200 Jahre Wies'n

Allererstes Oktoberfest war eine königliche Hochzeit

02. September 2010 17:06

Eine Maß kostete 1810 drei Kreuzer und drei Pfennige und getrunken wurde in offenen Häuschen aus Brettern

München - Heuer begeht München sein 200. Oktoberfest. Das allererste Oktoberfest, sozusagen die "Ur-Wiesn", im Oktober 1810 war eine königliche Hochzeitsfeier, und ganz München feierte mit. Die Maß braunes Kellerbier kostete damals drei Kreuzer und drei Pfennige, und das Rauchen im Bierzelt war kein Thema. Bei dem Fest vor 200 Jahren gab es gar keine geschlossenen Zelte, nur offene Häuschen aus Brettern. Die feiernden Münchner lagerten auf einer Anhöhe über der Festwiese, dem Berg des damals noch selbstständigen Dorfes Sendling.

Das Wetter stimmte, als Kronprinz Ludwig, der spätere König Ludwig I., Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen heiratete. Die Feierlichkeiten seien "unter dem größten Jubel einer unermesslichen Volksmenge und bei der erwünschtesten Witterung" über die Bühne gegangen, schrieb die "Allgemeine Zeitung" von damals. Ein Pferderennen war am 17. Oktober auf dem Gelände der heutigen Wiesn Höhepunkt und Abschluss der fünftägigen Feiern - daraus entstand schließlich eines der bekanntesten Volksfeste der Welt.

Die Idee zu dem Rennen kam praktisch von einem "Taxler". Der Lohnkutscher Franz Baumgartner, der in der Kavallerie des Bürgermilitärs diente, unterbreitete den Vorschlag dem Kavallerie-Major, Andreas von Dall' Armi, der beim König die Erlaubnis einholte.

Gemälde von damals zeigen eine bunte, herausgeputzte Menge, die am Rande eines riesigen Areals bei blauem Herbsthimmel das Spektakel verfolgt, in der Mitte das Zelt der königlichen Gesellschaft. Praktisch alle Münchner, damals 40.000 Menschen, waren auf den Beinen, um die Hochzeit zu feiern. "Allein das allgemeine Vivat-rufen drang vor und begleitete die allerdurchlauchtigste allgeliebte Regentenfamilie bis über den Rennplatz hinaus", berichtete Dall' Armi.

Pferderennen bis 1938

Bei dem Pferderennen huldigten Vertreter aller bayerischen Volksgruppen der königlichen Familie, eine Gruppe von 16 Kinderpaaren in den verschiedenen Landestrachten zog mit Blumen und Früchten zum Königspavillon. Zu Ehren der Braut wurde der Rennplatz "Theresens- Wiese" genannt, aus dem Zungenbrecher wurde Theresienwiese und schließlich die Wiesn.

Im Jahre 1811 wurde parallel zum Pferderennen das erste Landwirtschaftsfest als Fachausstellung zur Förderung der bayrischen Agrarwirtschaft veranstaltet. Während das traditionelle Pferderennen nach 1938 aus organisatorischen Gründen von der Wiesn verschwand, findet das "Bayrische Zentral-Landwirtschaftsfest" (ZLF) noch heute im Turnus von zuletzt vier Jahren während des Oktoberfestes statt; in einem solchen Jahr wird das Oktoberfest als "kleine Wiesn" bezeichnet. (red/APA/lby)


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15 Postings
das kleine Maßnahmenpaket
18.09.2010 11:20
Was ich mich trotzdem die ganze Zeit frage:

Warum findet das Oktoberfest (größtenteils) im September statt ;-) ?

o glorioso pé de friedenreich
05.10.2010 23:03

weils wetter besser ist. ganz ohne neunmalkluges ;-)

Perynt
03.09.2010 14:06
Ich war schon mal auf dem Oktoberfest und hatte meine Freundin dazu eingeladen.

