Wettbewerb um Abfall: Ungarn mischt kräftig mit

02. September 2010 17:29
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    Foto: transwaste

    65.000 Tonnen Müll werden jährlich illegal von Österreich nach Ungarn geschafft. Informelle Abfallsammler finanzieren sich damit ihren Lebensunterhalt.

Nichtautorisierte Müllsammler schaffen große Müllmengen ins Ausland. Heimische Verwerter klagen über finanzielle Verluste und knappere Ressourcen

Wien - Die Armut treibt viele aus dem ehemaligen Ostblock nach Österreich, um hier Sperrmüll, Holz und alte Elektrogeräte zu sammeln. Brauchbare Gegenstände werden dort repariert und verkauft, Unbrauchbares wird einfach verbrannt. Dass es sich dabei um eine illegale Tätigkeit handelt, wissen nur wenige der sogenannten "informellen Abfallsammler".

Das von der EU geförderte Projekt TransWaste (www.transwaste. eu) liefert nun erste Daten über die nichtautorisierten Sammler, die gestern, Donnerstag, vor Journalisten präsentiert wurden.

In Österreich sind etwa 30 Prozent aller Gemeinden von den inoffiziellen Abfallsammlern betroffen. Sie drehen sowohl vor Altstoffsammelzentren ihre Runden als auch direkt in Wohngegenden. Die meisten von ihnen kommen aus Ungarn, vereinzelt aber auch aus der Slowakei, aus Slowenien, der Tschechischen Republik, aber auch aus Österreich selbst.

Etwa 80.000 Tonnen Müll werden so jährlich illegal entsorgt, was geschätzt 15 Prozent jener Menge entspricht, die offiziell von der österreichischen Abfallwirtschaft beseitigt wird. 65.000 Tonnen Abfall werden allein nach Ungarn verfrachtet.

Knappere Ressourcen

Neben der Konkurrenz für die offizielle Abfallwirtschaft bereite das illegale Sammeln ein weiteres Problem: Denn manche Ressourcen würden damit knapp, sagen die Projektverantwortlichen.

Wertvolle Rohstoffe, die man in Mitteleuropa durch Recycling aus entsorgten Elektrogeräten gewinnen könnte, würden im ehemaligen Ostblock verschwinden. Um die Entwicklung zu bremsen, sollen die Sammler künftig ganz legal mit einer Genehmigung ihre Tätigkeit durchführen können, lautet einer der Vorschläge von TransWaste-Projektleiterin Gudrun Obersteiner. Dies erweist sich jedoch als schwierig, da viele von ihnen eine unzureichende bis keine Bildung aufweisen.

Vertragliche Rahmenbedingungen seien daher für sie nur schwer verständlich. Sinnvoller wäre die Errichtung sozialökonomischer Betriebe, in denen die Abfallsammler legal angestellt werden würden. Verstärkte Grenzkontrollen seien wenig sinnvoll, glauben die TransWaste-Mitarbeiter. Denn die Behörden würden nur schwer den Unterschied zwischen legalem und illegalem Müll ausmachen. (brun, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 3.9.2010)

 

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silurus g
03.09.2010 13:40
Verkaufe meinen Müll meistbietend

Angebote bitte hier posten

Roger Sturm
03.09.2010 11:21

Also ich bin froh, dass die Ungarn mir den Müll abnehmen. Es geht ja um ganz was anderes. Die Müllentsorgungsunternehmen wollen kassieren, für jedes Stück Müll. Da bleib ich lieber bei den Ungarn, die kosten mir nämlich gar nichts.

Lady__Gaga
03.09.2010 10:54

Wertvolle Rohstoffe, die man in Mitteleuropa durch Recycling aus entsorgten Elektrogeräten gewinnen könnte, würden im ehemaligen Ostblock verschwinden....

Bledsinn - Im Universum verschwindt nix.

natoll
03.09.2010 11:35

so ist es. abgesehen davon ist es eine frage der kosten beim recycling ob etwas "wertvoll" ist oder nicht.

Dorian Gray
03.09.2010 10:34
Ob der Aufschrei nicht nach hinte los geht.

Vielleicht kommen dann die Bürger zur Einsischt das der Müll sehr wohl einen Wert hat (Energie,Wiederverwertung) für das e rauch noch bezahlt das es im abgenommen wird damit anderen damit Gewinn machen.

Es müßten die Müllgebphren eigentlich sinken aber so ist das eine Förderung der Wirtschaft über die rechtlosen Bürger.

Könnte man auch in die Transferdatenbank einpflegen !!!

