Transparenzdatenbank

Ein Projekt mit Potenzial zu scheitern

2. September 2010, 17:27
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    montage: der standard/foto: apa

    Finanzminister Pröll will Schindluder mit dem Sozialstaat aufdecken - doch laut Spezialisten könnte die Transparenzdatenbank rasch mehr Kosten verschlingen als geplant.

Software-Spezialisten warnen, dass die Errichtung der Transparenzdatenbank einen enormen Aufwand bedeutet: personell, fachlich - und auch finanziell

Wien - Angesichts des Streits in der Koalition, wer die Kosten für das Einspeisen der Datenflut in die Transparenzdatenbank übernehmen soll, bestätigt nun der private Wiener Software-Entwicklungsspezialist Adaptive, dass der Vorgang für die betroffenen Ämter und Behörden "einen mehrjährigen personellen wie fachlichen Aufwand" bedeuten wird.

"Wenn man flächendeckend so viele Informationen zusammenführt, ist das ein enorm komplexes Riesenprojekt", erklärt Manuel Cantele, Experte für Datenintegration von Adaptive, im Gespräch mit dem Standard. Er schätzt, dass allein in den einzelnen Stellen, die gespeicherte Daten für das Bundesrechenzentrum herausgeben sollen, ganze Mitarbeiter-Teams an der Umsetzung arbeiten müssen. Die Datenmengen sind erst entsprechend aufzubereiten, bevor sie tatsächlich in die Transparenzdatenbank überspielt werden können. Cantele rechnet damit, dass das Integrieren der Informationen sämtlicher Ämter drei bis fünf Jahre dauern könnte. Sein Fazit: "Dieses Projekt hat das Potenzial, ständig Kosten und Deadlines zu überschreiten - und letztendlich unter politischem Beschuss zu scheitern."

Wie berichtet, sind sich Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) noch gar nicht einig, wer für die Finanzierung sorgt. Das Finanzministerium beziffert die Kosten nur für die Errichtung der Transparenzdatenbank mit 1,6 Millionen Euro und budgetiert rund eine Million für den laufenden Betrieb. Da sind die Kosten aller anderen damit befassten Stellen nicht berücksichtigt. Pröll plädiert dafür, dass jene Ressorts, die auch Daten einspeisen, selbst Geld dafür lockermachen sollen - wofür Hundstorfer im Gegenzug zusätzliche Mittel fordert, da dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger und dem Arbeitsmarktservice zusätzliche Kosten durch das Einspeisen entstehen.

AMS-Chef Johannes Kopf will sich an der Debatte nicht beteiligen, rechnet jedoch vor: Was die sechs Milliarden an Versicherungsleistungen des AMS betreffe, könnte man diese Daten sofort dem Bundesrechenzentrum zur Verfügung stellen. Schwieriger werde es hingegen mit den Informationen über die Fördergelder, die das AMS etwa für Schulungen bereitstelle. Kopf: "Diese Aufbereitung der Daten müssen wir von einem externen Dienstleister zukaufen." Pröll versicherte jedenfalls, die Kosten für das gesamte Projekt würden mit den Einsparungen "mehr als hereingespielt".

Finanzminister Josef Pröll droht in der von ihm geforderten Zahlenflut unterzugehen. Die aufwändige Transparenzdatenbank könnte rasch mehr Kosten verschlingen als geplant.(Julia Herrnböck, Nina Weißensteiner, DER STANDARD, Printausgabe, 3.9.2010)

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Posting 1 bis 25 von 34
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gratis trinken
00
17.9.2010, 08:20

ich versteh nicht wo der experte den hohen mehraufwand sieht.
die datenbanken gibts ja bereits. mit einem einfachen webservice dauert das keine 3 monate.
aber ich könnt mir vorstellen dass es 5 jahr dauert bis sich alle geeinigt haben was in die datenbank kommt.

