schwer.

  • Artikelbild
    vergrößern 800x533
    zsolt wilhelm

    Tippen funktioniert wahlweise wie beim Handy oder im Querformat mit fünf Fingern

  • Artikelbild
    vergrößern 800x533
    zsolt wilhelm

    Telefonieren und Videofonieren ist mit dem Galaxy Tab von Haus aus möglich.

  • Artikelbild
    vergrößern 800x533
    foto: derstandard.at/zsolt wilhelm

    Im eBook-Reader finden sich Zeitungen, Magazine und Bücher.

  • Artikelbild
    vergrößern 800x533
    zsolt wilhelm

    Der Tablet als portable Spielkonsole

  • Artikelbild
    vergrößern 800x533
    zsolt wilhelm

    Die Kamera macht für ein integriertes System ansprechende Fotos und Videos (bis 720p).

Der WebStandard konnte Samsungs viel versprechenden Tablet-PC antesten

Mit dem Start des iPads ist der Markt für Tablet-PCs wieder kräftig in Schwung gekommen. Auf der diesjährigen IFA wird eine Reihe an Neuvorstellungen und ersten Testprodukten gerechnet. Der Fokus der Hersteller liegt dabei auf dem freien Betriebssystem Android. Wie berichtet, hat Samsung mit dem Galaxy Tab zumindest von den Spezifikationen einen viel versprechenden Mitbewerber in diesem Segment vorgestellt. Der WebStandard hatte etwa für eine halbe Stunde die Gelegenheit, das fertige Gerät anzutesten.

Ausstattung top

Hardware-seitig lässt das Galaxy-Tab kaum Wünsche offen. Das 7 Zoll-Display ist zwar kleiner, als jenes vom iPad oder anderen Konkurrenten, doch mit einer Auflösung von 1024 x 600 Bildpunkten lassen sich Texte und Webseiten angenehm lesen. Dank des 1 GHz-Prozessors laufen aktuelle Apps und Spiele flüssig und im belasteten WiFi-Netzwerk des IFA-Showrooms liefen auch Online-Applikationen wie Facebook und der Webbrowser schnell. Die 3G-Verbindungsqualität und (Video-)Telefonie konnten nicht getestet werden. Dank der Sakkotaschen verträglichen Größe eignet sich der Tablet aber wenigstens vom den Maßen her auch als Telefon.

Die Kamera auf der Rückseite lässt sich über den Touchsreen bedienen und schießt Fotos in besserer Handycam-Qualität mit 3,2 Megapixeln. Fotos, Musik und Videos finden auf dem 16 oder 32 GB fassenden internen Speicher Platz, per microSD-Karte kann das Volumen noch um bis zu 32 GB aufgestockt werden. Die eingebauten Lautsprecher könnten etwas feiner klingen und ein USB-Anschluss wäre willkommen gewesen (ein Adapter hilft aus), aber sonst ist von technischer Seite her wenig zu bemängeln. Die versprochene Akkulaufzeit von 7 Stunden bei Video konnte aus Zeitmangel nicht überprüft werden.

Android 2.2 mit mehr Platz

Bei der Software setzt Samsung ganz auf das üppige Angebot an Android-Applikationen. Die knapp 100.000 Apps im Download-Store bieten alles von Games bis zur Bürosoftware. Oben drauf gibt es noch so genannte "Hubs" für Musik, Filme und eBooks. Letzterer erinnert dabei stark an Apples iBook-Store.

Da die meisten angebotenen Programme im Android Market für kleinere Endgeräte entwickelt werden, muss das Galaxy Tab das Gros der Anwendungen hochskalieren, um sie bildschirmfüllend darstellen zu können. Das Ergebnis ist bei 7 Zoll allerdings weit weniger verschwommen, als beim iPad.

Ein schnell ersichtlicher Vorteil der Mittelgröße ist die gute Handhabung. Mit 380 Gramm ist der Tablet-PC leicht genug, um als Lesegerät für eine Hand durchzugehen. Die zu Testzwecken vorgeladenen Bücher und Magazine waren trotz Spiegeldisplay gut lesbar, wenngleich bei kleineren Schriften (etwa bei Zeitungen) gegebenenfalls hereingezoomt werden muss.
Das 7-Zoll-Format kommt auch beim Schreiben gelegen. Aufrecht gehalten, können kurze Texte zügig mit zwei Daumen getippt werden. Nicht zuletzt kommt einem hier die Swipe-Unterstützung entgegen. Im Breitformat ist die virtuelle Tastatur etwas zu klein für ein Zehnfingersystem, funktioniert aber klar besser als bei kleineren Android-Smartphones.

