Schmied: "Reformpolitik braucht Bundeskompetenz"

03. September 2010 10:58
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    Foto: apa/schlager

    "Reformpolitik braucht Bundeskompetenz", betonte Schmied am Donnerstag Abend im Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten.

Bildungsministerin: Übernahme aller Lehrer in die Länderkompetenz "nicht mein Zukunftsbild"

Wien - Im Streit mit den Ländern um die Kompetenz für die Lehrer will Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) nicht lockerlassen. "Reformpolitik braucht Bundeskompetenz", betonte Schmied am Donnerstag Abend im Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten. "Der Bund darf keinesfalls die Bundeslehrer hergeben." Sie könne sich auch nicht vorstellen, Reformmaßnahmen "neunmal über den Konsultationsmechanismus abzustimmen".

Vor wenigen Wochen hatte sich der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) für eine Übernahme aller Lehrer in die Länderkompetenz ausgesprochen und sich auf eine gemeinsame Position der Landeshauptleute sowie eine grundsätzliche Zustimmung der Regierungsspitze berufen. Nur die Grundsatzkompetenzen für Schulfragen solle demnach beim Bund liegen, um einheitliche Bildungsstandards zu gewährleisten. "Organisatorische Fragen inklusive die Anstellung der Lehrer" sollten dagegen in die Kompetenz der Länder kommen. Sowohl Kanzler als auch Vizekanzler hatten daraufhin zwar Gespräche bestätigt, eine Einigung aber in Abrede gestellt.

"Nicht mein Zukunftsbild"

Schmied kann sich ein solches System für ein Land von der Größe Österreichs "schwer vorstellen": "Das ist nicht mein Zukunftsbild." Dann hätte Niederösterreich ein Modell mit einer zweijährigen Orientierungsphase nach der Volksschule, Wien eine gemeinsame Schule und Tirol parallel Gymnasien, Hauptschulen und Neue Mittelschulen.

Für das aktuelle Modell der Landeslehrer kann sich Schmied ebenfalls nicht erwärmen: Derzeit habe das Ministerium keinen Zugriff auf die Lehrfächerverteilung, auch über das Gehalt der einzelnen Lehrer gebe es keine Auskunft. Die Länder benützten für die Verwaltung unterschiedliche Software, es gebe keinen Datenverbund. Trotz Überziehung der Planstellen (derzeit rund 2.000 Stellen pro Jahr) zahle das Ministerium stets die Gehälter der Lehrer aus und erhalte diese zum Teil erst ein Jahr später im Rahmen einer Abrechnung zurück. In diesem System gebe es nur eine schwache Kontroll-, aber keine Steuerungsmöglichkeit. "Von der Gratis-Zwischenfinanzierung rede ich als Ex-Bankerin gar nicht."

Gegen "Kopfquote"

Auch im Detail hat Schmied Probleme mit den Vorschlägen Erwin Prölls. Die von diesem angeregte "Kopfquote", also die Zuteilung eines bestimmten Betrags pro Schüler, sei die "schlechteste Variante" und könne sich als "Danaergeschenk" herausstellen. Dies führe zu unterschiedlichen Voraussetzungen: "Was macht ein Bundesland, in dem es viele ältere (und damit teurere, Anm.) Lehrer gibt?" Gleiches gelte für Länder mit vielen Ballungszentren und damit Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache.

Gemeinsame Position der Länder

Als nächstes will Schmied abwarten, ob die Landeshauptleute eine gemeinsame Position der Länder erarbeiten. Von Bundesseite werde sie bei den Verhandlungen darauf achten, "dass Bereiche, die gut funktionieren, nicht überlagert werden durch Bereiche, die nicht so gut funktionieren". Da und dort lasse sich dann vielleicht einiges verbessern. Als Beispiel nannte sie die einheitliche Einführung von SAP für die Verwaltung der Landeslehrer, die Schaffung eines Datenverbundes sowie einer einheitlichen Personalverrechnung. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 51
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videoopa
21.10.2010 15:46
her mit der Selbstverwaltung der Schulen ! aber