Kritiker1A
00
15.9.2010, 10:56
Alleine in der Telefonie werden bei jedem Provider jede Stunde Gigabytes an Statistikdaten (Verrechnungsdaten) gespeichert.

Software Firmen, ja sogar Siemens, beherrschen große Datenmengen mit Links.

Die Software - Anforderungen selbst sind ja gering.

Google und andere Suchmaschinen verarbeiten in Sekundenschnelle ein Datenvolumen das Millionenfach größer ist.

frankgustav Übeltäter
00
17.9.2010, 08:10
Das Problem ist natürlich nicht das Volumen,

sondern die Daten (von Bund und div. Institutionen, neun Ländern und tausenden Gemeinden) so aufzubereiten, dass sie in einer Datenbank verwurschtbar sind. Das wittern - nicht unberechtigt - die Softwarefirmen satte Aufträge zulasten der Steuerzahler.

Kritiker1A
00
15.9.2010, 10:48
Da wollen ein paar Software Firmen einfach wieder mal richtig abzocken!

Die Software ist ja relativ einfach !
Hardware haben ja Bund, Ländern und Gemeinden bereits genug.

Das Einzige was vermutlich teuer werden kann sind die ständigen Änderungswünsche der unwissenden Politiker.

sylvia29
00
15.9.2010, 11:03
meklon

hat es sehr treffend zusammen gefasst.

ein guter teil der wenigen übrigen poster scheint davon auszugehen, dass hier bloß drei excel-tabellen mit übereinstimmenden datenarten zusammenzuführen sind.

Stahl_____666
00
15.9.2010, 09:51
.

Echt lustig, daß das Qualitätsmedium zu dieser Thematik eine Würstlbude bestehend aus vier! Personen befragt und diese auch noch als Experten bezeichnet.

Kleiner Tipp: Auch Oracle oder IBM haben in Österreich Niederlassungen - vielleicht mal die dazu befragen.

Kritiker1A
00
15.9.2010, 10:49
Bei Oracle und IBM wird es erst so richtig teuer !!!

Die Lieben Staatsaufträge!!!

Stahl_____666
00
15.9.2010, 11:33
.

Die haben aber auch Erfahrung mit solchen Großprojekten und müssen daher auch nicht jahrelang nachbessern wie diese ganzen "Learning by doing" Ich-AGs.

ente,ente,ente,ente,ente,ente,ente,...
00
15.9.2010, 08:25
@experten

kann es sein, dass es wirklich so schwierig und teuer ist, ein paar datenbanken zusammenzuführen? kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. so was machen firmen doch jeden tag, oder?
dass staatliche edv-projekte (e-card, toll-collect in de...) immer so ausarten, könnte vielleicht eher daran liegen, dass man den staat wunderbar damit erpressen kann...noch mehr geld, oder die politik steht blöd da vor der wahl etc.

Wollmammut
01
15.9.2010, 08:08

Für diesen Mist werfen wir etliche Millionen Euro aus dem Fenster, dafür muss man halt Arbeitslose zu Zwangsarbeit verpflichten.

Naja, man muss halt Prioritäten setzen!

Fartman
00
14.9.2010, 14:59

ahso, vor Kurzem hat es geheissen, die Transparenzdatenbank sei fertig und könne im Oktober starten. und jetzt überlegt man sich, wie die Schnittstellenprogrammierungen und die Datenübermittlungen funktionieren könnten. Noch viel Spaß dabei. *rofl*

sainty1
00
14.9.2010, 15:20
und da Pröll jun. hat großmundig angepriesen

wie froh er nicht ist das die Datenbank jetzt schon kommt bla bla bla..hauptsache schon wieder auf die Kleinen einhaun!

sainty1
00
14.9.2010, 14:35
Würd mich ja über die ÖVP totlachen wenn die KOsten

für die Datenbank höher sind als das lukrierte Geld der sogenannten "Sozialschmarotzer"

tja_echt_blöd
00
vllt. bin ich ja zu blöd, aber kann mir bitte jemand den Titel dieses Artikels auf Deutsch (von mir aus auch österr.) übersetzen? - danke