Die Bedienung: Nicht immer, aber meistens ruckelfrei

Ob es nun an Android 2.2 oder dem Galaxy Tab liegt, sei dahingestellt. Auffallend gegenüber dem iPad ist jedoch, dass es bei der Touchsteuerung und den dazugehörigen Gesten ab und an für einen Augenblick zum Ruckeln anfängt. Auch wenn dies kein gravierendes Manko darstellt, so fühlt sich die Navigation von Apples Platzhirschen doch noch eine Spur besser an. Dies mag auch darauf zurückzuführen sein, dass der US-Hersteller mit kleinen optischen Tricks, wie dem "Nachfedern" am Ende des Scrollrands, die Bedienung intuitiver macht. Bei den getesteten Anwendungen wie dem Spiel "Nova" oder dem eBook-Reader kam es aber zu keinerlei Verzögerungen.

Zur Bedienung von Android 2.2 gibt es im Vergleich zu Smartphones mit dem Betriebssystem keine wesentlichen Unterschiede. Im Vergleich zum iPad oder zum iPhone könnte die Benutzeroberfläche noch ein Wenig aufgeräumter sein. So macht die Aufteilung der Apps auf die fünf Homescreens und einen zusätzlichen App-Ordner nicht wirklich Sinn. Angenehm hingegen ist die klar festgelegte Navigation über die Touch-Tasten am unteren Rand des Displays. So muss beim Internetsurfen beispielsweise nicht nach oben gescrollt werden, um eine Seite zurückzuspringen - dafür dient der Back-Button.

Einschätzung: Guter Begleiter, aber kein Gerät für die Zukunft?

Als erster Wurf wirkt das Galaxy Tab mit Android 2.2 schon recht alltagstauglich. Die Größe von 7 Zoll stellt einen guten Kompromiss aus Platzverträglichkeit und Benutzerfreundlichkeit dar. Zwar wird man nicht herumkommen bei Zeitungen und Internetseiten aktiv Bildausschnitte zu vergrößern, doch eignet es sich so dafür wesentlich besser als tragbarer Begleiter und eBook-Reader als ein Gerät der 10-Zoll-Kategorie.

Etwas Sorge bereitet Samsungs Fahrplan für die Zukunft. Zwar verspricht der Hersteller seinen ersten Tablet noch bis Android 3.0 auf dem aktuellen Stand zu halten, Versionen danach werden aber nicht unterstützt. Den Rat, vorerst einmal abzuwarten, gibt es schließlich auch aus zwei weiteren Gründen: Zum einen will Samsung bereits Anfang 2011 neue Tablet-PCs auf den Markt bringen und zudem ist der Startpreis für das Ende September erscheinende Gerät mit 699 Euro ohne Mobilfunkvertrag nicht gerade niedrig angesetzt. (Zsolt Wilhelm aus Berlin, derStandard.at, 5.9.2010)

Der WebStandard auf Facebook

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 176
1 2 3 4 5
Warum sind alle guten Namen schon vergeben?
00
5.11.2010, 14:36

Ist mit Android 3.0 jetzt Gingerbread oder Honeycomb gemeint? Laut Wikipedia ist ja Gingerbread 2.3 und Honeycomb, mit der besseren Tablet Unterstützung, 3.0.

derunbestechliche
00
19.9.2010, 11:31
Der Startpreis ist genau richtig festgelegt.

Natürlich wird er sich relativ bald darunter einpendeln, aber Apples "Tablet-PC" kann ja auch weniger und kostet annähernd gleich viel - in der Minimalversion.

hassel the hoff
00

bei apple gibts nur eine bildschirm-grösse.

nachteil: bei android kann man sich die grösse aussuchen, die am besten zum geplanten einsatzzweck passt.

vorteil: die ipad-apps sind alle genau für diese bildschirmgrösse und auflösung geschrieben.

