Die zehn größten Einzelhändler nehmen 40 Prozent der Verkaufsfläche ein, die "Einzelkämpfer" sterben weiter aus
Wien - In Österreich ist nicht nur die Medienlandschaft stark
konzentriert, sondern auch der Einzelhandel. Die zehn größten Unternehmen haben
2009 mit etwa 5,5 Millionen Quadratmetern bereits rund 40 Prozent der gesamten
Verkaufsfläche im Einzelhandel beansprucht, ermittelte RegioData. Doch der
Marktbereinigungsprozess ist schon voll im Gang, nach Jahren der Expansion
werden Flächen optimiert bzw. unprofitable Standorte geschlossen.
Einzelkämpfer sterben zunehmend aus, der Anteil der Filialen nimmt dagegen
zu. Seit 2001 ist die Anzahl der Einzelhandelsgeschäfte von 55.000 auf 50.000
zurückgegangen. Allein in den vergangenen zwei Jahren haben 120
Lebensmittegeschäfte dicht gemacht. Rund 37 Prozent aller Einzelhandelsgeschäfte
gehören zum filialisierten und organisierten Einzelhandel, vor zehn Jahren
betrug dieser Anteil 30 Prozent. Die Branchen mit dem höchsten Filialistenanteil
sind die Lebensmittel- (rund 90 Prozent), die Baumarkt- (88 Prozent) und die
Drogerie- und Parfümeriebranche (86 Prozent).
Der Markt wird von einigen großen Playern dominiert. An der Spitze steht seit
der Adeg-Übernahme Rewe mit seinen Vertriebslinien Adeg, Billa, Bipa, Merkur,
Penny und Sutterlüty. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr die Spar-Gruppe
(Spar, Interspar, Eurospar, Maximarkt, Hervis) knapp überholt und ist laut
Studie sowohl von Fläche als auch Umsatz sowie Anzahl der Geschäfte her der
größte Einzelhandelskonzern in Österreich. Rewe beansprucht eine Verkaufsfläche
von rund 1,12 Millionen m2 und hat fast 2.500 Outlets. Spar kommt auf eine
Fläche von 1,08 Millionen m2 und verfügt über mehr als 1.500 Geschäfte, so
RegioPlan.
Flächenmäßige Nummer 3 ist der Möbelhändler Lutz mit 0,85 Millionen m2,
dahinter tummeln sich Kika/Leiner, Tengelmann, Baumax, Hagebau und Intersport.
Bei der Anzahl der Geschäfte folgen nach Rewe und Spar Markant (Nah&Frisch)
sowie Schlecker mit je mehr als 1.000 Filialen.
Die Top-5-Einzelhändler nach Umsatz sind Rewe, Spar, Hofer, Tengelmann (Kik,
Obi, Zielpunkt) und Lutz. Konkrete Umsatzzahlen veröffentlichte RegioData nicht.
Alle Angaben beziehen sich auf das Jahr 2009, Zielpunkt wurde im Mai von dem
deutsch-luxemburgischen Investor BluO übernommen und gehört nicht mehr zu
Tengelmann. (APA)