Selbst verschuldetes Unglück

02. September 2010 19:32

Die internen Turbulenzen bei den Grünen sind hausgemacht - nicht nur in Wien

Maria Vassilakou bekennt, dass ihr "Zorn groß" sei. Für diese simple, aber nachvollziehbare Emotion hat die Wiener Grünen-Chefin einen abgesprungenen Spitzenkandidaten in der Josefstadt, eine Parteispaltung in Mariahilf und letztlich den Farbwechsel eines ihrer engsten Wahlkampfberater gebraucht. Das kann man, positiv, als bewundernswerten Langmut bezeichnen - oder, negativ, als viel zu (nach)lässiges Krisenmanagement.

Fakt ist, dass sich die Grünen derzeit, 37 Tage vor der auch bundespolitisch wichtigen Wien-Wahl, in einer äußerst misslichen Lage befinden. Und die ist weitgehend selbst verschuldet. Es wird nicht ausreichen, wenn Vassilakou nun droht, sie werde nach der Wahl über die Wiener Bezirksautonomie diskutieren lassen. Da wird sie schon resoluter beweisen müssen, dass sie handlungsfähig ist.

So wäre es etwa hoch an der Zeit, den Fetisch Basisdemokratie endlich zu entrümpeln. Die ewig gleichen Argumente, dass die Grünen nun einmal keine "autoritär strukturierte" Partei seien, dass diese ihre Individualität ihr eigentlicher "Charme" sei - bei einer längst im Politbetrieb etablierten Partei klingt das wie eine billige Ausrede, die längst fällige, mühsame Professionalisierung der Partei zu umschiffen. Nun gilt das zwar auf allen grünen Ebenen, dass die mächtige Basis mit ihren oft erratischen Wahlentscheidungen politisches Handeln schwierig macht. In Wien, mit seiner dichten Mitgliederstruktur (und deren oft widersprüchlichen Eigeninteressen), gilt das doppelt. Die bisher respektablen Wahlergebnisse nahmen auch den Druck, innerparteilich etwas zu ändern. Jetzt brennt der Hut, und es wird klar: Im Ernstfall hat die Grünen-Chefin nichts zu sagen. Das erschwert vieles - nicht zuletzt mögliche Koalitionsgespräche mit der SPÖ.

Niemand weiß das natürlich besser als Eva Glawischnig, die im Wiener Gemeinderat politisch groß geworden ist und die Stadt-Ökos kennt wie ihre Westentasche. Bis dato hat sich die oberste Grünen-Chefin allerdings nobel herausgehalten und alle Anstrengungen darauf konzentriert, sich nicht betroffen zu fühlen. So lud Glawischnig sinnigerweise für heute, Freitag, zu einer Pressekonferenz mit dem schönen Titel "Katastrophenjahr 2010" ein - meinte damit aber nicht den eigenen, sondern den "Klima-GAU".

Demonstratives Wegschauen ist freilich eine kurzsichtige Strategie: Wenn die Wiener Grünen am 10. Oktober zerschellen, wird sich die Bundesspitze an den Scherben schneiden - da können grüne Regierungsbeteiligungen in Graz oder in Oberösterreich noch so klaglos funktionieren. Und Vassilakou wäre gut beraten, ihre Kollegin im Bund mit aller Vehemenz darauf hinzuweisen.

Der Führungsstil beider Frauen unterscheidet sich zwar auf den ersten Blick durchaus angenehm von dem so mancher "Silberrücken" der Vergangenheit: Beide machen sich nicht penetrant wichtig, geben lieber intern Impulse und lassen im Übrigen ihre Teams arbeiten. Allerdings reicht es nicht, darauf zu hoffen, dass eh alle brav an einem Strang ziehen und der Wähler dies auch belohnt. Im Krisenfall muss die Parteispitze eingreifen können - und dies auch wollen.

Wenn sich diese Binsenweisheiten moderner Führungskultur nicht bald bei den Grünen herumsprechen, wird es immer schwieriger werden, mit Sachthemen zu punkten. Das wäre nicht nur für die Grünen fatal. (Petra Stuiber, DER STANDARD, Printausgabe, 3.9.2010)

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eze eze
 
16.09.2010 17:12

Diese Werbung nervt!

wolfgang gaerber
03.09.2010 18:34
Professionalität...

ist glaub ich nicht das Problem.
Ganz im Gegenteil.
Bis vor kurzem wurde ja noch dermassen professionell agiert - dass es Mucksmäuschen still war - während die andern Parteien einen Skandal nach dem andern medienwirksam plazierten.
Vielmehr hatten ja die Grünen seit ihrer Gründung immer mit dem Vorwurf der Unprofessionalität zu kämpfen - was dann meiner Meinung nach in einer Professionalitäts-Neurose gipfelte und dem Versuch die letzten abtrünnigen still und heimlich (natürlich "professionell") abzusägen.
Mir persönlich sind authentische, charismatische Personen die vielleicht hin und wieder in ein "unprofessionelles" Fettnäpfchen treten aber 10x lieber als irgendeine Mucksmäuschen-Still Partei mit schwelenden Selbst-Entfremdung.

leZa
03.09.2010 18:21
Ui, da wird die Anita Zielina aber grantig sein

Es sind doch sonst immer die pösen, pösen roten schuld?