Blitzkneisser
00
20.10.2010, 07:10

Wirklich? Ich hab kein iPad, kann's nicht sagen, aber der Absatz aus dem Bericht klingt anders:

"Da die meisten angebotenen Programme im Android Market für kleinere Endgeräte entwickelt werden, muss das Galaxy Tab das Gros der Anwendungen hochskalieren, um sie bildschirmfüllend darstellen zu können. Das Ergebnis ist bei 7 Zoll allerdings weit weniger verschwommen, als beim iPad."

marksu
00
18.9.2010, 15:46
magazin-apps

wenn ich ein verlag bin, dann hänge ich mich an die millionen kunden mit gleichen geräten (auflösung, format, etc) anstelle entweder tausend versionen zu machen, oder überall nur leidlich auszusehen.

außerdem würde ich das system mit einem funktionierenden, geschlossenen bezahlsystem wählen. so ist die wirtschaftswelt.

allerdings wird man sehen müssen, wie weit sich die alle unterschiedlich gestrickten magazin-apps durchsetzen werden …………

Emanuel S.
00
6.11.2010, 10:50

Wenn ich ein Verlag bin, dann besorge ich mir anständige Programmierer und keine Script Kiddies die verbuggte Programme im Baukastensystem zusammenwürfeln.

In Your Face - Again
45
N-Gage ist ein Witz dagegen!

"Dank der Sakkotaschen verträglichen Größe eignet sich der Tablet aber wenigstens vom den Maßen her auch als Telefon."

Hahahahahaha!! Schaut euch mal das Foto davon an, WER WILL so telefonieren?!?!

hahaha schaut das doof aus!

hassel the hoff
00

telefonieren geht nur mit headset, weil kein lautsprecher beim ohr ist.

Galaga Tralala
00

bei 3 laptops, pc, und iphone kann ich sowas nicht gebrauchen, vlt wenn es mal 99 € ohne vertrag kostet..also in 2 jahren cirka

DER boeselhack
00
699EUR vs. 200-300US$ ???

Mich würd das Galaxy Tab ja auch interessieren, aber zu dem Preis (699€)...
Jetzt grad lese ich auf gizmodo.com respektive wsj.com, dass das ding eigentlich eh nur 200-300 US$ kosten soll...
http://goo.gl/Mhdw bzw. http://goo.gl/aqx5

was jetzt???

M.Honeybee
00

d.h. die werden das Galaxy Tab für einmalige z.b. 150,- + 50,- data plan im Monat verscheuern. Nur das kann der Grund für den absurd hohen Preis sein.

Argumentationslinie: Autovergleich
00
Aus dem WSJ-Link:

"Samsung won't sell the Galaxy Tab directly to consumers. Samsung product executive Hankil Yoon said it would likely retail for between $200 and $300, although the final price would vary depending on wireless-carrier subsidies."

Galaga Tralala
00

bei den amis ist alles billiger, weil der markt auch grösser ist, im vergleich zu drüben wurden wir mit dem iphone nur abgezockt

Emanuel S.
00
6.11.2010, 11:23
SO EIN SCHWACHSINN

Wie wäre es mit Umsatzsteuer, Einfuhrzölle, längeren Transportwegen aus Asien???

Hier ein Beispiel: Ein Camcorder aus Hong Kong
---------
USA, CA:
Einfuhrzoll: 0% (HTS Number 99022336)
Sales Tax: 8.25%
Seedistanz HK-LA: 6343 nm (http://www.searates.com)
---------
EU, Österreich
Einfuhrzoll: 13,9% (http://tinyurl.com/39p2lyo)
Umsatzsteuer: 20%
Seedistanz HK-ITGIT: 7374nm (Plus Gebühren für Suez-Kanal http://tinyurl.com/3xtompe)

Ergibt für den Verkauf in Kalifornien eine Steuer/Zollbelastung von 8.25% - Österreich: 36,68%

Francetto
00
????

Markt (Nachfrage) ist größer, Preis ist kleiner???

So ein Blödsinn...

Ich weiss schon, dass es Faktoren (Importsubventionen aus Japan/Südkorea, Werbewirksamkeit, Konkurrenz zum IPad) gibt, dass es in Amerika weniger kostet, aber "der Markt" is a schlechte Aussage

Ausgeflippter Lodenfreak
00

Markt ist nicht gleich Nachfrage, das sind zwei verschiedene Dinge.
Bei gleicher Nachfrage und gleicher Konkurrenzsituation werde ich für die USA billiger produzieren können als für Europa, da es eine einheitliche Sprache und einheitlichere Gesetze und Vorschriften gibt und ich weniger verschiedene Distributionskanäle nutzen muss. Dadurch verschiebt sich die Untergrenze für den Verkaufspreis. Außerdem richtet sich der Preis danach, was die Konsumenten auf den jeweiligen Märkten bereit sind auf Basis der Rahmenbedingungen (verfügbares Einkommen, Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung, Nachfrage, usw.) zu zahlen.

