Daten von 170.000 Probanden aus 26 klinischen Studien ausgewertet
Stockholm/Feldkirch - Cholesterin senkende Medikamente - die am häufigsten verwendeten Statine - sind nicht krebserregend. Das konnten Forscher der University of Oxford und der University of Sydney in einer weltweiten Studie zeigen. Rory Collins von der University of Oxford British Heart Foundation und Co-Leiter des Forschungsprojekts hob auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Stockholm hervor, dass nun Patienten in aller Welt beruhigt Statine zum Senken überhöhter Cholesterin-Werte einnehmen können.
Ausgewertet wurden die Daten von rund 170.000 Personen aus 26 kontrollierten klinischen Studien. Davon erkrankten 10.000 an Krebs, 3.500 sind daran gestorben. Die Analyse der Ergebnisse zeigte, dass sich die Anzahl der Krebserkrankungen von Patienten, die Statine einnahmen, und Patienten, die einen Plazebo erhielten, nicht unterschieden. Die Studie wurde vom UK Medical Research Council, der British Heart Foundation und dem National Health and Medical Research Council (Australien) finanziert.
Verdacht entkräftet
"Man hat lange Zeit Sorge gehabt, dass Statine Krebs hervorrufen können, weil bei Krebspatienten ein niedriger Cholesterin-Wert gemessen wurde", so Heinz Drexel (Landeskrankhaus Feldkirch und Abteilungsleiter des Instituts zur Erforschung und Behandlung von Erkrankungen des Gefäßsystems). "Die neue Studie zeigt, dass man jetzt mit großer Sicherheit sagen kann, dass weder Brust- noch andere Krebsarten durch Statine ausgelöst werden. Es besteht damit kein Krebsrisiko durch jahrelange Einnahme von Statinen in höherer Dosis." Statine haben neben der Senkung des Wertes an "bösem" LDL-Blutfett auch die Eigenschaft, Entzündungen zu dämpfen. Auch darauf dürfte ihr Effekt bei der Verhinderung von Herzinfarkten etc. beruhen. (APA)