Chris_SM
03.09.2010 17:14
Weltfremde politisch korrekte GutmenschInnen,

fällt mir zu der offensichtlich grün-affinen Autorin als auch zu der aktuellen Führungsriege deein. Und gerade diese (un)Haltung ist eines der Hauptprobleme der Grünen. Sie ist dafür verantwortlich,
dass man Rauchverbot, ungezügelten Zuzug Gendermainstreaming und Binnen-I wider jeglicher Realität als die wichtigsten Themen ansieht. Und sie ist auch dafür verantwortlich, dass eigene Leute die diese (un)Haltung nicht teilen, aber dafür tüchtig sind und viell. beim Wähler ankommen, abgesägt werden. Es ist auch falsch, dass die Kamalitäten im 6. und 8. durch die Basisdemokratie entstanden. In beiden Fällen hatte die Parteileitung um Vasilakou ihre Hände im Spiel und versagte.

Unter "Silberrücken" VDB wuchsen die Grünen von 5 auf 11 %.

tramezzino
03.09.2010 13:52
super strategie

einen monat vor der wiener wahl pressekonferenz zum "klima gau".

man könnte meinen, der kickl macht die strategie dafür...

rorschach
03.09.2010 15:34
der kickl kennt sich aber

mit dem "klima" nicht aus der kennt sich nur mit "gau" aus ...

Kein Kommentar
03.09.2010 16:02
Seile gau.....

.... wer auch immer.

rorschach
03.09.2010 13:36
ja so stellen wir uns die parteiwelt vor geprägt von den parteistrukuren der spö oder övp oder der führerstruktur einer fpö stellen wir

uns vor die grünen werden professioneller solange wir nur die mitsprache ausschalten - das eine wiener övp mit autoritären führungsstil jahrzentelang mit ihren bezirkskaisern stritt und streitet - eine fpö sich permanent spaltet und gegenseitig ausschließt und sich eigentlich immer in internen grabenkämpfen befindet und die wiener spö intern wie extern mit allmachtssanspruch ausgestattet ist - egal ...
die grünen haben eher ein loyalitätsproblem ein kenesai der ohne probleme zur övp wechselt (um seinen job zu behalten) oder ein schennach der zur spö wechselt (um seinen job zu behalten) sind vorallem eines opportunisten - und den grund der dilemma im 6 und 8 in der wahlmöglichkeit zu finden ist gelinde gesagt grotesk

hilde peymann
03.09.2010 16:27

können sie das auch uns sagen und nicht nur der gelinde ?

rorschach
03.09.2010 17:27
stören sie umgangsprachliche

Äußerungen?

taufrisch
03.09.2010 14:44
Gratulation ! Gut lesbare, verständliche und so kurze Sätze !

- was wollten Sie eigentlich sagen ??

Der Retter der Welt
03.09.2010 16:08
ich habe es verstanden

und er hat recht.

onlooker
03.09.2010 15:22
er wollte damit sagen, alle die diese partei gross gemacht

haben abzuschieben, glawi hat ja mit dem silberrücken voggi bewiesen wie es geht eine partei zu zertrümmern, diese damalige entscheidung läuft den grünen wahrscheinlich noch sehr lange nach, vielleicht ist ein neuanfang ohne die glawi gruppe ein anfang, aber die besten alten auszuschalten ist nicht nur eine gemeinheit, sonder auch kein gutes vorbild für die junge generation, man hat auch gesehen wie die poster reagiert haben, es waren damals nur im standard etwa 10.000 postings, die majorität war gegen einen ausschluss, aber das hat die glawi gruppe nicht tangiert, in ihrer naivität haben diese anführerinnen die folgen des rauswurfes nicht vorher gesehen, aber es geht weiter, jerusalem maschiert in einen anderen bezirk, usw. usf, baba grüne

rorschach
03.09.2010 17:41
...

sie haben mich gründlich missverstanden

onlooker
03.09.2010 18:44
vielleicht habe ich sie gründlich missverstanden,

ich habe nur meine ansicht über die grünen kundgetan, besser wird es sicher nicht,

rorschach
03.09.2010 15:09
ui - versuchen wir es kürzer und verständlicher

die abschaffung der demokratischen abstimmungen bringen keine professionalisierung.
auch in sogenannten professionellen parteien gibt es spaltungen und streitereien.
das problem der grünen (meiner meinung nach) mangelnde loyalität.
ein schennach oder ein kenezai sind keine opfer sonder opportunisten.

klar genug?

Walter Macfelda
 
03.09.2010 18:39
Wie ist das in der "normalen" Arbeitswelt?