Francetto
00

Nochmal: Ich weiss schon, WARUM dort alles billiger ist. Mir stössts nur bei der Aussage "Der Markt ist GRÖSSER" auf, wenn ich weiss, dass in der EU über 100 Millionen Menschen mehr wohnen, und die Kaufkraft auch viel höher ist und der Lebens-/Technologiestandard ca. gleich ist.

bei "der Markt ist VORTEILHAFTER/ANDERS/INTERESSANTER" sieht die Sache anders aus.

Galaga Tralala
00

die können es besser vermarkten in einem land mit 300 mill einwohner, als hier im össi land.., 8 mill? davon 1,5 mill potentielle käufer..haha..da werden in Los Angeles mehr verkauft als in ganz österreich.., vertrieb, transport etc sind leichter zuhandhaben..

sprich 1 shop in den USA verkauft 5 mal mehr als hierzulande! VERSTEHST?

Francetto
00

AHA!

Das würde aber auch heissen, dass der Europa-Markt interessanter wäre - immerhin hat alleine die EU (also ohne Norwegen, Schweiz) über 90 Mio. Einwohner mehr als die USA...

Seltsamerweise kostet alles in UK auch weniger. Und nicht nur in London...

Von Österreich hat kein Schwein was geredet. Ich rede von Europa, wo generell ALLES High-Tech teurer ist als in den USA(regionale Unterschiede bspw. zwischen Spanien/Deutschland/Österreich/CZ/usw. ausgeklammert, wo's vielleicht NOCH mehr kosten könnte)

M.Honeybee
00

Dann studieren sie mal z.b. Preise deutscher Autos in den USA. Oder den Aufschlag auf auf fast alles in Ö. (im Vergleich zu DE) - von Reifen bis Smartphones. z.B. HTC Legend

http://geizhals.at/?fs=htc+legend&in=

Francetto
00

Naja, DASS alles in den USA weniger kostet, is mir schon klar (lebe ja auch ned hinterm Mond, und ich bestell mir gewisse Dinge GENERELL immer aus den USA), aber sicher nicht, weil "der Markt grösser" ist... Da wären nämlich dann die Preise höher (Angebot - Nachfrage...)

Die Steuern sind schon mal extrem niedriger, die Transportkosten innerhalb Amerika, vielleicht auch Zölle, Importsubventionen, bilaterale Handelsverträge, etc...

Galaga Tralala
20

die leute die so ein gerät unbedingt haben wollten, haben sich schon eines von Apple geholt, alle anderen werden nur bei viel niedrigeren preisen soetwas kaufen, und da wird auch apple der erste anbieter sein der den preis drückt

Wise Owl
02

technisch klingt das alles sehr gut, wenngleich der akku am limit ist, denn bei 7 h wird das dann mal effektiv 5 - 6 h bringen.

was mich aber stört ist die größe. die 10 zoll vom ipad sind genau richtig. man kann ein din a4 dokument ohne zoomen lesen. 7 zoll sind somit höchstwahrscheinlich zu klein.

naja, mal abwarten. der markt ist in bewegung, und es bleibt abzuwarten, was noch alles kommt.

Ronald Tekener
00

Das mit der Größe sehe ich genau umgekehrt. Die 10 Zoll vom iPad sind mir eindeutig zu groß (und zu schwer), die 7 vom Galaxy schauen da schon besser aus, wenngleich vielleicht etwas zu groß um es einzustecken.

Es kommt halt darauf an, wofür man das Ding verwenden will. Für den mobilen Nutzen sind kleinere besser geeignet, für die Couch zuhause ist ein größeres Tablet auch kein Problem.

Sermon72
01

Ich kann nur davon sprechen, wie es sich bei *mir* verhält und seit ich das iPad benutze, verwende ich mein Smartphone kaum mehr zum Surfen oder Texte lesen, weil mich das ständige Zoomen und Hin- und Herscrollen irrsinnig nervt. Das iPad hat da für mich die ideale Grösse, was aber nicht heisst, dass ich es nicht verstünde, wenn Andere das anders sehen.

Für mich gilt jedenfalls - gleich gross oder grösseres Display .. jederzeit.

Kleineres Display - kann ich mir nur sehr, sehr schwer vorstellen, dass dies eine zufriedenstellende Lösung für mich darstellen würde.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 176
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.