Überfällige Entbindung

Gesteigertes Risiko für Zerebralparese

03. September 2010 11:15

Drei Viertel der betroffenen Kinder kommen nach errechnetem Geburtstermin zur Welt

Chicago - Die infantile Zerebralparese (CP) ist eine angeborene Hirnschädigung, die vor allem Frühchen gefährdet also jene Babys, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden. Aber drei Viertel der betroffenen Kinder kommen später zur Welt. Wie stark ihr Risiko von dem Geburtstermin abhängt, zeigt eine norwegische Studie.

Die Forscher der Universität Bergen werteten ein Geburtsregister mit fast 1,7 Millionen Babys aus. Knapp 2.000 Kinder kamen ab der 37. Woche mit einer Zerebralparese zur Welt. Am geringsten war die Gefährdung bei einer planmäßigen Geburt in der 40. Woche. Verglichen damit war das Risiko in der 37. Woche um 90 Prozent erhöht, in der 38. Woche um 30 Prozent. Überraschenderweise stieg die Wahrscheinlichkeit nach der 41. Woche wieder an. Kam das Kind in der 42. oder 43. Woche zur Welt, lag das Risiko um 40 Prozent höher, wie die Wissenschafter in der Zeitschrift "JAMA" schreiben. (APA)

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12 Postings
wald und wiese
04.09.2010 14:40
berechnungen

wenn 3/4 aller geburten nach dem errechneten termin stattfinden, würde ich mich als erstes um die berechnungsmethode kümmern.......

DagmarRehak
 
04.09.2010 15:39

3/4 der betroffenen Kinder kamen nach dem errechneten Termin zur Welt, steht da.

anna saringer
04.09.2010 15:14

bitte genau lesen: 3/4 aller kinder kommen nach der 37. woche zur welt. der berechnete termin liegt immer in der 40. woche. die berechnungsmethode ist schon in ordnung.

Robert Bürger
03.09.2010 12:52
ausserdem

würde ich eine Geburt in der 37 SSW nicht als Frühgeburt bezeichnen...

DagmarRehak
 
03.09.2010 12:42
Wurde da wieder Ursache und Wirkung verwechselt?

Es ist doch viel wahrscheinlicher, dass die Erkrankung den korrekten hormonellen Geburtsstart verhindert.

Bonair
05.09.2010 15:53

Infantile Cerebralparese ist per se keine Erkrankung, sondern fasst Hirnschäden zusammen, die durch cerebralen Sauerstoffmangel vor (70-80%), während oder nach (je 10-15%) der Geburt entstehen. Daraus folgt, dass die Krankheit die Schwangerschaft nicht beeinträchtigt, sondern "lediglich" das Kind. Dass Übertragungen häufiger betroffen sind, ist naheliegend, weil die Placenta bei steigender Kindesgröße irgendwann insuffizient arbeitet.

DagmarRehak
 
05.09.2010 21:01

Der Geburtsstart wird ja vom Kind bekannt gegeben. Und wenn es in der Schwangerschaft zu Unterversorgungen des Gehirns gekommen ist (übrigens nicht nur durch Sauerstoffmangel), dann liegt es doch nahe, dass da auch die Geburtstarterfunktion nicht funktioniert.
Und das mit der Plazenta stellst du dir auch ein bissl einfach vor. Es ist ja nicht so, dass die Plazenta vor sich hin altert und mit viel Glück wird ein einigermaßen günstiger Zeitpunkt für die Geburt erwischt, sondern das hat alles einen fein ausgeklügelten Plan, bei dem das alles genau eingeplant ist.

