SPÖ-Klausur

Faymann: "Werden vermögensbezogene Steuern brauchen"

03. September 2010 11:03
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    Foto: apa/schlager

    Zu einer dezitierden Forderung nach einer Vermögenssteuer ließen sich weder der steirische Landeshauptmann Voves noch der Wiener Bürgermeister Häupl hinreißen.

SPÖ-Präsidium tagte zu Verteilungsgerechtigkeit und Bildung - schüchterner Vorstoß bei Vermögenssteuer

Wien - Die SPÖ ist am Freitagvormittag im Gartenhotel Altmannsdorf in ihre traditionelle Spätsommerklausur gestartet. Eines der Schwerpunktthemen zum Start des Intensivwahlkampfes in der Steiermark und in Wien ist die Frage der Verteilungsgerechtigkeit. SPÖ-Vorsitzender Bundeskanzler Werner Faymann sagte vor Beginn der Sitzung: "Wir werden vermögensbezogene Steuern aller Art brauchen".

Die SPÖ legte ein Bekenntnis zur keynsianischen Wirtschaftspolitik ab und einen vorsichtigen Vorstoß in Richtung Vermögensbesteuerung.

Der Bundeskanzler verwies, wie auch die übrigen SPÖ-Vertreter, auf den entsprechenden Parteitagsbeschluss. Er betonte, dass es ihm um die Besteuerung von Vermögen von über einer Million Euro gehe. Die Vermögensbesteuerung liege als 8. Punkt der Vorschläge zur Budgetkonsolidierung am Tisch, so Faymann. Bisher sei allerdings vom Koalitionspartner ÖVP zur Frage der einnahmenseitigen Konsolidierung noch "kein Pieps" gekommen.

Voves und Burgstaller für neue Steuern

Der steirische Landeshauptmann Franz Voves verwies bezüglich Vermögensbesteuerung ebenfalls auf den Parteitagsbeschluss, er gehe davon aus, dass sich die Bundesregierung daran orientiere. Jetzt gehe es darum, in der Großen Koalition die richtigen Kompromisse zu finden. Seine Salzburger Kollegin Gabi Burgstaller erklärte - unteranderem mit Verweis auf die steigenden Kosten im Pflegesektor - sie halte es "für naiv" zu glauben, dass man ohne eine Vermögensbesteuerung auskommen könne. "Meiner Meinung nach führt nichts vorbei an einer Besteuerung des Vermögens".

Auch Infrastrukturministerin Doris Bures erklärte, sie habe den Eindruck, "dass die Menschen sagen, alle müssen einen Beitrag leisten". Die SPÖ-Regierungsmitglieder befanden sich dabei auf einer Linie mit der Parteijugend. SJ-Vorsitzender Wolfgang Moitzi sagte, er erwarte sich, dass sich die SPÖ bezüglich Vermögensbesteuerung auch gegen Regierungspartner durchsetzt.

"Klassische keynsianische Politik"

Erfreut zeigte sich der SPÖ-Vorsitzende über die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt, die getroffenen Maßnahmen hätten ihre Wirkung gezeigt. Man müsse hier den Weg fortsetzen, mit Rücksicht auf die Kaufkraft wie auch auf die Wirtschaft. Häupl erklärte dazu, man müsse "aus der Krise hinausinvestieren und nicht in die nächste Krise hineinsparen". Der Wiener Bürgermeister verwies darauf, dass man in der Bundeshauptstadt die geringsten Schulden aller Bundesländer habe, diese werde man dann wieder zurückzahlen, wenn die Krise vorbei ist - also die Arbeitslosigkeit eingedämmt ist. "Das ist klassisch keynsianische Politik" so Häupl. (APA)

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grün>dung
08.01.2011 06:55
wenns eng wird, wissen die polemiker,

was man sagen muss, um den mob zu unterhalten.

Der Ätzer
09.09.2010 06:24
Wir sind überbesteuert und jede Steuer schlägt rasch bin zum Grund durch!

Die Schmähtandler bekämpfen die Armut und behaupten der Chef zahlt die Steuern und Leistungsträger sind Beamte.

Das Bequeme an den billigen Zuwanderarbeitskräften ist, daß bei Niederlegung der Arbeit Einheimischrer, selbst bei den Putzkolonnen, ein Dreck an Steuern bezahlt wird.

Aber das Heer der Elenden springt ein - darum brauchen wir Zuwanderung!

Abel
08.09.2010 19:59
Zeit Geist1
08.09.2010 10:01
Der Mantel des Vergessens

Anscheinend haben unsere Herrn Politiker schon vergessen, dass wir bereits eine Vermögensbesteuerung haben.

Die Kest wurde als ERSATZ für die vermögemssteuer eingeführt, da die Vermögenssteuer aufgrund der Sparbuchanonymität weitgehend zahnlos war.

Jetzt wieder von einer Vermögenssteuer zu sprechen ist heuchelei, da man dann die Kest, welche eine Endbesteuerung ist, abschaffen müsste.

Ganz zu schweigen von der komplizierten Verwaltung, die für eine Vermögenssteuer nötig wäre.