Fabian S.
00

es ist den Projekt, das das Potenzial hat, zu scheitern

tja_echt_blöd
00
dankedanke, hab's gestern nach mehrmaligem Behirnen auch kapiert ;-)

Ich denke nur, dass ich geschrieben hätte: ... mit DEM Potenzial zu scheitern...
Mir geht der sms-Stil in Zeitungsartikeln (auch wenn es eine online-Geschichte ist) auf die Nerven !!!
Speicherplatz kostet nurmehr wenig und dass die Schreiberlinge im Akkord bezahlt werden, wäre mir neu.

Dennoch, danke Fabian für Deine sprachliche Anstrengung ;-)

Fabian S.
00

da haben Sie wohl recht ;-)

Curd Hombre
00
Wir zahlen das aus der parteienförderung...

...wo ist das Problem!

Hazweio
00
ALLES muss transparent sein..........,

ausgenommen die Errichtungs- und folgenden Betriebskosten der Pröll`schen Neiddatenbank.
Und wenn er und seinesgleichen von dieser Datenerfassung völlig ungeschoren bleiben, dann macht er das nur weil sein Leitsatz lautet: "mein Herz schlägt beim Sparen".

iohui
03
vorsintflutlich

und stümperhaft
ist eigentlich alles was mir dazu einfällt.

Jan Smaal
03
Wir wissen nicht wo wir hin wollen,

dafür sind wir schneller dort. So kommt mir der ganze Transparenzdatenbank-Plan vor. Josef Pröll sagt, er weiss nicht, wo das Geld hinkommt, das über Förderungen etc. ausgeschüttet wird. Auch wird erst während der Begutachtungsphase erhoben, was die Transparenzdatenbank kostet (!), einen volkswirtschaftlichen Nutzen soll sie aber haben.

Eine Kosten-Nutzen-Analyse, ein Gegenüberstellen der Kosten und des Nutzens, hat man aber offenkundig nicht gemacht (geht ja auch nicht, solange man nicht weiss, was das Ding kostet). Die Entscheidung wurde also getroffen, bevor die Grundlagen für sie überhaupt erhoben waren!

Wahnsinn.

quantity quality
 
00
14.9.2010, 22:51
wie bei jedem politikum

kosten: egal
sinn: egal

finanzminister: "wir haben beschlossen, dass wir das wollen. durchführen!"

W.Hammerl
02

Na sehr glaubhaft sind die Warnungen des "Softwarespazialisten" wohl nicht. Jede auszahlende Stelle wird wohl eine Datenbank haben, in der nachzulesen ist, wohin ihre Fördergelder gehen. Wenn nicht, dann sollte man sie gleich zusperren.

Meklon von Andromeda
 
01

Der von Ihnen geschmähte Softwarespezialist trifft allerdings den Nagel auf den Kopf. Denn die Daten werden an vielen Stellen in unterschiedlichster Form vorhanden sein. Um zu einer Gesamtsicht zu kommen muss man erst identifizieren - und zwar an jeder einzelnen Stelle - welche Information tatsächlich in welchem Datenfeld vorliegt.

Es gilt also ein "Wörterbuch" auf die Beine zu stellen. Und zwar muss dieses Wörterbuch die erforderlichen Daten (und deren fachlicher Bezeichnungen) der TransparenzDB enthalten und alle, die an diese DB anliefern müssen rausfinden, wie diese Datenbankfelder bei ihren Datenbanken heißen.

Dann kommt die technische Vernetzung, die Anlieferung, die Speicherung und Auswertung. Ein sehr teures Megaprojekt!

Fabian S.
00

die Datenbank existiert schon überall, aber ein überspielen mit Knopfdruck wird nicht immer funktionieren

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