so streiten sie um mehr Macht und Geld
statt endlich nachzudenken was die Kinder brauchen, dem Alter gemäß und ihrem aktuellen Entwicklungsstand gemäß- und nicht eine uniforme Ware aus einem politisch indoktrinierten Bildungsregal in einem Landesparteihaus !
ALSO endlich den Bildungsgutschein her und freie selbstverwaltete Schulen mit Personalhoheit und Methodenfreiheit und geeigneten Leistungsnachweisen mit verbalen Beurteilungen und menschenwürdigen Rahmenbedingungen -wie z.B. in tausenden Waldorfschulen weltweit bewährt und noch dazu um 30% kostengünstiger wie bewiesen.
Die Angst vor freien Schulen und Universitäten der derzeitigen Politiker ist deutlich zu sehen-Angst ist aber für die Zukunft ein schlechter Berater!

Zugeteilt und unterstellt
06.09.2010 23:26
Schmied als Bundeskanzlerin!

Endliche eine Politikerin mit Maß und Ziel (oder "Kimme und Korn").

clangi
09.09.2010 09:48
gute idee!

im westen gehts bergab, die asiaten sind im aufwind!
mit schmied als kanzlerin können wir uns wenigstens schneller auf eine schlechtere zeit vorbereiten!

durchschaut57
06.09.2010 22:37
Posterpost

Nach aufmerksamen Lesen der postermeinungen ist jeder der reformen und und damit einen fortschritt herstellen will, von vornherein inkompetent.
Aber die Rückstandswahrer und Fossilien aller Couleur's das sind die wahren Wirtschafts- und Schulexperten.Auf grund Ihrer jahrzentelangen Umtriebigkeiten haben stehen wir wir ja so gut da, das wir auf Ihr Xpertentum nicht verzichten wollen.

clangi
09.09.2010 09:50
vollkommener blödsinn!

wohl jeder lehrer ist für sinnvolle reformen!
allerdings: einfach 2 h mehr weil kein geld da ist und dann noch die lehrerschaft als dumm und faul hinstellen - schauen so sinnvolle reformen aus?

von schmied kam nie was gutes, warum also sollte sie unterstützt werden?

ich gebs zu
06.09.2010 13:36
Ich hör immer "Kompetenz".

Sie ist im alles lösenden Singular sehr selten anzutreffen. Im BM und in den LSR findet sich hingegen der nutzlose Plural im Überfluss.

Wenn die Leut, die die Kompetenzen erhalten haben, auch kompetent wären, sähe vieles besser aus.

Roter Baron
06.09.2010 09:57
bitte

kann nicht jemand endlich
diese blingängerin aus dem amt raustreten ?

ihr neuester clou:
weil es zu wenig lehrer gibt
müssen studenten unterrichten !!!!!

war gehrer schon ne pflaume
aber die ist echt jenseitig.

roter baron

clangi
09.09.2010 09:52
sie befinden sich hier im schmied-fanklub!

meldungen gegen sie werden sofort negativ bewertet!
allerdings kann die frage, was diese frau sinnvolles getan hat ausser dutzende sinnlose ankündigungen, interviews, zeitungen schmieren, lehrer demotivieren, ... (ev. noch sich schminken lassen auf steuergeld) niemand beantworten!

aber es reicht in manchen kreisen, gegen lehrer zu schimpfen um zustimmung zu erhalten, konstruktives beitragen muss man da nichts mehr...

ceterum censeo faymanem esse d...
07.09.2010 08:33
Tja, da können's hundert ...

... mal recht haben. Die werte Postergemeinde mag offenbar keine Nestbeschmutzer, wie man anhand der Zahl der roten Stricherl unschwer erkennen kann.

Ich verteile grundsätzlich keine Bewertungen aber Sie können sich meiner Zustimmung gewiss sein. Betrachten Sie daher also Ihren Grünbereich als breiter, als er ist.

Schönen Tag noch!

ride my pimp
06.09.2010 09:27

Preisfrage: weil man schon nicht von Kompetenz sprechen kann bei den Damen, muss das Aussehen herhalten:

wer ist am feschesten Gehrer, Schmied oder Karl?

