FPÖ-Wahlkampfauftakt

Es stank gewaltig in der Lugner City

Anita Zielina, 2. September 2010, 21:02
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    HC Strache muss zehn Minuten warten bis sein Mikro wieder funktioniert..

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    .. auf ihn warten auch noch andere unangenehme Überraschungen.

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    Am Urban-Loritz Platz wurde Walzer getanzt - zu den Klängen von Wiener Blut und gegen die Hetze.

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    Ein Polizeigroßaufgebot überwachte die Veranstaltung.

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    Strache schimpfte über die "unanständigen Menschen", die "importiert" würden.

Strache bot seinem Publikum Altbekanntes zu Islam, Integration und Sozialabbau - Mit Unterbrechungen durch Stromausfall und Stinkbomben

Wien - "Gemma, gemma, damit ma einen guten Platz kriegen". Die blonde Serbin Ivanka mit unverkennbar wienerischem Akzent ist aufgeregt und ein bisschen ungeduldig, weil ihr Freund noch ein paar Kulis beim FPÖ-Tisch mitnehmen will. Sie zieht es hingegen bereits näher an die Bühne, wo bereits die "John Otti Band" für Stimmung sorgt. Wegen der vier Otti-Brüder, die auf der Bühne Volksmusik dudeln und Klassiker von U2 bis Country Roads verunstalten, ist Ivanka aber nicht gekommen. Sie wartet auf "den HC, wir sind wegen ihm da".

Demos und Musik

Und sie waren nicht die einzigen: Als erste Partei hat die FPÖ, und mit ihr Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache, in Wien am Donnerstag in der Lugner-City den Wahlkampf offiziell gestartet. Gekommen waren die Fans zahlreich, auch wenn der vorgesehene Platz keineswegs aus allen Nähten platzte, dazu gesellten sich einkaufende PassantInnen und "Stammgäste" der Lugner City.

Ab 16.30 Uhr stimmte die "John Otti Band" Besucher auf die für 18.00 Uhr angesetzte Rede von Spitzenkandidat Strache ein. Gleichzeitig hatten sich vor dem Gebäude Gegner der FPÖ zu Protestkundgebungen versammelt. Laut Polizei waren vier Demonstrationen angemeldet.

Proteste und Sabotage

Der Wahlkampf-Auftakt der Wiener FPÖ begann nicht reibungslos: Seine Rede musste Strache schon nach den ersten Sätzen für fast zehn Minuten unterbrechen - das Mikro war ausgefallen. Und nicht nur audiotechnisch lief es suboptimal: Unbekannte warfen Stinkbomben von den oberen Rängen in die Menge, die einen bestialischen Buttersäureduft verströmten und die Zuhörer zumindest einige Minuten lang von Straches Worten gründlich ablenkten. "Wir wissen nicht wer dahintersteckt, und das ist im nachhinein auch sehr schwer auszuforschen", so ein Polizist gegenüber derStandard.at über die Stinkattacken. Ob auch der Tonausfall ein "Sabotageakt" gewesen sei, ermittle man noch.

Altbekannte Themen

Nach Musik, Animation und einleitenden Reden von Dietbert Kowarik, FP-Bezirkschef in Rudolfsheim-Fünfhaus, und Johann Gudenus, Listenzweiter bei der Wienwahl, war es soweit - "der HC" betrat die Bühne und gab den Zuhörern eine Stunde lang das, was sie sich von ihm erwartet hatten: Eine Rede rund um Ausländer, Islam, Bonzen und vor allem rund um Michael Häupl. 

Der eine oder andere Besucher war da schon in Feierlaune, je deftiger Straches Aussagen wurden, desto emotionaler reagierte das Publikum mit Klatschen beziehungsweise Buh-Rufen. Die absoluten Applausbringer waren die altbekannten Polemiken gegen Ausländer  ("Wir wollen keine unanständigen Menschen importieren"), Minarette ("Keine islamischen Siegessymbole") und Sozialabbau ("Ich lasse nicht mehr zu, dass Wien in einen Abgrund geführt wird").

Gegen das rote Wien

Der rote Faden in Straches Rede, die er auf der Bühne in Form eines nachgebauten Boxrings hielt, war der Kampf gegen das rote Wien, und besonders gegen Michael Häupl: "Ich bin sportlicher, ich habe mehr Kondition, ich bin wendiger. Ich bin sicher, dem Häupl wird die Luft ausgehen".

