Die Nationalbank revidiert Österreichs BIP-Prognose für 2010 auf plus 1,8 Prozent nach oben
Alpbach - Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag die Wirtschaftsprognose für
Euroland angehoben, auch die Oesterreichische Nationalbank hat am Abend ihre
Vorausschau für Österreich nach oben revidiert. In Österreichs könnte die
Wirtschaftsleistung nach der vorjährigen Rezession heuer um bis zu 2 Prozent
zulegen. Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hat heute die
Gefahr eines Rückfalls Europas in eine Rezession (Double Dip) ausgeschlossen.
Die Inflationserwartungen sind laut Nowotny für Österreich sehr gering.
Die Wirtschaft in der Eurozone dürfte laut den neuen EZB-Projektionen der EZB
2010 im Schnitt um 1,6 Prozent wachsen. Im Juni war sie von 1 Prozent
ausgegangen. Für das kommende Jahr 2011 rechnet die EZB nun mit einem
BIP-Wachstum in Euroland von 1,4 Prozent. Bisher waren 1,2 Prozent für die
Eurozone angesetzt worden.
Österreich soll darüber liegen. "Ich rechne damit, dass wir für 2010 einen
Wert von 1,8 bis 2 Prozent haben in Österreich", sagte Nowotny am Abend bei
einer Pressekonferenz in Alpbach zum erwarteten inländischen BIP-Zuwachs. "Wir
würden dann über dem Euroraum liegen, und wir werden auch 2011 über dem Euroraum
wachsen."
Bessere Prognose
Im Juni bei ihrer alten Prognose war die OeNB für Österreich für heuer von
1,6 und für das kommende Jahr von einem BIP-Plus von 1,8 Prozent ausgegangen.
Für 2011 hat die OeNB heute keine neuen Daten erarbeitet, es sei aber keine
Verschlechterung gegenüber der Juni-Vorschau in Sicht, hieß es. Im Krisenjahr 2009 war Österreichs Wirtschaft um 3,8 Prozent geschrumpft.
Die positivere Entwicklung ist aktuell vom Konsum getragen, erläuterte die
Notenbankspitze. Es sind auch Nachholeffekte nach dem vorjährigen BIP-Einbruch
zu beobachten. Besonders deutlich ist das in Deutschland zu sehen, hier lauten
die Prognosen der Deutschen Bundesbank auf 3 Prozent Wachstum für 2010. Auf
Sicht dürfte sich das Wachstum leicht abschwächen. Eine Wiederkehr eines
Absturzes sieht die OeNB aber nicht.
In der tiefsten Rezession der Nachkriegszeit hat sich laut OeNB-Vize Wolfgang
Duchatczek das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) bewährt. Am
Bankenmarkt hat sich für die meisten in Österreich tätigen Geldinstitute die
Lage soweit normalisiert, dass sie wieder Zugang zum Geld- und Kapitalmarkt
haben. In der Eurozone gibt es nach Worten der OeNB-Spitze aber eine Reihe von
Banken, die de facto keinen Zugang dazu haben und sich über die EZB
refinanzieren müssen.
Ein Zahlungsverkehrsproblem hat es nicht gegeben in der Krise in
Österreich. (APA)