Schennach ging mit Wahlstrategie der Grünen zur SPÖ

2. September 2010, 19:12

Grüner Konvertit bis zuletzt in Vassilakous Team

Wien - Am Tag „danach" erweist sich der Wechsel des grünen Bundesrates Stefan Schennach als weit mehr denn „Loyalitätsbruch", wie die Wiener Parteichefin Maria Vassilakou formulierte: Schennachs Wechsel ist ein formidables Wahlkampf-Desaster. Denn bis zuletzt war Schennach Teil des grünen Wahlkampfteams um Vassilakou, sogar einer ihrer engsten Berater und intimer Kenner der grünen Wahlkampfstrategie - wofür er seit 1. Mai auch extra bezahlt wurde, mit insgesamt 1600 Euro.

Peter Pilz, selbst intimer Kenner der Wiener Verhältnisse, hält den plötzlichen Wechsel Schennachs zur SPÖ denn auch für einen „tiefen Vertrauensbruch, das ist höchst unsauber". In der Privatwirtschaft, so meint Pilz, „würde er für so etwas vor Gericht stehen". Ein grundsätzliches Problem für die Grünen will Pilz aus dieser Sache nicht machen: „Niemand ist dagegen gefeit, persönlich hintergangen zu werden." Er jedenfalls werde sich mehr als geplant in den Wahlkampf einbringen: „Die SPÖ bekommt von mir eine Extraportion Skylink um die Ohren."

„Wiener Spezialität"

Der grüne Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner ist bemüht, aus den Wiener Kalamitäten „keine Bundessache" zu machen. Die Autonomie der Bezirke sei eine „Wiener Spezialität" - in anderen Bundesländern laufe es dagegen im Moment „hervorragend". Wallner sieht auch noch einen Unterschied zu anderen Parteien, was die „Versorgung" von altgedienten Mandataren betrifft: „Bei uns gibt es das eben nicht, dass man jemanden, der kein Mandat mehr bekommt, in einen staatsnahen Betrieb verfrachtet." Zudem gebe es auch in anderen Parteien immer wieder „Umstiege", etwa den steirischen Ex-Landesrat Gerhard Hirschmann, der mit eigener Liste gegen die ÖVP kandidiert habe.

In dasselbe Horn stößt Werner Kogler, der die Wiener Querelen „nicht überbewerten" will. Einzig Johannes Voggenhuber, der mit seiner Kandidatur vor der EU-Wahl 2009 innerparteilich gescheitert war, zeigte „Verständnis" für Schennach.

Maria Vassilakou selbst sagte am Tag danach, ihr „Zorn" sei „groß". Sie werde gleich nach der Wahl einige Neuerungen in den Bezirken angehen. Etwa, dass alle Grüne, die sich für Spitzenpositionen bewerben, dies bis zur Halbzeit der Legislaturperiode bekanntzugeben. Sie werde überdies dafür sorgen, „dass auch neue Gesichter eine Chance bekommen".

Im Übrigen, sagte Vassilakou zum Standard in Richtung ihrer eigenen Partei, „haben wir jetzt noch vier Wochen Zeit, um die historische Chance zu nutzen, dass Wien rot-grün regiert und damit zur Umwelt-Musterstadt wird". Es gebe „bei weitem wichtigere Themen als persönliche Befindlichkeiten". (Petra Stuiber, DER STANDARD, Printausgabe, 3.9.2010)

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Pierre d´Aubusson
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Der Schennach-Trojaner?

Mir scheint, diese nunmehr auch der SPÖ bekannt gewordene Strategie ist eher als grüne Hinterlist zu sehen. Denn wendeten die Roten die offenbar gewordene grüne Strategie nun tatsächlich an, Strache wäre das Bürgermeisteramt nichtmehr zu nehmen. Was hätten die Grünen davon?
Strache würde eines Koalitionspartners bedürfen. Und da bleibt dann nur schwarz oder grün als Option.
Und da die Grünen kaum Wahlkampf für die ÖVP machen werden: kommt blau-grün?
Anders wäre nämlich der Hinweis auf den Strategie-Verrat völlig sinnlos.

SPÖ-FPÖ nein Danke
62
Ich wünsche mir SPÖ-Grün

und daher wähle ich die Grünen aus voller Überzeugung. Den in den letzen Jahren haben die Grünen die guten Ideen geliefert und die SPÖ hat Sie teilw. umgesetzt, leider nicht Alle.

