Wie die Roten lernten, die Nacht-U-Bahn zu lieben

Andrea Heigl, 2. September 2010, 17:30
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    In der Nacht von 3. auf 4. September im nächtlichen Wochenendeinsatz: gebrandete U-Bahn-Züge

Fünf Wochen vor der Landtagswahl in Wien fährt die U-Bahn - begleitet von großem Brimbamborium - dieses Wochenende erstmals die ganze Nacht. Die SP bejubelt "das beste System in Europa". Das war nicht immer so.

Wien - Es lag wieder einmal an Karlheinz Hora, einen Vorschlag der VP abzuschmettern. Der 24-Stunden-Betrieb der U-Bahn am Wochenende sei "nicht notwendig. Er würde nur zusätzliche hohe Kosten verursachen, das Nightline-Netz verstümmeln und die laufend notwendigen Instandhaltungs- bzw. Reparaturarbeiten im U-Bahn-Netz deutlich erschweren", richtete der rote Verkehrssprecher den Schwarzen, die spärlich bekleidete Jung-VPler für "24 Stunden Verkehr" werben ließen, via Presseaussendung aus. Das war vor gut einem Jahr.

Nun - fünf Wochen vor den Landtagswahlen - fährt die U-Bahn erstmals die ganze Nacht.

Der rote Schwenk lässt sich genau datieren: Von 11. bis 13. Februar konnten die Wiener ihre Stimme bei der Volksbefragung abgeben. "Sind Sie dafür, dass die U-Bahn am Wochenende auch in der Nacht fährt?", wollte die SP wissen, die die Volksbefragung initiiert und dank eines ordentlichen Griffs in das Rathausbudget umfassend beworben hatte. Auch über die Citymaut - eine langjährige grüne Forderung - ließen die Roten abstimmen. Während die Wiener mit ihrem Nein zu dieser Frage dieses Thema ein für alle Mal abdrehten, gab es für die Nacht-U-Bahn ein knappes Ja, trotz des Zusatzes, der 24-Stunden-Betrieb koste einiges und werde das Nachtbussystem durcheinanderwirbeln.

Seither gerät Vizebürgermeisterin Renate Brauner (SP) bei dem Thema geradezu ins Schwärmen: "Wir werden das beste System in Europa haben", sagte sie zielgruppenwirksam im Interview mit der U-Bahn-Zeitung Heute. Die ersten nächtlichen U-Bahn-Fahrten werden begleitet von diversen Medienterminen und unzähligen Partys.

SP-Landesparteisekretär Christian Deutsch relativiert die frühere rote Ablehnung: "Wir haben nur immer darauf hingewiesen, dass es viele offene Fragen gibt." Aber man bekenne sich im Lichte der Volksbefragung selbstverständlich dazu, "dass es Themen gibt, die die Wiener besonders interessieren".

Logisch, dass die Sozialdemokraten Themen für sich vereinnahmen: Sie sind mit ihrer absoluten Mehrheit schließlich die Einzigen, die in Wien einen politischen Vorschlag auch in die Tat umsetzen können. Aber in (Vor-)Wahlkampfzeiten häuft sich die Zahl der rot eingefärbten Maßnahmen, sehr zum Leidwesen der Oppositionsparteien. Von klimatisierten U-Bahnen über E-Bike-Ladestationen und diverse Radwege bis hin zum Gratiskindergarten: Die Liste der ursprünglich abgelehnten und später doch umgesetzten Oppositionsforderungen ist lang.

Die anderen Parteien bringt das in eine Bredouille, die der frühere Wiener VP-Chef Johannes Hahn in einem Standard-Interview auf den Punkt brachte: "Wenn ich etwas jahrelang verlange, und dann wird es endlich umgesetzt, kann ich ja schlecht 'Scheiße' sagen."