Wenn Sie einen zeitlich befristeten Arbeitsvertrag haben und der Arbeitgeber erklärt Ihnen, es komme nicht einmal eine Verhandlung über eine Verlängerung des Vertragsverhältnisses in Frage, warten Sie dann still bis zum Ablauf der Frist und laufen dann zum Arbeitsmarktservice?

Oder nutzen auch Sie die Chance, wenn Ihnen ein Mitbewerber Ihres Arbeitgebers einen Posten anbietet?

Herr Schennach ist Berufspolitiker, er durfte aber trotzdem nicht zur internen Wahl antreten.

rorschach
03.09.2010 21:11
der arme ...

und weshalb wurde er dann mit +1600 Euro ins Wahlkampfteam geholt und laut medien enger wahlberater der frau maria v.? bin schon gespannt was wir vom hrn. schennach so alles hören werden - jetzt wo er sein platzerl bei der spö gefunden hat - wahrscheinlich so viel wie vom kenesei ...

und überhaupt wenn es nur darum geht altverdiente politiker möglichst lange einen job zu sichern was soll dann das ganze gesudere das so wenig "junge" irgendwo hinkommen, wie sollen die irgendwo hinkommen wenn jeder posten pragmatisiert wird?

suboptimal
 
03.09.2010 14:23
jep, die grünen Statuten schließen nämlich die unendliche Wiederwahl

ihrer Langzeitpolitiker van fast der Wiege bis zur Bahre, wie wir sie bei anderen Parlamentsparteien zur Genüge kennen, aus oder erschweren sie nach der zweiten Periode erheblich. Das Dilemma zwischen hochmotivierten Frischlingen und routinierten Silberrücken beruht mehr auf der geringen Zahl der zu verteilenden Mandate und Pöstchen.

Dimple
03.09.2010 14:34
Nicht nur

Das Problem ist ja auch die Wahrnehmung von Ex-PolitikerInnen:

Sie dürfen, gemäß (ver)öffentlich(t)er Meinung nicht
- in der Wirtschaft arbeiten
- in einer Kammer arbeiten
- beim Land/Bund/einer Gemeinde arbeiten
- keine Pension beziehen.

Daher gibt es nur die Variante: Bis zur Zwangspensionierung wegen altersbedingten Krankheiten das Mandat halten.

Und gerade bei den Grünen, von deren ProfipolitikerInnen kaum jemand Erfahrung am Arbeitsmarkt hat (Kammern, öff. Bedienstete, ÖH, div. Institute, die von öff. Körperschaften am Leben erhalten werden), ist das Problem natürlich noch größer. Ich kann verstehen, wenn sich GrünmandatarInnen an die Mandate klammern.

lg
Dimple

Karl Heinz dein Geld ist meins........
 
03.09.2010 13:22
Die Grünen haben sich einfach nicht im Griff!

Diese Partei ist eben immer noch eine Anarcho Fantasten Truppe.

Sie sind für alles und nichts gegen Rechts gegen die Bevölkerung für Asylanten.

Mich wundert es da nicht wenn Leute wie Vasiliuko und Radikal Femienistinen den Rest der anständigen Partei Mitglieder in die Flucht treiben.

Es ist halt so das Glawischnig die Chaos Truppe nicht in den Griff kriegt.

Schade die Grünen könnten eine echte Alternativ Partei sein.

rorschach
03.09.2010 15:40
geh bitte sie wissen ja nicht einmal

wie die Klubobfrau der Wiener Grünen heißt ein griechischer Name ist ihnen schon zu schwierig ...

und diese dumpfen fp-sager ala "gegen die bevölkerung" etc. ist ja peinlich sowas - glauben sie den mist wirklich? was muß einen partei ihrer meinung nach tun um für die so genannte "Bevölkerung" zu sein? rassistischen Schwachsinn verbreiten?

Karl Heinz dein Geld ist meins........
 
03.09.2010 19:56
Geh zu deinen wir sind gegen Rechts Freunden!

Wieder ein Typischer Sager ihr Posting, wer etwas gegen Grün hat ist ein Nazi!Da Wähl ich lieber KPÖ die drängen niemand in ein Politisches eck!

Die Grünen werden unter gehen !

rorschach
08.09.2010 21:48
machen sie das bitte - wählen sie die kpö

aber wo ich behauptet habe jede/r die oder er die FPÖK wählt ein Nazi ist das müssen sie mir mal zeigen - wer die fpök wählt gibt dem rassismus und dem rechtsextremismus eine stimme - für irgendwas anderes steht diese partei nicht außer vielleicht noch für diverse korruptionsvorwürfe und betrug und anschlußgedanken und hetze etc. viel vergnügen
aber sie wählen ja eh die kpö ...

onlooker
03.09.2010 15:26
glawi hat doch das desater mit ihrer truppe ausgelöst,

und vdb war auch ein teil jener gruppe, der voggi hat erfolg gehabt, er machte seinen job richtig, und bemängelte die hohe herrschaften in wien, wenn man das saure gesicht von vdb im tv sah ist einem alle lust auf die grünen vergangen.

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