Schlafdefizit

Warnsignal chronisches Schlafproblem

3. September 2010, 09:01
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    foto: michael jurek/pixelio.de

    Wer nachts nicht schlafen kann, sollte nach der Ursache suchen.

Wenig Schlaf macht heißhungrig - Falsche Schlafhygiene und Erkrankungen kommen als Ursachen für Schlafmangel in Frage

London/Berlin - Viele Menschen kämpfen lange mit dem Einschlafen, wachen nachts häufig oder morgens zu früh auf. Warum dies so ist, hat die Medizin bis heute noch immer nicht vollständig geklärt. Die britische Vereinigung der Psychopharmakologen hat den Stand der Forschung zusammengefasst und gibt im "Journal of Psychopharmacology" einen aktualisierten Überblick über die Behandlung bei chronischer Schlaflosigkeit. Der Grundtenor der Forscher ist, dass die Reaktion an die jeweilige Situation angepasst sein muss.

Zuerst den Lebensstil überprüfen

Denn meistens hat schlechter Schlaf über Wochen hinweg konkrete Gründe. Tatjana Crönlein, Leiterin der Arbeitsgruppe Insomnie bei der deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, rät im Fall des Falles zuerst einen Blick auf die eigene Schlafhygiene zu werfen. Die Umstellung oder Neueinnahme von Medikamenten kann ebenso das Durchschlafen erschweren wie zu lange Bettzeiten oder ungewolltes Einnicken am Abend. "Häufig ist auch unbewusster Stress im Spiel, etwa bei neuen Anforderungen im Beruf oder Familienproblemen", so die Expertin.

Trifft das alles nicht zu, so rät Crönlein in jedem Fall eine medizinische Abklärung noch vor Beginn jeglicher Therapie. "Ständige Schlafprobleme können Warnzeichen des Körpers sein, dass etwas nicht stimmt. Dahinter steckt manchmal eine schlafbezogene Atemstörung oder eine andere internistische Erkrankung." Wichtig sei auch zu prüfen, ob sich Antrieb und Stimmung generell verändern. "Schlafprobleme können auch eine beginnende Depression anzeigen", so die Schlafforscherin. Erste Ansprechperson ist der Hausarzt, Schlafuntersuchungen gibt es mittlerweile auch in mobiler Form.

Früher Tod und mehr Depressionen

Doch auch wenn eine Krankheit ausgeschlossen wird, sollte man auf das Körpersignal reagieren. Denn immer neue Folgen von zu wenig Schlaf werden bekannt, berichtet die Fachzeitschrift "Sleep". Bei Jugendlichen wächst etwa mit jeder fehlenden Schlafstunde das Risiko für Depressionen und Angstzustände um ein Siebtel. "Wer schon psychische Probleme hat, verschlechtert seinen Zustand damit noch weiter", so Studienautor Nick Glozier von der Universität Sydney. Untersucht wurden dazu 21.000 Jugendliche.

Daneben beansprucht Schlafmangel auch den Körper. Forscher vom Penn State College of Medicine  wiesen ein viermal höheres Sterberisiko innerhalb von 14 Jahren nach - und zwar bei Männern mittleren Alters, die ständig weniger als sechs Stunden schliefen. Zudem stieg die Häufigkeit von hohem Blutdruck und Diabetes Typ 2. Störfaktoren wie der Body-Mass-Index, Rauchen, Alkohol, Depressionen und Schlafapnoe wurden dabei herausgefiltert. Andere Studien berichten allerdings auch von erhöhter Sterblichkeit bei zuviel Schlaf.

Mädchen essen fetter

Frauen reagieren auf ständigen Schlafmangel und Schlafstörungen scheinbar anders. Mädchen im Teenager-Alter ernähren sich etwa schlechter, wenn sie während der Woche wenig schlafen. Das erhob ein Team um Susan Redline vom Brigham and Women's Hospital. Je weniger Schlaf, desto mehr Kalorien bezog diese Gruppe aus Fetten und desto weniger von Kohlehydraten, zudem wuchs der Heißhunger auf Kalorien zwischen den Hauptmahlzeiten. Die Forscher bezeichnen guten Schlaf daher auch als wichtig für die Prävention von Übergewicht.