Im Fall der Nacht-U-Bahn bleibt der VP nur der Versuch, die Wiener daran zu erinnern, wer's erfunden hat. 150 Jungschwarze werden am Wochenende daher unterirdisch im Einsatz. (Andrea Heigl, DER STANDARD, Printausgabe, 3.9.2010)

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franz38
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8.11.2010, 07:59
Briefwähler drehten das U-Bahn Ergebnis

Ursprünglich waren 54% der Wähler dagegen!
Erst die Nachwähler (Briefwähler) haben das Ergebnis umgedreht und dann waren es nur mehr 45% Gegner. Die Tageszeitung "Österreich" hat sogar dafür geworben "Wie man jetzt das Ergebnis noch umdreht" und damit ihr Ziel (ihren Auftrag?) erreicht.

Dungeon
02

Also eigtl ist es mir ziemlich egal welche Partei meine wünsche umsetzt...

maexus
50
Kriminalität

also ich trau mich dann bald in der nacht nicht mehr alleine fahren ... da gibts so viele leute denen ich nur bewaffnet begegnen möchte...

leZa
03
PFUI ! Also wirklich ÄRGSTENS diese Roten SPÖler !

Zuerst ändern sie ihre Meinung, weil es die Bevölkerung so möchte und dann erledigen sie ihren Job auch noch -mit Stolz- gut.

Die haben den lachsrosa Bobo-Spott wirklich verdient ...

BusStopBoxer
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gebrandete ubahnzüge

sollten die dann nicht verbrannt ausschauen?

mit ihren komischen kacheln schauen die aber eher geklot aus.

Hueher
80
das beste System in Europa????????

besser gesagt, das schmutzigste U-Bahn System weltweit!!!!!
Nirgends gibt es so eine Dreckige Bahn wie in Wien!! Sao Paulo mit 4x mehr Einwohner als Wien hat eine sehr saubere Bahn, kein Rauchen,kein Essen oder trinken und keine zerrissenen Zeitungen am Boden......, ebenso in Mexico-city, Bgkk oder istanbul, und das sind Mega citys im Gegenteil zu Wien...........

whei
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Istanbul hat aber auch nur eine U-Bahn Linie (auch nur eine Straßenbahnlinie).

Und die New Yorker U-Bahn wirkt auch nicht gerade sauberer als die Wiener U-Bahn (ein Lift in Brooklyn wurde als Pissoir zweckentfremdet, soviel dazu)

Karl Smejkal
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soviel dummheit in einem einzigen posting, nicht schlecht

lolomatic
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Hab ich mir auch grad beim Lesen von ihrem Posting gedacht.

assimilatah
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schon mal in berlin mit der u1 gefahren?

leZa
01
Stimmt nicht

und wenn, dann läge es nicht an "Wien" sondern an den Wienern - also an Leuten wie zB dir.

meinrad
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vielleicht haben die leute dort einfach nix zum fressen und können ned lesen?

Massafaka
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Limitierung

Die tollen Freikarten für Lokale und U-Bahn sind auf einmal aufgrund Limitierung und großen Ansturms nicht mehr verfügbar. Von einer Limitierung war nichts bekannt und selbst auf der Homepage steht noch "Hol dir jetzt deinen gratis Fahrschein"

Nachtsonne
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no risk no fun

es gibt immer probleme mit eintrittskarten die für mehrere lokale gelten.

wegen örtliche umständen kommen nicht alle rein, und das nacheinander auf mehrere standorte, und dann gibt es enttäuschung und aufregung.

Stefan Lindemann
02
Fixkosten

Die Tunnels und Bruecken sind schon gebaut. Die Stationen sind schon ausgestattet. Die Garnituren sind schon angeschafft. Diese gewaltige Infrastruktur verschwindet nicht waehrend der Nacht, nur weil der Zug im Depot herumsteht. Die zusaetzlichen Kosten die durch den Nachtbetrieb anfallen sind im Vergleich zu den Fixkosten MINIMAL. Es waere eine Suende, dieses System nicht voll auszulasten. Ausserdem: Das taegliche "Hinunterfahren" und "Hochfahren" des U-Bahn Neztes kostet auch was.

graviton
01

Schwachsinn. Die Stationen wurden in der Nacht zugemacht und kosten danach praktisch nix mehr.