Franz Mukal
03.09.2010 10:11
unglaublich!

jetzt stehlen uns diese Magyaren sogar noch den Müll!

chlorophyllmarxist
03.09.2010 09:46

Es hindert niemand die offiziellen Abfallsammler daran, die Ortschaften zu durchstreifen und den herausgestellten Sperrmüll mitzunehmen. So what?

speakers corner
03.09.2010 08:07
Die Problematik mal kennenlernen find ich ganz interessant,

aber man merkt das die Studienleiter ihr ganzes Arbeitsleben nur auf der Uni verbracht haben. Die Lösungsvorschläge sind so weltfern wie sie nur sein könnten.

mitrovic dejan
03.09.2010 09:29
Problematik ist Rassismus gegen Ungarn-Roma

http://wcmred.krone.at/Steiermar... ory-217811

er t
03.09.2010 07:59
Müll?

Wenn jemand zB eine defekte Waschmaschine repariert, dann ist diese kein Müll sondern ein defektes Gerät. Das darf in der EU wohl transportiert werden, oder? Nur weil die österreichische Müllmafia diese Waschmaschine gern als "Rohstoff" hätt' weil die Reparatur in Österreich mehr kostet als eine neue, ist das Gerät kein Müll.

kurtOR
 
03.09.2010 12:37

wenn jemand eine defekte waschmaschine repariert und sie dann noch immer ein defektes gerät ist, hat derjenige vom waschmaschinenreparieren keine ahnung ... =)

Gobi Todic
03.09.2010 10:25
naja

wenn man es selber macht (katalog von skf für lager und conti für riemen) kann man auch hierzulande so gut wie alles selber reparieren, das stimmt. vom abdichten kleinerer lecks ganz zu schweigen...

aber die energieeffizient eines alten geräts ist eben eine andere sache.

hack in den sack
 
03.09.2010 10:44

und bei einem wasserschaden wird auch die versicherung aussteigen

Gobi Todic
03.09.2010 11:40
eher nicht

das trau ich einem jeden metallfacharbeiter bzw. interessierten menschen zu.

ein handwerklich nicht begabter sollte das natürlich sein lassen und - die maschine zum müll geben. trotzdem ist diese wegwerfmentalität mMn nicht gerade sinnvoll/effizient.

orangenpresse
 
03.09.2010 02:01
aber geh...

müll ist doch kein geschäft...
die unternehmen zahlen brav ihre ara gebühren, die konsumenten finden diese dann im verkaufspreis des produktes wieder und müssen den müll trotzdem selber entsorgen. dafür bezahlen wir die entsorgungsgebüren an die gemeinden die im besten fall den mist verbrennen und und die gewonnene energie dann wieder verkaufen.
und der finanzminister bekommt bei jedem zahlvorgang seine 20 % bzw 10%mwst...

die recycelbaren abfälle haben einen enormen wert. und wir bezahlen noch dafür dass sie uns abgenommen werden. wenn die abfallwirtschaft also beklagt, dass unser wertvoller mist ins ausland wandert wär sie gut beraten sich ein beispiel an den "kundenorientierten" altstoffsammlern aus dem nahen ausland zu nehmen.

Griesgram .
03.09.2010 01:09

wenn im artikel steht "Brauchbare Gegenstände werden dort repariert und verkauft" entspricht das meiner auffassung nach einer wiederverwertung. diese ist effizienter als recycling und daher auch laut EU-Recht prioritär (s.u.). also wo ist das problem?

---
RICHTLINIE 2008/98/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 19. November 2008 über Abfälle und zur Aufhebung bestimmter Richtlinien:

Artikel 4 Abfallhierarchie
(1) Folgende Abfallhierarchie liegt den Rechtsvorschriften und politischen Maßnahmen im Bereich der Abfallvermeidung und -bewirtschaftung als Prioritätenfolge zugrunde:
a) Vermeidung
b) Vorbereitung zur Wiederverwendung,
c) Recycling,
d) sonstige Verwertung, z.B. energetische Verwertung,
e) Beseitigung.

unbequem
02.09.2010 23:43
wieso illegal entsorgt?????

Seit wann sollte ich meinen Müll nicht jeden schenkendürfen der ihn haben will...was der dann damit macht ist ja seine sache!
Wäre ja noch schöner wenn ich gezwungen wäre meinen Müll der Gemeinde Wien zu schenken die ihn dann via Fernwärme nochmals an mich verkauft ..ohne mir was für meine Wertstoffe zu bezahlen wenn ich diese getrennt gesammelt habe!
Wenn Müll so wertvoll ist dann wird auch die Gemeinde dafür zu zahlen haben und nur für Restmüll wird eine Müllgebühr fällig werden! Zwangsenteignung von Müll wird es nicht spielen!

natoll
03.09.2010 11:37

das ist eher gemeint das man tonnenweise zeug rüberkarrt wo die wertvolleren teile ausgebaut bzw. tw. repariert wird und der rest irgendwo in der botanik "entsorgt" wird.