(würg)

Steinbock1959
06.09.2010 09:06

Also, wenn ihr dieser Feigmann diesmal wieder in den Rücken fällt, dann ...

alea2
05.09.2010 14:33
die schmied

hat eines der schwierigsten ministerien und hat es bisher nicht so schlecht gemacht: einheitliche schulbildung bis 15 angegangen, lehrerdienstrecht, ausbildung - das bestätigen ihr auchbildungswissenschafterInnen; dass sie in diesem ministerium in einem wienerisch-österreichischen Sumpf sitzt, ist auch bekannt. das dauert eben, bis sowas trockengelegt ist.
die aussagen von pröll sind ekelhaft.
lehrer im bund kostet weniger bürokratischen aufwand als 9 mal, UND Bildung ist ein öffentliches gut, ist zu wichtig, um sie irgendwelchen landeshauptleuten vollständig zu überlassen.

clangi
09.09.2010 09:54
aber nicht wichtig genug...

um es einer gescheiterten bankerin zu überlassen?
sie hat schon x-millionen verschwendet, rausgekommen ist nichts positives!

ich gebs zu
05.09.2010 20:57
Ich bin beeindruckt:

(von der PR-Leistung)

1. Sie hat eine dritte Unterstufenform eingeführt.
2. Die applaudierenden Bildungswissenschaftler/innen hängen -- wie die Hofberichterstatterin -- am Tropf ministerieller Zuwendung.
3. Was die Kostenersparnis betrifft: Ob der Bund oder die Länder drüberfahren, ist ziemlich egal. Teuer und unbefriedigend wird es in jedem Fall.

So lange Schulautonomie in diesen Kreisen als Tabubruch gilt, wird sich nie etwas ändern.

natural born runner
05.09.2010 16:08

Stimmt, keine Frage!
Aber auch Schmied steht unter dem Druck ihrer Partei, alle Schlüsselpositionen rot zu besetzen bzw. umzufärben. Da kann natürlich die ÖVP per se nicht dafür sein, wie es vice versa auch die SPÖ nicht könnte.
Also welche Lösungen sind wirklich gangbar?

Schmied hat nach außen hin gute Absichten, als Berufspolitikerin hat sie versagt, also weg mit ihr.

bernaschek
06.09.2010 16:07
das thema der politisch gefärbten posten-besetzungen ist zwar da,

aber das halte ich für überbewertet und für einen nebenschauplatz... schmied versucht ja mit ihren reform-wünschen nicht, möglichst viele rote direktorInnen zu installieren, sondern das bildungssystem nachhaltig besser und gerechter zu machen. seit sinowatz übrigens die erste, die umfassende reformen (zumindest) andenkt. dasss die sich die üblichen verdächtigen (göd) dagegen wehren, ist wenig verwunderlich. dass einige landeshauptleute ihre letzten bastionen retten und gar ausbauen wollen, ist auch klar. sinnvoll und kostensparend ist das nicht.

ich gebs zu
06.09.2010 20:54
Stimmt,

derzeit füllt sie nur alle bildungswissenschaftlichen Institute mit ihren Freunden und --innen vom BSA.

Um den Fortbestand der Parteibuchwirtschaft ist mir nicht bange.

mikize
05.09.2010 01:11
Überreguliert

Bin ich der einzige der im ganzen Schulsystem hoffnungslos überreguliert sieht? Regulierte Gehälter von ganz unten bis ganz oben(10 Budgetabteilungen), regulierte Schulsysteme(Schulinspektoren), regulierte Fächer(Fachinspektoren), regulierte Nachmittagsbetreuung, usw.

Ich glaube Schulen sind so stark im eisernen Griff, dass sich deshalb kaum etwas bewegt. Man muss immer von ganz unten ganz rauf rufen, um dann von ganz oben ganz unten etwas zu schalten.

Ein Beispiel wo weniger Regulierung hilft:
Personal und Gehaltskompetenz an den Schulen!!
Lehrer verdienen auf einmal leistungsbezogen, da engagierte und erfahrene Lehrer von Nachbarschulen mit gutem Gehalt und guten Bedingungen abgeworben werden können.

