45 Minister hoben Prestigeprojekt aus der Taufe
Wien - "Korruption ist Gift für Gesellschaft und Staat, mit geballter Kraft muss diesem Gift entgegengewirkt werden." Starke Worte, wie von Claudia Bandion-Ortner, fehlten nicht, als die Justizministerin am Donnerstagvormittag in Wien gemeinsam mit Innenministerin Maria Fekter, Außenminister Michael Spindelegger und Landeshauptmann Erwin Pröll die Internationale Anti-Korruptions-Akademie (IACA) vorstellten, die am Nachmittag mit einer Konferenz in der Wiener Hofburg sowie in Laxenburg im Beisein von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon aus der Taufe gehoben wurde.
Ban sagte, in der Vergangenheit sei das Phänomen Korruption oft als Tatsache hingenommen worden. Jährlich gehe durch Korruption eine Trillion US-Dollar verloren. Das Geld brauche man, um die Millenniumsziele zu erreichen. Fekter unterstrich, der Kampf gegen Korruption habe in Österreich bereits eine "Dynamik" erreicht. Sie verwies dabei auf "mehrere legistische Maßnahmen" wie die Bestellung einer Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft und einer entsprechenden Behörde im Innenministerium.
Mit der künftig in Laxenburg ansässigen IACA gebe es in Österreich nun auch ein "Vorzeigeprojekt für Schulung, Training und wissenschaftliche Aufarbeitung" von Korruption. Fekter lobte den "breiten interdisziplinären, multinationalen, globalen Ansatz" und freute sich, dass mit dem UN-Büro für Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung und der EU-Betrugsbehörde Olaf potente internationale Partner "mit an Bord" seien.
45 Minister aus 35 Staaten unterfertigten den Gründungsakt, weitere Länder sollen folgen. Nicht nur EU-Länder sind in der IACA vertreten, sondern auch Staaten vom Balkan, aus Lateinamerika, dem arabischen Raum und Asien. Längerfristig soll sie eine UN-Institution werden. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 3.9.2010)