"All diesen Studien zeigen an, wie wichtig gesunder Schlaf ist und wie wichtig es ist, Schlaf weiterhin zu erforschen", kommentiert Crönlein. Schlechter Schlaf führe allerdings nicht generell zu früherem Ableben, Dicksein oder psychischen Störungen. "Im Falle des Falles sollten Schlafstörungen ernst genommen werden, jedoch nicht zu Panik führen", rät die deutsche Schlafexpertin. (pte)

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Posting 1 bis 25 von 26
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bedelgeuze
02
... überbewertet .......

gravierende Schlafprobleme, daraus resultierent allfällige psychische bzw. psychosomatische Probleme mag es sich geben. Aber ich meine:
Der Schlaf ist wie ein Vogerl, in dem Moment wo man danach (krampfhaft) greift, fliegt es davon.
Will sagen: Je mehr man den Schlaf behandelt um so mehr wird er ausbleiben Fazit: Psychopharmaka.
Schlafdauer und Schlaftiefe sind eng miteinander verbunden. Ein tiefer 5 Std. Schlaf ist allemal besser als ein oberflächlicher 8 Std. Schlaf. Permanenter Schlafmangel entsteht auch aus einem kräfte verschleissenden aggressiven Lebenstil. Lesen Meditation und Atemübungen sind hier da wohl eher angesagt als Biersaufen Chipsfressen,Internetspiele und 24 Std. Fernsehen. Denn Letztere sind die wahren Schlafkiller.

DagmarRehak
 
00
Geh Schmoarrn!

Das einzige, was zählt, ist, dass man ausschlafen kann.

Sven Dirks
01
Interessant ist auch...

... dass es neben den tatsächlichen Schlafstörungen zum Beispiel durch Atemprobleme aufgrund von Fettleibigkeit, den empfundenen schlechten Schlaf gibt. Jedenfalls gibt es auch dazu Studien aus Schlaflaboren.

Menschen die in der Nacht zwar ein zwei mal aufwachen, aber auch schnell wieder einschlafen und dennoch das Gefühl haben schlecht geschlafen zu haben.

Ich denke dass die psychischen Faktoren ein ganz entscheidende Rolle dabei spielen, wie gut jemand schläft, wie gut sich dieser Schlaf anfühlt und wie viel Schlaf tatsächlich nötig ist.

Man in black1
04

Ach ja, der verflixte, geheimnisvolle Schlaf:schön, schaurig und bei jedem höchst individuell ! Natürlich
hängt vieles von gutem Schlaf ab-es gibt halt( und bei mir viele!) Probleme,die den Schlaf rauben können.
Guter oder schlechter Schlaf resultiert auch aus psychosozialen Faktoren.Mir z.B. setzt meine schon längere Arbeitslosigkeit, Geldmangel und langjährige
Depression zu. Das Gefühl einer gewissen Hoffnungslosigkeit läßt erholsamen Schlaf nicht zu.
Es ist auch nicht egal, ob man Morgen-od.Abendmensch ist. Abendmenschen sind bis zu Mittag nur bedingt im sog."normalen Berufsleben" einsetzbar und neigen, glaube ich, eher zu Schlafproblemen. Schlechter oder fehlender Schlaf kann einem jedenfalls das Leben vergällen!

Mad_Professor
00

"Herr Doktor ich habe ein Schlafproblem. Von abends 9 bis morgens 9 kann ich gut schlafen. Mittags bis nachmittags kann ich einfach nicht einschlafen."

Alf von Melmak
 
01
Was um alles in der Welt ist "Schlafhygiene"???

susi strolcher
02
am dicksten

wird man durch erzwungenen schlafmangel. coffein wirkt irgendwann nicht mehr, und man greift zu zucker und fett um wach zu bleiben. besonders bei bereitschaftsdiensten, wo man eigentlich nichts macht, totmüde ist, aber jeden moment eine situation entstehen könnte, die eine schnelle kompetente reaktion fordert. entweder man wird zum kettenraucher oder man nascht sich eine wampe an.

Kernsen
00
und ich habe mir einen wunderbaren 45 min Schlaf

nach der Arbeit angewöhnt. Soll das jetzt ein Problem sein. Also ich finds super. aber nur auf dem Futon.
Ich hätte viel viel viel viel lieber mal Forschungen zu Schlafunterlagen. Vielleicht ist es ja nur bei mir so, aber ob man sich auf einem Futon mehr mit der Schwerkraft entspannt (deutlich weniger Schulterschmerzen) oder auf einer Schaummatratze die ganze Nacht dahinschwebt hat bei mir starke Auswirkungen. Ich würde mir in diese Richtung mehr Forschung wünschen. Ich finde sogar, dass sich die Organe je nach Schlafunterlage ziemlich verschieden entspannen.
Gibts da Untersuchungen? Weiß da jemand was?