Was wäre an sowas denn falsch?

saladin der dritte
06.09.2010 12:56
Landflucht

In den Ballungsräumen würde das schon gut gehen, aber wie kämen Schulen in Osttirol oder im Südburgenland noch zu guten Lehrern?
Außerdem: Solange nicht sicher gestellt ist, dass Parteizugehörigkeit nicht das wichtigste Attribut eines guten Lehrers ist, bin ich äußerst skeptisch.

ride my pimp
06.09.2010 08:04

das kann man in einem staatlichen schulsystem nicht machen, weil:

schule a hat einen guten ruf,
schule b hat einen etwas schlechteren ruf -

ergo gehen alle guten lehrer an schule a, woraufhin die staatliche schule b des gleichen schultyps komplett absackt.

mikize
06.09.2010 13:19

Das Sorge hätte ich nicht.

Die regulierende Hand der Obrigkeit würde Schule B mehr Resourcen zur verfügung stellen (müssen) als Schule A, wodurch sozialen Problemen in diesen Schulen besser entgegen getreten werden könnte als es bisher der Fall ist.

wunderbar1
05.09.2010 11:54

Lehrern in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern bzw. allgemein Mangelfächer würde das sicher sehr freuen - da wäre wohl ein sehr lukrativer Gehaltssprung möglich.

Lehrer mit Fächern, wo es Wartelisten und zu viele gibt, hätten damit vermutlich keine Freude....da wird es wohl eher steil bergab gehen.

mikize
05.09.2010 13:47

Ich dachte ähnliches..

Aber ich glaube, es würde sich mittel- oder langfristig selbst regulieren. Die vielen Lehramt-Absolventen in Mathematik/Physik oder ähnlichen Fächern die mit Geld in die Wirtschaft gezogen wurden, würden sich eine Rückkehr überlegen. Für Quereinsteiger wäre der Beruf auf einmal auch interessant.

Vielleicht wird dadurch auch die Weiterbildung angekurbelt. Die Geschichte/Geographie Lehrerin lernt dann vielleicht das Fach Informatik dazu. Direktoren können für solche Vorhaben Prämien vergeben. Lehramtsstudenten neigen dann vielleicht auch mehr zu gefragten Fächern.

Das ständige Bedingungen verschlechtern und Arbeitszeit verlängern -Gehabe würde es in Zeiten des Mangels dann nicht geben. Dieses Monopol ist anstrengend.

wunderbar1
05.09.2010 16:09
Informatik

Informatik ist seit 2000 ein eigenes Lehramtsstudium und kein Schnellsiede-PH-Kurs mehr.
Weil was ich alles schon so gelesen und gehört habe, bringen da die kids eher den (unausgebildeten) Lehrern noch etwas bei.
Klar gibt es auch Ausnahmen und wirklich interessierrte Autodidakten, die top sind - aber wohl eher die Ausnahme als die Regel.

Aber das mit der Regulierung kann ich mir natürlich schon vorstellen.
Überbelegte Fächer würden auf grund des niedigen Lohns die Schule eher meiden, bis die Gehälter dann wieder attraktiver werden.

Billigier (wie ja von politik gewünscht) werden die Gehälter dadurch aber vermutlich nicht, oder man bekommt halt nur mehr Leute die sonst auch nirgends einen Job bekommen.

mikize
06.09.2010 13:29

Ja Informatik ist ein eigenes Lehramtstudium. Ich habs auch eine zeitlang studiert ehe Schmied als oberste Chefin der Lehrer sie herabgewürdigt hat. Mit neuer Lehrerausbildung, bei der Fachwissen und Fachdidaktik wohl herabgesetzt wird ist eine Zusatzausbildung sicher wieder realistisch.

Meine Idee war, die Strukturen oberhalb der Schulen auszudünnen, um das Geld dann an den Schulen zu haben, dort wo es meiner Ansicht nach eigentlich hin gehört.

Ich habe zwar leider keine Zahlen, aber man sagt sich so an den Schulen, dass 40% des gesamten Bildungsbudgets in die Verwaltung fließt.

(Schmied verwendet ja nur Budgetzahlen die für die Schulen aufgewendet werden um sagen zu können, dass 90% der Kosten für die Lehrer ausgegeben wird.)

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