ABF-ALL
03.09.2010 10:41

wenn sie sich einer sache entledigen wollen oder sie sich einer sache entledigt haben, dann ist diese sache gem. österr. recht abfall.
und es gibt eine andienungspflicht, d.h. sie MÜSSEN ihre abfälle in ein genehmigtes entsorgungssystem einbringen. sonst gibts strafen.
die frage ist also, was ist abfall und was nicht. und hier gibt es graubereiche.

unbequem
03.09.2010 16:05
..pff..da wird aber nur gemutmaßed nicht aber objektiviert....

Ad AB-FALL Herzlichen Dank für ihre Info...pdf...da bin ich mal beim durcjhackern...wiewohl ich aber schon einen Verfehlten Ansatz beim VwGH wie auch beim EUGH primär sehe.
Es wird der Eigentumsbegriff vernachlässigt und die Vfreie Verfügbarkeit über selbiges! Da es nach Österreichischem Recht keine Entschädigungslose Enteignung geben kan (Ausnahme taxativ aufgezählt) kann auch das AWG eine derartige Enteignung auch garnicht unterstellt werden!
Beispiel Meine Firma verkauft einem Privatmann die Kartonagen der wirft sie dann in den Hausmüll somit ist ARA voll umgangen, null Chance für ARA. Die Firma braucht ihr Produkt a"Altverpackung" nicht zu hinterfragen!..Aber das Sprngt den Rahmen hier..ich lese noch weiter!

unbequem
03.09.2010 11:00

Welches Gesetz sprechen sie hier an???
Bitte Zitat!!!
Ich kenne derartiges nicht!
Auch schenken ist eine Eigentumsübergang und kein Entledigen und die MA hat enen Entsorgungsauftrag mit dem Bürger geschlossen und keinen Wiederverwertungsauftrag ganz abgesehen davon, dass der Vertrag aug Entsorgung lautet und damit die Gemeinde Wien nicht auftragsgemäß handelt wenn sie den Müll weiterverkauft! Diese Konditionen hat der Magistrat beim Eigentumsübergang des Mülles nicht eingeräumt bekommen...bitte genau lesen was in den betreffenden Gesetzen steht!

unbequem
03.09.2010 10:56
Diebstahl durch das Magistrat Wien????

ad AB-FALL
Die Frage was Abfall ist haben Sie eigentlich schon beantwortet: Abfall ist der Oberbegriff von dem was unverwertbar übrig bleibt weil es abgefallen ist!
Wenn jemand diesen "Abfall" als Rohstoff sieht so ist es kein juristisches Nullum mehr sondern die Ware des Eigentümers der über diese Verfügen kann. Also sind auch die "Wertstoffe" drum heißen sie ja so eben etwas Wert sprich der der sie Nutzt hat dafür auch zu bezahlen!
In Wien wird die Müllgebühr bezahlt für eine Entsorgung des Mülles dh. aber nicht dass er zur Verwertung übergeben wird es liegt keine Derelinktion vor sondern ein Deponierungsauftrag! Somit bestiehlt der Magistrat den Bürger weil er aus dem Müll einen Gewinn zieht!

081547112
03.09.2010 14:17
müll

nur als beispiel, rein theoretisch gehört ihnen die leere pet-flasche gar nicht mehr, sie dürfen sie auch nicht sammeln und z.b. als wertstoff verkaufen.
die meisten leute wissen ja gar nicht was müll wert ist, nur ein paar beispiele was am markt erzielt wird:
sind richtwerte, (abhängig von aktuellen rohstoffkursen)
1 tonne pet flaschen ca. 280 euro
1 tonne aludosen ca. 650 euro
altbatterien ( blei ) 300 bis 500 euro pro tonne
hier noch viele andere preise
http://goldankauf-sondermetallhandel.de/Ankaufspreis.html
ja so ist es, das volk zahlt noch dafür. dass die "müllmafia" sich bereichern darf.
das gibt es nur in der eu, ausserhalb gibt es zum größten teil einen freien markt

unbequem
03.09.2010 16:40
Sie ist sehrwohl mein Eigentum

Ich habe sie gekauft bezahlt und si stehtb in meiner Küche...und wie die mir gehört...würden sie diese wegnahmen wäre es Sachentzug (Diebstahl)!!!
Sogesehen wird alles mal alt und ungebraucht desswegen ist es noch lange nicht anzudienen..
Wie überhauft die "Andienungspflicht" im Gegensatz zum Enteignungsverbot steht und zum verfassungsrechtlich geschützen Eigentumsbegriff!!!

081547112
03.09.2010 20:33
pet flasche

natürlich "gehört" sie ihnen solange sie in der küche steht. sie dürfen sie aber z.b. nicht von ihren nachbarn einsammeln und verwerten ( z.b. rohstoffhändler verkaufen).
auch schon deshalb, weil sie zum transport von "müll" eine lizenz benötigen.
hatte diesbezüglich geschäftlich schon einige diskussionen mit der ara.
sie sind verpflichtet, die leere petflasche ( und anderen "müll" ordnungsgemäß zu entsorgen ( also zu verschenken).

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