Draußen vor der Lugner-City versammelten sich die, die mit Straches Ansichten nichts anfangen können. Zu den vier angemeldeten Gegendemonstrationen hatte sich Sympathisanten der Linkswende, der Sozialistischen Linkspartei, der Sozialistischen Jugend und Jugendorganisation Revolution eingefunden, um mit Transparenten und Rufen gegen die FPÖ Stimmung zu machen.

Wiener Walzer

Auf dem benachbarten Urban-Loritz-Platz tanzten derweil etwa 150 Paare zu den Klängen von "Wiener Blut" Walzer, um gegen Straches Wahlplakate ein Zeichen zu setzen, so der grüne Gemeinderat Marco Schreuder, einer der Organisatoren. Das war aber nicht das einzige Mal, dass an diesem Abend ebendieser Walzer gesungen und getanzt wurde: Im Einkaufszentrum hatte ihn die John Otti Band im Repertoir - "Weil wir echte Österreicher sind", so der Bandleader enthusiastisch.

Die Begeisterung für die Walzerklänge wollte aber nicht so recht übergreifen, fand etwa ein junger Mann mit Bierdose in der linken und Freundin in der rechten Hand. "Das kenn ich nicht, Oider, was is des?"

Strache & die Hoffnung

Aber wo es dann wieder richtig emotional wurde, das war, als Strache von der Hoffnung zu sprechen begann. Offenbar ist es das, was viele zu "ihrem" HC in die Lugner-City führte: Die Hoffnung auf Arbeit wolle er den Menschen wiedergeben, so Strache, auf sozialen Frieden, auf ein Österreich, in dem man Deutsch verstehe, auf Sicherheit, eigentlich hätte er auch sagen können: Hoffnung auf eine bessere Welt. Eine Hoffnung, die scheinbar viele in ihm sehen, zieht man Rückschlüsse aus der Dauer des Applauses nach diesen Passagen. (Anita Zielina, derStandard.at, 2.9.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1016
Alexander Patjomkin
11
22.9.2010, 22:00
Ein junger, hochmotivierter, dynamischer Mann

sicherlich nicht dümmer als die anderen. Warum nicht?

sttw
03

Soweit ich mich erinnern kann hat es in der Lugner City eigentlich schon immer gestunken.

Failure
11
der gestank

..wurde halt durch diesen besuch verstärkt

ehkloa
11
Also mir gefällt die Überschrifft ;-)

Einfach gestrickt
02
..Ich lasse nicht mehr zu, dass Wien in einen Abgrund geführt wird..

Das will er schon selber machen !

net-diver
 
24
Wer...

... wie Strache unser Land mit Hilfe solcher Slogans regieren will schadet Österreich ungemein. Ich vermisse nach wie vor wirtschaftspolitisch relevante Aussagen dieser Partei. Hier spielt sich absolut nichts ab.

Ganymede
00
Posting 1.000 !!!!!!!!!!!

Pfuuuuuuuuuuuuurrrrrrrrrrzzzzzzzzzzz!!!!

Vintageologist
 
03
Tolerante, demokratiefreundliche Linke.

Pierre d´Aubusson
12

Aber immerhin Argumente, die nicht zu leugnen sind: Stromausfall und Stinkbomben.
Irgendwie kommt mir sowas bekannt vor: in den Dreißigerjahren gabs auch eine Partei, die dieser Argumentationslinie folgte. Und nachher wars dann wieder keiner.....

Gut und dann...?
12
So meine Lieben!

So wie es unter schwarz/blau begonnen hat geht es weiter, was?
Schwarz/Blau will die Gemeindewohnungen, so wie sie damit begonnen haben, jetzt alle verkaufen und wer zahlt dann den privaten Zins?
Ihr oder Euer Strache?
Und das ist kein Schmäh, wir haben schwarz/blau erlebt, dass war eine Parteiselbstbereicherung, aber kein regieren.
Der Bundesparteiobmann der FPÖ, hieß übrigens damals Strache 2004 kann man schon sagen und 2005 offiziell!
Also geht doch, wenn Ihr keinen Scham habt, den Münchhausen und seine Mannschaft wählen, Gudenus, Kickl, Scheuch, Villimsky.... lauter Spitzenleute!
Da geht nichts mehr drüber!