Hr. Wolf
07.09.2010 14:18
einfachste Lösung

Erhöhung der Grundsteuer und fertig.
Alle anderen Ideen kann man vergessen. Die Herrschaften im Ministerium wissen anscheinend gar nicht (leider) welchen Aufwand die Wiedereinführung z.B. der Vermögensteuer kosten würde.

Weltfremd ?
06.09.2010 21:46
Der Wendekanzler

spricht nun auch von vermögensbezogenen Steuern, damit ändert er früher getätigte Aussagen.
Unverständlich, da zunächst einmal Gerechtigkeit bei Zuwächsen geschaffen werden muss, d.h. solange es nicht eine entsprechende Erbschafts- und Schenkungssteuer gibt, die Gruppensteuer abgeschafft wird, jeder Vermögenzuwachs gleich hoch besteuert wird, ist eine Vermögenssteuer ein ungerechtfertigter Diebstahl. Erst wenn dort Gerechtigkeit geschaffen wurde, kann die Vermögenssteuer erwogen werden, wenn es zur Finanzierung erforderlich ist. Das setzt aber voraus, dass auch noch berücksichtigt wird, wie jeder sein Einkommen verwendet, und Vermögen ist dann auch vollständig zu erfassen.

Verrückt ist gut
06.09.2010 12:20
Vermögensbezogene Steuern.

Muss man sein Geld halt im Osten sicher deponieren. Ja, das ist ein Widersdpruch in sich selbst. Aber hier ist das Geld sicher weg, dort nur möglicherweise. Auch eine Art von Spekulation.

Chocoholic
07.09.2010 14:16
es geht noch leichter: in der Schweiz parken, unter der Matratze,

in Gold, in leerstehenden Immobilien (Verlust) oder an Freunderln pro forma Verlustvermietet und vieles mehr...

nick melin
 
06.09.2010 09:54
Faymann: brauchen höhere steuern

hat die spö jemals etwas eingespart außer sozialleistungen
immer wenn ein spöler die papen aufmacht kommt wir brauchen mehr und höhere steuern
ich hoffe bei der nächsten wahl fällt das rot/schwarze monster unter 50%

Lünz
06.09.2010 09:11
1 Mio. € Freibetrag!?

Jemand mit einem Vermögen von knapp 14Mio. Schilling ist für die SPÖ also zu arm, um Vermögenssteuer zu bezahlen? Vor 30 Jahren wäre man für so eine Aussage von der Partei ausgeschlossen worden.

(Nur mal zum Vergleich: der Solosechser im Lotto dieses Wochenende bringt 800.000 €. Also unter der Grenze für Vermögenssteuer.)

lagrangian
06.09.2010 09:09

werden steuersenkungen und -abschaffungen brauchen!

Hafner
06.09.2010 08:56
Genauso stelle ich mir ...

... soziale Gerechtigkeit vor.
Diejenigen, die ihr Geld rausplempern, die schlicht leben, bekommen vom Staat dazu und diejenigen, die sich einschränken, sparen und sich vom (bereits voll versteuertem Geld) etwas aufbauen oder rücklegen (Haus, Lebensversicherung) müssen für die Geldrausplemperer nochmals zuzahlen.
Somit sind sie 2-mal benachteiligt.
Naja, soziale Gerechtigkeit, wie sie sich die Linke vorstellt.
PS: Z.B. der Zuschuss in der Alterspflege: Diejenigen, die ihr Leben lang gespart haben, müssen ihr erspartes ablieferen, die Geldrausplemperer kriegen auch da noch was dazu.
Naja, soziale Gerechtigkeit, wie sie sich die Linke vorstellt.
Eine fürchterliche Ideologie.

pitviper
07.09.2010 18:02
Danke Hafner!

In einer links/linken rot/grünen Zeitung (Standard) so etwas zu schreiben, das auch zu 100% wahr ist,und typisch für Österreich ist, nur grüne Stricherl zu bekommen, ist ein Kunststück zu dem ich nur gratulieren kann! Danke!

MoltoBene
06.09.2010 12:28
Gratulation

Sie sind einer der wenigen, der durch harte Arbeit und eiserners sparen bei 50% EST 1 Mio auf der Kante hat. Cih kenne in meinem Bekanntenkreis nur einen einzigen der das annaehernd geschafft hat. Anosnsten sind all vermoegenden durch Erbschaften dazu gekommen. Ich kann nichts gerechtes daran finden 50% von meiner Leistung zu bezahlen, wenn gleichzeitig Erben 0 zahlen.

Chocoholic
07.09.2010 14:16
Sie glauben doch nicht wirklich, dass es bei 1 Mio bleibt?