Ich bin auch froh das Sich die Grünen erneuert haben und gestärkt in die Wahl gehen. Ich verstehe die Medien nicht ganz die vor einigen Monaten genau diese Forderung an die Grünen hatten.

Eva Glawischnig und Vassilakou haben Leadership bewiesen und schwache, alte Abgeordnete abgesetzt.

Im Bergdorf
00
Ich mag weder die eine noch die andere

Insbesondere Vassilakou ist eine Antipolitikerin (Karrierehungrig, kein Leadership, Charisma oder sonstwas). Glawischnig hat es schwerer, es ist mit ihr so ähnlich wie mit Kreiskys Abgang von der SPÖ: niemand konnte in die zu großen Fußstapfen des "Alten" treten (bei den Grünen ist das VdB). Warten wir auf die Person, die nach Glawischnig kommt. Zu Wien: Hier ist echter Handlungsbedarf! Wieso wird der visionäre "junge" Chorher nicht (stärker) eingebunden - er war es ja, der die SPÖ mit Zuckerbrot (und ohne Peitsche, aber trotzdem energisch) vor sich hergetrieben hat. Zu Vassilakou fällt mir leider nichts Konstruktives ein. Zu den Wahlen in Wien: Ich warte die vorläufigen Endergebnisse ab bevor ich heuer meine Stimme am 11. oder 12. abgebe.

mir.70
00
Bitte definieren Sie:

1. "Alt"
2. "Schwach"

Danke!

skip it
00
bitte sehr...

...
1.: van der bellen
2.: glawischnig, vassilakou

mir.70
00
Tja.

Nur muss mir dann der Poster oben den Satz "Eva Glawischnig und Vassilakou haben Leadership bewiesen und schwache, alte Abgeordnete abgesetzt" erklären.

Gerhard Schwarz
 
14

Ausser Grünparteiapparatschiks sieht das aber absolut niemand so.

fahrenheit 451
01

glauben sie irgendeine partei möchte mit dieser chaostruppe in wien noch eine koalition eingehen?

immerhin zerlegen sich die basisgrünen heuer ja schon im wahlkampf......

Mike Freeman
01
Glawischnig und Leadership …

… sorry bei aller Liebe aber sie macht eher den Eindruck einer braven Praktikantin.

Gerhard Schwarz
 
04

Fotogen, eitel und substanzlos.

mir.70
01
Ganz ehrlich:

Ich finde ja nicht einmal erstes; natürlich nur bezogen auf Politik.

Mooo
91
Die Poster wissen aber auch nie was sie wollen!

Bei Van der Bellen riefen sie alle: Zu alt! Sesselkleber, mach Platz fü!

Anscheinend gibt es bei den Grünen aber eine Anti-Sesselkleber-Regelung, die auch einen Sinn macht. Nach einer gewissen Zeit müssen Politiker ihren Platz anderen überlassen, außer eben er/sie bekommt bei der Wahl einen bestimmten Prozentsatz an Stimmen.

Das war aber hier nicht der Fall. Der Mann wurde eben nicht wiederbestätigt.

Nun kommen die üblichen Anwürfe von Männern, die sich offenbar bei einer Fiftifiti-Partei diskriminiert fühlen und so tun als gäbe es bei den Grünen nicht ebenso viel Männer.

Sehr seltsam!

Wer hat sich eigentlich aufgeregt als vor der letzten Wahl einige SPÖ-Politiker zur ÖVP wanderten?

Ein Vertrauensbrauch ist das auf jeden Fall!

mir.70
00
Warum?

Warum muss jemand gehen, nur weil er länger mit dabei ist?

Mike Freeman
01
Eeh … versuch´s jetzt bloß nicht auf eine MANN-FRAU Diskriminierungskiste hinzudrehen!

Schennach (nicht der Mann) ist ein sehr guter und erfolgreicher Politiker für die Grünen gewesen und es wäre auf jeden Fall besser gewesen ihn zu bestätigen und wieder zu wählen, um die Ziele der Grünen zu erreichen. Nötig hätten die Grünen seine Kompetenz auf jeden Fall.
Wenn man jemanden aus einer solchen Position abwählt, der so gut gearbeitet hat, denn nur wenn man es besser machen kann, sprich die Verantwortung übernimmt und den Job bewältigt. Aber daran hat die "Basis" wieder einmal nicht gedacht und jetzt brauch die "Basis" eine Ausrede um nicht Schamrot anzulaufen ob des Bockes den sie gerade geschossen hat.

