Wien - "Es gab keine Vorleistungen der Arbeitgeber bei der letzten
Herbstlohnrunde, sonst hätten wir ja keinen Arbeitskreis zur
Arbeitszeitflexibilisierung gebraucht", widerspricht GPA-Vorsitzender Wolfgang
Katzian Aussagen vonseiten der Industrie, wonach die Arbeitgeber bei den
heurigen Lohnverhandlungen der Metaller noch einen Bonus von den letztjährigen
Gesprächen hätten.
Knackpunkt war damals die von den Arbeitgebern geforderte
Arbeitszeitflexibilisierung, gegen die sich die Gewerkschaft querlegte.
Daraufhin wurde eine Arbeitsgruppe vereinbart, die bis zum heurigen Frühjahr
eine Einigung erzielen sollte. Dazu kam es aber nicht. Daher wird auch heuer
wieder die Flexibilisierung ein zentraler Streitpunkt sein, da die
Gewerkschaften darin eine verdeckte Streichung von Überstundenzuschlägen sieht
und ihrerseits eine Arbeitszeitverkürzung verlangt.
"Eine einseitige Flexibilisierung wird es mit uns nicht geben", betonte
Katzian im Gespräch mit Journalisten. Und er erinnerte daran, dass die
Arbeitnehmer ihren Beitrag zur Krisenbewältigung geleistet hätten. Man sei
jedenfalls auf eine kontroversielle Herbstlohnrunde vorbereitet, gab sich
Katzian kämpferisch.
Auf politischer Ebene wiederholte der GPA-Vorsitzender seine Forderung nach
einer Anhebung des Mindestlohnes und die Einführung einer Vermögensbesteuerung.
Eine Erhöhung der Massensteuern wird hingegen abgelehnt. (APA)