Auch viele andere Rohstoffe sind endlich
Dass das Erdöl zur Neige geht, wird wohl schon seit Jahrzehnten diskutiert. Dass aber auch viele andere Rohstoffe endlich sind, wird nun erst seit der Debatte um das Elektroauto ein breiteres Thema in der Öffentlichkeit.
Vor allem den Entwicklungen in der Elektronik folgt immer wieder eine explosionsartige Bedarfssteigerung bei Werkstoffen, deren Basiselemente entweder von vornherein rar sind oder sehr ungleichmäßig über die Erdoberfläche verteilt, womit die technische Dimension auch noch eine politische bekommt.
Neben der Elektronik sind beim Elektroauto natürlich die Batterien ein Brennpunkt, aber auch die Motoren selbst. Bei Ersteren geht es um Lithium, ein Metall, ähnlich dem Magnesium, aber noch leichter. Man findet es überwiegend in Südamerika, am meisten davon in Bolivien. Was die weltweiten Vorräte betrifft, gibt es so unterschiedliche Angaben, dass man annehmen kann, dass derzeit kein Mensch weiß, wie groß die Reserven wirklich sind.
Etwas einfacher scheint es bei den Seltenen Erden zu sein, die für die Herstellung von Permanentmagneten in großen Mengen benötigt werden. Elektromotoren mit Permanentmagneten haben einen besseren Wirkungsgrad, daher werden sie für Windkraftanlagen und Fahrzeuge bevorzugt. Allerdings sind diese Magnete auch teuer, und Motoren, die ohne Magnet arbeiten, besitzen ein erhebliches Entwicklungspotenzial.
Auch umwelttechnisch sind die Seltenen Erdmetalle kritisch zu sehen, weil sie zum Teil selbst giftig sind und mit Säuren aus dem Gestein herausgewaschen werden. Die größten Vorkommen liegen in China und der Mongolei, wo der Umweltschutz bei der Gewinnung kaum eine Rolle spielt, zumindest heute noch. (rs/DER STANDARD/Automobil/Printausgabe, 3.9.2010)