Die ganzen Besoffenen waren gar nicht so schlimm, allerdings fehlt auf dem Oktoberfest etwas, das an den Begriff "fest" erinnert. Zu finden sind dort sehr viele große Zelte und Menschenschlangen, die in diese Zelte wollen und die Stunden auf den Einlass warten.

Nun gut, dachten wir, man könnte sich ja außerhalb eines Zeltes (welche, beim hineinschauen ziemlich vernebelt, dunkel, voll, unfreundlich ausschauten und mit ätzender Musik beschallt waren) etwas zu trinken kaufen.

Diese Idee hatten wir allerdings aufgegeben. Nach 30- minütigen Warten zogen wir es vor, irgendwo anders hinzugehen um dort ein Bierchen zu trinken.

Jedes dänische Dorffest hat mehr festcharakter als dieses riesige Plastik-Touristen-Spektakel.

Hefeweizerlbier
08.09.2010 21:46
Tip:

Nicht Freitag und Samstag hingehen und schon gar nicht am Tag der Einheit (Feiertag). Falls doch, früh genug da sein (vor 11.00 Uhr).

Nach dem 3. Maß ist die Musik sogar lustig.

Günther Hase
 
06.09.2010 10:27

Teuer, laute Schlagermusik, schlechte Luft, dürftiger Service - keine optimale Kombination.

Als ob es in München sonst keine nette Biergärten und Kneipen gäbe ;-)

ji
02.09.2010 19:40

Es will mir nicht in den Kopf, wie diese kommerzielle Massensaufveranstaltung so immens viele Besucher aus aller Welt anzieht. Die Stadt ist deswegen voller alkoholisierter Möchtegernprohlos, Mageninnereien und Bierleichen, vom Duft nicht zu sprechen … Da koch ich lieber für zwei, öffne nen Wein und hab dreimal meinen Spass. Hab ich mehr davon.

woifee 0.0
03.09.2010 13:20

Da stell ich mir doch die Frage, waren Sie schon mal auf dem Oktoberfest?¿?

Jürgen Rembremerding
 
03.09.2010 11:51
"Da koch ich lieber für zwei, öffne nen Wein"

Für Dich, alter Weintrinker:

http://www.youtube.com/watch?v=lnuf4Nnwz-A

ji
03.09.2010 18:37

Mein Bier- und Weinkonsum hält sich die Waage und in Grenzen. Oktoberfest extremt mir da zu sehr.

Aber danke! Wischi fetzt. =)

Ah ja, Bier passt net wirklich zu nem Braten und nem Dinner für 2. ;)

Träume
03.09.2010 12:36

Danke!

Börek Obama
03.09.2010 10:07

sie schon aber die hundertausend anderen nicht...

Günther Hase
 
02.09.2010 17:35
"Eine Maß kostete 1810 drei Kreuzer und drei Pfennige"

wieviel ist das inflationsbereinigt in Euro umgerechnet?

Wurzelloser Kosmopolit
02.09.2010 18:54

3 Kreuzer und 3 Pfennig sind 3,75 Kreuzer.
Die 6 Kreuzer Münze zur Zeit König Max Josef´ wiegt ca. 2g. Also kostete die Maß 1,25g Silber, die heute ca. 61 Cent wert sind.

Dazu muß aber gesagt werden, daß Silber bis zur Entdeckung grosser nordamerikanischer Lagerstätten 1871 eine deutlich höhere Kaufkraft besass.
Also darf man im Kaufkraftvergleich den Preis von 61 Cent/Maß durchaus noch mit einem Faktor 3-4 vervielfachen.

Ist aber auch dann noch sehr billig, wohl weil der Bierpreis in Baiern im Gegensatz zu heute eine wichtige politische Rolle spielte:
http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3... revolution

Fritz Wunderlich
03.09.2010 13:14

der bierpreis auf der wiesn ist auch heute noch ein politikum
es dürfen auch keine direkten politischen witze gemacht werden, nur saugrobe anspielungen

sanginius
02.09.2010 18:08
9.7 EUR oder was es halt nun heute kostet

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