little django
 
00

ich denke das ist genauso individuell wie die schlaflänge.
ich mags auch lieber nahezu brettelhart (kokoskernmatratze) - lt. div. beratern in bettenstudios bräuchte ich bei meiner körpergröße und gewicht eine weiche bis mittelharte. ich krieg auf diesen aufgeschäumten dingern schon die krise wenn ich nur probelieg ;-))

DagmarRehak
 
00

Ich brauch's butterweich, am besten ausgeleierte Federkernmatratzen, wo man so richtig durchhängt. Hängematte geht auch.

iohui
00

viele leut die in der nacht nicht schlafen können schlafen am tag ganz wunderbar.
vielleicht sind es ja nur falsche erwartungen.
es hat ja auch nicht jeder um punkt 12 hunger.

lolomatic
10

Über Schlaflosigkeit wäre ich froh. Würd viel Zeit sparen.

der schalldämpfer
02

ahnungsloser.

s m4
01

trugschluss...

DagmarRehak
 
011
Die größte Gefahr für den Schlaf heißt

Wecker.

little django
 
00

der läßt sich leider net immer verhindern... ;-)) das arbeits- und schulleben nimmt selten auf den persönlichen schlafrythmus rücksicht

DagmarRehak
 
00

Für einen Schulbeginn bevor das Hirn aufgewacht ist gibt es keinen vernünftigen Grund. Bei manchen Arbeitsplätzen ist es sicher notwendig, dass immer jemand anwesend ist, aber grundsätzlich ist die Arbeit nach Uhrzeit statt nach Leistungsfähigkeit nichts weiter als eine Neurose.
Zum Schlafmangel kommt dann oft auch die Hetzerei dazu, wo man entweder die Hälfte vergisst oder beim Straßenbahnnachrennen sein Leben aushaucht.

Eine Welt ohne Wecker wäre eine bessere. Wir würden ausgeschlafen, entspannt und am Höhepunkt unserer Leistungsfähigkeit in der Schule oder am Arbeitsplatz ankommen und könnten sofort sinnvoll lernen oder arbeiten, und das mit viel weniger Fehlern als wir glauben, dass normal ist.

D.S.1
00
30.10.2010, 19:12

Schöne Vision! Doch leider müßte man, zwar am Höhepunkt der eigenen Leistungsfähigkeit, aber doch alles ganz alleine machen, da jeder Mitarbeiter einen anderen Rhtymus hätte. Die Möglichkeit der Zusammenarbeit wie bei Bautätigkeit, größere med. Operationen, etc., wäre vorbei!
Wo jeder für sich arbeitet (ProgrammiererIn, BuchautorIn, etc.) scheint sich ja eh die freie Zeiteinteilung durchzusetzen!

Dagmar Rehak Wien
 
00
31.10.2010, 10:46
Neineinein!

Erstens ist es ja so, dass zu bestimmten Zeiten, zB 10-16 Uhr, die meisten Leute wach sind, man sich also mit einiger Sicherheit darauf verlassen kann, dass alle, die gebraucht werden, zur Verfügung stehen und - viel wichtiger! - ausgeschlafen sind. Und wenn nicht, es ist ja wohl nicht so, dass eine bestimmte Gruppentätigkeit nur von einer einzigen ganz bestimmten Person gemacht werden kann. Das ist vielleicht bei Dirigenten so, aber sonst nirgends.

Sunshine Cate
00

oder Baby ;)

DagmarRehak
 
01

Kommt auf die Organisation an. Wenn es herumgetragen werden will, sicher, aber da gibt es Tricks, wie man das vermeiden kann. Ansonsten Titti hinwerfen und weiterschlafen. Da muss man nicht einmal die Augen aufmachen.

sophale vom sirius
00
9.11.2010, 10:33
na das will ich sehen

wie man einer 4jährigen ein titti reinwerfen soll
lol!

fertigprodukt
32

und warum fragt dann nicht jeder praktische arzt automatisch: wie schlafen sie?
TCM-ärzte und homöopathen tun das - mit erfolg.

Jon Steinberg
00
Das tun sie, weil so ziemlich jeder ...

... irgendwelche, zumindest vermeintlichen, Schlafprobleme hat. Der eine wacht schon einmal in der Nacht auf, der nächste ist jeden Tag unvermeidbar um halb 6 munter, der andere schläft wenns geht bis mittags. Und bei all dem kann man dann wunderschön irgendwelche erfundenen Schlafprobleme diagnostizieren und "ganzheitliche Therapien" verkaufen.

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