Strobl: Mitsche-Rücktritt und interne Nachbesetzungen bringen bis Ende 2011 unterm Strich Ersparnis von 16.000 Euro - Falsche Zahlen von "politisch motivierten Quellen"
Wien - Der vorzeitige Rücktritt von ORF-Hörfunkdirektor Willy Mitsche und die erwartete Bestellung von TV-Chefredakteur Karl Amon zum neuen Radiodirektor könnte dem ORF sogar Geld sparen. Dies ergeben interne Berechnungen des öffentlich-rechtlichen Senders. Aufgrund der geringeren Gehaltsansprüche Mitsches würde sich bei einem Aufstieg Amons sowie den damit verbundenen Nachbesetzungen unterm Strich bis Ende 2011 eine Ersparnis von 16.000 Euro ausgehen. Die Tageszeitung "Österreich" hatte eine Berechnung aus anonymer Stiftungsratsquelle zitiert, wonach die Personalrochade 1,712 Mio. Euro koste.
ORF-Kommunikationschef Pius Strobl wies diese Zahlen auf APA-Anfrage "als absurd und haltlos" zurück. Die internen Durchrechnungen würden bis Ende 2011, wenn die Geschäftsführungsperiode endet, bei der Annahme von ORF-internen Nachbesetzungen vielmehr eine Ersparnis ergeben, sagte Strobl. "Der ORF weist darauf hin, dass die kolportierten Zahlen nur von schlecht informierten und politisch motivierten Quellen stammen können."
Das Ergebnis der ORF-internen Kostenaufstellungen: Nachdem Mitsche eine neue Funktion mit weniger Gehalt antrete, erspare sich der ORF bis Ende 2011 insgesamt 133.000 Euro. Würde Amon, der derzeit als TV-Chefredakteur Hauptabteilungsleiter ist, tatsächlich zum Hörfunkdirektor bestellt, würden die Mehrkosten seines Direktorenvertrags im gleichen Zeitraum etwa 77.000 Euro betragen. Die Nachbesetzung von Amons Job in der Fernseh-Information würde etwa 40.000 Euro mehr kosten. Gleichzeitig würde die Planstelle des Amon-Nachfolgers eingespart. "Die Gesamtfolgekosten der Nachbesetzung von Willy Mitsche als Hörfunkdirektor würden demnach 117.000 Euro betragen. Insgesamt ergibt sich somit eine Gesamtersparnis von 16.000 Euro."
Der ORF habe schon bei der "Nachbesetzung bzw. Neustrukturierung der frei gewordenen Positionen von Ö1, TV-Wissenschaft, Zentrale Chefredaktion und TV-Magazine durch interne Besetzungen erhebliche Kosten eingespart und wird diesen Kurs fortsetzen", so Strobl. (APA)