Harvard-Forscher stellen jahreszeitliche Schwankungen bei MS-Schüben fest - was Testergebnisse verzerren könnte
New York - Die Schübe bei Multipler Sklerose (MS) hängen stark von Wetter und Jahreszeit ab. Wärme und hohe Sonneneinstrahlung fördern einer Studie zufolge das Fortschreiten der Erkrankung, wie Hirnuntersuchungen von 44 MS-Patienten über den Zeitraum von etwa einem Jahr zeigten. "Auf den Hirnscans traten neue Schädigungen von März bis August etwa zwei bis drei Mal häufiger auf als in den anderen Monaten", sagt der Neurologe Dominik Meier von der Universität Harvard. Dabei hing die Krankheitsaktivität stark von der Wärme und der Sonneneinstrahlung ab. Niederschläge spielten dagegen keine Rolle, wie die Forscher im Fachblatt "Neurology" schreiben.
Das Resultat hat aber noch eine darüber hinaus gehende Bedeutung, denn es könnte ein neues Licht auf die Interpretation von Studien zu MS-Medikamenten werfen. Wenn die Jahreszeit einen spürbaren Einfluss auf den Krankheitsverlauf hat, relativiert dies möglicherweise Studienergebnisse über Medikamentenwirksamkeit. Jene Wirkstoffe, die während Wintermonaten getestet werden, würden dann nämlich in einem günstigeren Licht erscheinen als andere. (APA/apn/red)