Bodo Steinbrech
110
das grüne Wahlprogramm ?

Man muss nicht nur keinen Plan haben, sondern auch unfähig sein ihn zu kommunizieren.

(uuups jetzt hab ichs verraten)

skip it
20
wer soll das bezaaaahlen, wer hat soviel geeeld?...

...wer hat soviel pinke-pinke,
wer hat das besteeelllt?

re.: "die historische Chance zu nutzen, dass Wien rot-grün regiert und damit zur Umwelt-Musterstadt wird"

01052004
00
"dass Wien rot-grün regiert " wird

tolles programm, frau v.

und deshalb soll jetzt bei grün das hakerl machen???

die marek will ja das gleiche: mit dem dicken regieren.

also auch endlich an die futtertröge...

worin also unterscheiden sich die schwarzen futtertrog-aspiranten von den grünen???
beide haben kein programm (außer dem gieiergen blick an die tröge)
beiden steht eine frau vor
beide sind extrem planlos

dem herrn renegaten gesaagt:
hut ab! sich derart als polit-nu**e zu outen, da gehört was dazu (zahlts mich gut, dann mach ich alles und halt die goschn)...
mal sehen wieviele, um ihren knödel besorgte grüne vor/nach den wahlen direkt zu den trögen vorstoßen werden...naja: der bauch will halt sehr gut gefüllt sein und idealismus - das sollen die jüngeren tun...

schwejk
00
Ihre fragen:

"worin also unterscheiden sich die schwarzen futtertrog-aspiranten von den grünen???
beide haben kein programm (außer dem gieiergen blick an die tröge)
beiden steht eine frau vor, beide sind extrem planlos"

Sie könnten sich leicht informieren und Ihre fragen selbst beantworten.
und wenn mir jemand sagt: "worin unterscheiden sich denn ..."
weiß ich, ich hab jemand vor mir, der mehr vorurteile als wissen hat.

Weltenbürger Demosthenes
10
Nein, so was

Nein, so was. man stelle sich vor, da gibt es Grüne, besser Ex-Grüne, natürlich einen Mann (sonst hieße es ja GRÜNIN) der lässt sich nicht widerspruchslos, stumm-gehorsam und unterwürfig wortlos abschaffen, verjagen.

Widerspruch, Selbstachtung, Eigenständigkeit oder gar selber denken, das ist unerhört. Das ist MACHISMO pur! Und gehört sofort eliminiert, gemobbt, bekiefen und dem Manne die Augen ausgekratzt. SO WAHR FRAU GÖTTIN HELFE!

44 Prozent reichen der SPÖ zur Absoluten :(
30
Die Grünen Delegierten haben dies erkannt und haben neuen, frischen Kräften den Vorrang gegeben.

und der SPÖ wirds schaden.

Fritz Wintersberger
121
Parteiwechsel

Die Schreiber sind wieder einmal teilw. blind. Würde es sich um einen FP-ler handeln der zu grün, rot oder schwarz wechselt wäre Häme hier.

Fritz Wintersberger
110
Wendehälse

Ich lehne persönlich jeden Wendehals ab. Egal ob rot, schwarz, blau orange, wie auch immer. Von Heide Sch. über KH G. bis zu Schennach.Obwohl rückblickend muß man ja froh ssein, dass Grasser von Schüssel zu seinem ÖVP Mann gemacht wurde.

mir.70
02
Interessant wäre ja eins:

Warum wurde Schennach plötzlich(?) nicht mehr bei der Wahllistenerstellung berücksichtigt?

Weiß man das?

Freaky Greenhorn
00

Vmtl. eben weil die Grünen lt ihren Statuten für Personalwechsel einstehen. Selbst dann, wenn mit Hrn Schennach der eigene langjährige Partei Stratege nicht mehr zur Wiederwahl kandidieren darf. Diese Idee mag idealistisch gesehen schön und gut sein aber in der Praxis ist diese Routine problematisch, wie es sich am Exampel von Hrn Schennach herausstellt. Auf diese Weise verliert man nur seine besten Mandatare.

mir.70
01

Personalwechsel an sich als gut zu finden, ist doch stupid!

Es kommt doch immer darauf an, wer wo welche Leistung erbringt.
Und wenn der Wechsel wirklich so toll wäre für grün, dann frag ich mich, warum die Liste der Gemeinderatswahl so ganz ohne Überraschung ist.

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