Freigeistin1
06.09.2010 10:40

Völlig richtig. Konnten wir auch im Freundes/Schul/Bekanntenkreis erleben. Die, die Schulden gemacht haben, jährlich 1-2x auf Urlaub gefahren sind, nichts angespart haben ... sind die, die sich am Meisten aufregen, wenns weniger haben.
Leute die gespart, auf vieles verzichtet haben (wir waren vor vielen Jahren das letzte mal auf Urlaub u. könnten ihn uns locker leisten) sollen nun zum Dank nocheinmal zur Kasse gebeten werden um die "Armen" zu unterstützen.
Nein danke - sicher nicht!
Wieso soll jmd. Vermögenssteuer für Immobilien bezahlen,wenn er keine Schulden darauf hat,jmd.der aber einen Kredit laufen hat nicht?

der Xote
06.09.2010 08:41
Neue Steuern

Jetzt soll also Vermögen auch noch besteuert werden. So wird Fleiß und Sparsamkeit des Einzelnen bestraft.

Rups
06.09.2010 07:44
normalerweise

müßte die Masse auf die Straße gehen und die Regierungen in die Wüste schicken (Regierungen, da auch Landesregierungen!)
Warum es keiner tut: weil fast jeder glaubt, von irgendeiner Partei etwas geschenkt bekommen zu haben. Das liegt daran, daß die Partien in jedem Lebensbereich wie ein Krebsgeschwür verkrallt sind. (z.B. Wohnungsvergabe, Jobs im öffentlichen Bereich und staatsnahe Firmen........)
Klar: wer mit 50 in staatsnahen Firmen in Pension gehen will, braucht schon einen "Anschieber"!
Die Obrigkeitshörigkeit der Österreicher bringt Österreich noch um!
Schon wegen der Pensionsthematik müßten sich die ASVG´ler einmal gegen die "privilegierten und geschützten" zur Wehr setzen! Das beginnt schon im Rahmen der Gewerkschaft.

schaumamal4
05.09.2010 13:53
Vermögensbesteuerung Ja, aber erst ab € 3 Mio.!

Ich würde auch auf mein Privileg verzichten, meine Einkünfte mit dem halben Einkommensteuersatz zu versteuern und von der ASVG-Pflichtversicherung befreit zu sein, wenn die Politik endlich Ihre Lehre aus der Finanzkrise zieht.
Eine Neiddebatte bringt uns nicht weiter. Reformen brauchen wir, aber solche die diesen Namen auch verdienen.

http://www.flassbeck.de/pdf/2009/... 202009.pdf

das ist fix
05.09.2010 11:45

Vermögen welches kein Einkommen generiert, ist bald weg, nicht ohne Grund wurde die Vermögenssteuer von einem SPÖ-Finanzminister abgeschafft.
Wäre die SPÖ wirklich an einer Lösung interessiert, würde sie Kapitalerträge höher besteuern und in erster Linie bei den Staatsausgaben sparen. Faymann führt jedoch nur eine Sündenbockdiskussion

http://www.oe24.at/oesterrei... uer/511201

Lünz
06.09.2010 09:06
Glauben sie im Ernst, weniger Staatsausgaben seien sinnvoll?

Selbst wenn ein Wunder geschieht und wir mit Hilfe von Außerirdischen und Pyramiden mit geheimen Winkeln doch irgendwann so etwas wie eine Verwaltungsreform zustande bringen,die 2-3 Mrd. Euro bringt brauchen wir dieses Geld alleine im Bildungsbereich. Und da rede ich noch gar nicht von Pflege, Gesundheit oder Sicherheit.

das ist fix
12.09.2010 16:09

Selbstverständlich wären weniger Staatsausgaben sinnvoll - und das kommt auch - irgendwann lassen sich von den Menschen keine neuen/höheren Steuern abpressen - die Reaktion ist dann Leistungsverweigung - war im Kommunismus nicht anders, dort hat Leistung auch keinen Ertrag für den einzelnen gebracht - die Folge war dann Leistungsverweigung.

das ist fix
05.09.2010 11:38

Die Bundesregierung, insbesondere die SPÖ soll weniger Geld ausgeben - und nicht immer nach neuen oder höheren Steuern rufen.
Ein Vorschlag: Bundesrat ersatzlos streichen, niemand hat einen Nachteil - außer die Parteibonzen natürlich.

Lünz
12.09.2010 16:57
Im Gegnsatz zum Kommunismus bringen höhere Staatsausgaben aber dem Einzelnen was.

Ich hätte gerne ein Bildungssystem, in dem meine Kinder ernsthaft unterrichtet werden und was lernen, und nicht daß der Staat bloß aufpasst daß die Kinder von 0800-1400 nicht einbrechen gehen.

Es wäre auch eine Uni Wünschenswert, in der man kein Semester verliert, weil man 0,00356 Sekunden zu spät auf anmelden geklickt hat.

Das funktioniert aber nur über mehr Lehrer,/Professoren und modernere Klassen mit kleineren Gruppen. Und das kostet, sie werden es nicht erraten, GELD!!!

das ist fix
16.10.2010 19:13

Höhere Staatsausgaben bringen mit Sicherheit höhere Schulden und damit wieder höhere Zinszahlungen für dieselben.
Sind sie sicher, das die Politiker noch höhere Steuern für sinnvolles* verwenden würden? - ich nicht.
*bessere Schulen

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