Android hat auch Toshiba gepackt, 3D-Laptops sind eine zweischneidige Angelegenheit
Das freie Betriebsystem Android steht bei Computerherstellern auf der IFA hoch im Kurs. Der vor allem bei Business-Kunden erfolgreiche japanische Konzern Toshiba hat auf der Messe neue Konzepte im mobilen Bereich präsentiert.
Für Reisende
Dem Trend entsprechend erscheint voraussichtlich im November der Tablet-PC "Folio 100" mit 10 Zoll großem Touchscreen. Der Rechner basiert auf Nvidias stromsparenden Mobile-Prozessor "Tegra 2" und treibt damit Android in der Version 2.2 an. Das Multitouch-Display löst mit 1024 x 600 Pixel auf. Der integrierte Speicher fasst 16 GB an Daten, kann aber per SD und MMC-Karten ausgeweitet werden. Zur Anbindung an Netzwerke wurden Chips für WLAN (802.11 b/g/n) und 3G verbaut. Die Akkulaufzeit wird mit 7 Stunden angegeben.
Im Kurztest zeigte sich das ausgestellte Vorserienmodell in der Bedienung noch etwas behäbig. Auch haben die Entwickler dem Tablet keine speziell angepasste Oberfläche, was die Navigation etwas umständlich macht. Preislich rangiert sich der Folio 100 auf Netbook-Niveau ein. Die Einstiegsvariante wird für rund 430 Euro, die 3G-Version um 530 Euro (erst Anfang 2011) zu haben sein. Verträge mit Mobilfunkpartnern sind angedacht.
Ein Netz-Book
Geglückter erscheint das Cloud-Book "AC 100", das als 10 Zoll kleines Notebook nicht nur besonders leicht, sondern dank Android (2.1) äußerst Ressourcen-sparsam ist. Ein Tegra 250-Prozessor und 512 MB Arbeitsspeicher reichen - dem Kurztest nach zu urteilen - aus, um flott im Web zu surfen und einfache Büroarbeiten zu erledigen. Als "Internet Cloud Companien" erdacht, bietet der PC auch nur 8 GB Flash-Speicher, soll dafür mit Instant-on-Funktion und 7 Tage Stand-by-Zeit besonders arbeitstauglich sein. Die Tastatur fühlte sich beim Antippen hochwertig und belastungsfähig an. Der AC 100 ist ab 349 Euro zu haben.
3D zum mitnehmen
Toshiba hat auch sein erstes 3D-fähiges Notebook vorgestellt - der WebStandard berichtete.
Das Satellite A665-11Z verfügt über einen 15 Zoll großen Bildschirm, der mit Hilfe einer beigelegten Active-Shutter-Brille Videos, Bilder und Spiele dreidimensional darstellen kann. Der integrierte Blu-ray-Brenner ist auch für erste 3D-Blu-rays vorgesehen. Auf dem IFA-Stand des Herstellers hinterlies der Laptop als Desktop-Ersatz gemischte Gefühle. Die Mischung aus relativ niedrig auflösendem Display (1.366 x 768 Pixel) und 3D-Darstellung wirkt nicht besonders ausgegoren. Der Blick in die dritte Dimension weckt zwar dank ordentlicher Grafikbeschleunigung und Quadcore-Prozessor auch bei aufwändigeren Spielen und HD-Videos die Lust auf Tiefensehen. Zum Arbeiten und für gewöhnliche 2D-Bilder wäre aber eine höhere Auflösung sinnvoller gewesen. (Zsolt Wilhelm aus Berlin, derStandard.at, 2.9.2010)