EOC Service Lab

Erdbeobachtungszentrum am DLR ist komplett

02. September 2010 18:25

Atmosphärenbeobachtung, Umweltüberwachung und Kriseninformation gebündelt

Weßling - Das Erdbeobachtungszentrum (EOC) am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist komplett. Es wurde am Donnerstag um das "EOC Service Lab" erweitert. Damit werden die Ergebnisse der Atmosphärenbeobachtung, Umweltüberwachung und Kriseninformation an dem DLR-Standort Weßling-Oberpfaffenhofen westlich von München gebündelt.

Eine der Aufgaben des Erdbeobachtungszentrums (Earth Observation Center) ist ein Tsunami-Frühwarnsystem für Indonesien. Auf der Grundlage einer ganzen Reihe eingehender Daten könne in Oberpfaffenhofen binnen Sekunden festgestellt werden, ob es ein Erdbeben gibt, wo genau und wie stark es ist und in welchen Wellen es abläuft. Daraus könnten die Sofort-Hilfsmaßnahmen abgeleitet werden. Die Erkenntnisse laufen nach Angaben Stefan Dech, dem Leiter des Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums am DLR, in Sekundenschnelle bei den Behörden in Indonesien auf.

"Jeder Euro hier ist gut angelegtes Steuergeld im Dienste der Menschen", sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer bei der Enthüllung der Gebäudetafel mit dem Schriftzug des EOC Service Lab. In der Einrichtung sind die wissenschaftlichen und technischen Kapazitäten des Zentrums für Satellitengestützte Kriseninformation (ZKI), des Weltdatenzentrums für Fernerkundung der Atmosphäre (WDC-RSAT) und der Referenzplattform für Umwelt- und Kriseninformationssysteme (UKIS) vereint.

Effiziente Auswertung von Satellitendaten

Die Bündelung ermögliche den knapp 200 Wissenschaftern und Ingenieuren am Fernerkundungsdatenzentrum eine noch schnellere und wirkungsvollere Auswertung und Bereitstellung von Satellitendaten, erläuterte DLR-Vorstandschef Johann-Dietrich Wörner. Ziel sei es, die Standortvorteile in Oberpfaffenhofen zu nutzen und künftig eine europäische Einrichtung zur Krisenkartierung aufzubauen. Das Earth Observation Center (EOC) selbst war bereits am 20. Juli vom deutschen Wirtschaftsminister Rainer Brüderle in Betrieb genommen worden. (APA)

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