An Kosten kommen natürlich Personal+Strom+Heizung+Lüftung+Sicherheit+was weiß ich noch alles zusammen. Die 5 Mio. sind eh schon stark geschönte Zahlen, also musst du das nicht noch einmal unterbieten.

lolomatic
00

5 Millionen oder ca. 2 Euro pro Wiener PRO JAHR. Das ist mir die Nachtubahn eigentlich wert. Ja.

Karl Krammer
00
so rechtfertige ich auch meine private KFZ-Nutzung

das Auto ist schon gekauft, die Steuer und Versicherung ist schon bezahlt, der Garagenplatz schon bezahlt ... trotzdem ist so manche Fahrt schlicht Verschwendung.
Mit dem gleichen Argument könnte man dann auch die Straßenbahnen durchfahren lassen, denn die Abnützung der oberirdisch angebrachten Schienen dürfte da nicht höher sein als in der U-Bahn.

erden
61
24 h LÄRM

Ich werde meinen Wohnsitz wechseln müssen.
Ich bin absolut dagegen. Was für einen Zukunft?!!!
U6 Anrainer

coolio
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vielleicht eh besser

der poster natoll meint z.b., dass dadurch die grundstücke in ubahnnahbereich aufgewertet werden. wenn dies geschehen sollte, was ich bezweifle, würde dies auch zu erhöhten mietpreisen führen.

helge schneider
13
ich muss da glaub ich was klarstellen:

am exakt 2.3.1993 kam ich in wien an (studieren in der ferne) und sagte nach dem 6. bier im chelsea: ich glaube, eine 24 stunden ubahn wär eine gute idee.

also, liebe vpler, liebe spler, tuts net so als hättet ihr die idee ghabt.

und das kindergeld und alles andere hat ja auch imer die övp erfunden (obwohls zumeist wer anderer war)

herr hahn soll sich übrigens ruhig verhalten, der wird schon noch in zukünftigen novomatic prozessen leiden.

graviton
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Da wo das Chelsea damals war, fährt noch heute keine U-Bahn. Den N71 gibt es aber auch erst ein paar Jahre, stimmt.

lolomatic
00

Das Reply scheint noch nicht auf der Website auf, daher mein Reply hier:

Vom damaligen Chelsea zur nächsten U-Bahn Station sinds vielleicht 2-3 Häuserblöcke. Wenn sie mir erzählen wollen, dass das zu weit ist sind sie schon ein bissl weltfremd. Und grad die Leute wo ich das als Argument vielleicht verstehen würd (ältere Leute, Menschen mit Kinderwagen) sind vermutlich nicht mitten in der Nacht unterwegs.

Was ist eigentlich ihr Problem? Ist ihnen einmal eine U-Bahn über den Zechn gefahren dass sie so angfressn drauf sind? Innerhalb vom Gürtel ist man von praktisch jedem Punkt in weniger als 10 Minuten bei der nächsten U-Bahn Station. Ausserhalb vom Gürtel werden die entsprechenden Bereiche eh weiterhin noch von der Nightline abgedeckt.

lolomatic
00

Die U2 gibts heute noch nicht? Wusste ich garnicht.

Es soll auch Leute geben dies grad noch schaffen ein paar hundert Meter zu Fuss zur nächsten U-Bahn Station zurückzulegen.

graviton
00

Das Chelsea lag nicht an der U2, sondern in der Piaristengasse. Dort fährt tagsüber der 13A und in der Nacht am Wochenende inzwischen der N71.

Natürlich kann man ein paar hundert Meter gehen. Wir könnten überhaupt den öffentlichen Verkehr beseitigen, wenn man so daherkommt. Schließlich können 90% der Menschen auch mehr als ein paar hundert Meter gehen. Am besten überhaupt nur mehr die U6 fahren lassen. Die Leute werden doch wohl noch die paar Meter von Ottakring heruntergehen können!

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