Bonair
06.09.2010 09:35

Die Placenta hat aber keine unbeschränkten Versorgungskapazitäten, sie ist auf die Versorgung einer bestimmten Kindesmasse angelegt (weswegen Mehrlinge auch meist kleiner sind, als Einzelschwangerschaften). Nach der 40.Woche wächst das Kind nach wie vor weiter und da wird eben ein Punkt erreicht, an dem eine ausreichende Versorgung oft nicht mehr möglich ist. Bei vielen ICP-Kindern ist es aber so, dass die Placenta eben nicht einmal bis zum idealen Geburtszeitpunkt durchhält (sei es, weil die Mutter Diabetikerin ist und das Kind einfach zu groß ist oder durch einen placentaren Einnistungsdefekt).
Einen Geburtsstarter per se kennt man noch nicht, ein potentieller Kandidat ist ein Protein, das von der reifen kindl. Lunge produziert wird.

DagmarRehak
 
06.09.2010 10:28
Das mit der Kindesmasse ist ein Blödsinn. Der größer die Kontaktfläche zwischen Mutter und Kind ist, desto mehr Masse kann in einer bestimmten Zeit zugelegt werden. Mehrlinge sind nicht kleiner, wenn den erhöhten Anforderungen Rechnung getragen wird.

Die können genauso 3,5 kg pro Stück haben wie Einlinge.
Das erfolgte Wachstum hat mit der schlechter werdenden Versorgung nichts zu tun, sondern es ziehen sich die Trophoblastzellen aus den Spiralarterien zurück, und das machen sie, weil sie finden, dass es an der Zeit ist. Würden sie das nicht tun, würde die Plazenta auch weiterhin jedes Kind zum Wachsen bringen bis es in die Schule kommt.
Es ist oft nicht die Plazenta selbst, die Probleme macht, sondern die Umstände, unter denen sie leben muss. Mit Salzrestriktion, Entwässern und Blutdrucksenkern, wie es leider immer noch vorkommt, kann auch die beste Plazenta nicht gscheit arbeiten.
Na, sicher ist ein Geburtsstarter bekannt! Man weiß zwar nicht, was das genau ist, aber man weiß, dass das Kind ein Hemmhormon ausschüttet, das verhindert, dass das am Ende der Schwangerschaft reichlich vorhandene Oxytocin Wehen verursacht. Außerdem werden gleichzeitig mit dem Rückzug der Trophoblastzellen vom Kind Hormone produziert, die den Zellverband lockern. Möglicher Weise werden dabei auch erst Rezeptoren freigelegt. Wie auch immer - das Kind löst die Geburt aus; das ist gesichert.
Das mit der gereiften Lunge kann nicht sein, weil der Geburtsstart sich ja nicht über Wochen hinzieht, sondern eindeutig an einem Punkt stattfindet. Diese krude Theorie hätte man schon vor der Veröffentlichung kübeln müssen. Aber du glaubst das...

Bonair
06.09.2010 10:59
Und Sie haben behauptet, ich sei auf Streit aus ;)

Absatz 1: Trophoblastzellen können weder denken, noch eine Meinung haben
Absatz 2: Nonsense as usual
Absatz 3: "Das Kind löst die Geburt aus. Ich habe keine Ahnung wie und warum." - einleuchtende Theorie. Haben Sie das aus dem New England Journal?
Absatz 4: "an einem Punkt": Ich weiss nicht, was für Wurferlebnisse Sie hatten, aber in meinem Vertrauensranking in Sachen Geburtsforschung stehen Gynäkologen ein kleines bisschen höher als Naturkostladentanten - aber nicht viel ;)

Kathi1609
 
03.09.2010 14:09
Stell doch bitte nicht so komplizierte Fragen, Dagmar!

Du könntest genauso fragen, ob die Art der Geburt (wieviele Prozent der Kinder in der 42. und 43. Woche in dieser Studie kamen denn noch spontan, ich wage zu bezweifeln, dass das viele sind ...) und der Einsatz der einleitenden Medikamente damit zu tun haben könnte.

Ehrlich, es ist auf die Schnelle mal ein weiterer Grund, um vorzeitig ab EGT einzuleiten. Komplexere Fragen sind da nun wirklich nicht nötig ...

DagmarRehak
 
03.09.2010 14:44
Da hast du natürlich Recht.

Wie konnte ich den Auskennern nur so obergscheit dreinreden...

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