Studie belegt Erholung der Erdatmosphäre nach internationalem Verbot von Fluorchlorkohlenwasserstoffen
Hamburg - Dass gesetzliche Maßnahmen im großen Maßstab zu einer Erholung der vom Menschen beeinträchtigten Umwelt führt, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Ozonschicht. Das 1987 international ausgesprochene Verbot von
umweltschädlichen Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) lässt die Ozonschicht in
fünf bis 50 Kilometer Höhe laut Wissenschaftern rund um Jörg Mäder von der Eidgenössischen Technischen
Hochschule (ETH) im schweizerischen Zürich wieder wachsen.
Die Studie wurde in dem
Fachmagazin Atmospheric Chemistry and Physics Discussions veröffentlicht. FCKW wurden früher als Kältemittel in Kühlschränken sowie als Treibgas
für Sprühdosen und als Reinigungs- und Lösungsmittel eingesetzt.
20 Prozent des Schwundes im Norden wettgemacht
"Die Studie liefert den ersten Beweis dafür, dass die Erholung der
Ozonschicht begonnen hat, weil FCKW verboten wurden", sagte Markus Rex,
Ozonexperte am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (Awi).
Dieser Zusammenhang war bisher unklar. Die Studie dokumentiert nun, dass die
Ozonschicht wegen des 1987 verabschiedeten Montrealer Protokolls zum FCKW in den
vergangenen zehn Jahren wieder dichter geworden ist. Ein Fünftel des Schwunds
über der Nordhalbkugel sei wettgemacht, sagte Jörg Mäder von der ETH dem Bericht
zufolge.
Das Ozonloch über dem Südpol, das sich jedes Jahr im September bildet, wird
den Wissenschaftlern zufolge jedoch vermutlich erst in zehn bis 15 Jahren
kleiner werden. Wegen des Ozonlochs gelangt mehr UV-Licht auf die Erdoberfläche,
das negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt hat. (red/APA)