Pierre d´Aubusson
02

Guter Mann, die Zeiten, als man noch stolz auf seine Gemeindewohnung war, sind lange vorbei. Heute zahlt man da genausoviel wie in jeder Genossenschaftswohnung. Weshalb ja anno dunnemal auch die Mietzinsbeihilfe eingeführt wurde.
Eine Genossenschaftswohnung, sofern man sich das im Vertrag vereinbart, kann man irgendwann kaufen und seine Zahlungen verringern. Bei einer Gemeindewohnung bleit der Zins ewig hoch, obwohl man genauso Baukostenzuschuß etc. gezahlt hat.
Eine Gemeindewohnung ist eine subtile Form der Strafe für Gedankenlosigkeit. Drum gibts in den Gemeindebauten auch soviele FPÖ-Wähler. Als Strafe für die rote Politik.

Hubert Ungeist
 
39
EInen solche Aktione eines FPÖ Anhängers

gegen die Grünen möcht ich sehen um dann die empörten Aufschreie der Medienlandschaft Österreichs zu genießen

Nein Danke!!!
04

Nachdem Stinkbomben i.A. ätzende (z.B. Buttersäure) oder gar giftige (Schwefelwasserstoff) Substanzen enthalten wäre eine Anzeige wegen Körperverletzung gegen die Störenfriede durchaus angebracht.

also dann ...
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hmhm ... da stellt sich die frage : wann stank es deftiger ...

vor ... oder nachdem die bombe explodierte ? ? ?

gogomatic
00
Gemma, gemma...

und so schnell ich los zischte, hab ich glatt die blöde " Serbin Ivanka..." gelesen!!! Naaaa, kann nicht sein!? Noch ein mal. Ah Ja; "die blonde Serbin Ivanka..." alles gut.
Dann kam die Stelle mit ihrem Freund und Kulis...

taufrisch
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Seit der Lugner seine minderjährige Tochter aus PR-Gründen an einen Stri.zi verheiratet hat, stinkt's dort auch ohne Bomben !!

Quousque tandem
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Geh, bitte!

Der soll a Strizzi sein?????? Der ist doch so stinkd€ppert, der dürft' an echten Strizzi net amal das Bier servieren, der Dölli! Den tät' ich gern sehen, wie er sich in dem Milieu bewegt, der hätt' a Halbwertszeit von einer Viertelstund', bevor er mit d' Zähnt gurgelt.

VoteRandom
411

Es wird mal wieder Zeit einen rot stricherl Post zu machen.

Ich möchte mich vorweg von jeglichem FPÖ Wahlprogramm distanzieren.
Allerdings ist es noch immer nicht rechtens wenn Linke Gruppierungen der Meinung sind, das sie tun und lassen können was sie wollen. Erlebe das immer öfter das bei diesen Leuten die Meinung herrscht das sie sich über Gesetze hinwegsetzen können.

Wenn es nach mir geht gehört der FPÖ populatismuss abgestellt und die ausführenden Linksaktivisten für ein paar Wochen hinter Gitter gesetzt.

unglücklicher widerspruch der beweise
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woher wissen sie, dass das "linke gruppierungen"

waren? immerhin gibt es ja auch noch denkende einzelpersonen, oder?

VoteRandom
01

Woher wissen Sie das ein terroristische Organisation einen Anschlag begangen hat.
Richtig weil irgendwo etwas in die Luft geflogen ist.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch aber es gibt Dinge, welche keiner Beweisführung notwendig sind.
Nachdem diese Gruppierungen ihre Demonstrationen ankündigen brauchen wir nicht genaue überlegen wers war ;)

unglücklicher widerspruch der beweise
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ihr erster absatz klingt so gut wie er falsch ist

nehmen sie mal ein paar themenbezogene bücher zur hand und sie werden schnell sehen, dass terroristische anschläge sehr oft eben nicht von terrororganisationen begangen werden. wenn sie mit falschen thesen falsche thesen begründen... naja vielleicht kommt ja mit etwas glück auch mal was richtiges dabei raus:)

VoteRandom
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Reden Sie mal mit ein paar Leuten um dies hier eigentlich geht.
Dann werden Sie sehr schnell feststellen das man dazu keine Bücher braucht. ;)

unglücklicher widerspruch der beweise
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Könnten sie eventuell

etwas konkreter werden? ich kann leider nicht ganz folgen...

maximum:lag.studios
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das war

gladio !!!

greenberetta
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"Hoffnung auf sozialen Frieden, auf ein Österreich, in dem man Deutsch verstehe, auf Sicherheit, eigentlich hätte er auch sagen können: Hoffnung auf eine bessere Welt. Eine Hoffnung, die scheinbar viele in ihm sehen."

Sorry, Leute, aber das ist so ziemlich das Letzte, was ihr von dem Typen mit der Partei erwarten könnt.

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