Federer und Wozniacki stürmten in Runde drei - Noch je ein Sieg fehlt zum Hit Wozniacki-Scharapowa
New York - Man kann es zwar bei all dem Gestöhne, den Zuschauermassen und all den schweißtreibenden Aktionen kaum als die "Ruhe vor dem Sturm" bezeichnen, doch für den Großteil der Turnierbesten war der vierte Tag der US Open in New York ein angenehmer Dienst. Während die Hitze zumindest die ersten paar Stunden noch regierte, sprach man hinter den Kulissen schon vermehrt vom nächsten Einfluss von "Mutter Natur" auf den Major-Event - Hurricane "Earl" wurde für Freitag in New York erwartet.
Während die genaue Verlaufstrecke des Naturschauspiels sowie deren exakte Auswirkungen auf das mit 22,668 Mio. Dollar dotierte vierte Grand-Slam-Turnier des Jahres kaum vorhersehbar war, so waren es die Leistungen der besten Akteure auf dem Platz. Roger Federer, der im Achtelfinale wie in Wimbledon Gegner von Jürgen Melzer werden könnte, entledigte sich schnell, will heißen in 101 Minuten, seiner zweiten Aufgabe: Der Deutsche Andreas Beck vermochte den Eidgenossen beim 6:3,6:4,6:3 nicht zu fordern.
"Es ist ein perfekter Start", sagte der Weltranglisten-Zweite, der in Flushing Meadows seinen sechsten Titel anstrebt. "Ich habe am Montag gespielt, hatte zwei Tage Pause und auch heute war es physisch einfach für mich. Trotzdem fühle ich mich jetzt komplett im Turnier", frohlockte der Schweizer Superstar.
Eilig hatte es auch Maria Scharapowa bei ihrem 6:1,6:2-Erfolg über die Tschechin Iveta Benesova, doch niemand konnte sich an diesem Tag mit der erstmals bei einem Major topgesetzten Caroline Wozniacki messen. Die Dänin "stürmte" in nur 47 Minuten mit 6:0,6:0 gegen die Taiwanesin Chang Kai-chen in die Runde der letzten 32. Gewinnen die Skandinavierin und Scharapowa noch einmal, kommt es zum erhofften Achtelfinal-Hit der beiden.
Wimbledon-Finalistin Wera Swonarewa und die Vorjahres-Semifinalistin hier, Yanina Wickmayer, hatten ebenfalls glatte Siege zu verzeichnen. Dafür musste die Nummer 4, Jelena Jankovic, gegen Mirjana Lucic über drei Sätze gehen.
Der als Nummer 6 gesetzte Nikolaj Dawydenko mag sich hingegen gefühlt haben, als wäre der Hurricane schon da. Der Franzose Richard Gasquet machte beim unerwarteten 6:3,6:4,6:2-Erfolg kurzen Prozess mit dem Schützling von Ronnie Leitgeb. Dawydenko hatte zwar in diesem Jahr Verletzungsprobleme, doch sieht er eher die Gründe im Kopf. "Ich weiß nicht, ob es mein Handgelenk oder mein Kopf ist. Ich weiß nicht, ob ich einen Coach, einen Mental-Coach brauche oder einfach irgendwo mein Gehirn austauschen lassen muss." Ähnlich mag sich Marin Cilic (CRO-11) gefühlt haben, als er sich nach fünf Sätzen dem Japaner Kei Nishikori beugen musste.
In der Night Session ließ sich der als Nummer 3 gesetzte Novak Djokovic nach dem Fünfsatz-Auftaktkampf mit Landsmann Viktor Troicki von Jürgen Melzers Doppelpartner Philipp Petzschner nicht lange ärgern, der Deutsche war wie sein Landsmann Beck für Federer kein Stolperstein und musste sich 5:7,3:6,6:7(6) geschlagen geben. Zuvor war auch der zweifache French-Open-Finalist Robin Söderling, der wie Djokovic zum Aufakt gegen Andreas Haider-Maurer über fünf Sets gehen musste, locker ohne Satzverlust über den US-Amerikaner Taylor Dent hinweggekommen. (APA)